Mühldorfer Hart

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Lage des Mühldorfer Harts im Landkreis Mühldorf am Inn
Umgebung des Mühldorfer Hartes mit ehemaligen Rüstungsbauten und Lagerkomplexen

Waldgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Mühldorfer Hart ist ein 1100 ha großes Waldgebiet im Landkreis Mühldorf am Inn. Das gemeindefreie Gebiet grenzt, beginnend im Norden im Uhrzeigersinn, an die Gemeinden Ampfing, Mettenheim, Mühldorf am Inn und Waldkraiburg. Seit dem 29. Oktober 1979 ist das Waldgebiet als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Das Hart liegt auf einer Niederterrasse der Würm-Kaltzeit.

Rüstungsbunker[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter dem Decknamen Weingut I sollte hier während des Zweiten Weltkriegs unter Einsatz von KZ-Häftlingen, Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern ein halbunterirdischer Rüstungsbunker für die Produktion der Messerschmitt Me 262 entstehen. Der Fabrikbunker wurde 33 Meter breit und 400 Meter lang angelegt mit acht Etagen unter zwölf riesigen Betonbögen. Für die Produktionsstätte wurde nur sieben der Bögen fertiggestellt. Nach dem Krieg wurden sechs der Bögen mit 110 Tonnen TNT durch die US-Truppen gesprengt. Die Anlagen wurden geschleift. Nur noch Reste zeugen von diesem Projekt.

KZ-Gedenkstätte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Verbindung mit dem Bauprojekt entstanden mehrere KZ-Außenlager und Arbeitslager im Mühldorfer Hart. Zur Erinnerung an das Leiden der Gefangenen und die auf den umliegenden KZ-Friedhöfen bestatteten Toten wurde im April 2018 im Mühldorfer Hart eine dreiteilige KZ-Gedenkstätte eröffnet.[1]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Matthias Köpf: Das vergessene Lager. In: Süddeutsche Zeitung. 3. April 2018, S. 32 (pressfrom.com).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mühldorfer Hart – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 48° 13′ 47″ N, 12° 26′ 14″ O