Mühlhausen-Ehingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Mühlhausen-Ehingen
Mühlhausen-Ehingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Mühlhausen-Ehingen hervorgehoben
Koordinaten: 47° 49′ N, 8° 48′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Konstanz
Höhe: 457 m ü. NHN
Fläche: 17,82 km²
Einwohner: 3681 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 207 Einwohner je km²
Postleitzahl: 78259
Vorwahl: 07733
Kfz-Kennzeichen: KN
Gemeindeschlüssel: 08 3 35 097
Gemeindegliederung: 2 Ortschaften
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schloßstraße 46
78259 Mühlhausen-Ehingen
Webpräsenz: www.muehlhausen-ehingen.de
Bürgermeister: Hans-Peter Lehmann (CDU)
Lage der Gemeinde Mühlhausen-Ehingen im Landkreis Konstanz
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Über dieses Bild

Mühlhausen-Ehingen ist eine Gemeinde im Landkreis Konstanz in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mühlhausen-Ehingen liegt im Hegau nordwestlich des Bodensees, zwischen den Städten Singen und Engen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an die Städte Engen und Aach, im Osten an Volkertshausen, im Süden an die Stadt Singen und im Westen an Hilzingen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Mühlhausen-Ehingen besteht aus früher selbstständigen Gemeinden Mühlhausen und Ehingen im Hegau. Zur ehemaligen Gemeinde Ehingen im Hegau gehören das Dorf Ehingen, das Gehöft Riedmühle und das Haus Oele. Zur ehemaligen Gemeinde Mühlhausen gehören das Dorf Mühlhausen, die Höfe Mägdeberg und Waldhof (vormals Ziegelhütte) und die Häuser Bahnstation Hohenkrähen, Hohenkräherstraße und Sägewerk. Im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Mühlhausen liegt die abgegangene Ortschaft Enhofen.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sowohl Mühlhausen als auch Ehingen wurden erstmals im Jahre 787 in einer Schenkungsurkunde des Klosters St. Gallen urkundlich erwähnt. Um 1200 gehörten beide Orte dem Kloster Reichenau. Zwischen 1230 und 1240 wurde durch die Äbte des Klosters Reichenau eine Burg auf dem Mägdeberg erbaut. Mühlhausen und der Mägdeberg gelangten 1358 in den Besitz der Grafen von Württemberg, von 1480 bis 1806 gehörten sie zu Österreich. Ehingen kam im 14. Jahrhundert zur Herrschaft Hewen, deren Geschichte es bis 1805 teilte. Mit der Herrschaft Hewen kam Ehingen 1639 an Fürstenberg. Am 3. Mai 1800 wurde das Dorf bei der Schlacht bei Engen durch Napoléon Bonaparte fast vollständig zerstört. 1805 erfolgte die Eingliederung in das Großherzogtum Baden. Mühlhausen wurde 1806 zusammen mit der Landgrafschaft Nellenburg württembergisch und kam vier Jahre später auch zu Baden.

Im Zuge der Gemeindereform in Baden-Württemberg schlossen sich am 1. Januar 1974 die beiden Gemeinden Mühlhausen und Ehingen im Hegau zusammen und konnten so ihre Eigenständigkeit bewahren.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der Zugehörigkeit zur katholischen Habsburgermonarchie (Vorderösterreich) ging die Reformation an Ehingen und Mühlhausen vorbei. So ist auch heute noch die Mehrzahl der Bewohner katholisch. In beiden Ortsteilen gibt es eine römisch-katholische Gemeinde. Die evangelischen Gläubigen werden von Volkertshausen aus betreut.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde gehört der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Engen und der Stadt Aach an.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Kommunalwahl vom 23. Mai 2014 ergab sich die folgende Sitzverteilung[3]. Die Wahlbeteiligung lag bei 46,7 % (2009: 52,6 %). Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Partei / Liste  % Sitze Ergebnis 2009
CDU 32,6 % 5 Sitze 35,3 %, 5 Sitze
Freie Wählervereinigung Vorwärts 24,3 % 3 Sitze 23,8 %, 3 Sitze
Unabhängige Wählervereinigung 23,9 % 3 Sitze 20,7 %, 3 Sitze
SPD 19,2 % 3 Sitze 20,1 %, 3 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister von Mühlhausen-Ehingen ist Hans-Peter Lehmann. Er hat das Amt seit dem 9. April 1990 inne.[4]

  • seit 1990: Hans-Peter Lehmann (CDU)

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen, bestehend aus Motiven der Wappen der beiden Ortsteile, wurde am 20. Januar 1975 vom Innenministerium verliehen. Mühlhausen führte ab 1902 das Wappen der Herren von Friedingen als Gemeindewappen; allerdings zeigt das untere Feld des schräggeteilten Schildes eine schwarze Hirschstange in Gold. Diese Modifikation ist eine Anspielung auf die sogenannte Friedinger Fehde zwischen Württemberg und den Herren von Friedingen in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts um die Herrschaft Mägdeberg, zu der Mühlhausen teilweise gehörte. Der Löwe im oberen Feld entstammt diesem Adels- und Gemeindewappen. Gleichzeitig findet der Friedinger Löwe noch Verwendung in den Wappen von Friedingen, Mühlhausen und im Wappen von Böhringen. Der Baum ist dem 1907 geschaffenen Ehinger Wappen entnommen. Es zeigt als Hauptmotiv den Laubbaum, der als Siegelbild der Gemeinde seit 1820 nachweisbar ist.[5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Nähe Mühlhausens befindet sich die Ruine der Burg Hohenkrähen aus dem 12. Jahrhundert auf dem Hohenkrähen. Aus dem 13. Jahrhundert stammt die Ruine Burg Mägdeberg auf dem Mägdeberg.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mühlhausen-Ehingen liegt an der Schwarzwaldbahn von Singen nach Offenburg sowie an der Gäubahn (Stuttgart–Singen). Die Gemeinde verfügt über den Bahnhaltepunkt „Mühlhausen (b Engen)“. Der Seehas-Zug verbindet Mühlhausen-Ehingen im Halbstunden-Takt mit Engen, Singen, Radolfzell und Konstanz.

Die A 81 (Stuttgart-Singen) verläuft über Gemeindegebiet und ist über die Auffahrten Engen (nördlich) und Singen (südlich) zu erreichen. Außerdem tangiert die L 191 (ehemalige B33) Mühlhausen und Ehingen und verbindet die Gemeinde vierspurig mit Singen (und Anschlussstelle 41) sowie mit Engen.

Das gemeindeeigene Gewerbegebiet liegt somit sehr verkehrsgünstig (Entfernung A 81-AS41 circa 1,5 km).

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mühlhausen-Ehingen verfügt über eine eigene Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule. Außerdem gibt es einen kommunalen Kindergarten in Ehingen und einen römisch-katholischen in Mühlhausen.

Breitbandanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsteil Mühlhausen sind Breitbandanschlüsse von bis zu 16 Mbit/s, in Ehingen von bis zu 50 Mbit/s (T-VDSL) verfügbar. Außerdem besteht eine LTE-Versorgung durch die Deutsche Telekom und Vodafone.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eberhard Dobler, Otto Riedmüller: Mühlhausen-Ehingen in Wort und Bild. Hrsg.: Gemeinde Mühlhausen-Ehingen. 1987, ISBN 3-921413-75-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mühlhausen-Ehingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 725–727
  3. Endgültiges Wahlergebnis beim Statistischen Landesamt Baden-Württemberg - abgerufen am 16. Juli 2015.
  4. Matthias Biehler: Bürgermeister: Es kann nur eine Liste geben. In: Südkurier vom 10. Mai 2010
  5. http://www.leo-bw.de/web/guest/detail/-/Detail/details/DOKUMENT/labw_wappen/14760/Wappen+von+M%C3%BChlhausen-Ehingen