Münster-Arkaden

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Münster-Arkaden (2006)

Die Münster-Arkaden (Eigenschreibweise: MÜNSTER ARKADEN) sind ein Einkaufszentrum an der Ludgeristraße in unmittelbarer Nähe zum historischen Prinzipalmarkt in Münster, Westfalen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name des Einkaufszentrums soll eine Verbindung zu den Arkaden des Prinzipalmarktes suggerieren, was allerdings ob des Fehlens von Rundbögen an der Fassade der Münster-Arkaden für Kritik sorgte, da es sich bei dieser Architekturform um Kolonnaden handelt. Der Entwurf stammt vom Architekturbüro Kleihues + Kleihues aus Dülmen.[1]

Der erste Bauabschnitt des etwa 10.000 m² großen Areals wurde am 17. Mai 2005, der zweite am 26. Oktober 2006 eröffnet.[2] Die Arkaden beherbergen auf vier Etagen 23.600 m² Verkaufsfläche bei einer Gesamtnutzfläche von über 56.000 m² mehrere Gastronomiebetriebe, Einzelhandelsgeschäfte und die Innenstadtfiliale der Sparkasse Münsterland Ost, die mit rund 7.600 m² auch den größten Gebäudeteil belegt. Die Sparkasse ist Initiatorin des Projekts und hat dafür ungefähr 105 Millionen Euro aufgewendet.[3][2][1] Weitere Ankermieter sind die Buchhandlung Thalia, die Bekleidungskette Esprit, der Elektronikmarkt Saturn, die dm-Drogerie, der Bio-Supermarkt SuperBioMarkt und der Bekleidungsanbieter Peek & Cloppenburg. Im Sommer 2013 waren sämtliche Ladenlokale vermietet.[1] Im Jahr 2015 werden die ersten Mietverträge zehn Jahre nach Eröffnung der Münster-Arkaden auslaufen.[1]

Noch vor der Eröffnung des zweiten Bauabschnitts am 26. Oktober 2006 verkaufte die Sparkasse Münsterland Ost als Eigentümerin am 16. Oktober die Münster-Arkaden für rund 165 Millionen Euro an das portugiesische Unternehmen Sonae Sierra, dem nach eigenen Angaben zweitgrößten Betreiber von Shopping-Centern in Europa.[3][2][1]

Sonae Sierra erklärte Ende 2010, vom Kauf der Münster-Arkaden zurücktreten zu wollen, da die Sparkasse anders als zugesichert kein Änderungs- und Verwertungsrecht an dem Objekt gehabt und damit übertragen habe.[2] Sonae wollte unter anderem die Anordnung der Rolltreppen ändern, was sich die Architekten mit Verweis auf ihr Urheberrecht verweigern.[2] Die Sparkasse bestritt diese Ansicht.[4][2] Dieser Rechtsstreit ist inzwischen beigelegt.[5]

Ende November 2012 wurde bekannt, dass die Münster-Arkaden ab dem 1. Januar 2013 dem Investor Aachener Grundvermögen gehöre.[3][6][1][7] Das Gebäude wurde für knapp 200 Millionen Euro erworben.[3][1] Das Center-Management werde jedoch weiterhin vom Vorbesitzer Sonae Sierra übernommen, die sich einzig zur Kapitalfreisetzung für weitere Projekte von dem Objekt getrennt habe.[2] Die Aachener Grundvermögen, die bereits sechs weitere hochwertige Immobilien in Münster besitzt, verfolge eine langfristige Anlagestrategie und keinen kurzfristigen Wiederverkauf des Gebäudes.[6][7]

Im Jahr 2012 wurden in den Münster-Arkaden 11,8 Millionen Besucher gezählt.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Münster Arkaden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h Westfälische Nachrichten: Fällt die Zwölf-Millionen-Marke? – Münster-Arkaden: Der neue Center-Manager Andreas Theurich will noch mehr Besucher anlocken (online), Münster/Wirtschaft, Münster, Martin Kalitschke, 16. August 2013
  2. a b c d e f g Stefan Bergmann: Einkaufszentrum: Kirchen-Fonds kauft Münster-Arkaden. Münstersche Zeitung, 19. November 2012, archiviert vom Original am 27. November 2012; abgerufen am 20. November 2012.
  3. a b c d Stefan Bergmann: Starke Wertsteigerung: Arkaden für fast 200 Millionen verkauft. Münstersche Zeitung, 20. November 2012, abgerufen am 20. November 2012.
  4. Stefan Bergmann: Münster-Arkaden: Sonae Sierra tritt vom Kauf zurück. Münstersche Zeitung, 23. Dezember 2010, abgerufen am 6. März 2011.
  5. Stefan Bergmann: Arkaden für knapp 200 Millionen Euro verkauft: „Aachener Grund“ übernimmt Center, Münster, 20. November 2012
  6. a b Klaus Baumeister: Neuer Eigentümer, aber keine Veränderungen geplant: Katholische Kirche kauft Münster-Arkaden. Westfälische Nachrichten, 20. November 2012, abgerufen am 20. November 2012.
  7. a b Wirtschaftsförderung Münster: Handelsimmobilienreport 2013 (PDF; 1,2 MB), S. 4

Koordinaten: 51° 57′ 38″ N, 7° 37′ 37″ O