Mühltal

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Mühltal
Mühltal
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Mühltal hervorgehoben

Koordinaten: 49° 49′ N, 8° 42′ O

Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Darmstadt-Dieburg
Höhe: 199 m ü. NHN
Fläche: 25,34 km2
Einwohner: 13.908 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 549 Einwohner je km2
Postleitzahl: 64367
Vorwahlen: 06151, 06154 und 06167Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: DA, DI
Gemeindeschlüssel: 06 4 32 014
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Ober-Ramstädter Straße 2
64367 Mühltal
Website: www.muehltal.de
Bürgermeister: Willi Muth (FDP)
Lage der Gemeinde Mühltal im Landkreis Darmstadt-Dieburg
ErzhausenWeiterstadtGriesheimPfungstadtBickenbach (Bergstraße)Alsbach-HähnleinSeeheim-JugenheimModautalMühltalOber-RamstadtMesselEppertshausenMünster (Hessen)DieburgRoßdorf (bei Darmstadt)FischbachtalGroß-BieberauReinheimGroß-ZimmernOtzbergGroß-UmstadtSchaafheimBabenhausen (Hessen)DarmstadtBayernOdenwaldkreisKreis BergstraßeKreis Groß-GerauLandkreis OffenbachKarte
Über dieses Bild

Mühltal ist eine Gemeinde im Vorderen Odenwald, südöstlich von Darmstadt im südhessischen Landkreis Darmstadt-Dieburg. Sie entstand 1977 im Rahmen der hessischen Gebietsreform. Die seit vorchristlicher Zeit besiedelte Gegend war bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts vor allem durch ihre Mühlenstandorte gekennzeichnet.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet von Mühltal beinhaltet

  • den unteren Abschnitt des Talverlaufes der Modau, bevor sie mit dem Mühltaler Gemeindegebiet gleichzeitig den Odenwald verlässt und in die Oberrheinische Tiefebene (Rheinebene) eintritt, und
  • die Seitentäler der Modauzuflüsse, die in der Gemarkung Nieder-Ramstadt in die Modau einmünden. Das sind die Täler des Waschenbaches und der Mordach, die in ihrem Oberlauf „Beerbach“ heißt.

Insgesamt umfasst das Mühltal mit seinen Nebentälern damit den Naturraum des nordwestlichen Odenwaldes und den nördlichen Abschnitt des Bergstraßen-Höhenzuges mit seiner Kette von Burgen und Schlössern. Nördlichstes Glied ist die auf dem „Langenberg“ liegende Burg Frankenstein, die zum Gemeindegebiet Mühltal gehört. Das Tal und das Gemeindegebiet sind erschlossen durch die A 5 (Ausfahrt 27 Darmstadt-Eberstadt/…/Mühltal), den Bundesstraßen 426 und 449, Landes- und Kreisstraßen, ÖPNV-Verbindungen nach allen Richtungen sowie der Odenwaldbahn (DarmstadtEberbach).

Mühltal und seine Ortsteile
Blick auf Nieder-Ramstadt
Ansicht von Nieder-Ramstadt nach einer Postkarte von 1907

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Norden und Osten grenzt Mühltal an die Stadt Ober-Ramstadt, im Südosten an die Gemeinde Modautal, im Südwesten an die Gemeinde Seeheim-Jugenheim sowie im Westen an die kreisfreie Stadt Darmstadt.

Gemeindebildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mühltal wurde durch das Hessische Landesgesetz zur Neugliederung der Landkreise Darmstadt und Dieburg und der Stadt Darmstadt vom 26. Juni 1974[2] im Zuge der Gebietsreform in Hessen am 1. Januar 1977 aus den vier selbständigen Gemeinden Nieder-Ramstadt (Sitz der Gemeindeverwaltung), Traisa, Nieder-Beerbach und Frankenhausen gebildet. Bei den Kommunalwahlen 1977 wurden mit dem Stand Juni 1976 12.052 Einwohner zugrundegelegt.[3] Die Gemeinde Waschenbach, heute Ortsteil von Mühltal, war bereits am 1. April 1972 nach Nieder-Ramstadt eingegliedert worden.[4] Neben diesen geschlossenen Ortschaften wird heute außerdem die Siedlung Trautheim als Ortsteil im Sinne der Hessischen Gemeindeordnung genannt, die auf dem damaligen Gemeindegebiet (Gemarkung) Nieder-Ramstadt entstanden war.[5]

Der am 11. August 1972 aus den ehemaligen Wohnplätzen Burgwald, Waldhof und Ziegelei gebildete Ortsteil In der Mordach der damaligen Gemeinde Nieder-Ramstadt ist heute Teil des Ortsteiles Nieder-Ramstadt und kein eigener Ortsbezirk.[6]

Seinen neuen Namen erhielt „Mühltal“ aufgrund der zahlreichen Mahl-, Schleif-, Schneid- oder Hammermühlen, die ihre Standorte an der Modau und deren Zuflüssen hatten, weil Wasserstände, Strömung und Gefälle ganzjährig günstige Energiegewinnung gewährleisteten.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Mühltal 13.405 Einwohner. Darunter waren 888 (6,6 %) Ausländer von denen 458 aus dem EU-Ausland, 245 aus anderen Europäischen Ländern und 185 aus anderen Staaten kamen.[7] Von den deutschen Einwohnern hatten 14,7 % einen Migrationshintergrund.[8] Die Einwohner lebten in 5975 Haushalten. Davon waren 1987 Singlehaushalte, 1810 Paare ohne Kinder und 1599 Paare mit Kindern, sowie 444 Alleinerziehende und 134 Wohngemeinschaften.[9] 6330 Einwohner gehörten der evangelischen (48,8 %) und 2450 Einwohner der katholischen (18,9,2 %) Konfession an. Daneben gab es 250 Mitglieder evangelischer Freikirchen (1,9 %) und 230 Mitglieder sonstiger Religionsgemeinschaften (1,8 %) sowie 3660 Einwohner die keiner Religionsgemeinschaft (28,2 %) angehörten.[10]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mühltal: Einwohnerzahlen von 1970 bis 2015
Jahr  Einwohner
1970
  
10.589
1976
  
12.052
1984
  
12.945
1992
  
13.103
2000
  
13.600
2005
  
13.963
2010
  
13.893
2011
  
13.405
2015
  
13.518
Quellen: siehe folgende Liste
  • Im Jahr 1970 zählten die 1977 zur Gemeinde Mühltal zusammengeschlossenen Gemeinden 10.589 Einwohner.[11]
  • Bei den Kommunalwahlen 1977 wurden, mit dem Stand Juni 1976, 12.052 Einwohner zugrundegelegt.[12]
  • Bei den Kommunalwahlen 1985 wurden, mit dem Stand 30. Juni 1984, 12.945 Einwohner zugrundegelegt.[13]
  • Bei den Kommunalwahlen 1993 wurden, mit dem Stand 31. März 1992, 13.103 Einwohner zugrundegelegt.[14]
  • Das Hessische Gemeindelexikon nennt für das Jahr 2000: 12.600 Einwohner.[15]
  • Laut Hessischen StatistischenLandesamt wohnen am 30. Juni 2005 13963 Einwohner im Mühltal.[16]
  • Das Hessisches Statistisches Landesamt meldete für den 30. Juni 2010: 13.893 Einwohner.[17]
  • Beim Zensus 2011 wurden 13.405 Einwohner gezählt.[7]
  • Für den 30. Juni 2015 gibt das Hessische Statistisches Landesamt 13.518 Einwohner an.[18]

Erwerbstätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde im Vergleich mit Landkreis, Regierungsbezirk Darmstadt und Hessen:[15]

Jahr Gemeinde Landkreis Regierungsbezirk Hessen
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte 2017 4465 74.525 1.695.567 2.524.156
Veränderung zu 2000 46,4 % +21,1 % +16,1 % +16,0 %
davon Vollzeit 2017 58,6 % 68,3 % 72,8 % 71,8 %
davon Teilzeit 2017 41,4 % 31,7 % 27,2 % 28,2 %
Ausschließlich geringfügig entlohnte Beschäftigte 2017 567 15.305 224.267 372.991
Veränderung zu 2000 +18,1 % +14,4 % +9,0 % +8,8 %
Branche Jahr Gemeinde Landkreis Regierungsbezirk Hessen
Produzierendes Gewerbe 2000 26,7 % 41,1 % 27,0 % 30,6 %
2017 18,5 % 31,3 % 20,4 % 24,3 %
Handel, Gastgewerbe und Verkehr 2000 09,5 % 26,1 % 26,4 % 25,1 %
2017 08,7 % 26,8 % 24,7 % 23,8 %
Unternehmensdienstleistungen 2000 11,0 % 11,6 % 25,1 % 20,2 %
2017 09,5 % 17,1 % 31,6 % 26,1 %
Sonstige Dienstleistungen 2000 38,7 % 18,8 % 20,1 % 22,5 %
2017 63,2 % 23,6 % 23,0 % 25,4 %
Sonstiges (bzw. ohne Zuordnung) 2000 14,2 % 02,4 % 01,4 % 01,5 %
2017 00,8 % 00,1 % 00,3 % 00,4 %

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mühltal ist eine traditionell stark christlich geprägte Ortsgemeinde. Historisch war Mühltal überwiegend protestantisch. Heute bestehen im Gemeindegebiet fünf Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, die von insgesamt vier Pfarrern betreut werden. Die katholische Kirche in Nieder-Ramstadt ist zuständig für den größten Teil von Mühltal und gehört zum Bistum Mainz. Die katholischen Christen in Frankenhausen gehören zu Ober-Modau, die Nieder-Beerbacher Katholiken sind Eberstadt angeschlossen. Weiter verstärkt wurde diese christliche Prägung durch die Ansiedlung der Nieder-Ramstädter Heime der inneren Mission (heute „Nieder-Ramstädter Diakonie“, NRD).

Insgesamt gibt es in Mühltal mehr als zehn einzelne Kirchen und religiöse Gemeinschaften:

Unter vielen dieser Gemeinden gibt es eine enge Zusammenarbeit mit gemeinsamen Projekten wie etwa den Ferienspielen, bei denen jedes Jahr etwa 230 Kindern unter der Betreuung von etwa 50 ehrenamtlichen Mitarbeitern ein 9-tägiges Spiel-Spaß-Sport-Bastel-Werk-Programm erleben können.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[20] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[21][22][23]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
       
Insgesamt 37 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 27,0 10 31,2 11 32,6 12 32,1 12
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 19,8 7 26,8 10 37,8 14 39,7 15
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 14,4 5 26,8 10 20,0 7 19,7 7
DM Die Mühltaler 10,2 4 8,0 3
FDP Freie Demokratische Partei 10,0 4 7,2 3 9,6 4 8,6 3
LINKE Die Linke 4,3 2
FUCHS Fuchs-Mühltal 14,3 5
Gesamt 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 56,5 56,3 50,5 57,6

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Astrid Mannes (CDU) setzte sich am 1. Juli 2007 im zweiten Wahlgang mit 59,1 % der Stimmen gegen Eric Robert Bender (SPD) durch. Gernot Runtsch (SPD) trat nach 12 Jahren nicht mehr zur Wiederwahl an.

Zur Wahl am 9. Juni 2013 erhielt Astrid Mannes (CDU) 54,9 %, Willi Muth 34,9 % und Christoph Zwickler 10,2 % der Stimmen. Die Wahlbeteiligung betrug 54,2 %.

Bei der Bundestagswahl am 24. September 2017 zog Astrid Mannes für die CDU als direkt gewählte Abgeordnete des Bundestagswahlkreises Darmstadt in den Bundestag ein. Bei den Neuwahlen am 21. Januar 2018 setzten sich im ersten Wahlgang Katharina Ebert (SPD) mit 34,0 % und Willi Muth (FDP) mit 23,7 % gegen Thomas Hölscher (CDU) 22,4 %, Christoph Zwickler (FUCHS) 14,0 % und Falko-Holger Ostertag (Die Mühltaler) 5,9 % durch. Die Wahlbeteiligung betrug 56,3 %. In der Stichwahl am 18. Februar 2018 erhielten Willi Muth (FDP) 50,4 % und Katharina Ebert (SPD) 49,6 %, bei einer Wahlbeteiligung von nur 52,7 %. Willi Muth ist damit im Landkreis Darmstadt-Dieburg der erste FDP Bürgermeister überhaupt.[24]

Amtszeit Name
1985–1995 Ansgar Rinder (CDU)
1995–2007 Gernot Runtsch (SPD)
2007–2017 Astrid Mannes (CDU)
seit 2018 Willi Muth (FDP)

Ortsbezirke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gibt es im Gemeindegebiet:[25]

  • Ortsbezirk Frankenhausen (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Frankenhausen). Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern.
  • Ortsbezirk Nieder-Beerbach (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Nieder-Beerbach). Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern.
  • Ortsbezirk Nieder-Ramstadt (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Nieder-Ramstadt). Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern.
  • Ortsbezirk Traisa (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Traisa). Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern.
  • Ortsbezirk Frankenhausen (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Frankenhausen). Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern.
  • Ortsbezirk Trautheim (Gebiete der Ortsteils Trautheim). Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern.
  • Ortsbezirk Waschenbach (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Waschenbach). Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern.

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Banner Mühltal.svg

Wappen

Wappen Mühltal.svg

Blasonierung: „Das Gemeindewappen zeigt auf goldenem Hintergrund drei grüne Eicheln auf einem Stiel aus einem unterhalben, roten Mühlrad wachsend, begleitet von einem roten Wolfseisen und einer roten Brezel.“[26]

Das Wappen wurde der Gemeinde Mühltal am 8. März 1979 durch den Hessischen Innenminister genehmigt. Gestaltet wurde es durch den Bad Nauheimer Heraldiker Heinz Ritt.

Die einzelnen Elemente des Wappens lehnen sich an die alten Wappen der Ortsteile an. Die drei grünen Eicheln sind dem Frankenhäuser Wappen entnommen und zeigen dadurch, dass sie die anderen Elemente überragen die Lage Frankenhausen als den geographisch höchsten Ortsteil der Gemeinde. Das Wolfseisen entstammt dem Nieder-Beerbacher Ortswappen und weist auf die ehemalige Ortsherrschaft der Herren von Frankenstein hin. Dem Nieder-Ramstädter und dem Traisaer Wappen entstammt die gestürzte Brezel, die an die frühere Bedeutung der gemeinsamen Bäcker- und Müllerzunft erinnert. Das Mühlrad kommt im Waschenbacher Wappen vor als vereis auf die örtliche Mühle, wurde aber auch als redendes, allgemeines Symbol Mühltals gewählt und auf das in allen Ortsteilen historisch sehr umfangreiche Mühlengewerbe hinweist.[27]

Flagge

Die Flagge wurde der Gemeinde am 11. September 1986 durch den Hessischen Innenminister genehmigt und wird wie folgt beschrieben:

„Auf rot-weißer Flaggenbahn in der oberen Hälfte aufgelegt das Gemeindewappen.“

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mühltal pflegt seit 1980 eine Städtepartnerschaft zu Vingåker in Schweden und seit 1981 zum französischen Nemours.

Blason ville fr Nemours (Seine-et-Marne).svg Die Stadt Nemours mit St.-Pierre-les-Nemours liegt etwa 75 km südlich von Paris in der Region Île-de-France. Beide Städte zusammen haben etwa 18.000 Einwohner.

Vingåker vapen.svg Vingåker befindet sich etwa 160 km westlich von Stockholm in der Region Sörmland am Tisnaren. Mit allen Ortsteilen hat es in etwa 10.000 Einwohner.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hofgut Dippelshof in Traisa
Häuser auf dem Gelände der Wackerfabrik

In Mühltal stehen einige Gebäude, die mehr als 200 Jahre alt sind, darunter einige Fachwerkhäuser. Der Ortskern von Nieder-Ramstadt, insbesondere die Ober-Ramstädter-Straße, steht zum Teil unter Aufsicht der zuständigen Denkmalbehörde. In allen Ortsteilen gibt es Fachwerkhäuser.

Die bekannteste Sehenswürdigkeit auf dem Gebiet der Gemeinde Mühltal ist die Ruine der Burg Frankenstein, die inzwischen vor allem durch die jährlich stattfindenden Halloween-Festivals in Deutschland bekannt wurde.

Im Ortsteil Traisa liegt in der Nähe des Golfplatzes das Hofgut Dippelshof, benannt nach Johann Albert Dippel, dem älteren Bruder des deutschen Alchemisten und Arztes Johann Konrad Dippel. Der Dippelhshof ist ein vor dem Dreißigjährigen Krieg erbautes Anwesen. 1710 wurde das Gut wieder errichtet und war im 19. Jahrhundert ein beliebtes Darmstädter Ausflugsziel. 1911–1913 wurde der Gutshof für Friedrich Wilhelm Bullrich durch den Architekten Edmund Körner erweitert, der zu dieser Zeit Mitglied der Darmstädter Künstlerkolonie war. Heute beherbergt der unter Denkmalschutz stehende, in den 1990er Jahren renovierte Dippelshof ein Hotel und Restaurant.

An der Grenze zu Ober-Ramstadt liegt das Gelände der historischen Fabrik Wacker und Doerr (heute Wacker Fabrik), das als Kultur-, Kunst- und Business-Zentrum genutzt wird. Dort finden jährliche Theatertage, Ausstellungen und Kunstevents statt. Zur Vervollständigung des Ensembles ist auch ein Restaurant eingerichtet worden. Darüber hinaus gibt es Amateurtheatergruppen, die in Mühltal proben und auftreten.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Frankenstein-Bergturnfest im Naturschutzgebiet in der Nähe der Burg Frankenstein im Ortsteil Nieder-Beerbach findet seit dem Jahr 1902 alljährlich im August/September das Frankenstein-Bergturnfest statt, das turnerischen und leichtathletischen Wettkämpfen umfasst. Insbesondere die Wald- bzw. Langstreckenläufe sind beliebt. Teilnehmen können Kinder bis Senioren.
  • SV3sathlon, ein jährlicher Triathlon, welcher in Traisa startet und vom SV Traisa organisiert wird.[28]
  • Leichtathletik-Kinder-Liga Hallensportfest: Die TG 1879 Traisa e. V. richtet seit über 26 Jahren im März jeden Jahres ihr Hallensportfest aus. Seit 2014 findet zu diesem Termin der Auftakt-Wettkampf der Kinder-Leichtathletik-Liga statt.[28]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen Nieder-Beerbach, Waschenbach und Frankenhausen befinden sich zwei Tagebaue der Mitteldeutsche Hartstein-Industrie AG (MHI), in denen Gabbro gewonnen wird. Bevor sie in die MHI aufging, wurde der Abbau durch die Odenwälder Hartstein-Industrie A.-Ges. (OHI) betrieben. Südwestlich des Ortsteils Nieder-Ramstadt ist ein kleines Gewerbegebiet mit mittelständischen Betrieben und mehreren Supermärkten entstanden.

Der größte Mühltaler Arbeitgeber ist die Stiftung Nieder-Ramstädter Diakonie (NRD), die Wohnungen und Werkstätten für Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen betreibt und diese betreut.

In Mühltal-Traisa hat der 1987 gegründete Theaterverlag Reinehr seinen Sitz.

Flächennutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst eine Gesamtfläche von 2534 Hektar, davon entfallen in ha auf:[29]

Nutzungsart 2011 2015
Gebäude- und Freifläche 325 330
davon Wohnen 227 227
Gewerbe 29 37
Betriebsfläche 24 26
davon Abbauland 20 19
Erholungsfläche 41 44
davon Grünanlage 9 10
Verkehrsfläche 139 140
Landwirtschaftsfläche 876 867
davon Moor 1 1
Heide 0 0
Waldfläche 1071 1070
Wasserfläche 15 20
Sonstige Nutzung 41 37

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nordportal des Lohbergtunnels

Die Busse N, NB, NE, O, K50 und 678 verbinden die Gemeinde mit Darmstadt, Ober-Ramstadt, Modautal und anderen Gemeinden der näheren Umgebung.

In Mühltal befindet sich ein Haltepunkt der Odenwaldbahn, welche seit 2005 betrieben wird durch die VIAS GmbH als Eisenbahnverkehrsunternehmen. Es gibt Zugverbindungen nach Frankfurt am Main, Darmstadt, Erbach, Eberbach.

Mühltal ist über die Bundesstraße 449 mit Darmstadt verbunden sowie an der Bundesstraße 426 gelegen. Da der Ortsteil Nieder-Ramstadt in der Vergangenheit stark unter Durchgangsverkehr zu leiden hatte, wurde eine Ortsumgehung der B 426 gebaut und am 29. Juni 2007 eröffnet. Die B 426 führt jetzt über die Waschenbach-Talbrücke, die Griesbach-Talbrücke und durch den Lohbergtunnel an Nieder-Ramstadt vorbei.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Mühltal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerungsstand am 31.12.2018 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Darmstadt und Dieburg und der Stadt Darmstadt (GVBl. II 330–334) vom 26. Juli 1974. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 22, S. 318, § 7 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,5 MB]).
  3. Kommunalwahlen 1977; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 15. Dezember 1976. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1976 Nr. 52, S. 2283, Punkt 1668 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 10,3 MB]).
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 354.
  5. Informationen zu der Gemeinde Mühltal. In: Hessisches Gemeindelexikon. HA Hessen Agentur GmbH, abgerufen im November 2019.
  6. Ortsteil Nieder-Ramstadt mit In der Mordach In: Webauftritt der Gemeinde Mühltahl und Festlegungen der Mühltaler Hauptsatzung§ 5: Ortsbeirat“ von 2015, abgerufen am 20. Mai 2015 (PDF; 126 kB)
  7. a b Bevölkerung nach Staatsangehörigkeitsgruppen: Mühltal. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Juli 2015.
  8. Migrationshintergrund in %: Mühltal. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Juli 2015.
  9. Haushalte nach Familien: Mühltal. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Juli 2015.
  10. Religionszugehörigkeit: Mühltal. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Juli 2015.
  11. Mühltal, Gemeinde, Landkreis Darmstadt-Dieburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 4. Juni 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  12. Kommunalwahlen 1977; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 15. Dezember 1976. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1976 Nr. 52, S. 2283, Punkt 1668 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 10,3 MB]).
  13. Kommunalwahlen 1985; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 30. Oktober 1984. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1984 Nr. 46, S. 2175, Punkt 1104 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,5 MB]).
  14. Kommunalwahlen 1993; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 21. Oktober 1992. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1992 Nr. 44, S. 2766, Punkt 935 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,1 MB]).
  15. a b Gemeindedatenblatt: Mühltal. (PDF; 222 kB) In: Hessisches Gemeindelexikon. HA Hessen Agentur GmbH;
  16. Die Bevölkerung der hessischen Gemeinden (30. Juni 2005). In: Hessisches Statistisches Landesamt. Archiviert vom Original;.
  17. Die Bevölkerung der hessischen Gemeinden (30. Juni 2010). In: Hessisches Statistisches Landesamt. Archiviert vom Original;.
  18. Die Bevölkerung der hessischen Gemeinden (30. Juni 2015). In: Hessisches Statistisches Landesamt. Archiviert vom Original;.
  19. Katholische Pfarrei St. Michael Nieder-Ramstadt. Webauftritt.
  20. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016. 432014 Mühltal. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2016.
  21. Ergebnis der Gemeindewahl vom 27. März 2011. 432014 Mühltal. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im November 2019.
  22. Ergebnis der Gemeindewahl vom 26. März 2006. 432014 Mühltal. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im November 2019.
  23. Ergebnisse der Gemeindewahlen von 2001 und 1997. (Nicht mehr online verfügbar.) Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im Oktober 2019.
  24. Darmstädter Echo, Lokales vom 18. Februar 2018: Rebecca Keller "Die Kirche ist im Dorf geblieben" - Stimmen zur Wahl in Mühltal und Sabine Eisenmann: Willi Muth wird neuer Bürgermeister in Mühltal; beide abgerufen am 20. Februar 2018
  25. Hauptsatzung. (PDF; 126 kB) §; 5. In: Webauftritt. Gemeinde Mühltal, abgerufen im November 2019.
  26. Genehmigung eines Wappens der Gemeinde Mühltal im Landkreis Darmstadt-Dieburg vom 8. März 1979. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1979 Nr. 13, S. 598, Punkt 341 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 7,0 MB]).
  27. http://www.muehltal-odenwald.de/geschich/mu/wappen.html Wappen erzählen Geschichte - Die Mühltaler Wappen, Die Elemente des Wappens; auf muehltal-odenwald.de (abgerufen am 1. Januar 2020)
  28. a b Geschichte. In: Webauftritt. Turngemeinde 1879 Traisa.e. V., abgerufen im November 2019.
  29. Hessisches Statistisches Informationssystem In: Statistik.Hessen.