Mühlenkreiskliniken

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Mühlenkreiskliniken AöR
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Trägerschaft Kreis Minden-Lübbecke 100 %
Ort Minden
Bundesland Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 15′ 39″ N, 8° 53′ 26″ OKoordinaten: 52° 15′ 39″ N, 8° 53′ 26″ O
Leitung
  • Vorstandsvorsitzender: Olaf Bornemeier
  • Stellvertretende Vorstandsvorsitzende: Kristin Drechsler
  • Geschäftsführer Johannes-Wesling-Klinikum Minden: Mario Bahmann
  • Geschäftsführerin Krankenhaus Lübbecke-Rahden: Christine Fuchs
  • Geschäftsführer Krankenhaus Bad Oeynhausen: Mario Bahmann
Betten 1912[1]
Mitarbeiter ca. 4400 (2016)[2]
Fachgebiete 29
Jahresetat 334 Mio. € (Umsatz) (2016)[2]
Gründung 2006
Website http://www.muehlenkreiskliniken.de/

Die Mühlenkreiskliniken (MKK) sind ein Zusammenschluss von Kliniken zu einem Krankenhauskonzern mit dem Versorgungsgebiet im ostwestfälischen Kreis Minden-Lübbecke in Nordrhein-Westfalen. Zum Konzern gehören das Johannes-Wesling-Klinikum Minden, das Krankenhaus Lübbecke-Rahden mit Standorten in Lübbecke und Rahden, das Krankenhaus Bad Oeynhausen und das orthopädische Fachkrankenhaus, die Auguste-Viktoria-Klinik in Bad Oeynhausen. Diese ist als eigenständige Gesellschaft Auguste-Viktoria-Klinik GmbH den MKK angegliedert. Außerdem gehören noch das Medizinische Zentrum für Seelische Gesundheit, die Akademie für Gesundheitsberufe, die MVZ Mühlenkreiskliniken GmbH und die Mühlenkreis Service GmbH zum Unternehmen. Der Auftrag der Mühlenkreiskliniken ist, die stationäre medizinische Versorgung der Menschen im Kreis Minden-Lübbecke und darüber hinaus sicherzustellen. Seit Juli 2016 ist das Johannes-Wesling-Klinikum Minden Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum.

Struktur und Leitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mühlenkreiskliniken werden seit dem 1. Juli 2006 in der Rechtsform einer Anstalt des öffentlichen Rechts (AÖR) betrieben. Diese AÖR löste den im Jahr 1999 gegründeten Zweckverband ab, der unter dem Namen Kliniken im Mühlenkreis firmierte. Träger des Zweckverbandes waren der Kreis Minden-Lübbecke und die Stadt Minden. Die Mühlenkreiskliniken mit ihren insgesamt rund 2000 Betten waren bis 2016 Lehrkrankenhäuser der Medizinischen Hochschule Hannover, zuvor waren sie Lehrkrankenhaus der Universität Münster. 2015 schlossen die Mühlenkreiskliniken als Mitglieder der Bietergemeinschaft Minden-Herford einen Vertrag mit der Ruhr-Universität Bochum, wodurch sie zum 1. Juli 2016 zu Universitätsklinikum und Kooperationspartner wurden. Im Juni 2018 wird ein neues Strukturkonzept vorgestellt.[3]

Die Mühlenkreiskliniken AöR befindet sich in hundertprozentiger Trägerschaft des Kreises Minden-Lübbecke.

Verwaltungsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das oberste Gremium der AöR ist der Verwaltungsrat unter dem Vorsitz des Landrats des Kreises Minden-Lübbecke. Dem Gremium gehören folgende Mitglieder an:

Chirurgische Klinik (1979)
  • Landrat Ralf Niermann (SPD), als Vorsitzender des Verwaltungsrates
  • Detlef Beckschewe
  • Michael Grosskurth
  • Siegfried Gutsche
  • Erwin Habbe
  • Manfred Horter
  • Ulrich Kaase
  • Hans-Eckhard Meyer
  • Melanie Ochsenfarth
  • Rudolf Pieper
  • Kurt Riechmann
  • Karlheinz Schlüter
  • Matthias Specht

Vorstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die direkte Unternehmensleitung wird vom Vorstand ausgeführt, der durch den Verwaltungsrat gewählt wird.

  • Olaf Bornemeier (Vorsitzender)
  • Kristin Drechsler (stellvertretende Vorstandsvorsitzende)

Wirtschaftliche Kennzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mühlenkreiskliniken beschäftigen über 4400 Mitarbeiter und sind damit größter Arbeitgeber im Kreis Minden-Lübbecke. Zudem werden jährlich 400 Lehrverträge abgeschlossen. Damit sind die Mühlenkreiskliniken größter Ausbildungsbetrieb im Kreis Minden-Lübbecke.[4]

Im Oktober 2008 wurde mitgeteilt, dass sich die Mühlenkreiskliniken in einer akuten finanziellen Notlage mit einer Verschuldung von 60 Millionen Euro bei fehlender Liquidität befinden.[5] Beim Neujahrsempfang 2010 konnte Vorstandsvorsitzender Matthias Bracht für 2009 bereits eine schwarze Null verkünden.[6] Finanzvorstand Bornemeier überraschte im Juni 2010 mit einem operativen Gewinnergebnis von 1,6 Mio. Euro im ersten Quartal.[7] Anlässlich ihres zweiten Neujahrsempfanges präsentierten die Mühlenkreiskliniken am 4. Februar 2011 vor zahlreichen Gästen aus der Gesundheitsbranche, Politik und Wirtschaft ihr vorläufiges Jahresergebnis 2010 und bestätigten den erfolgreichen Modernisierungsprozess.[8]

Im Zuge der Restrukturierung sind die Vollzeitstellen laut Geschäftsbericht 2010 auf 2652 verringert worden.[9] Viele Kollegen aus der Speiseversorgung und dem größten Teil der Reinigungsleistungen sind in die Tochtergesellschaft Service Mühlenkreiskliniken GmbH ausgegliedert worden.[10]

Entwicklung des Jahresergebnisses
Jahr 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015
Ergebnis in Mio. € − 2,1 − 2,9 − 29,6 − 15,9 − 0,08 + 1,4 + 2,4 + 5,3 + 4,8 + 4,2

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mühlenkreiskliniken wurden zum 1. Juli 2006 in der Rechtsform der Anstalt des öffentlichen Rechtes (AöR) gegründet. Dies war eine Fusion des Zweckverbandes der Kliniken im Mühlenkreis mit den Krankenhäusern Klinikum Minden, Krankenhaus Lübbecke und Krankenhaus Rahden und dem Zweckverbandskrankenhaus Bad Oeynhausen. Zu den Mühlenkreiskliniken gehören als 100%ige Tochtergesellschaften die Auguste Viktoria Klinik GmbH in Bad Oeynhausen und die Mühlenkreis Service GmbH. Das ehemalige Stadtkrankenhaus der Stadt Minden an der Friedrichstraße (Klinikum I) und das ehemalige Kreiskrankenhaus des Altkreises Minden an der Portastraße (Klinikum II) im Mindener Glacis wurden am 29. und 30. März 2008 geschlossen. Die Kliniken zogen in einen Neubau, das Johannes-Wesling-Klinikum Minden. Die Bettenanzahl wurde dabei von 1073 auf 864 reduziert.

Johannes-Wesling-Klinikum Minden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johannes-Wesling-Klinikum

Das Johannes-Wesling-Klinikum Minden liegt an der Hans-Nolte-Straße 1 im südlichen Mindener Ortsteil Häverstädt nahe der Stadtgrenze zu Porta Westfalica. Das Klinikum wurde nach Erkenntnissen der Patientenversorgung unter den Bedingungen der Fallpauschalenfinanzierung konzipiert und hat 864 Betten. Die Außenanlagen wurden mit einem künstlichen See und einem Arboretum gestaltet. Vor dem Haupteingang steht die Edelstahlskulptur VENUS VON MINDEN des Künstlers Roland Fuhrmann[11]. Die Stadtrandlage am Rande des Wiehengebirges gestattet einen Ausblick auf die Porta Westfalica (Westfälische Pforte) mit dem Kaiser-Wilhelm Denkmal. Für den Neubau auf der Grünen Wiese wurde der innerstädtische, historische Standort in der Stadt Minden aufgegeben, was die Erreichbarkeit ohne Auto erschwert. Seit Juli 2016 ist das Johannes-Wesling-Klinikum Minden Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum.

Die Verkehrsanbindung erfolgt durch die Regionalbuslinien 461 (Minden ZOB – Barkhausen – Bad Oeynhausen ZOB) und 414/610 (Minden ZOB – Porta Westfalica-HausbergeEisbergen). Außerdem endet eine Stadtbuslinie 5 (ZOB – Häverstädt) am Klinikum. Die Gemeinde Hille (Ortsteil Oberlübbe und Eickhorst) kann mit einem Anrufbus erreicht werden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Krankenhäuser im Kreis Minden-Lübbecke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Website der Klinik. Abgerufen am 10. August 2016
  2. a b Gesundheitskonzern auf stabilem Kurs. In: muehlenkreiskliniken.de
  3. Mindener Tageblatt: Hinter verschlossener Tür, Ausgabe vom 16 Juni 2018
  4. Interview mit Landrat Ralf Niermann: Stark in der Gesundheitsregion OWL. In: Mindener Tageblatt, 19. Juni 2010, abgerufen Juni 2010
  5. 60 Millionen Euro fehlen den Mühlenkreiskliniken. In: Weserblatt, 19. Oktober 2008
  6. Operativ eine schwarze Null. In: Mindener Tageblatt
  7. Überraschender Gewinn von 1,6 Millionen Euro. In: nw-news.de
  8. mkk-nrw.de
  9. Rote Zahlen gehören bald der Vergangenheit an: Mühlenkreiskliniken präsentieren nahezu ausgeglichenen Haushalt, Mindener Tageblatt vom 17. Dezember 2011 (Memento vom 11. Februar 2012 im Internet Archive)
  10. Mindener Tageblatt: Schicksal bis zum Jahresende geklärt, Ausgabe vom 19. Oktober 2011 (Memento vom 4. Dezember 2013 im Internet Archive)
  11. Venus von Minden. In: Public Art Wiki, abgerufen Dezember 2016.