Neuhausen-Nymphenburg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von München-Neuhausen)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Nymphenburg ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Weitere Bedeutungen sind unter Nymphenburg (Begriffsklärung) aufgeführt.

Koordinaten: 48° 9′ 25″ N, 11° 31′ 0″ O

Neuhausen-Nymphenburg
Landeshauptstadt München
Fläche: 12,91 km²
Einwohner: 98.754 (29. Feb. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 7.647 Einwohner/km²
Postleitzahlen: 80634, 80636, 80637, 80638, 80639
Vorwahl: 089
Karte

Lage des Stadtbezirks 9 Neuhausen-Nymphenburg in München

Neuhausen-Nymphenburg ist der Stadtbezirk 9 der bayerischen Landeshauptstadt München.

Im Jahr 1992 fusionierten Neuhausen und Nymphenburg zum heutigen Stadtbezirk.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtbezirk 9 reicht vom Marsfeld am Innenstadtrand bis zum Schlosspark Nymphenburg im Westen und erstreckt sich in seiner Nord/Süd-Ausdehnung vom Olympiapark über die Villenkolonie Gern bis zu den Gleisanlagen Hauptbahnhof-Pasing.

Nachbarbezirke sind Moosach im Norden, Milbertshofen-Am Hart im Nordosten, Schwabing-West und die Maxvorstadt im Osten, die Schwanthalerhöhe im Südosten, Laim im Süden sowie Pasing-Obermenzing im Westen.

Geschichte und Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtbezirksteile
Neuhausen und Nymphenburg auf einer Karte von 1858

Typisch für den Bezirk ist seine Mischung unterschiedlicher städtebaulicher Bereiche.

Vorstufe eines Villenviertels sind die am Schlossrondell gelegenen zehn symmetrisch in zwei Fünfergruppen gegliederten Palais, die zwischen 1728 und 1758 für höhere Hofbedienstete errichtet wurden und eigentlich Ausgangspunkt einer nie verwirklichten „Carlstadt“ (nach dem Muster der Stadt Karlsruhe) sein sollten. Alte Gemälde zeigen reges Straßenleben auf den Wegen innerhalb dieser Bebauung mit der stadtmauerartigen Einfassung (z.B. Canaletto, Nymphenburg von der Stadtseite" [2]"). In Nymphenburg entstand dann von da aus gehend besonders seit Ende 19. Jahrhunderts im Umfeld der Auffahrtsalleen zur Schlossanlage ein repräsentatives Wohnviertel, in dem sich zahlreiche Beispiele gründerzeitlicher Architektur erhalten haben, wie die Villenkolonien Neuwittelsbach und Gern.

Die erste Erwähnung ist 1170 als Niwenhusen, namensgebend der Gutshof des Rudolfus de Niwenhusen.[2] Im am 1. Januar 1890 eingemeindeten Neuhausen,[3] das zur Spätgründerzeit schon ein prosperierendes Stadtviertel war, prägen Wohn- und Geschäftshäuser in geschlossener, dichter Blockbebauung das Bild. Entlang der Arnulfstraße und deren Nebenstraßen sind dies häufig wohnungsgenossenschaftliche Bauten wie die teilweise unter Denkmalschutz stehende Versuchssiedlung des Bayerischen Post- und Telegraphenverbandes und die Siedlung Neuhausen. Nördlich des Rotkreuzplatzes findet man mehr Villen und Bürgerhäuser der Gründerzeit.

Im Süden entlang der Gleisanlagen herrschen teils großflächige gewerbliche Nutzungen vor, welche jedoch (z. B. an der Arnulfstraße) infolge der Privatisierung der Bahnanlagen weiter zurückgehen. Mittelpunkt und urbanes Zentrum des Stadtteils ist der Rotkreuzplatz. Viel gut erhaltene Bausubstanz aus der Gründer- und Zwischenkriegszeit mit dem reichen Angebot an Grünflächen verleihen Neuhausen eine hohe Wohnqualität. Während die Altbauquartiere im Umfeld von Nymphenburger Straße und Blutenburgstraße schon länger Heimat für die gehobene Mittelschicht sind, bieten die teils weniger prunkvoll ausgeführten Jahrhundertwendegebäude im Umfeld von Schulstraße und Donnersbergerstraße Wohnraum für unterschiedlichste Bevölkerungsgruppen. Jedoch hat auch hier die sogenannte Gentrifizierung Einzug gehalten, indem Straßenzüge umgestaltet und Altbauten saniert wurden. Zudem fanden zahlreiche Umwandlungen in Eigentumswohnungen statt und ehemals einfache Ladenlokale wurden zu Architekturbüros, alternativen Geschäften sowie Bars und Speiselokalen. Aus diesem Grunde verlängerte der Stadtrat 2006 die Erhaltungssatzung für dieses Quartier, um der Verdrängung angestammter Bewohner entgegenzuwirken.

Am 1. Januar 1899 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Nymphenburg in die Stadt München eingemeindet.[3]

Benannt ist der Stadtteil nach dem Schloss Nymphenburg, der früheren Sommerresidenz der bayerischen Kurfürsten und Könige. Heute ist das Schloss zusammen mit dem Schlosspark Nymphenburg eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten Münchens.

Gleich neben dem Schloss liegt die 1747 von Kurfürst Max III. Joseph gegründete Porzellanmanufaktur Nymphenburg, das Marstallmuseum Nymphenburg und das Museum Mensch und Natur. An den Schlosspark grenzt auch der Botanische Garten; seinem Eingang gegenüber liegt das Bayerische Landesamt für Maß und Gewicht. Der Hirschgarten und der an den Bezirk angrenzende Olympiapark ergänzen das reiche Angebot an Grün- und Erholungsflächen. Zugleich ist der Bezirk aber auch durch die Anbindung der Autobahn A 8 an das Stadtgebiet und durch ein Teilstück des Mittleren Rings mit einem hohen Verkehrsaufkommen belastet. Seit der ab 1. Mai 1996 gültigen Stadtgebietsgliederung, bei der Teile von Neuhausen und Nymphenburg, die zuvor zum alten zehnten Stadtbezirk gehörten, wieder eingegliedert wurden, hat Neuhausen-Nymphenburg mit rund 96.000 Einwohnern nach Ramersdorf-Perlach die zweithöchste Einwohnerzahl der Münchner Bezirke. Im Norden von Neuhausen, zwischen Gern und Moosach liegt der Ortsteil Nederling, im Nordosten der Ortsteil Ebenau.

Die Arbeitsplätze des Bezirks liegen neben Handel und Dienstleistungssektor zum großen Teil im öffentlichen Bereich. Außer der Niederlassung der Deutschen Bahn, dem Bundeswehr-Verwaltungszentrum, dem Bayerischen Landeskriminalamt sowie zahlreichen Krankenhäusern wie dem Rotkreuz-Krankenhaus, dem Deutschen Herzzentrum, dem Krankenhaus Barmherzige Brüder und dem Dritten Orden liegen auch große Sozialeinrichtungen im Bezirk. Bis 2021 wird das Strafjustizzentrum München am Leonrodplatz errichtet. Dort werden 1300 Menschen arbeiten.

Der Ausländeranteil Nymphenburgs ist gering, in Neuhausen durchschnittlich. Bezüglich der Altersverteilung ist Neuhausen das jüngere der beiden Viertel.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Stand jeweils am 31. Dezember, Einwohner mit Hauptwohnsitz)

Jahr Einwohner davon Ausländer Fläche
in km²
Einwohner
je km²
Quelle mit weiteren Daten[4]
2000 81.968 17.923 (21,9 %) 12,9186 6.345 Statistisches Taschenbuch München 2001 (PDF)
2001 82.235 17.972 (21,9 %) 12,9186 6.366 Statistisches Taschenbuch München 2002 (PDF)
2002 81.947 17.795 (21,7 %) 12,9186 6.343 Statistisches Taschenbuch München 2003 (PDF)
2003 81.661 17.703 (21,7 %) 12,9184 6.321 Statistisches Taschenbuch München 2004 (PDF)
2004 81.921 18.041 (22,0 %) 12,9161 6.343 Statistisches Taschenbuch München 2005 (PDF)
2005 82.156 17.890 (21,8 %) 12,9145 6.362 Statistisches Taschenbuch München 2006 (PDF)
2006 84.604 18.016 (21,3 %) 12,8908 6.563 Statistisches Taschenbuch München 2007 (PDF)
2007 85.964 18.118 (21,1 %) 12,8795 6.674 Statistisches Taschenbuch München 2008 (PDF)
2008 87.043 18.836 (21,2 %) 12,9331 6.730 Statistisches Taschenbuch München 2009 (PDF)
2009 87.846 18.147 (20,7 %) 12,9341 6.792 Statistisches Taschenbuch München 2010 (PDF)
2010 89.286 18.464 (20,7 %) 12,9300 6.905 Statistisches Taschenbuch München 2011 (PDF)
2011 92.139 19.848 (21,5 %) 12,9145 7.135 Statistisches Taschenbuch München 2012 (PDF)
2012 94.257 21.126 (22,4 %) 12,9145 7.299 Statistisches Taschenbuch München 2013 (PDF)
2013 95.906 22.083 (23,0 %) 12,9145 7.426 Statistisches Taschenbuch München 2014 (PDF)
2014 97.521 23.309 (23,9 %) 12,9145 7.551 Statistisches Taschenbuch München 2015 (PDF)

Bildung und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bezirksausschusswahl 2014
(Stimmen in Prozent)[5]
 %
40
30
20
10
0
33,8 %
30,5 %
24,0 %
4,3 %
4,3 %
3,1 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008[5]
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-7,6 %p
+4,0 %p
+3,9 %p
-3,3 %p
± 0,0 %p
+3,1 %p
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer

Der Bezirksausschuss von Neuhausen-Nymphenburg wurde zuletzt am 16. März 2014 gewählt. Die Sitzverteilung lautet wie folgt: SPD 14, CSU 12, GRÜNE 10, FDP 2, DaCG/ÖDP 2 und FW 1.[5] Von den 72.488 stimmberechtigten Einwohnern in Neuhausen-Nymphenburg haben 32.606 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, womit die Wahlbeteiligung bei 45,0 Prozent lag.

Vorsitzende des Bezirksausschusses ist Anna Hanusch (GRÜNE). Ihre Stellvertreter sind Sabine Nasko (CSU) und Oliver Belik (SPD).[6]

Der Stadtbezirk ist im Münchner Stadtrat durch Kathrin Abele (SPD), Anna Hanusch (GRÜNE) und Kristina Frank (CSU) vertreten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lilo Ramdohr mit Carl G. Fürst

Feste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Helmuth Stahleder: Von Allach bis Zamilapark. Namen und historische Grunddaten zur Geschichte Münchens und seiner eingemeindeten Vororte. Stadtarchiv München, Buchendorfer Verlag, München 2001, ISBN 3-934036-46-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Neuhausen-Nymphenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Bevölkerung in den Stadtbezirken nach der Einwohnerdichte am 29.02.2016 (PDF; 47 kB). Statistisches Amt der Landeshauptstadt München. Abgerufen am 2. April 2016.
  2. http://www.tz.de/muenchen/stadt/viertel-alter-muenchen-tz-1064110.html
  3. a b Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7 (Digitalisat [abgerufen am 25. September 2013]). Seite 601
  4. Archiv Stadtteilinformationen. Landeshauptstadt München. Abgerufen am 19. Juni 2014.
  5. a b c Wahl des Bezirksausschusses – Stadtbezirk 9 – Neuhausen-Nymphenburg. Landeshauptstadt München. Abgerufen am 16. Juni 2014.
  6. [1]. Münchner Wochenanzeiger. Abgerufen am 16. September 2014.
  7. muenchen.de
  8. Lilo Fürst-Ramdohr: Freundschaften in der Weißen Rose. Verlag Geschichtswerkstatt Neuhausen, München 1995, ISBN 3-931231-00-3, S. 79