Münichholz

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Münichholz (Stadtteil)
Münichholz (Österreich)
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Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Steyr (SR), Oberösterreich
Pol. Gemeinde Steyr  (KG Hinterberg)
Ortschaft Steyr
Koordinaten 48° 3′ 14″ N, 14° 26′ 21″ OKoordinaten: 48° 3′ 14″ N, 14° 26′ 21″ Of1
Höhe 305 m ü. A.
Einwohner der stat. Einh. 7180 (15. Mai 2001)
Statistische Kennzeichnung
Zählsprengel/ -bezirk XI. Bez.: Münichholz (40201 20)
Bild
Blick von der Dambergwarte in Sankt Ulrich
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; DORIS

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Münichholz ist ein Stadtteil der österreichischen Stadt Steyr.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Münichholz hat eine Fläche von 1,84 km² und wurde im Jahre 1938 von 221 Bewohnern, vorwiegend Bauern, besiedelt. Einen entscheidenden Einschnitt in die Geschichte von Münichholz brachte der Einmarsch der Nationalsozialisten am 13. März 1938 in Österreich. In der Zeit vom 22. September 1938 bis zum 18. August 1939 wurden die Bewohner von 29 Anwesen (Bauernhöfen) ausgesiedelt. Die Errichtung einer Großsiedlung in Münichholz steht in engem Zusammenhang mit der Aufrüstung des Dritten Reiches und den Aufgaben, die der Stadt Steyr und den Steyr-Werken zugedacht waren.

Der Stadtteil entstand in seiner jetzigen Form 1939. Er wurde unter dem damaligen nationalsozialistischen Regime erbaut. Er war eine nationalsozialistische Mustersiedlung, die im Endausbau bis zu 20.000 Menschen Wohnungen bieten sollte. Daneben gab es an der Haagerstraße mit dem KZ-Nebenlager Steyr-Münichholz auch ein Außenlager des KZ Mauthausen mit bis zu 3090 Häftlingen. Diese wurden bei der Steyr-Daimler-Puch AG zu Bauarbeiten in der Rüstungsindustrie (Kugellager- und Flugmotorenherstellung) sowie bei der Stadtgemeinde Steyr zum Hallen- und Straßenbau und zur Erstellung von Luftschutzstollen herangezogen. Dabei gab es vielerlei Übergriffe, Misshandlungen und „Erschießungen auf der Flucht“.

Bis 1938 gehörte Münichholz zur Gemeinde Behamberg in Niederösterreich. Als 1939 mit dem Bau von Münichholz begonnen wurde, störte es niemand, dass dieses Gebiet zu Niederösterreich gehörte. Mit einem Federstrich wurden die Reichsgaue anders eingeteilt. Am 7. Juli 1948 beschloss der oberösterreichische Landtag das Gemeindestatut von Steyr, in dem Münichholz als ein Teil von Steyr genannt wird. 1955, nach dem Abzug der Besatzungstruppen, begannen Verhandlungen über Münichholz, welches laut Landesgesetz zu Steyr und Oberösterreich, aber nach dem Bundesgesetz zu Niederösterreich gehörte. Laut Bundesverfassungsgesetz vom 16. Dezember 1958, rückwirkend mit 1. Mai 1945 in Kraft getreten, kam Münichholz von Niederösterreich zu Oberösterreich und wurde der Stadt Steyr angegliedert. Münichholz wird entsprechend den Bauabschnitten in drei Abschnitte unterteilt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Haltepunkt Steyr-Münichholz liegt an einer Teilstrecke der Rudolfsbahn.

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtteil hat einen hohen Anteil von Wald- und Grünflächen. Das Ennsknie mit dem Konglomerat-Steilabfall Münichholz liegt in der letzten freien Fließstrecke der Enns in Oberösterreich.[1]

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Peter Prack: Das Ennsknie in Steyr, ein – leider nicht erklärtes – Naturdenkmal. 2008; abgerufen am 18. August 2015.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Münichholz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien