Münchehagen

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52.4397222222229.185277777777880Koordinaten: 52° 26′ 23″ N, 9° 11′ 7″ O

Münchehagen
Höhe: 80 m
Fläche: 12,49 km²
Einwohner: 1957 (2010)
Bevölkerungsdichte: 157 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 31547
Vorwahl: 05037

Münchehagen (früher teilweise auch Mönchehagen) ist ein Stadtteil der deutschen Stadt Rehburg-Loccum in Niedersachsen. Der Ort liegt an der Bundesstraße 441 zwischen Loccum und Bad Rehburg westlich des Steinhuder Meeres.

Geschichte[Bearbeiten]

Münchehagen war 1628–1654 von Hexenverfolgung betroffen: Neun Frauen gerieten in Hexenprozesse, sieben wurden verbrannt.[1]

Münchehagen schloss sich am 1. März 1974 als bis dahin eigenständige Gemeinde mit Rehburg, Bad Rehburg, Loccum und Winzlar zur Stadt Rehburg-Loccum zusammen.[2] In Rehburg befindet sich der Verwaltungssitz.

Sonderabfalldeponie[Bearbeiten]

Mehrere Kilometer südlich der Ortschaft liegt die 1983 stillgelegte Sonderabfalldeponie Münchehagen, die in den 1980er Jahren überregional bekannt geworden ist. Sie entstand Ende der 1960er Jahre durch Verfüllung von ehemaligen Tongruben. In der Deponie wurden ca. 350.000 m³ Sondermüll eingelagert, darunter giftige Stoffe wie das sogenannte Seveso Dioxin.

Politik[Bearbeiten]

Ortsbürgermeisterin ist Renate Braselmann (SPD).

Ev.-luth. Kirche

Religionen[Bearbeiten]

In der Ortsmitte befindet sich eine evangelisch-lutherische Kirche, zum Kirchenkreis Stolzenau-Loccum gehörend, siehe "Kultur und Sehenswürdigkeiten"

Die katholische Liebfrauenkirche wurde 1967 errichtet. 2009 erfolgte ihre Profanierung. Die nächstgelegene katholische Kirche befindet sich heute 5 km entfernt in Rehburg.

Sauriermodell an der B441 in Münchehagen

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Der Grundstein der heute im Ort stehenden Kirche wurde 1713 auf dem baufällig gewordenen Ersatzbau einer 1615 von Söldnern zerstörten Vorgängerkapelle gelegt.[3]
  • In den 1980er Jahren wurden in einem Steinbruch bei Münchehagen Saurierspuren gefunden. Um dieses "Naturdenkmal Saurierfährten" herum entstand das Dinosaurier-Freilichtmuseum, in welchem seitdem die Ausgrabungsergebnisse Besuchern präsentiert werden.[4]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikivoyage: Münchehagen – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Peter Beer: Hexenprozesse im Kloster und Klostergebiet Loccum, Studien zur Kirchengeschichte Niedersachsens, Band 41, Göttingen 2007, S. 158-164.
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 199.
  3. [1] Kirche Münchehagen
  4. [2] Dinosaurier-Freilichtmuseum