Münch-Leusel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Münch-Leusel
Stadt Alsfeld
Koordinaten: 50° 46′ 59″ N, 9° 16′ 34″ O
Höhe: 246 (240–247) m ü. NHN
Fläche: 1,99 km²[1]
Einwohner: 78[2]
Bevölkerungsdichte: 39 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 36304
Vorwahl: 06631

Münch-Leusel ist der kleinste Stadtteil von Alsfeld im mittelhessischen Vogelsbergkreis.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Münch-Leusel liegt am Südwestrand des Knüllgebirges im Schwalmgrund etwa 3,5 km (Luftlinie) nördlich vom Ortskern der Alsfelder Kernstadt. Es befindet sich an der Mündung des Erlenbachs in die Schwalm, an der östlich des Dorfs das Hochwasserrückhaltebecken Heidelbach liegt. Durch das Dorf führt die Landesstraße 3156, und die Bundesstraße 254 verläuft östlich.

Ortsbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vier Bauernhöfe werden heute noch landwirtschaftlich bewirtschaftet. Der Ortskern wurde als Kulturdenkmal unter Denkmalschutz gestellt.

Panoramabild Münch-Leusels (Nordseite von 2017)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Münch-Leusel unter dem Namen Muônich Luôzela 1346.[1]

Am 31. Dezember 1971 wurde Münch-Leusel im Zuge der Gebietsreform in Hessen in die Stadt Alsfeld eingegliedert.[3]

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt die Territorien bzw. Verwaltungseinheiten denen Münch-Leusel unterstand im Überblick:[4][1]

Gerichte seit 1803[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für die Provinz Oberhessen wurde das „Hofgericht Gießen“ als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit für Münch-Leusel durch das Amt Alsfeld. Das Hofgericht war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt.

Mit der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurde diese Funktion beibehalten, während die Aufgaben der ersten Instanz 1821 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Landgerichte übergingen. „Landgericht Alsfeld“ war daher von 1821 bis 1879 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht in Alsfeld, das heutige Amtsgericht, das für Münch-Leusel zuständig war.

Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolgedessen die bisherigen großherzoglich hessischen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in Amtsgericht Alsfeld und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.[9] In der Bundesrepublik Deutschland sind die übergeordneten Instanzen das Landgericht Gießen, das Oberlandesgericht Frankfurt am Main sowie der Bundesgerichtshof als letzte Instanz.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen sind:[1]

  • 1961: 79 evangelische, 14 katholische Einwohner
Münch-Leusel: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2006
Jahr  Einwohner
1791
  
76
1834
  
77
1840
  
62
1846
  
65
1852
  
71
1858
  
64
1864
  
72
1871
  
92
1875
  
89
1885
  
109
1895
  
85
1905
  
82
1910
  
97
1925
  
89
1939
  
106
1946
  
145
1950
  
160
1956
  
112
1961
  
96
1967
  
96
1970
  
108
2006
  
70
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1]; 1791:[5]; 2006:[10]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Münch-Leusel, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 23. März 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Stadt Alsfeld: Alsfeld und seine Stadtteile, abgerufen im September 2015.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 347.
  4. Verwaltungsgeschichte Land Hessen bei M. Rademacher, Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990
  5. a b Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 177, 274 (online bei HathiTrust’s digital library).
  6. Wilhelm von der Nahmer: Handbuch des Rheinischen Particular-Rechts: Entwickelung der Territorial- und Verfassungsverhältnisse der deutschen Staaten an beiden Ufern des Rheins : vom ersten Beginnen der französischen Revolution bis in die neueste Zeit. Band 3. Sauerländer, Frankfurt am Main 1832, S. 6 (online bei Google Books).
  7. Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 414 (online bei Google Books).
  8. Georg W. Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Oberhessen. Band 3. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt 1830, S. 6 ff. (online bei Google Books).
  9. Großherzog von Hessen und bei Rhein: Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze  vom 14. Mai 1879. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1879 Nr. 15, S. 197–211 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 17,8 MB]).
  10. Stadtteil Münch-Leusel im Internetauftritt der Stadt Alsfeld, abgerufen im Oktober 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]