Mölschow

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Mölschow
Mölschow
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Mölschow hervorgehoben
54.08333333333313.8333333333332Koordinaten: 54° 5′ N, 13° 50′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Greifswald
Amt: Usedom-Nord
Höhe: 2 m ü. NHN
Fläche: 15,3 km²
Einwohner: 784 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 51 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17449
Vorwahl: 038377
Kfz-Kennzeichen: VG, ANK, GW, PW, SBG, UEM, WLG
Gemeindeschlüssel: 13 0 75 092
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Möwenstraße 1
17454 Ostseebad Zinnowitz
Bürgermeister: Roland Meyer
Lage der Gemeinde Mölschow im Landkreis Vorpommern-Greifswald
Brandenburg Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Buggenhagen Krummin Lassan Wolgast Wolgast Zemitz Ahlbeck (bei Ueckermünde) Altwarp Eggesin Grambin Hintersee (Vorpommern) Leopoldshagen Liepgarten Luckow Luckow Lübs (Vorpommern) Meiersberg Mönkebude Vogelsang-Warsin Bargischow Bargischow Blesewitz Boldekow Bugewitz Butzow Ducherow Iven Krien Krusenfelde Neetzow-Liepen Medow Neetzow-Liepen Neu Kosenow Neuenkirchen (bei Anklam) Postlow Rossin Sarnow Spantekow Stolpe an der Peene Alt Tellin Bentzin Daberkow Jarmen Kruckow Tutow Völschow Behrenhoff Dargelin Dersekow Diedrichshagen Hinrichshagen (Vorpommern) Levenhagen Mesekenhagen Neuenkirchen (bei Greifswald) Weitenhagen (bei Greifswald) Bergholz Blankensee (Vorpommern) Boock (Vorpommern) Glasow (Vorpommern) Grambow (Vorpommern) Löcknitz Nadrensee Krackow Penkun Plöwen Ramin Rossow Rothenklempenow Brünzow Hanshagen Katzow Kemnitz (bei Greifswald) Kröslin Kröslin Loissin Lubmin Neu Boltenhagen Rubenow Wusterhusen Görmin Loitz Sassen-Trantow Altwigshagen Ferdinandshof Hammer a. d. Uecker Heinrichswalde Rothemühl Torgelow Torgelow Torgelow Wilhelmsburg (Vorpommern) Jatznick Brietzig Damerow (Rollwitz) Fahrenwalde Groß Luckow Jatznick Jatznick Koblentz Krugsdorf Nieden Papendorf (Vorpommern) Polzow Rollwitz Schönwalde (Vorpommern) Viereck (Vorpommern) Zerrenthin Züsedom Karlshagen Mölschow Peenemünde Trassenheide Benz (Usedom) Dargen Garz (Usedom) Kamminke Korswandt Koserow Loddin Mellenthin Pudagla Rankwitz Stolpe auf Usedom Ückeritz Usedom (Stadt) Zempin Zirchow Bandelin Gribow Groß Kiesow Groß Polzin Gützkow Gützkow Karlsburg (Vorpommern) Klein Bünzow Lühmannsdorf Murchin Rubkow Schmatzin Wrangelsburg Ziethen (bei Anklam) Züssow Heringsdorf Pasewalk Strasburg (Uckermark) Ueckermünde Wackerow Greifswald Greifswald PolenKarte
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Mölschow ist eine Gemeinde auf dem Nordteil der Insel Usedom in Mecklenburg-Vorpommern. Sie gehört dem Landkreis Vorpommern-Greifswald an und wird vom Amt Usedom-Nord mit Sitz in der Stadt Zinnowitz verwaltet. Bis 2005 war die Gemeinde Teil des Amtes An der Peenemündung.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Mölschow liegt zwischen Zinnowitz und Wolgast zwischen Peenestrom und der Ostseeküste. Die Bundesstraße 111 durchquert die Gemeinde, die auch mit der Usedomer Bäderbahn über den Bahnhof Bannemin-Mölschow an der Bahnstrecke Züssow–Wolgast–Heringsdorf−Swinemünde zu erreichen ist. Rund sechs Kilometer westlich liegt die Stadt Wolgast sowie fünf Kilometer östlich der Amtssitz Zinnowitz. Durch Mölschow führt auch der Radweg Wolgast-Mölschow-Trassenheide mit dem Abzweig Karlshagen-Peenemünde.

Ortsteile[Bearbeiten]

  • Mölschow
  • Bannemin
  • Zecherin
Wüstungen und Wohnplätze
  • Eichberg (Wohnplatz)

Am 1. Juli 2010 wurden die Teile, die nördlich der Bundesstraße 111 liegen von der Gemeinde Krummin an die Gemeinde Mölschow übergeben. Davon waren 23 Einwohner auf ca. 19,6 ha betroffen.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Haltepunkt der UBB in Mölschow-Bannemin

Bannemin[Bearbeiten]

Bannemin wurde erstmals 1219 urkundlich als „Bandemin“ genannt. Erst 1798 folgte der aktuelle Name. Der slawische Name ist nicht gedeutet.[3]

Es liegt an der heutigen B 111 mit dem Teilstück Wolgast–Zinnowitz der vorherigen Steinbahn von 1882, diese hatte an der Abzweigung nach Trassenheide ein Chausseehaus zum Kassieren des Wegezolls. Das wurde aber nach kurzer Zeit eingestellt, die Häuser wurden zu Wohnhäusern der Straßenwärter, der so genannten Wegemeister, bzw. der Straßenarbeiter. Mit diesem Teilstück der heutigen B 111 wurde die Lücke der Straßenverbindung Gützkow–Wolgast–Swinemünde geschlossen.

Bannemin hatte gemeinsam mit Mölschow seit 1911 einen Bahnhof an der Teilstrecke Wolgast-Fähre – Zinnowitz.

Bannemin ist von der Form her ein Straßendorf und von der Funktion ein Bauerndorf. Es hatte darüber hinaus mehrere Einzelsiedlungsgehöfte in der Feldmark, davon waren alleine vier Bockwindmühlen mit Mühlengehöften von vor 1880, von denen aber nur zwei noch nach 1920 bestanden.

Mölschow[Bearbeiten]

Urkundlich erstmals erwähnt wurde Mölschow 1182 als „Malcekowe“. Der slawische Name wird als schweigen gedeutet.[3] Der Ortsname stammt aber möglicherweise vom naheliegenden See „Molechowe“. Im Jahr 1278 belehnte der pommersche Herzog Barnim I. den deutschen Ritter Voß mit den Gütern Krummin, Zinnowitz und Mölschow. 1282 erhält die Stadt Wolgast das Land südlich des Großen Sees, der früher „Molcekowe“ hieß. Im Jahre 1302 übernahm das Nonnenkloster Wollin Mölschow, danach ging es 1305 an das Nonnenkloster Krummin. Im Jahr 1534 nach der Reformation wurde das Kloster zum landesfürstlichen Kammergut (Dominal).

Unter dem Dreißigjährigen Krieg hatte die Region sehr zu leiden. Nach dem Westfälischen Frieden im Jahr 1648 wurde Mölschow wie ganz Pommern schwedisch, nach 1720 preußisch. Im Jahr 1911 erhielt Mölschow einen Bahnanschluss.

Am 13. Mai 1925 vernichtete ein verheerendes Großfeuer Mölschow. Sieben Jahre später wurden in Mölschow neben der Domäne noch sechs Bauern, eine kleine Scheune und 20 Wohnhäuser mit 148 Einwohnern erwähnt.

Mölschow war trotz des dominierenden Gutes ein Straßendorf mit mehreren Verzweigungen.

Das Gut ist fast vollständig erhalten, es zu einem musealen Objekt ausgestaltet worden. Im Gutshaus ist ein Museum, ein Bauerngarten und andere Details vervollständigen die Anlage. In der Nähe des Bahnhofes etablierte sich eine Modellbahnausstellung mit einer Gartenbahnanlage und einem Freizeitpark.

Zecherin[Bearbeiten]

Dorfzentrum von Zecherin

Zecherin soll erstmals 1267 als „Zecheryn“ erwähnt worden sein. Wie viele Urkunden, die Zuwendungen für das Kloster Grobe/Pudagla betreffen, ist auch diese unecht. Die nächste echte Erwähnung ist erst aus der Lubinschen Karte von 1618. Dazwischen liegt noch eine Erwähnung, die aus der Sekundärliteratur von Burkhardt und seiner Chronik von Usedom von 1910 stammt, darin nennt er 1396 „Secheryn“.[3]

Zecherin ist ein Straßendorf am Peenestrom, das in seiner Funktion als Bauern- und Fischerdorf gekennzeichnet ist. Form und Struktur bleiben nach den Karten bis nach 1920 erhalten, erst zu DDR-Zeiten wurde entlang des Peenestroms eine Bungalowsiedlung errichtet.

Eichberg (Wohnplatz)

Eichberg wurde erstmals 1906 im Ortsverzeichnis genannt.[3] Es ist der zu Mölschow gehörende Wohnplatz am seit 1906 errichteten Bahnhof Mölschow – Bannemin südlich der Ortslage von Mölschow.

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 führte bei einer Wahlbeteiligung von 58,3 % zu folgendem Ergebnis:[4]

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze
CDU 59,53 % 5
Kompetenz für Vorpommern 32,26 % 3

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 26. Januar 1998 durch das Innenministerium genehmigt und unter der Nr. 149 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „Gespalten, vorn in Blau ein silberner Anker, überhöht von drei goldenen Rapsblüten mit roten Butzen balkenweise; hinten in Silber ein halbes achtspeichiges blaues Rad am Spalt.“

Das Wappen wurde von dem Wismarer Roland Bornschein gestaltet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

→ Siehe: Liste der Baudenkmale in Mölschow

  • Landwirtschaftlicher Erlebnishof Mölschow
  • Mölschower Pferdemarkt
  • Modelleisenbahn-Museum Mölschow
  • Galerie Holz & Keramik Bannemin

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mölschow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2014 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gebietsänderungsvertrag Krummin Mölschow 2010 (PDF-Datei; 1,39 MB)
  3. a b c d Manfred Niemeyer: Ostvorpommern I. Quellen- und Literatursammlung zu den Ortsnamen. Bd. 1: Usedom. (= Greifswalder Beiträge zur Ortsnamenkunde. Bd. 1), Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Slawistik, Greifswald 2001, ISBN 3-86006-149-6. S. 6
  4. Amt Usedom-Nord (PDF-Datei; 8 kB)