Mückenatlas

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Der Mückenatlas kartographiert mit Hilfe privater Zusendungen die Verbreitung der Stechmückenarten in Deutschland. Das bundesweite Mitmachprojekt (Citizen Science) des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung, Müncheberg, (ZALF) und des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), Institut für Infektionsmedizin (Riems) (IMED) unterstützt seit April 2012 die wissenschaftlichen Arbeiten zum Stechmücken-Monitoring, das von den genannten Forschungseinrichtungen durchgeführt wird.[1]

Projekt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland gibt es gegenwärtig nur wenige gesicherte Daten über das Vorkommen und die Verbreitung der verschiedenen Stechmückenarten, von denen einige als mögliche Überträger von Krankheitserregern eine Rolle spielen könnten. Im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und des Robert-Koch-Instituts[2] untersuchen die beiden Forschungseinrichtungen ZALF und FLI die geografische und saisonale Verbreitung einheimischer Stechmückenarten.

Interessierte Mitbürger können als „Mückenjäger“ aktiv werden und gefangene Stechmücken einschicken. Nach der Auswertung durch die Wissenschaftler erhalten die Einsender Informationen über die Art und Lebensweise der eingeschickten Mücke. Außerdem werden die Fundorte im Mückenatlas veröffentlicht.[3] Details zum Fangprozedere, zu Einsendungsmodalitäten, zu den Projekthintergründen sowie die Liste der Einsendungen und die Fundortnachweise können auf der Internetseite zum Projekt abgerufen werden. Die Angaben werden kontinuierlich aktualisiert. Auf Wunsch kann sich jeder Mückeneinsender namentlich registrieren lassen, um in die Liste bzw. in eine Deutschlandkarte, auf der die entsprechenden Fundorte verzeichnet sind, aufgenommen zu werden.

Starke Regenfälle und sommerliche Temperaturen im Juni 2016 könnten eine Mückenplage zur Folge haben. Die Forscher bitten nun auch 2016 darum, ihnen zahlreich Mücken zuzusenden. Auch das Zika-Virus, das sich seit einigen Monaten in Amerika verbreitet, wird von Mücken weitergegeben. „Zur Risikoabschätzung benötigen wir dringend Daten zur Verbreitung der in Deutschland vorkommenden invasiven und einheimischen Arten“, so die Biologin Doreen Walther vom ZALF.[4][5]

Erste Forschungsergebnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Asiatische Buschmücke

Über 2.500 Mückenproben wurden bis Juli 2013 zur Bestimmung eingeschickt. Nach Auswertung der über den Mückenatlas eingesandten Proben konnten bis Jahresende 2012 insgesamt 29 Stechmückenarten in ganz Deutschland belegt werden.[6] Laut Angaben in der Fachliteratur sollten es vor wenigen Jahren noch 46 Arten in Deutschland sein (von etwa 2.500 Stechmückenarten weltweit), doch einige sind selten und fliegen den Menschen nicht an, was das Fangen der Tiere erschwert.

Unter den neuen, invasiven Arten verzeichneten die Wissenschaftler unter den Einsendungen für den Mückenatlas auch mehrere Exemplare der Asiatischen Buschmücke (Aedes japonicus). Mücken dieser Art wurden im nordamerikanischen Freiland mit dem West-Nil-Virus infiziert gefunden und sind experimentell für weitere Viren empfänglich. Untersuchungen der Forscher im Umkreis der über den Mückenatlas belegten Fundorte zeigten, dass sich diese Mückenart etwa zwischen Koblenz im Süden und Köln im Norden bereits auf einer Fläche von rund 2.000 km2 angesiedelt hat.[7]

Im Rahmen des Projekts wurde das Vorkommen des Hundeherzwurms (Dirofilaria immitis) in Deutschland nachgewiesen.[8]

Eine Erfassung von Zecken, Gnitzen, Kriebelmücken und Bremsen findet nicht statt, soll langfristig aber erfolgen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Homepage Mückenatlas: Aktuelles
  2. Homepage Mückenatlas: Background
  3. Homepage Mückenatlas: Map
  4. Feuchtwarmes Wetter: Experten fürchten Mückenplage. In: Spiegel Online. 6. Juni 2016, abgerufen am 6. Juni 2016.
  5. Mücken: Bitte nicht zerquetschen! In: zeit.de. 6. Juni 2016, abgerufen am 6. Juni 2016.
  6. Homepage Mückenatlas: Einsender
  7. Friedrich-Loeffler-Institut: Asiatische Buschmücke erobert Deutschland
  8. https://www.br.de/themen/wissen/mueckenatlas-tigermuecke-buschmuecke-100.html