Münchner Stadtentwässerung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Artikel Münchner Kanalsystem und Münchner Stadtentwässerung überschneiden sich thematisch. Hilf mit, die Artikel besser voneinander abzugrenzen oder zusammenzuführen (→ Anleitung). Beteilige dich dazu an der betreffenden Redundanzdiskussion. Bitte entferne diesen Baustein erst nach vollständiger Abarbeitung der Redundanz und vergiss nicht, den betreffenden Eintrag auf der Redundanzdiskussionsseite mit {{Erledigt|1=~~~~}} zu markieren. Rufus46 18:41, 15. Okt. 2017 (CEST)
Münchner Stadtentwässerung.JPG

Die Münchner Stadtentwässerung ist ein öffentliches Unternehmen der Abwasserwirtschaft. Sie ist ein Eigenbetrieb der Landeshauptstadt München, ihr Sitz ist im Technischen Rathaus im Stadtbezirk Berg am Laim.

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptziele des Eigenbetriebs sind der Umweltschutz und die Gesundheitsvorsorge. Aufgabe der Münchner Stadtentwässerung ist die Abwasserableitung, die Abwasserreinigung und die Entsorgung des Klärschlamms der Landeshauptstadt München sowie angeschlossener Zweckverbände und Gemeinden.

Als öffentliches Unternehmen setzt es sich aktiv für den Gewässerschutz ein.

Das Unternehmen gab sich fünf übergeordnete Ziele:

  • Umweltschutz auf hohem Niveau
  • Nachhaltigkeit im Handeln
  • Wirtschaftlichkeit und Gebührenstabilität
  • Kundenfreundlichkeit
  • Bestmögliche Arbeits- und Anlagensicherheit

Die Münchner Stadtentwässerung hat mehr als 850 Beschäftigte und nimmt für sich in Anspruch, im Bereich der Abwasserentsorgung besondere Kompetenz und Erfahrung zu besitzen. Planung, Bau und Betrieb der Anlagen zur Abwasserableitung und Abwasserreinigung liegen in ihrer Verantwortung.

Zahlen, Daten, Fakten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1.200 Kilometer begehbare Kanäle und 1.146 Kilometer Rohrkanäle, siehe dazu auch: Münchner Kanalsystem
  • 13 Regenbeckenrückhalteanlagen mit einem Gesamtvolumen von 706.000 Kubikmetern
  • Dükeranlagen und Regenüberläufe
  • 141.000 Hausanschlüsse und 70.000 Straßenabläufe leiten jährlich rund 192 Millionen Kubikmeter Abwasser aus München und der Umgebung in das Kanalnetz ein
  • 2 Kläranlagen und 1 Klärschlammverbrennungsanlage
  • circa 900 Mitarbeiter
  • circa 230 Millionen Euro Umsatz

Kläranlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Münchner Stadtentwässerung betreibt zwei Kläranlagen, das Gut Großlappen und das Gut Marienhof. Durch ihre Lage im tief liegenden Münchner Norden fließen die Abwässer durch das Münchner Kanalsystem von Süden aus fast allen Teilen der Stadt ohne Pumpen zu den Kläranlagen.

Gut Großlappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Faulbehälteranlage Grosslappen

Die 1926 errichtete Kläranlage Gut Großlappen liegt im Münchner Stadtteil Freimann zwischen der Autobahn München - Nürnberg (A9) und der Freisinger Landstraße. Zur Biogasgewinnung wurde 2003 bis 2006 eine Faulturmanlage mit vier 35 Meter hohen Faultürmen errichtet[1]. Diese stellen aufgrund ihrer glänzenden Verkleidung einen interessanten architektonischen Kontrast zur gegenüberliegenden Allianz Arena dar.

Gelände im Jahr 2016

Die Kläranlage Gut Großlappen hat folgende Reinigungsfunktionen:

  • biologische Reinigungsstufen einschließlich einer Nährstoffelimination
  • mechanische Reinigung mit Sandfängen und Absetzbecken
  • biologische Reinigung, deren Belebungsbecken mit anaeroben und aeroben Zonen zur biologischen Phosphor- und Stickstoffentfernung ausgestattet sind
  • Überwachung der Reinigungsleistung des Klärwerks erfolgt durch ein betriebseigenes Labor
  • Klärschlammverbrennungsanlage (seit 1998)

Das geklärte Abwasser fließt zum größten Teil durch unterirdische Kanäle unter der Isar hindurch zum Hauptpumpwerk der E.ON Wasserkraft zwischen Unterföhring und Ismaning. Von diesem wird es in die fünf Meter höher liegenden ehemaligen Fischteiche des Teichguts Birkenhof am Ismaninger Speichersee und zum Teil direkt in den Speichersee gepumpt. Von dort fließt es durch das Kraftwerk Neufinsing in den Mittlere-Isar-Kanal und an dessen Ende schließlich in die Isar.

Gut Marienhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1989 wurde das Gut Marienhof in der Gemeinde Dietersheim errichtet. Es hat folgende Reinigungsstufen:

  • biologische Reinigungsstufen einschließlich einer Nährstoffelimination
  • mechanische Reinigung mit Sandfängen und Absetzbecken
  • biologische Reinigung, deren Belebungsbecken mit anaeroben und aeroben Zonen zur biologischen Phosphor- und Stickstoffentfernung ausgestattet sind
  • Sandfilter zur weiteren Schwebstoffentfernung
  • Abwasserdesinfektionsanlage zur Reduktion von Keimen und der Verbesserung der hygienischen Wasserqualität der Isar
  • Überwachung der Reinigungsleistung des Klärwerks erfolgt durch ein betriebseigenes Labor

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Münchner Stadtentwässerung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadtentwässerung München: Faulbehälteranlage Klärwerk Gut Großlappen, Faltblatt Mai 2008