Mörnsheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Mörnsheim
Mörnsheim
Deutschlandkarte, Position des Marktes Mörnsheim hervorgehoben
Koordinaten: 48° 52′ N, 11° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Eichstätt
Höhe: 405 m ü. NHN
Fläche: 33,46 km2
Einwohner: 1519 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 45 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 91804, 91807
Vorwahl: 09145
Kfz-Kennzeichen: EI
Gemeindeschlüssel: 09 1 76 148
Marktgliederung: 5 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Kastnerplatz 1
91804 Mörnsheim
Webpräsenz: www.moernsheim.de
Bürgermeister: Richard Mittl (Wahlvereinigung)
Lage des Marktes Mörnsheim im Landkreis Eichstätt
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Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Mörnsheim (bairisch Menza) ist ein Markt im oberbayerischen Landkreis Eichstätt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Markt Mörnsheim liegt im Gailachtal. Die Gailach durchfließt das Gemeindegebiet von der Quelle in Mühlheim über den eigentlichen Markt Mörnsheim bis zur Einmündung als rechter Zufluss der Altmühl.

Der Markt Mörnsheim grenzt an die Regierungsbezirke Mittelfranken und Schwaben. Somit liegt er genau am Schnittpunkt der 3 Volksstämme, aus denen Bayern heute besteht, nämlich Bayern, Franken und Schwaben. Jedoch gibt es diese Volksstämme auch in anderen Ländern.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Markt besteht aus den Ortsteilen Mörnsheim mit Gröblmühle, Marktmühle und Wildbad, Altendorf mit Kohlmühle, Lichtenberg, Maxberg und Hammermühle, Ensfeld mit Sonderholzerhof, Haunsfeld und Mühlheim mit Apfelthal und Finstermühle.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der Funde von H. Mayer kann davon ausgegangen werden, dass die Anhöhen um Mörnsheim bereits seit der Bronzezeit besiedelt waren.

Der Ortsteil Mühlheim wird erstmals im Testament (in der Schenkung an das Kloster Fulda) des heiligen Sola (etwa † 794), eines angelsächsischen christlichen Missionars, schriftlich erwähnt. 918 findet der heutige Ortsteil Altendorf als das frühere Mörnsheim erstmals urkundliche Erwähnung. Die erste Erwähnung der Burg Mörnsheim oberhalb von Mörnsheim erfolgte unter Bischof Heinrich I. von Zipplingen (regierte 1225–28). Auf der Burg war das Geschlecht der Mörnsheimer ansässig und hatte die Vogtei bis 1289 zu Lehen. 1354 erhielten die Burg und das Amt von Karl IV. die Halsgerichtsbarkeit. Bischof Friedrich IV. von Oettingen (regierte 1383–1415) restaurierte die Burg und ließ einen Zwinger hinzufügen. Ab 1500 lag Mörnsheim als Teil des Hochstifts im Fränkischen Reichskreis.

Der Amtssitz wurde 1612 unter Aufgabe der Burg in den „Kasten“ im Markt (heute Rathaus) verlegt. 1672 erließ der Eichstätter Fürstbischof für den Steinbruch eine Bergordnung. 1760 wurde die Burg teilweise abgetragen; die Zerstörung setzte sich fort. Das Eichstätter Amt verblieb bis 1802 in Mörnsheim. Mit der Säkularisation kam der Ort an Ferdinand von Toscana, 1805 an Bayern und gehörte 1817–38 zum Herrschaftsgericht der Herzöge von Leuchtenberg.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1971 wurde ein Teil der Gemeinde Haunsfeld eingegliedert. Am 1. April 1971 folgte die ehemals selbständige Gemeinde Altendorf. Am 1. Juli 1972 kam Mühlheim hinzu.[2] Schließlich rundete die Eingemeindung von Ensfeld am 1. Mai 1978 die Reihe der Eingliederungen ab.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Marktgemeinderat von Mörnsheim hat zwölf Mitglieder.

  • SPD 1 Sitz
  • Wahlvereinigung 6 Sitze
  • Freier Wählerblock 2 Sitze
  • Freie Wählerschaft 3 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 16. März 2014)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist seit dem 1. Mai 2002 Richard Mittl von der Wahlvereinigung, er wurde 2008 und 2014 wiedergewählt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Rot ein silberner Zinnenturm, vor dessen Tor ein blau gekleideter Mann steht, der an goldener Lanze eine rote Fahne hält; darauf die silberne Krümme des Bischofsstabes.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historischer Kastenhof (Rathaus)
Mühlheimer Kirche

In Mörnsheim gibt es mehrere bedeutende Altbauwerke: Auf dem Schlossberg über Mörnsheim findet sich die Burgruine der Burg Mörnsheim der Eichstätter Bischöfe. Der Kastenhof in Mörnsheim dient heute als Rathaus.

Die Pfarrkirche ist seit 1065 bezeugt. Allerdings ist nur noch der Turm aus dem 13. Jahrhundert; das Langhaus ist ein Neubau von 1956, jedoch mit älterem Figurenschmuck und einigen historischen Juramarmor-Grabplatten im Innern. In Altendorf findet sich die Wallfahrtskirche Maria End. Sie wurde 1710 barockisiert, ist aber gotischen Ursprungs. Die Filialkirche der Heiligen Cyriacus, Largus und Smaragdus mit karolingischem Kern steht im Ortsteil Mühlheim.

In den Jura-Steinbrüchen finden sich Fossilien und Versteinerungen. Der Horstbergbruch (so genannt, weil 1841 von der Gemeinde an den Kaufmann Horst aus Straßburg verkauft,) war der erste, 1668 eröffnete Bruch, dessen blau-graue Steine sich durch große Härte und feines Korn auszeichneten und für die 1798 erfundene Lithographie bestens geeignet waren. In diesem fand bis 1954 Abbau statt.

In allen Ortsteilen finden sich außerdem Jurahäuser.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jedes Jahr am dritten Sonntag im Oktober wird die Kirchweih gefeiert. Jedes dritte Wochenende im Mai findet ein Altmühltaler Lammauftrieb mit 1000 Schafen, Lämmern und Ziegen sowie ein Schäfer- und Handwerkermarkt mit regionalen Spezialitäten statt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Nachbarort Solnhofen ist Mörnsheim ein Zentrum des Abbaus von Solnhofener Stein (Juraplattenkalk). Die Steinbrüche waren seit dem 16. Jahrhundert die wichtigste Erwerbsquelle der Bevölkerung; in ihnen wurde im 19. Jahrhundert ein hervorragender Lithographieschiefer gewonnen. Seit 1889 findet ein genossenschaftlicher Abbau desselben statt.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick vom Kronenwirtsberg

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Felix Mader (Bearbeiter): Die Kunstdenkmäler von Bayern. Mittelfranken. II. Bezirksamt Eichstätt, München 1928 (Nachdruck 1982), S. 211–223
  • Anton Heuberger: Kurze Ortsgeschichte von Mörnsheim, in: Historische Blätter für Stadt und Landkreis Eichstätt, 2 (1953), Nr. 17, S. 25–27, Nr. 18, S. 29f.
  • Mörnsheim, in: Handbuch der historischen Stätten Deutschlands. Bayern, Stuttgart: 3. Auflage 1961, S. 462, ISBN 3-520-27703-4
  • Horstbergbruch bei Mörnsheim, in: Karl Zecherle und Toni Murböck: Sehenswerte Natur im Kreis Eichstätt, Eichstätt: Landkreis 1982, S. 12f.
  • Burgruine Mörnsheim, in: Karl Zecherle (Redaktion): Burgen und Schlösser (Kreis Eichstätt), Kipfenberg: Hercynia (um 1982), S. 8f.
  • Bernhard Eder: Dollnstein Mörnsheim wandern, schauen, erleben, Kipfenberg: Hercynia 1983
  • Der Eichstätter Raum in Geschichte und Gegenwart, Eichstätt: 2. erweiterte Auflage 1984, S. 245–247 (mit ausführlicher Bibliographie)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 4. Januar 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 456.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 599.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mörnsheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien