Mümling-Grumbach

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Mümling-Grumbach
Wappen von Mümling-Grumbach
Koordinaten: 49° 46′ 14″ N, 8° 59′ 13″ O
Höhe: 173 m ü. NHN
Fläche: 5,67 km²[1]
Einwohner: 1257 (31. Dez. 2015)[2]
Bevölkerungsdichte: 222 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 64739
Vorwahl: 06163
Ansicht Mümling-Grumbachs von Osten, im Vordergrund Friedhof und Bergkirche
Ansicht Mümling-Grumbachs von Osten, im Vordergrund Friedhof und Bergkirche

Mümling-Grumbach ist ein Ortsteil von Höchst im Odenwald im südhessischen Odenwaldkreis.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die frühest erhaltene Erwähnung des Ortsnamens Crumbach findet sich in einer Urkunde vom 29. September 1305: Otto von Crumbach und seine Söhne Heinrich und Arreus und ihre Erben verkauften ihre Vogtei im Dorf Höchst und den dazugehörenden Dörfchen mit allen Gütern und Rechten. Ob es sich bei dem in der Urkunde genannten Crumbach um das Dorf Mümling-Grumbach handelt, ist umstritten. Für Mümling-Grumbach als Sitz der Herrn von Crumbach spricht jedoch eine Urkunde aus dem Jahre 1314. Damals war Otto von Crumbach gestorben. Seine Söhne Heinrich und Arreus verkauften am 5. Januar 1314 ihrer Vogtei in Hoeste mit allen dazugehörigen Dörfchen an das Kloster Höchst für 250 Pfund Heller. Bestätigt wird der Verkauf in einer Urkunde vom 11. März 1314. Darin sind alle zur Vogtei des Otto von Crumbach gehörenden Orte aufgezählt. Es sind Höchst, Crumbach, Ober-Höchst, Dusenbach, Pfirschbach, Annelsbach und Hummetroth. Die Vogtei bildete demnach einen geschlossenen Bezirk um Höchst. Aus dieser in sich geschlossenen Vogtei Mümling-Grumbach als Sitz des Otto von Crumbach ausklammern zu wollen und es durch das im Gersprenztal liegende Fränkisch-Crumbach zu ersetzen, würde dem Sinn der Urkunde widersprechen. Mümling-Grumbach war sicher der Mittelpunkt der nach ihm genannten Vogtei des Heinrich von Crumbach.

Der Ort gehörte zur Herrschaft Breuberg und gelangte mit ihr 1806 an das Großherzogtum Hessen. Nach Auflösung der alten Amtsstruktur 1822 fiel der Ort in den Zuständigkeitsbereich des Landgerichts Höchst, nach der Reichsjustizreform von 1877 ab 1879 in den des Amtsgerichts Höchst im Odenwald.

Gebietsreform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 31. Dezember 1971 wurde die Gemeinde Mümling-Grumbach im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis in die Gemeinde Höchst im Odenwald eingemeindet.[3] Für Mümling-Grumbach sowie für die übrigen im Zuge der Gebietsreform eingegliederten Gemeinden von Höchst i. Odw. wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1730: 23 wehrfähige Männer und ein Beisasse[5]
  • 1961: 53 evangelische (= 96,36 %), zwei katholische (= 3,64 %) Einwohner[5]
Mümling-Grumbach: Einwohnerzahlen von 1829 bis 2015
Jahr  Einwohner
1829
  
473
1834
  
477
1840
  
580
1846
  
584
1852
  
548
1858
  
547
1864
  
565
1871
  
612
1875
  
659
1885
  
651
1895
  
684
1905
  
690
1910
  
684
1925
  
741
1939
  
756
1946
  
1.091
1950
  
1.117
1956
  
1.066
1961
  
1.038
1967
  
1.120
1970
  
1.147
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2005
  
1.336
2010
  
1.295
2011
  
1.281
2015
  
1.257
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [5]; Gemeinde Höchst im Owd.: 2005–2015[6]; Zensus 2011[7]

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Banner Muemling-Grumbach.svg

Wappen

Wappen von Mümling-Grumbach

Blasonierung: Schild von Silber und Blau geteilt, rechts zwei rote Balken, in dem verbreiterten linken Feld eine steigende goldene Hindin mit einem darübergelegten und nach unten weisenden silbernen Pfeil.[8]

Das Wappen wurde der Gemeinde Mümling-Grumbach am 23. Dezember 1968 vom Hessischen Innenministerium genehmigt. Gestaltet wurde es durch den Bad Nauheimer Heraldiker Heinz Ritt.

Hindin und Pfeil sind ein Symbol für St. Aegidius, dem Schutzpatron der Bergkirche. Die zwei Roten Balken auf silber sind das Wappen der Herrschaft Breuberg, zu der der Ort einst gehörte.

Flagge

Die Flagge wurde der Gemeinde gemeinsam mit dem Wappen am 23. Dezember 1968 durch das Hessische Innenministerium genehmigt und wird wie folgt beschrieben:

„Auf dem von Rot und Gelb im oberen Drittel geständerten Flaggentuch im Kreuzpunkt aufgelegt das Gemeindewappen.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bergkirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieses Gotteshaus wurde im 14. Jahrhundert erbaut; dafür sind die beiden Wappen der Duborner und Weinsberger am gotischen Eingangsportal steinerne Zeugen. Der Turm ist mit Sicherheit weit über 100 Jahre älter – ein mächtiger quadratischer Wehrturm. Der Turmhelm stammt aus dem 19. Jahrhundert. Im Inneren der Kirche ist ein Matronenrelief vermauert. Es befand sich ursprünglich in der Friedhofsmauer und wurde möglicherweise von einer römischen Siedlungsstelle im Mümlingtal hierher verschleppt.[9][10] Ein Abguss ist an der nahe gelegenen Römischen Villa Haselburg zu sehen.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der größte Verein war der KSV Mümling-Grumbach mit seinen Sparten Fußball, Tischtennis und Gesang. Im Jahr 2003 wurden die einzelnen Abteilungen ausgegliedert in drei eigenständige Vereine.

Mit über 400 Mitgliedern zählt auch der Turnverein 1894 Mümling-Grumbach e.V. zu einem der größten Vereine. Über 100 Kinder und Jugendliche gehören dazu. In zahlreichen Sparten wird ein breitgefächertes Angebot an Freizeitsport (keine Ballsportarten) für alle Altersklassen und Geschlechter angeboten.

Puppenbühne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 1977 von Ina Schimmel gegründete Puppenbühne ist inzwischen im Odenwald relativ gut bekannt.

Nostalgie-Museum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Nostalgie-Museum betrachtet alle Bereiche des häuslichen Lebens, beginnend von der Arbeit über Küche, Kleidung, die gute Stube bis hin zu Spielzeug und Kinderwagen.

Die Eiche am Bahnhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Eiche am Bahnhof in Mümling-Grumbach, ein Naturdenkmal.
Die Eiche am Bahnhof in Mümling-Grumbach, ein Naturdenkmal.

Die Eiche am Bahnhof in Mümling-Grumbach ist als Naturdenkmal anerkannt (siehe Liste der Naturdenkmale in Höchst im Odenwald). Sie hat eine Höhe von 24 m und einen Stammumfang von 4,45 m.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mümling-Grumbach ist durch die Odenwaldbahn an Frankfurt, Darmstadt, Hanau sowie Erbach und Eberbach angeschlossen, auch wenn nicht mehr alle Züge an dem Grumbacher Bahnhof halten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Daten – Zahlen – Fakten. Gemeinde Höchst im Odenwald, abgerufen im Juli 2020.
  2. Integriertes Kommunales Entwicklungskonzept. Gemeinde Höchst im Odenwald, abgerufen im Juli 2020.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 358.
  4. Hauptsatzung. (PDF; 1,8 MB) § 5. In: Webauftritt. Gemeinde Gemeinde Höchst i. Odw., abgerufen im Oktober 2020.
  5. a b c Mümling-Grumbach, Odenwaldkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  6. Integriertes Kommunales Entwicklungskonzept. (PDF; 5 MB) Gemeinde Höchst im Owd., S. 13, abgerufen im Oktober 2020.
  7. Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,9 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt;
  8. Genehmigung eines Wappens und einer Flagge der Gemeinde Mümling-Grumbach (Punkt 44) vom 23. Dezember 1968. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1969 Nr. 2, S. 50 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags).
  9. Egon Schallmayer in: Dietwulf Baatz und Fritz-Rudolf Herrmann (Hrsg.): Die Römer in Hessen. Lizenzausgabe der 3. Auflage von 1989. Nikol, Hamburg 2002 S. 350. ISBN 3-933203-58-9; ; Marion Mattern: Römische Steindenkmäler aus Hessen südlich des Mains sowie vom bayerischen Teil des Mainlimes. Corpus Signorum Imperii Romani. Deutschland Bd. 2,13, Mainz 2005, Verlag des Romisch-Germanischen Zentralmuseums; In Kommission bei Habelt, Bonn, ISBN 3-88467-091-3, S. 177 und Tafel 118.
  10. Bergkirche In: Webauftritt der Gemeinde Höchst im Odenwald.