Möttau

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Möttau
Gemeinde Weilmünster
Koordinaten: 50° 27′ 12″ N, 8° 23′ 58″ O
Höhe: 276 m ü. NHN
Einwohner: 383 (31. Dez. 2015)[1]
Eingemeindung: 31. Dezember 1970
Postleitzahl: 35789
Vorwahl: 06472

Möttau ist ein Ortsteil des Marktfleckens Weilmünster im mittelhessischen Landkreis Limburg-Weilburg. In der Ortschaft leben rund 380 Einwohner.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Möttau liegt im östlichen Hintertaunus, nordöstlich des Kernorts Weilmünster und direkt an der Kreisgrenze zum Lahn-Dill-Kreis. Im Dorf entspringt der Möttbach, der weiter nach Philippstein fließt. Zudem mündet hier der Iserbach von Dietenhausen kommend in den Möttbach. Zusammen formen sie ein Tal, das in Nord-Süd-Richtung liegt und in dem sich Möttau befindet. Zur Gemarkung gehört außerdem ein sehr großes Waldgebiet. Höchste Erhebungen bei Möttau sind der Hirschberg mit 333 Meter über NN und der Buhlenberg mit 363 Meter über NN.

Nachbarorte sind Weilmünster (südwestlich), Altenkirchen (nördlich), Kraftsolms (östlich), und Dietenhausen (südöstlich).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wird erstmals in einer Schenkungsurkunde des Codex Eberhardi im Kloster Fulda erwähnt. Die genaue Datierung ist unbekannt, allerdings muss die Urkunde zwischen 779 und 802 ausgestellt worden sein. In der Urkunde heißt es, dass Friedrich dem heiligen Bonifatius das Landgut Mitie schenkt. Im Jahr 912 verpfändete König Konrad I. unter anderem seine Güter zu Mitiu an das Kloster Fulda.

Seit 1317 gehörte Isenmitte (1337) zur Grafschaft Weilnau und wurde am 23. Juni 1326 an den Propst von Gemünden verpfändet und fällt im November desselben Jahres an Graf Gerlach von Nassau. Er ließ bei Möttau die Burg Grebenhausen, eine Wasserburg, errichten. Sie sollte als Grenzburg zur Grafschaft Solms dienen. 1405 kommt das Dorf durch einen Erbkauf an Philipp I. von Nassau-Saarbrücken. Im Ort befand sich zu der Zeit bereits eine Kapelle, die zum Kirchspiel Altenkirchen gehörte. 1450 kam Möttau zur Grundherrschaft Weilmünster und wechselte zum gleichnamigen Kirchspiel.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort heimgesucht und teilweise verwüstet. Grund war die direkte Lage an den Handelsstraßen, der Hessenstraße und dem Frankfurter Weg.

Gebietsreform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen wurde der bisherige Marktflecken Weilmünster im Oberlahnkreis am 31. Dezember 1970 mit den bisher selbständigen Gemeinden Aulenhausen, Dietenhausen, Ernsthausen, Laimbach, Langenbach, Laubuseschbach, Lützendorf, Möttau, Rohnstadt und Wolfenhausen zur neuen Großgemeinde Weilmünster zusammengeschlossen.[2]

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Möttau lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[3][4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen sind:[6]

• 1620: 12 Haushaltungen
Möttau: Einwohnerzahlen von 1825 bis 2010
Jahr  Einwohner
1825
  
127
1834
  
154
1840
  
172
1846
  
175
1852
  
156
1858
  
148
1864
  
160
1871
  
148
1875
  
142
1885
  
143
1895
  
147
1905
  
149
1910
  
146
1925
  
149
1939
  
145
1946
  
242
1950
  
232
1956
  
191
1961
  
206
1967
  
234
1970
  
224
1987
  
278
1993
  
348
1996
  
370
2001
  
359
2005
  
370
2010
  
365
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [3]; nach 1970:[6]

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[3]

• 1885: 142 evangelische (= 99,30 %), ein katholischer (= 0,70 %) Einwohner
• 1961: 171 evangelische (= 83,01 %), 35 katholische (= 16,99 %) Einwohner

Ortsbeirat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern und wurde zuletzt bei den Kommunalwahlen am 6. März 2016 gewählt. Amtierender Ortsvorsteher ist Horst Hardt. Sein Stellvertreter ist Rolf Schliffer.[7]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Vereinsleben wird hauptsächlich vom im Jahr 1934 gegründeten Feuerwehrverein der Freiwilligen Feuerwehr Möttau, dem SPD-Ortsbezirk, der Interessengemeinschaft „Attraktives Dorf Möttau“ und dem Landfrauenverein Möttau geprägt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Möttau – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einwohner im Internetauftritt der Gemeinde Weilmünster, abgerufen im Januar 2017 (PDF)
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 373.
  3. a b c Möttau, Landkreis Limburg-Weilburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 8. Mai 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  4. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  5. Die Urkunden Konrad I., Heinrich I. und Otto I., Berlin : Weidmann, 1956
  6. a b Gemeinde Weilmünster: Möttau, abgerufen im Januar 2017.
  7. Ortsbeirat von Möttau