Münchner Verkehrs- und Tarifverbund

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Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) GmbH
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Rechtsform GmbH
Gründung 5. April 1971
Sitz München
Leitung Alexander Freitag
Branche ÖPNV
Website www.mvv-muenchen.de
Das Netz des MVV

Die Münchner Verkehrs- und Tarifverbund GmbH (MVV) organisiert den öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) in München und Umgebung. Sie koordiniert die Zusammenarbeit der im Verbund beteiligten Verkehrsunternehmen. Zu den wichtigsten Aufgaben des MVV gehören die Verkehrsplanung, das Tarifmanagement und die Kundeninformation.

Im Jahr 2014 hatte der MVV 679,53 Millionen Fahrgäste. Die Fahrgeldeinnahmen betrugen 774,55 Millionen Euro.[1]

Im Jahr 2015 hatte der MVV 692,06 Millionen Fahrgäste. Die Fahrgeldeinnahmen betrugen 820,14 Millionen Euro.[1]

Geschichte des MVV[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung der Fahrgastzahlen des MVV seit 1996

Schon in den 1950er Jahren wurden in München angesichts des immer stärker zunehmenden Individualverkehrs Forderungen nach einem leistungsstarken öffentlichen Personennahverkehr laut.

Als nach Abschluss der Finanzierungsverhandlungen 1965 mit dem Bau der U-Bahn und 1967 mit dem Bau der S-Bahn begonnen wurde, musste ein einheitliches Tarifsystem für alle Verkehrsmittel geschaffen werden, um die Akzeptanz des neuen Systems bei den Bürgern sicherzustellen. Ein halbes Jahr vor Aufnahme des U-Bahn-Betriebs waren strittige Fragen zur Finanzierung und der Verteilung der Einnahmen geklärt und es konnte das Vertragswerk unterzeichnet werden.

  • 5. April 1971: Die MVV GmbH wurde durch die Deutsche Bundesbahn (seit 1994 Deutsche Bahn) und die Landeshauptstadt München gegründet (mit jeweils einem Anteil von 50 %). Für München unterzeichnete der Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel den Vertrag und wird Aufsichtsrats-Vorsitzender. Der Freistaat Bayern und die umliegenden Landkreise sind im Aufsichtsrat vertreten.
  • 1. Juni 1971: Der MVV begann seine Tätigkeit
  • 28. Mai 1972: Beginn des Verbundverkehrs in München. Integration der S-Bahn (13 Vorortzugverbindungen), U-Bahn (12 km Netzlänge), Straßenbahn (125 km Netzlänge), Omnibus (276 km Netzlänge) sowie „Überlandbuslinien“ der Deutschen Bundesbahn und der Deutschen Bundespost zu einem einheitlichen Netz. Der erste Verbundfahrplan tritt in Kraft.
  • 25. August 1995: Gründung der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) durch den Freistaat Bayern. Die BEG trat nun als Bestellerin der Nahverkehrsleistungen gegenüber der Deutschen Bahn auf.
  • 30. April 1996: Umstrukturierung im Zuge der Bahnreform. Gesellschafter der MVV GmbH wurden der Freistaat Bayern und kommunale Gebietskörperschaften. Der Bund, bisher Rechtsträger der Deutschen Bundesbahn, schied aus; die Landeshauptstadt München war nicht mehr als Träger der Stadtwerke München, sondern als Bestellerin von Zugleistungen vertreten. Die Verkehrsunternehmen formieren sich im MVV-AV e. V.
  • Seit 1997 besitzt der MVV einen Fahrgastbeirat.[2]
  • 29. November 1998: Betriebsaufnahme der Bayerischen Oberlandbahn, bis Holzkirchen im MVV.
  • 27. Juni 2001: Gründung der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) als Tochtergesellschaft der Stadtwerke München. Sie übernahm von den Stadtwerke München Verkehrsbetriebe den Betrieb von U-Bahn, Stadtbus und Tram im MVV. Zeitgleich lösten sich die Stadtwerke München Verkehrsbetriebe auf.

Verbundgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

S-Bahn-Abteil

Das Verbundgebiet des MVV umfasst die Landeshauptstadt München und die Landkreise München, Dachau, Ebersberg, Erding, Freising, Fürstenfeldbruck, Starnberg und den nördlichen Teil des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen mit den Gemeinden Bad Heilbrunn,[3] Bad Tölz,[3] Dietramszell,[3] Egling, Eurasburg, Geretsried, Icking, Königsdorf, Münsing, Wackersberg[3] und Wolfratshausen.

Ferner gehören zum Tarifgebiet die Bahnhöfe Geltendorf (Landkreis Landsberg am Lech), Holzkirchen, Otterfing, Kreuzstraße (alle Landkreis Miesbach), Forsting, Edling und Wasserburg (Inn) (alle Landkreis Rosenheim) und Bushaltestellen in den Gemeinden Mainburg (Landkreis Kelheim), Jetzendorf, Reichertshausen, Schweitenkirchen (alle Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm), Ried (Landkreis Aichach-Friedberg) und Seeshaupt (Landkreis Weilheim-Schongau).

Das Verbundgebiet hat insgesamt 2,663 Millionen Einwohner und umfasst eine Fläche von 5470,36 Quadratkilometer.[4] Neben den Oberzentren München und Freising gehören auch, von Nord nach Süd geordnet, die Mittelzentren Moosburg, Erding, Dachau, Fürstenfeldbruck, Ebersberg, Grafing und Starnberg zum MVV-Gebiet.

Verkehrsmittel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

S-Bahn-Triebwagen der Baureihe 423

S-Bahn-Logo.svg S-Bahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: S-Bahn München

Das Münchner S-Bahn-Netz hat eine Länge von 442 km und reicht bis ins Münchner Umland hinaus. Auf 8 S-Bahn-Linien (wobei im Westen die Linie S1 ab Neufahrn und die S2 ab Dachau in je zwei Äste verzweigen) fahren 238 S-Bahn-Züge der Baureihe ET 423 und 15 Züge der Baureihe ET 420. Die Anzahl der S-Bahnhöfe beträgt 150, davon sind acht Bahnhöfe unterirdisch gebaut. Pro Werktag befördert die S-Bahn München ca. 780.000 Fahrgäste.[5]

U-Bahn-Wagen Typ C in Garching-Hochbrück

U-Bahn.svg U-Bahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: U-Bahn München

Das Münchner U-Bahn-Netz wird von der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) betrieben, die die Verkehrsleistungen von ihrer Muttergesellschaft Stadtwerke München einkauft. Auf 103,1 km Streckenlänge fahren 8 Linien 100 U-Bahnhöfe an. Dazu werden 562 Wagen (sechs Wagen bilden einen Langzug) der Baureihen A, B und C eingesetzt.[6] Beschleunigung und Halt der Züge erfolgen in der Regel computergesteuert; die Pünktlichkeit beträgt nach Angaben der MVG 98 %.

Die einzige Linie, die den Stadtbereich verlässt, ist die U6, die in Garching endet.

Tram Typ R3.3

Tram-Logo.svg Tram (Straßenbahn)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Straßenbahn München

Das Münchner Straßenbahnnetz wird von der MVG betrieben, die die Verkehrsleistungen von den Stadtwerken München einkauft. Das Netz besteht aus 13 Tages- und 4 Nachtlinien, die auf einer Streckenlänge von 79 km 166 Haltestellen anfahren. Eingesetzt werden 114 Züge der Baureihen P, R2.2, R3.3, S und T.[6]

Die Linie 25 verlässt als einzige Tramlinie das Münchner Stadtgebiet. Sie endet in Grünwald.

MVG-Stadtbus

BUS-Logo-blau.svg Stadtbus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Münchner Busnetz wird von der MVG und ihren Subunternehmern (private Omnibusunternehmen) betrieben. Es besteht aus 69 Tages- und 12 Nachtlinien, die auf einer Streckenlänge von 467 km insgesamt 968 Bahnhöfe und Haltestellen anfahren. Eingesetzt werden dafür 309 MVG-eigene Busse (davon 67 Solobusse, 220 Gelenkbusse und 22 Buszüge mit Anhänger), und 195 Busse privater MVG-Partner. Im Busnetz sind 22 km eigene Busspuren ausgebaut.[6]

Regionalbus von DB Busverkehr Bayern

BUS-Logo-blau.svg Regionalbus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Regionalbusnetz der MVV-Verbundlandkreise wird von der MVV GmbH organisiert, hat eine Länge von 4289 km und wird von ca. 700 Bussen befahren. Im Gegensatz zum einheitlichen Blau der MVG-Fahrzeuge sind die Regionalbusse seit 2002 mittlerweile überwiegend grün-weiß-blau lackiert, wobei das Weiß-Blau für die Farben der bayerischen Rauten und die Farbe Grün für die Region steht. Der weiße Streifen an den Bussen trägt in der Regel einen Slogan des MVV. Seit 2002 legt die MVV GmbH bei Neuausschreibungen sogenannte Qualitätsrichtlinien fest, in denen neben der Lackierung der Fahrzeuge auch Barrierefreiheit, Rollstuhlstellplatz, Klimatisierung, TFT-Bildschirme für die Haltestellenanzeige, automatische Haltestellenansagen und der Verkauf des nahezu vollständigen Verbund-Fahrkarten-Sortiments vorgeschrieben werden. 2007 ist die Anzeige eines Newstickers in den TFT-Monitoren hinzugekommen, der vom Digitalradio des Bayerischen Rundfunks gespeist wird. Seit September 2008 wurden schrittweise mehrere Hybridbusse auf den MVV-Regionalbuslinien in Betrieb genommen.

Die MVV GmbH plant im Auftrag der Verbund-Landkreise die Fahrpläne des Regionalbusverkehrs und beauftragt dann rund 50 regional und überregional agierende Verkehrsunternehmen mit der Durchführung.[7] Die Beauftragung erfolgt über europaweite Ausschreibungen.[8]; der Zuschlag wird meist hauptsächlich nach finanziellen Gesichtspunkten vergeben. Die Buslinien dienen dabei der weitläufigen Anbindung an das S-Bahn-Netz, der Querverbindung zwischen mehreren S-Bahnlinien und der Feinerschließung der Verbundlandkreise. Teilweise wird auch der Schülerverkehr mit übernommen.[9]

Ein MVV-Regionalbushaltestellenschild nach MVV-Qualitätsstandards


Neben den MVV-Regionalbuslinien gibt es weitere Linien, die nicht in den Tarifverbund integriert sind und in denen eigene Fahrscheine der durchführenden Betreiber angeboten werden. Dazu gehören

  • Herrsching – Weilheim von DB Oberbayernbus mit mehreren Fahrtenpaaren pro Tag
  • Linientaxi Grünwald

Deutsche Bahn AG-Logo.svg Netinera logo.svg Logo BOB 2015.svg Regionalbahn und Regionalexpress[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neuer Regionalzug der Baureihe 440

Zum MVV-Tarifgebiet gehören auch Teile mehrerer Regionalbahnstrecken (jeweils alle Haltestellen im MVV-Tarifgebiet):[13]

Im Dezember 2013 wurde die S-Bahn-Linie S27 eingestellt, und die S20 verkehrt seither von Pasing nach Höllriegelskreuth, statt nach Deisenhofen. Die Relation Hauptbahnhof – Harras – Solln – Deisenhofen wird nun unter der Marke MERIDIAN von der Bayerischen Oberlandbahn bedient. Außerdem werden im Fahrplan 2013/2014 neun Zugpaare der Regionalbahn durch das Mangfalltal, die sonst nur zwischen Rosenheim und Holzkirchen verkehrt, über Deisenhofen und Solln bis München Hbf durchgebunden. Allerdings wurde dies aufgrund fehlender Fahrzeuge erst ab Juli 2014 realisiert.

Das Münchner S-Bahn-Netz wird somit durch die Regionalbahnstrecken im MVV mit zusätzlichen schnellen Verbindungen ergänzt. Diese sind seit dem Jahr 1998[29] nicht mehr auf dem offiziellen Schnellbahnplan des MVV verzeichnet. Es wird versucht, durch die Anzeige „Nicht einsteigen“ am Bahnsteig in Pasing die Nutzung der Regionalzüge als Expressverbindung zum Hauptbahnhof zu unterbinden.[30] Im Gegensatz zu anderen deutschen Verkehrsverbünden (z. B. Berlin oder Rhein-Ruhr), wo die Regionalbahnlinien komplett dargestellt werden, waren sie in den MVV-Plänen ohnehin nur rudimentär angedeutet.

Durch die Linien Richtung Mühldorf und Rosenheim ergibt sich eine zusätzliche innerstädtische Verbindung. Diese fahren über den Münchner Südring (Ostbahnhof – Hauptbahnhof). Die Fahrzeit ist jedoch länger als mit den entsprechenden S- und U-Bahnlinien, und der an der Strecke liegende Südbahnhof wird seit 1985 nicht mehr bedient.

Die S-Bahn-Strecken MammendorfMaisach und Dachau–Altomünster waren vor dem S-Bahn-Betrieb Regionalbahnlinien im MVV.

Die Bahnstationen Hörlkofen, Walpertskirchen, Thann-Matzbach und Dorfen der Bahnstrecke München–Mühldorf sind nicht in den MVV-Tarif integriert, obwohl sie im Landkreis Erding liegen. Jedoch sind die Regionalbuslinien in diese Orte in den Verbund integriert. Gleiches gilt für die Bahnhöfe Bad Tölz und Seeshaupt.

Ab Dezember 2015 gehören die Bahnstationen Forsting, Edling und Wasserburg (Inn) Bf ebenso zum Verbund. Die entstehenden Mindereinnahmen für die Südostbayernbahn in Höhe von 120.000 Euro pro Jahr muss der Landkreis Rosenheim aufbringen.[31]

Der Flughafen München Franz Josef Strauß soll durch – im Wesentlichen drei – Baumaßnahmen unter dem Oberbegriff Erdinger Ringschluss an das Regionalbahnnetz angeschlossen werden.[32] Die seit Oktober 2014 in Bau befindliche „Neufahrner Nordkurve“ stellt die Verbindung in Richtung Freising und Landshut her. Der eigentliche Ringschluss wird die heute in Erding endende Bahnstrecke zum Flughafen verlängern, und die „Walpertskirchener Spange“ wird die direkte Fahrt Richtung Dorfen und Mühldorf ermöglichen. In Erding soll ein Regionalbahnhof entstehen.[33]

Weitere Verkehrsmittel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ergänzend zu den MVV-Verkehrsmitteln verkehren in einigen Kreisen lokal organisierte und nicht mit dem MVV-Tarif nutzbare Buslinien. Diese sind teilweise sehr gut mit der S-Bahn verknüpft und ergänzen das Angebot zum MVV-Tarif. Diese Linien sind nicht in den elektronischen Auskunftsmedien enthalten.

Fahrplanbereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Fahrplanbücher und -hefte erscheinen jährlich:

  • MVV-Gesamtfahrplan
  • MVV-Schnellbahnfahrplan
  • MVV-Landkreisfahrplan Dachau
  • MVV-Landkreisfahrplan Ebersberg
  • MVV-Landkreisfahrplan Erding
  • MVV-Landkreisfahrplan Freising
  • MVV-Landkreisfahrplan Fürstenfeldbruck
  • MVV-Landkreisfahrplan München (Hachinger Tal)
  • MVV-Landkreisfahrplan München (Isartal)
  • MVV-Landkreisfahrplan München (Würmtal)
  • MVV-Landkreisfahrplan München (Nord)
  • MVV-Landkreisfahrplan München (Ost)
  • MVV-Landkreisfahrplan Starnberg
  • MVV-Minifahrpläne für alle MVV-Regionalbuslinien im Landkreis Starnberg
  • diverse MVV-Gemeindefahrpläne

Verkehrsunternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehrsunternehmen, die für den Münchner Verkehrsverbund fahren, sind derzeit[34]:

Gesellschafter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gesellschafter der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund GmbH (MVV) sind derzeit der Freistaat Bayern, die Landeshauptstadt München sowie die Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen, Dachau, Ebersberg, Erding, Freising, Fürstenfeldbruck, München und Starnberg.

Tarifsystem[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bartarif[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Automaten-Tageskarte (2009)

Im Bartarif können Einzel-, Mehrfahrten- und Tageskarten gekauft werden. Daneben gibt es in Kooperation mit bestimmen Veranstaltern Kombitickets, die gleichzeitig als Eintrittskarte und als MVV-Fahrschein gelten. Für Kinder und Jugendliche gelten ermäßigte Fahrpreise. Das Netzgebiet ist im Bartarif in eine Innenraum- und drei Außenraumzonen eingeteilt.

Die MVG akzeptiert seit dem Fahrplanwechsel Ende 2015 keine Geldkarten mehr. Lediglich an den DB-Automaten im S-Bahnbereich kann die Geldkarte genutzt werden.

Ab dem 15. Dezember 2013 können Einzelfahrkarten (auch Streifenkarten und Kurzstrecken-Tickets) und Tageskarten als HandyTicket und Tageskarten vorab online als PrintTicket gekauft werden. [36]

Zeitkartentarif[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für regelmäßige Nutzer des MVV gibt es eine Zeitkarte namens „IsarCard“. Sie ist seit Dezember 2013 mit flexibler Geltungsdauer, d. h., die Karte gilt ab dem vom Kunden gewählten Datum 7 Tage (Wochenkarte) oder einen Monat (Monatskarte) - z. B. eine Wochenkarte, die am Mittwoch gekauft wurde, gilt bis darauffolgenden Mittwoch, 12.00 Uhr. Eine Monatskarte, die am 13. d. Monats gekauft wurde, gilt bis zum 13. des Folgemonats, 12.00 Uhr. Die Monatskarten IsarCard, IsarCard60 und IsarCard9Uhr können im Jahresabonnement für 12 Kalendermonate günstiger bezogen werden. Monatszeitkarten für Schüler, Auszubildende und Studenten (Ausbildungstarif) sowie Firmentickets als IsarCardJob bei einer Mindestabnahme von 100 Tickets pro Jahr mit 12-monatiger Geltungsdauer je Firma sind ebenfalls erhältlich. Daneben gibt es spezielle Angebote für Senioren (IsarCard 60) und für jedermann (IsarCard9Uhr), die werktags erst nach dem morgendlichen Berufsverkehr gelten (Mo-Fr ab 9.00 Uhr). Im Zeitkartentarif sind die vier Zonen des Bartarifs in insgesamt 16 Ringe unterteilt. Vor der Tarifreform im Jahr 1999 war das MVV-Gebiet im sogenannten „Allgemeinen Zeitkartentarif“ in 148 wabenförmige Zonen eingeteilt.

Sozialtarif[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für alle „München-Pass“-Inhaber, die zum Beispiel Arbeitslosengeld II (Hartz IV), Grundsicherungsrente oder ähnliche Leistungen zum Lebensunterhalt beziehen, bietet der MVV ab 1. April 2009 eine erheblich subventionierte Sozialfahrkarte („Wertmarke“) an allen MVV-Verkaufsstellen und MVV-Fahrkartenautomaten an, die IsarCard S, die jeweils für einen Kalendermonat gilt. Die IsarCard S (gültiger München-Pass mit gültiger Wertmarke) kostet für den MVV-Innenraum 27,10 Euro und für das gesamte MVV-Streckennetz 45,80 Euro. An Werktagen von Montag bis Freitag gelten diese erst ab 9 Uhr. Eigene Kinder und Enkelkinder von 6 bis 14 Jahre können in beliebiger Zahl kostenlos mitfahren, sonst ist die Zahl kostenlos mitfahrender Kinder von 6 bis 14 Jahre auf drei beschränkt. Für diese vergünstigte Monatsfahrkarte muss das Münchener Sozialreferat einer Prognose zufolge jährlich etwa 5,5 Millionen Euro an den MVV bezahlen. Zusätzlich besteht für die „München-Pass“-Inhaber die Möglichkeit, in ihrem Sozialbürgerhaus monatlich bis zu 15 verbilligte Tageskarten zu erwerben, die nur in Verbindung mit dem „München-Pass“ gelten und keine zeitlichen Einschränkungen haben. Mit Einführung der IsarCard S zum 1. April 2009 ist ein dreijähriger Streit und Kampf um ein Münchener MVV-Sozialticket beendet.

Semesterticket[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1992 gibt es Verhandlungen über ein Semesterticket in München. Nachdem die Einführung eines Sockelmodells immer wahrscheinlicher wurde, erklärte der MVV im Juli 2008 die Verhandlungen für gescheitert. Da der Anteil der MVV-Fahrer unter den Studenten in München ohnehin schon sehr hoch ist und nicht mit ausreichend hohen Fördergeldern vom Freistaat Bayern zu rechnen war, wäre ein Semesterticket im Vergleich mit anderen Städten nur relativ teuer umzusetzen gewesen. Somit bleibt München die einzige große deutsche Universitätsstadt ohne ein eigenes Semesterticket für Studenten. Nach Protesten und einem offenen Brief, welcher gemeinsam vom Studentenwerk, sowie der Präsidenten und studentischen Vertretungen der drei großen Hochschulen Münchens verfasst wurde, konnten Ende Januar 2009 die Verhandlungen vorerst wieder aufgenommen werden. [37] Vom 23. November bis 4. Dezember 2009 konnten die Studenten der LMU, der TU und der Hochschule München über das Semesterticket online abstimmen.[38] Zwar stimmten an der TU 82,5 % und an der HM 65,5 % der Studenten für das Semesterticket, jedoch fand sich an der LMU mit 47,9 % keine Mehrheit für das angebotene Modell.[39]

Vom 21. November bis 2. Dezember 2012 haben die Studenten erneut über die Einführung eines Semestertickets abgestimmt. Bei dieser zweiten Urabstimmung fiel das Votum mit 86,3 % (LMU 81,5 %, TU 90,7 %, HM 87,9 %) deutlich für das Semesterticket aus.[40] Im Wintersemester 2013/14 wurde das Modell eingeführt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Münchner Verkehrs- und Tarifverbund – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b http://www.mvv-muenchen.de/de/der-mvv/mvv-in-zahlen/index.html
  2. Interview auf abendzeitung-muenchen.de
  3. a b c d In den Orten mit dieser Fußnote verkehren sowohl RVO-Buslinien, die in den MVV-Tarif integriert sind (dreistellige Nummer, Startpunkt eine S-Bahn-Station), als auch nicht integrierte Linien bzw. Streckenabschnitte (vierstellige Nummern beginnend mit 95.. und 96.. sowie Stadtbusse Bad Tölz).
  4. MVV – Verbundraumdaten
  5. S-Bahn München - Daten und Fakten (Memento vom 3. Mai 2008 im Internet Archive)
  6. a b c MVG in Zahlen (Memento vom 22. August 2014 im Internet Archive)
  7. MVV – Statistik
  8. @1@2Vorlage:Toter Link/www.mvv-muenchen.de Seite nicht mehr abrufbar; Suche in Webarchiven: MVV – Ausschreibungen
  9. MVV – Zukunftsplanung
  10. @1@2Vorlage:Toter Link/www.rvo-bus.de Seite nicht mehr abrufbar; Suche in Webarchiven: RVO-Bus 9551, Online-Fahrplan der RVO, abgerufen am 26. August 2014
  11. Webseite Airport-Bus-München, abgerufen am 26. August 2014
  12. Beschreibung (Memento vom 21. April 2012 im Internet Archive)
  13. S-Bahn und Regionalzugnetz. MVV Münchner Verkehrs- und Tarifverbund, abgerufen am 27. November 2015 (PDF).
  14. Kursbuch der Deutschen Bahn 2015. 930 München – Landshut – Regensburg. Deutsche Bahn AG, abgerufen am 27. November 2015 (PDF).
  15. Kursbuch der Deutschen Bahn 2015. 931 Passau – Landshut – München Donau – Isar – Express. Deutsche Bahn AG, abgerufen am 27. November 2015 (PDF).
  16. Kursbuch der Deutschen Bahn 2015. 900 Nürnberg – Ingolstadt – München (Regionalverkehr). Deutsche Bahn AG, abgerufen am 27. November 2015 (PDF).
  17. Kursbuch der Deutschen Bahn 2015. 980 Ulm – Augsburg – München. Deutsche Bahn AG, abgerufen am 27. November 2015 (PDF).
  18. Kursbuch der Deutschen Bahn 2015. 970 München/Augsburg – Buchloe – Kempten – Immenstadt – Lindau/Oberstdorf. Deutsche Bahn AG, abgerufen am 27. November 2015 (PDF).
  19. Kursbuch der Deutschen Bahn 2015. 960 München – Mittenwald – Innsbruck. Deutsche Bahn AG, abgerufen am 27. November 2015 (PDF).
  20. Kursbuch der Deutschen Bahn 2015. 961 München – Tutzing – Kochel Kochelsee-Bahn. Deutsche Bahn AG, abgerufen am 27. November 2015 (PDF).
  21. Kursbuch der Deutschen Bahn 2015. 955 Bayrischzell – Holzkirchen – München Bayerische Oberlandbahn. Deutsche Bahn AG, abgerufen am 27. November 2015 (PDF).
  22. Kursbuch der Deutschen Bahn 2015. 956 Lenggries – Holzkirchen – München Bayerische Oberlandbahn. Deutsche Bahn AG, abgerufen am 27. November 2015 (PDF).
  23. Kursbuch der Deutschen Bahn 2015. 957 Tegernsee – Holzkirchen – München Bayerische Oberlandbahn. Deutsche Bahn AG, abgerufen am 27. November 2015 (PDF).
  24. Kursbuch der Deutschen Bahn 2015. 958 Holzkirchen – Rosenheim Mangfalltal-Bahn. Deutsche Bahn AG, abgerufen am 27. November 2015 (PDF).
  25. Kursbuch der Deutschen Bahn 2015. 950 München – Rosenheim – Kufstein. Deutsche Bahn AG, abgerufen am 27. November 2015 (PDF).
  26. Kursbuch der Deutschen Bahn 2015. 951 München – Rosenheim – Salzburg. Deutsche Bahn AG, abgerufen am 27. November 2015 (PDF).
  27. Kursbuch der Deutschen Bahn 2015. 948 Grafing – Ebersberg – Wasserburg Filzenexpress. Deutsche Bahn AG, abgerufen am 27. November 2015 (PDF).
  28. Kursbuch der Deutschen Bahn 2015. 940 München – Mühldorf Südostbayernbahn. Deutsche Bahn AG, abgerufen am 27. November 2015 (PDF).
  29. Historie der Münchner Schnellbahn-Netzpläne, abgerufen am 4. Januar 2014
  30. Regionalzüge: Die seltsamen Pläne, Online-Ausgabe der tz vom 29. September 2011, abgerufen am 26. August 2014
  31. Marco Völklein: MVV-Gebiet wächst – Filzenexpress soll dazukommen. In: sueddeutsche.de. ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 11. August 2015]).
  32. Bayerische Eisenbahngesellschaft: Projekt Erdinger Ringschluss
  33. Presseerklärung des Bayerischen Verkehrsministeriums vom 19. Februar 2008 (Memento vom 13. September 2012 im Webarchiv archive.is)
  34. http://www.mvv-muenchen.de/de/home/dermvv/unternehmen/verkehrsunternehmen/index.html
  35. http://www.busreisen-ettenhuber.de/index.php
  36. MVV-HandyTicket und OnlineTicket
  37. AStA der TU München: Überblick zum AK Semesterticket an der TU München (Memento vom 4. September 2011 im Internet Archive)
  38. semesterticket-muenchen.de
  39. Ergebnisse Semesterticket Abstimmung & Pressemitteilung: PDF
  40. http://www.semesterticket-muenchen.de/abstimmung-2012/ergebnisse/