Mülheimer Hafen

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Hafen Mülheim 1953

Der Mülheimer Hafen ist ein rechtsrheinischer Hafen ohne Güterumschlag in Köln-Mülheim.

Geschichte[Bearbeiten]

Fußgängerbrücke über den Mülheimer Hafen, im Volksmund Katzenbuckel genannt.

Am 7. Mai 1259 verlieh Konrad von Hochstaden, Erzbischof von Köln, der Stadt das Stapelrecht. Jeder auswärtige Kaufmann, der seine Waren über den Rhein transportierte, musste diese nun für eine festgelegte Zeit in Köln anbieten. Dies versuchten die Kaufleute zu umgehen. Oberhalb Kölns wurde Zündorf daher zum Hafen und Handelsumschlagplatz für den Warenverkehr mit dem Herzogtum Berg. Als Hafen diente ein Rheinarm zwischen der Groov, einer alten Rheininsel und dem Rheinufer. Die auf dem Rhein verschifften Waren wurden in Zündorf auf Wagen umgeladen und auf dem Landweg bis Mülheim am Rhein transportiert. Dies war jedoch nicht ungefährlich. Wem nachgewiesen wurde, dass er das Stapelrecht auf dem Landweg umgehen wollte, dem konnten seine Waren enteignet werden.

Der Mülheimer Sicherheitshafen entstand zwischen 1892 und 1898. Die Einfahrt liegt in Höhe des Stromkilometers 691.

Zur Bundesgartenschau 1957 im Rheinpark wurde auf der Landzunge zwischen Mülheimer Hafen und Rhein der Kölner Jugendpark geplant. Im Anschluss befindet sich noch ein Stück Rheinaue. Am Ende der Landzunge führt eine 180 m lange Fußgängerbrücke über die Hafeneinfahrt[1] .

Wirtschaft[Bearbeiten]

WSA mit Tonnenhof.

Das Wasser- und Schifffahrtsamt Köln hat eine Außenstelle im Mülheimer Hafen.[2]

Die Schiffswerft Deutz verfügt über eine Hellinganlage für Schiffe bis 110 m Länge mit 14 Hellingwagen für je ca. 100 t Traglast. Die Werft verfügt außerdem über drei Land- und fünf Wasserliegplätze sowie ein 450 t-Stevendock[3]. Für Transporte an der Spundwand und der Helling stehen zwei Turmdrehkräne auf dem Gelände. Der Werft ist eine Propellerreparaturwerkstatt angeschlossen.[4] In den Wintermonaten macht die Schiffswerft Deutz die weiße Flotte der Köln-Düsseldorfer fit für die neue Saison. Auch die wachsende Zahl der Flusskreuzfahrtschiffe ist für die Werft von Bedeutung.[5] Die Goethe wurde hier auf Dieselantrieb umgebaut.

An der landseitigen Kaje am Auenweg hat das Bautaucherunternehmen Moissl seinen Sitz. Die Firma besitzt hier eine 200 m lange Kaianlage und hat rund 6000 m² Wasserfläche für ihre Schiffe zur Verfügung. Eines der Schiffe ist die MS Obelix, ein Motorprahm mit 2 Fahrmischern und einer Betonpumpe mit Verlegemast. Hiermit kann Spezialbeton unter Wasser eingebracht werden.[6]

Sonstiges[Bearbeiten]

Die Anrheiner am Mülheimer Hafen

Von 1998 bis 2013 wurde vom WDR in der Hafenstrasse die Fernsehserie Die Anrheiner gedreht. Direkt am Übergang vom Mülheimer Hafen zum Rheinufer wurde die Kulissenstadt errichtet. Diese wurde 2013 nach den letzten Dreharbeiten der Serie wieder abgerissen.

Die Kelly Family lebte in den 1990ern mehrere Jahre auf ihrem Hausboot im Mülheimer Hafen. Das angrenzende Kajengelände war Ziel vieler jugendlicher Fans.

Fritz, der alte Hafenkran, arbeitet inzwischen in Dessau-Roßlau.[7] Er wurde von der HGK an die Elbe verkauft.

Quellen[Bearbeiten]

  1. http://www.rheinische-industriekultur.de/objekte/koeln/bruecke%20muelheimer_hafen/muelheim_hafenbruecke.html
  2. http://www.wsa-koeln.wsv.de/wir/aussenbezirk_koeln/index.html
  3. http://www.bonapart.de/nachrichten/beitrag/koelner-werft-steigert-stevendock-traglast.html
  4. http://www.ksd-koeln.de/index.html
  5. http://www.bonapart.de/nachrichten/beitrag/koeln-gewinnt-an-bedeutung-als-flusskreuzer-winterquartier.html
  6. http://www.bautaucher.com/das%20unternehmen.htm
  7. http://old.hafenkran.de/emotionen/fritz?PHPSESSID=b35cb0baa10c7c67b05ee2a8bf9e76e3

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mülheimer Hafen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

50.9549876.985456Koordinaten: 50° 57′ 18″ N, 6° 59′ 8″ O