Mölme

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Mölme
Gemeinde Söhlde
Zweiteiliges Wappen Ährenbund auf rotem Grund und drei Bohrtürme auf Silber
Koordinaten: 52° 13′ 1″ N, 10° 9′ 36″ O
Höhe: 85 m ü. NHN
Einwohner: 130 (31. Dez. 2017)[1]
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 31185
Vorwahl: 05129
Karte
Die Lage von Mölme in der Gemeinde Söhlde
Dorfkern Mölme in der Kohlengasse
Dorfkern Mölme in der Kohlengasse
Söhlde im Landkreis Hildesheim, Niedersachsen

Der Ortsteil Mölme liegt im Nordwesten der Gemeinde Söhlde an der L477 im Nordosten des Landkreises Hildesheim in Niedersachsen. Mit seinen 129 Einwohnern ist Mölme nach Steinbrück der einwohnerschwächste Ortsteil der Gemeinde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühe Ortsbezeichnungen für Mölme waren Muilnem (um 1260) oder auch Molnem (1264) sie änderte sich im Laufe der Zeit noch einige Male. Es wird am 21. August 1260 erstmals Mölme genannt, als Bischof Johann I dem Kloster Loccum 20 Hufen Land der Mölmer Feldmark übertrug. Die Loccumer Zisterzienser hatten die vormaligen Besitzer durch Geldzahlungen abgefunden. Die Bauern der auf diesem Gelände befindlichen Höfe mussten fortan ihre Abgaben an das Kloster entrichten. In den folgenden Jahren kauften die Mönche weitere Ländereien hinzu. Durch eine Stiftsfehde kam dieses Gebiet für 120 Jahre unter die Braunschweiger Landeshoheit. Als die Reformation 1542 in Hoheneggelsen eingeführt wurde, nahmen die Einwohner von Mölme das evangelische Bekenntnis an.[2]

Mit der Gebietsreform verlor Mölme am 1. März 1974 seine Eigenständigkeit und wurde ein Teil der neuen Einheitsgemeinde Söhlde.[3] Mölme feierte im Jahr 2010 sein 750-jähriges Bestehen.

Erdölförderung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1935 stieß man in der Mölmer Feldmark in geringer Tiefe auf Erdöl. Die Gewerkschaft Elwerath (heute BEB Erdgas und Erdöl) förderte mit bis zu 50 Ölpumpen, jedoch erschöpfte sich das Vorkommen und die Förderung wurde 1959 eingestellt. Zur Erinnerung an dieses Kapitel der Mölmer Geschichte trägt der Ort drei Bohrtürme auf silbernem Grund im rechten Teil des Wappens. Zum fünfzigsten Jahrestag der Erdölförderung im Jahre 1984 wurden ein Gedenkstein und eine ausgediente Erdölförderpumpe dem Ort gespendet, die man in der Kohlengasse als Industrie-Denkmal besichtigen kann.

Zur Erinnerung zeigt das geteilte Wappen der Gemeinde Mölme im linken Feld Getreidegarben und im rechten Teil Bilder von Bohrtürmen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahl 2016[4]
Beteiligung: 92,4 %
 %
80
70
60
50
40
30
20
10
0
79,2 %
20,8 %
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
a Wählergruppe Mölme

Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Kommunalwahl vom 11. September 2016 wurde in Mölme erstmals ein Ortsrat gewählt. Gemäß der Satzung der Gemeinde Söhlde besteht dieser aus fünf Mitgliedern. Vier Sitze entfielen auf die Wählergruppe Mölme und ein Sitz auf die SPD. In der konstituierenden Sitzung des Ortsrats am 10. November 2016 wurde Klaus Retzak zum neuen Ortsbürgermeister gewählt und der bisherige Ortsvorsteher, Arthur Rienas, nach 25 Jahren im Amt verabschiedet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dorfkern an der Kohlengasse mit Kapelle, der Heimatstube, dem Löschwasserteich und dem Ehrenmal
  • Reste der Betriebsanlage der Brigitta Elwerath am nordöstlichen Dorfrand und eine Erdölpumpe als Denkmal in der Kohlengasse

Vereine und Verbände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Horst und Karl Schünemann: Von Mulnehêm bis Mölme: Zeitgeschichte einer Siedlung im Hildesheimer Land. Verlag: Köhler, Harsum 2010, 299 Seiten, ISBN 978-3-938385-33-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zahlen und Statistik auf der Webseite der Gemeinde Söhlde, abgerufen am 14. April 2018.
  2. soehlde.de Geschichte vom Mölme
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 209.
  4. Ergebnis der Ortsratswahl Mölme 2016 auf der Webseite der Gemeinde Söhlde, abgerufen am 2. Oktober 2016