Münchener Kammerorchester

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Das Münchener Kammerorchester bei einem Konzert in der Pinakothek der Moderne, München

Das Münchener Kammerorchester (MKO) ist ein professionelles Orchester mit Sitz in München mit derzeit 26 festangestellten Musikern (15 Violinen, 4 Bratschen, 5 Violoncello und zwei Kontrabässen).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Münchener Kammerorchester wurde von Christoph Stepp 1950 gegründet, von 1956 bis 1995 leitete Hans Stadlmair das Orchester. Von 1995 bis 2006 war Christoph Poppen Künstlerischer Leiter und prägte das Profil des Orchesters maßgeblich, indem er die Gegenüberstellung klassischen Repertoires mit zeitgenössischer Musik in den Focus der Konzertprogramme rückte. Von 2006 bis 2016 war Alexander Liebreich Chefdirigent und Künstlerischer Leiter, seit der Saison 2016/17 ist Clemens Schuldt Chefdirigent des Ensembles. Konzertmeister sind Daniel Giglberger und Yuki Kasai. Das Stammhaus des Orchesters ist das Prinzregententheater in München, einen festen Probenraum sucht das MKO seit Jahren.

Im November 2012 initiierte das Goethe-Institut ein musikalisches Gemeinschaftsprojekt zwischen dem Münchener Kammerorchester und Studenten der Kim-Won-Gyun-Hochschule für Musik in Pjöngjang (Nordkorea), das von Liebreich begleitet wurde.[1]

Programm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die acht Abonnementkonzerte im Münchener Prinzregententheater folgen in jeder Saison einem thematischen Leitfaden, in den letzten Jahren waren die Saisonthemen u. a. "Alpen", "Drama", "Kindheit", "Isolation", "Ostwärts", "Reformation" und "Wandern", die Saison 2018/19 steht unter dem Motto "Vorwiegend Heiter". Das Repertoire des Münchener Kammerorchesters umfasst neben klassischen Werken auch zeitgenössische Musik (teilweise Uraufführungen). Für diese Ausrichtung hat das Münchener Kammerorchester in den letzten Jahren internationale Anerkennung gefunden. Feste Bestandteile der Abonnementreihe sind Konzerte ohne Dirigent unter der Leitung eines der beiden Konzertmeister und die Zusammenarbeit mit Spezialisten für Alte Musik. Das Orchester arbeitet regelmäßig mit Gastdirigenten wie Thomas Zehetmair, Olari Elts und John Storgårds zusammen.

Seit der Saison 2003/2004 hat das Münchener Kammerorchester in der Pinakothek der Moderne in München eine neue Konzertreihe initiiert, die sich unter dem Titel „Nachtmusik der Moderne“ dem Werk eines zeitgenössischen Komponisten widmet. Porträtiert wurden in den letzten Jahren über 40 Komponisten, darunter Klassiker der Moderne wie Anton Webern, Paul Hindemith, Alfred Schnittke, Karl Amadeus Hartmann oder Benjamin Britten, Größen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wie Hans Werner Henze, Luciano Berio, Iannis Xenakis, Isang Yun und Witold Lutoslawski und Komponisten der jüngeren Generation wie Jörg Widmann, Erkki-Sven Tüür, Beat Furrer, Brett Dean und James MacMillan.

Mit seiner neuen Reihe "MKO songbook" verfolgt das Münchener Kammerorchester seit der Saison 2015/2016 in Kooperation mit "Schwere Reiter" drei programmatische Ansätze: Zum einen sollen aus München stammende und hier tätige Komponisten in der "Werkraum"-Atmosphäre des Schwere Reiter in neuen Kontexten zu erleben sein. Darüber hinaus laden die Konzerte zu Wiederbegegnungen mit exemplarischen Werken des modernen Streichorchesterrepertoires ein. Und schließlich möchte das MKO Kompositionen präsentieren, die eigens für das Orchester geschrieben wurden und teilweise längst das Repertoire auch anderer Ensembles bereichern.

Alexander Liebreich initiierte das Münchener AIDS-Benefizkonzert, das seit 2007 zugunsten der Münchner AIDS-Hilfe stattfindet. Seit 2017 wird das Münchener AIDS-Konzert, bei dem alle Künstler für den guten Zweck ohne Gage auftreten, von Clemens Schuldt geleitet.

Neue Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Orchester vergibt in jeder Spielzeit mehrere Kompositionsaufträge, so in jüngster Zeit an Pascal Dusapin, Georg Friedrich Haas, Salvatore Sciarrino, Christian Wolff, Milica Djordjevic und Tigran Mansurian. Auch haben Komponisten wie Iannis Xenakis, Wolfgang Rihm, Jörg Widmann, Erkki-Sven Tüür, Martin Jaggi und Thomas Larcher Werke für das Münchener Kammerorchester geschrieben.

Tourneen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ensemble gastiert mit rund 60 Konzerten pro Jahr in der ganzen Welt. In den letzten Jahren trat das Münchener Kammerorchester nicht nur auf vielen großen Konzertpodien in Europa auf, sondern tourte auch z. B. in China, Korea, Japan, Osteuropa (Polen, Ungarn, Russland) und Lateinamerika (Argentinien, Peru, Uruguay, Kolumbien). Einige Konzertreisen fanden in enger Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut statt. Im Januar 2018 war das Orchester "Orchestra in Residence" beim Cartagena Musikfestival in Kolumbien.

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diskografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Münchener Kammerorchester – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nordkorea: Das Münchener Kammerorchester in Pjöngjang (Memento vom 2. Dezember 2012 im Internet Archive)