Sprakel

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Sprakel
Stadt Münster
„Geteilt durch einen linksschrägen Wellenbalken in Rot und Gold (Gelb), oben drei nach links gewandte gebündelte goldene (gelbe) Weizenähren, unten eine aufrechtstehende rote Eichel.“
Koordinaten: 52° 2′ 15″ N, 7° 37′ 5″ O
Höhe: 48 m
Fläche: 22,41 km²
Einwohner: 3175 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 142 Einwohner/km²
Postleitzahl: 48159
Vorwahl: 0251
Karte
Sprakel in Münster

Sprakel (plattdeutsch Spraokel) ist der nördlichste und mit 3175 Einwohnern (Stand Dezember 2015) zugleich auf die Einwohnerzahl bezogen auch der kleinste Stadtteil von Münster in Westfalen. Er gehört zum Stadtbezirk Nord, liegt circa 9 km vom Stadtzentrum von Münster entfernt und ist ein typischer Wohnvorort. Insgesamt ist dieser Stadtteil sehr landwirtschaftlich orientiert, was auch die große Fläche von 22,41 km² erklärt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sprakeler Straße im Zentrum von Sprakel Richtung Norden gesehen.

Erstmals urkundlich erwähnt wird die Bauerschaft Sprakel als „Spraclo“ oder „Sprakonlo“ in einer kirchlichen Urkunde aus dem Jahr 1032: Der Name bezeichnet dichtes Unterholz und verweist auf die damals üppig bewaldete Landschaft.

Bis 1974 zur Gemeinde St. Mauritz gehörig, wurde Sprakel erst im Zuge der Gebietsreform am 1. Januar 1975 in die Stadt Münster eingegliedert.[1]

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf den Kirchturm in Richtung Süden

Das gesellschaftliche Leben in Sprakel wird von Vereinen geprägt. Als wichtigster Verein ist der Sportverein SC Sprakel 1930 e.V. mit über 700 Mitgliedern zu nennen. Einmal jährlich findet der traditionelle Karnevalsumzug – als erster der vier münsterschen Umzüge – statt, organisiert von der Karnevals-Interessen-Gemeinschaft KIG Sprakel-Sandrup-Coerde. Die nahgelegenen Rieselfelder mit der „Biologischen Station Rieselfelder Münster“ wurden zum Europareservat für Wat- und Wasservögel ernannt. Zudem befindet sich südlich des Stadtteils in der Bauerschaft Sandrup der Sandruper See. Damit ist die Landschaft um Sprakel für Vogelkundler und Naturliebhaber ein attraktives Ausflugsziel geworden.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landwirtschaft und Forstbaumschulen haben die wirtschaftliche Entwicklung Sprakels schwerpunktmäßig geprägt. Von größter Bedeutung war dabei der Bau der Eisenbahnstrecke Münster – Rheine: 1888 erhielt der Ort eine Haltestelle, 1908 eine Güterhalle. Mit der Einrichtung dieser Haltestelle erfuhr Sprakel einen wirtschaftlichen Aufschwung, der für die Menschen auch eine Existenz außerhalb der Landwirtschaft möglich machte.

Neben den landwirtschaftlichen Höfen gab es nun auch zunehmend Arbeiterhäuser und von 1960 bis zum Ende der 1970er Jahre nahm die Bebauung vor allem westlich der Sprakeler Straße stetig zu. So entstand hier ein kleines Ortsteilzentrum, wo sich neben einer Grundschule und einem Kindergarten auch das Zentrum der Pfarrgemeinde St. Marien ansiedelte.

Im Juli 2002 wurde nach fast 40-jähriger Planung die Umgehungsstraße für die B 219 fertiggestellt. Damit wurde der Ortskern Sprakels vom Verkehrsaufkommen erheblich entlastet und der Wohnwert deutlich gesteigert. Der Bau eines neuen Stadtteilzentrums mit einem Einkaufszentrum sowie weitere Neubaugebiete sind in Planung.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ehemalige Bahnhof und heutige Bahnhaltepunkt Münster-Sprakel

Sprakel liegt direkt neben der B 219. Das Stadtzentrum von Münster lässt sich aufgrund dieser Anbindung recht zügig in circa 15 Minuten mit dem Pkw erreichen. Aufgrund seiner Lage am Nordrand von Münster ist zudem die Nachbarstadt Greven in wenigen Minuten zu erreichen. In unmittelbarer Nähe von Sprakel verläuft die Autobahn A1, für die jedoch in Sprakel keine Anschlussstelle existiert.

In Sprakel besteht ferner ein Haltepunkt an der Bahnstrecke Münster–Rheine für Regionalbahnen zwischen Rheine und dem Hauptbahnhof Münster. Auch die Busse der Stadtwerke Münster und vom Regionalverkehr Münsterland verkehren hier.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 311.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]