Münsterland

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Münsterland um die Stadt Münster; zu Bedeutungen weiterer gleichnamiger Begriffe siehe Münsterland (Begriffsklärung).
Münsterland
Münsterland (Deutschland)
Münsterland
Münsterland
Koordinaten 51° 58′ N, 7° 38′ O51.9629444444447.6286944444444Koordinaten: 51° 58′ N, 7° 38′ O
Basisdaten
Staat Deutschland
Höhe 100 m
Fläche 5129 km²

Das Münsterland ist eine Region im nordwestlichen Westfalen im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Zentrum des Münsterlands ist die westfälische Großstadt und ehemalige Provinzialhauptstadt Münster. Je nach historischen, naturräumlichen, gesellschaftlichen oder politischen Zusammenhang lässt es sich unterschiedlich eingrenzen, einen ungefähren Rahmen bilden der Teutoburger Wald im Nordosten, die Lippe im Süden und die niederländische Staatsgrenze im Westen.

Als historische Region steht das Münsterland in der Tradition des Hochstifts Münster, des früheren weltlichen Herrschaftsgebietes der Münsteraner Bischöfe. Daneben werden als politische Region Münsterland die Kreise Borken, Coesfeld, Steinfurt, Warendorf und das kreisfreie Münster zusammengefasst, deren Zusammenarbeit und gemeinsame Aktivitäten oft unter diesem Begriff firmieren. Landschaftlich gehört das Münsterland zur Westfälischen Bucht.

Das Regionalbewusstsein der Bevölkerung ist stark ausgeprägt und orientiert sich dabei gesellschaftlich eher an den abweichenden historischen Grenzen. Verbindend wirken neben der langen gemeinsamen Geschichte vor allem das vorherrschende katholische Bekenntnis und die niederdeutsche Sprache in den Formen Münsterländer und Westmünsterländer Platt. Demgegenüber steht das ehr evangelische Bekenntnis in der Region Tecklenburger Land und dem aus dem ostwestfälischen hervorgegangene Tecklenburger Platt, das den osnabrückischen Dialekten ähnelt.[1]

Die meist ländliche Struktur sowie besondere kulturlandschaftliche Merkmale, etwa das vielerorts parkartige Landschaftsbild und die zahlreichen Wasserburgen, stellen weitere regionale Eigenheiten dar. Es besteht eine starke Ausrichtung auf Münster, das in kultureller, geistiger und wirtschaftlicher Hinsicht seit jeher den beherrschenden Mittelpunkt bildet.

Geographie[Bearbeiten]

Das Logo für Öffentlichkeitsarbeit der Münsterland e.V.

Die Grenzen des Münsterlands sind nicht eindeutig festzulegen, da dabei wahlweise geschichtlich-kulturelle oder naturräumliche Gesichtspunkte oder aber die aktuelle Verwaltungseinteilung zugrunde gelegt werden können. Neben einem recht großen, unzweifelhaft dazugehörigen Kernraum bestehen im Norden, Osten und Süden Übergangszonen, die je nach Zusammenhang entweder zum Münsterland oder zu den umliegenden Regionen gerechnet werden.

Geologie[Bearbeiten]

Kreidezeitliche Sande der Haltern-Schichten am Hünsberg bei Coesfeld

Die Geologie des Münsterlandes ist im Zusammenhang mit der Geologie der gesamten Westfälischen Bucht einschließlich der begrenzenden Randgebirge zu sehen. Sie lässt sich rund 400 Millionen Jahre bis ins Erdaltertum zurückverfolgen. Damals war das Münsterland Sedimentationsgebiet eines urzeitlichen Meeres. Die 1961/62 bei Billerbeck in den Baumbergen durchgeführte Bohrung Münsterland 1, seinerzeit die tiefste in Europa, stieß in einer Tiefe von mehr als 5500 Metern auf die ersten devonischen Schichten (ca. 420 – 359 mya). Darüber befinden sich die Schichten der Karbonzeit (359 – 299 mya), aus denen im Ibbenbürener Revier noch bis 2018Vorlage:Zukunft/In 4 Jahren Steinkohle gefördert wird, die aber ansonsten so tief im Untergrund des Münsterlandes verborgen liegen, dass ein Abbau nie in Frage kam. Aus den anschließenden Zeitaltern von Perm, Trias und des Jura gibt es im Münsterland keine Ablagerungen, denn für rund 200 Millionen Jahre war es festländisch und damit Abtragungsgebiet. Während der Kreidezeit senkte sich das Gebiet des heutigen Münsterlandes, das Meer brach in die entstehende Senke bis an den Rand des Sauerlandes ein, und die Struktur der Westfälischen Bucht bildete sich heraus. Während dieser Epoche sedimentierten im Kreidemeer mächtige Schichten. Baumberger, Osning- und Bentheimer Sandstein sind ebenso kreidezeitliche Relikte wie die Halterner Sande, die im Südwesten des Münsterlandes zurückblieben und für die Trinkwasserversorgung des Ruhrgebietes von großer Bedeutung sind. Überall in der Westfälischen Bucht sind kreidezeitliche Sedimente zu finden. Man spricht daher auch vom Münsterländer Kreidebecken bzw. von der Westfälischen Oberkreidemulde. Am Ende der Kreidezeit (139 – 66 mya) wurde das Münsterland wieder Teil des Festlandes und ist es seitdem ununterbrochen geblieben. Im anschließenden Tertiär (65– 2,6 mya) wurden die Baumberge und Beckumer Berge infolge Reliefumkehr herausmodelliert. Ablagerungen aus dieser Zeit gibt es im Münsterland nur im Übergangsbereich zum niederrheinischen Tiefland.

Gravierenden Einfluss auf das Aussehen der heutigen münsterländischen Landschaft hatten die Kaltzeiten des Quartärs. Mehrfach stießen skandinavische Eismassen nach Mitteleuropa vor. Im Drenthe-Stadium der Saale-Kaltzeit überfuhren die Gletscher auch das Münsterland und deckten es mit einer bis zu 300 Meter mächtigen Eisschicht zu. Nach ihrem Abschmelzen hinterließen sie eine Grundmoräne, die in weiten Teilen die darunter verborgenen kreidezeitlichen Sedimente überdeckt. Mit dem Eis verfrachtete erratische Blöcke blieben als Teil des Geschiebes in der Landschaft zurück. In den Zwischeneiszeiten boten die vegetationsarmen Flächen dem Wind Angriffsflächen, es kam zu großen Verfrachtungen von Sand und Löss. Die Fließgewässer im Münsterland bildeten ihre Niederterrassen aus, in die sie sich in der nachfolgenden Warmzeit einschnitten.

Hauptartikel: Geologie des Münsterlandes

Die Münsterlandkreise[Bearbeiten]

Die Stadt Münster und die Kreise Borken, Coesfeld, Steinfurt und Warendorf werden bisweilen unter dem Begriff Münsterlandkreise zusammengefasst. Zusammen kommen sie auf eine Fläche von 5940 km², was den Großteil des Regierungsbezirks Münster ausmacht. Ihre Einwohnerzahl beträgt knapp 1,6 Mio. (2005). Im Westen grenzen die Niederlande, im Südwesten die Region Niederrhein, im Süden das Ruhrgebiet, im Südosten die Hellwegbörden, im Osten die Region Ostwestfalen-Lippe, im Nordosten und Norden Niedersachsen mit Osnabrücker Land, Grafschaft Bentheim und Emsland an.

Der Begriff Münsterlandkreise bestand bereits vor der nordrhein-westfälischen Gebietsreform von 1975. Unter diesem Begriff wurden neben der kreisfreien Stadt und dem Landkreis Münster auch die Altkreise Ahaus, Beckum, Borken, Coesfeld, Lüdinghausen, Steinfurt, Tecklenburg, Warendorf und die kreisfreie Stadt Bocholt subsumiert. Mit der Gebietsreform entstand die gegenwärtige Verwaltungsstruktur mit der Stadt Münster und den eingangs genannten vier Kreisen.

Münsterland und Münsterlandkreise sind somit keine synonymen Begriffe. Im Zuge regionaler Zusammenarbeit und des um 1980 aufgekommenen Regionalmarketings wird der Begriff Münsterland mittlerweile jedoch teilweise auf dieses von den neuen Kreisen gebildete Gebiet angewandt.

Die Region Münsterland in Nordrhein-Westfalen

Historische Grenzen[Bearbeiten]

Das historische Münsterland ist gleichzusetzen mit dem Oberstift Münster, dem Kerngebiet des vom ausgehenden Hochmittelalter bis 1803 bestehenden Hochstifts Münster. Seine Grenze zum Vest Recklinghausen wurde im Süden durch die Lippe gebildet, im Nordosten verlief sie etwa mittig zwischen Teutoburger Wald und oberer Ems. Nach 1816 bestand sie so außer im Südwesten überall als Kreisgrenze weiter. Erst 1929 und besonders ab 1969 kam es zu größeren Änderungen. Die Gebiete entlang der Lippe wurden den südlich angrenzenden Kreisen zugeteilt, kleinere Abtretungen gab es auch im Osten und Südwesten.

Im Nordosten dagegen wurde im Zuge der Gebietsreform durch das Münster/Hamm-Gesetz das Tecklenburger Land in den neugebildeten Kreis Steinfurt eingegliedert. Bereits der damalige Kreis Tecklenburg gehörte zu den sog. Münsterlandkreisen, dennoch war die Bindung an Münster eher gering. Bis heute lehnt sich das Tecklenburger Land landschaftlich an das Osnabrücker Land an, ist überwiegend evangelisch geprägt und orientiert sich raumpolitisch an Osnabrück. Gegenüber früher hat es aber eine deutliche Annäherung an das Münsterland gegeben, da die Regionen in vielen Bereichen zusammenarbeiten.

Die folgenden Gebiete sind historische Bestandteile des Münsterlands, gehören aber nicht zu den genannten Kreisen der heutigen Verwaltungsgliederung:

Die Bevölkerung dieser Orte empfindet sich zu einem bedeutenden Teil noch dem Münsterland zugehörig. Dagegen nimmt das Tecklenburger Land aufgrund seiner Geschichte aus den genannten Gründen nach wie vor eine gewisse Sonderstellung in der Region ein.

Die folgenden Gebiete sind hingegen keine historischen Bestandteile des Münsterlands, gehören aber zu den genannten Kreisen der heutigen Verwaltungsgliederung:

Das naturräumliche Münsterland[Bearbeiten]

Das Münsterland im naturräumlichen Sinne gliedert sich wie folgt in Haupteinheiten (dreistellig; klein geschriebene Einheiten fassen die südlich angrenzenden Landschaften zusammen):[2]

Das naturräumliche Münsterland umfasst den tief gelegenen, nördlichen und mittleren Teil der Westfälischen Bucht. Hierbei stellt das Kernmünsterland die Kernlandschaft der Bucht dar, an der Gesteine der Oberkreide unmittelbar anstehen bzw. kaum überlagert sind. Die auch als Kleimünsterland bezeichnete Landschaft ist durch mergelige Lehmböden gekennzeichnet.

Dem gegenüber sind das Ostmünsterland am Oberlauf der Ems und nordöstlich jenseits davon sowie das bis zur deutsch-niederländischen Grenze reichende Westmünsterland, die das Kernland westlich, nördlich und östlich einrahmen, sehr sandig und mager. Sie werden auch als „Sandmünsterland“ zusammengefasst.

Die drei südlich angrenzenden, nicht mehr als Teile des Münsterlandes anzusehenden Landschaften wiederum, allen voran die Hellwegbörden im östlichen Süden, sind stark lösshaltig und deutlich fruchtbarer. Emscherland und Westenhellweg im östlichen Süden der Westfälischen Bucht nehmen den größten Teil des Ballungsraumes Ruhrgebiet ein.

Höhenzüge[Bearbeiten]

Das Münsterland wird von mehreren Hügellandschaften durchzogen, die ihr Umland je um bis zu 100 m überragen. Die Baumberge-Wasserscheide trennt die Flusssysteme von IJssel/Rhein-Lippe und Ems. Sie durchzieht das Kernmünsterland von Nordwesten nach Südosten. An ihr liegen die Baumberge bei Billerbeck (bis 187 m) und die Beckumer Berge bei Beckum (bis 173 m). Im Südosten des Westmünsterlandes reichen die Halterner Berge bei Haltern am See in der Haard (bis 154 m) bis über die Lippe hinaus.

Eine geologische Besonderheit stellt der Münsterländer Kiessandzug dar, dessen saaleeiszeitlichen Sedimente das Gebiet in Nordsüdrichtung durchziehen. Im Norden verlaufen sie z.T. an der IJsselmeer-Ems-Wasserscheide.

Flüsse[Bearbeiten]

Die Ems selbst durchfließt mit ihrem Oberlauf den Nordosten und Norden des Münsterlandes. Ein Großteil der Osthälfte des Münsterlands fällt ebenfalls in ihr Einzugsgebiet, woran die Werse als bedeutendster Nebenfluss großen Anteil hat. Über die Lippe wird der Südwesten und äußerste Süden zum Rhein hin entwässert, ihre Zuflüsse sind, mit der bedeutenden Ausnahme der Stever, eher kurz. Im Westen und Nordwesten schließlich finden sich die Oberläufe von Issel, Bocholter Aa, Schlinge, Berkel und Vechte (mit Dinkel und Steinfurter Aa), die der IJssel, dem ins niederländische IJsselmeer mündenden Arm des Rheindeltas, zufließen.

Historisches vs. naturräumliches Münsterland[Bearbeiten]

Der ursprünglich an die historische Landschaft gebundene Begriff Münsterland wurde für drei naturräumliche Haupteinheiten übernommen, da diese im Wesentlichen das Gebiet der kulturellen Regionalbezeichnung abdecken, so etwa mit der Lippe als Südgrenze. Die naturräumliche Abgrenzung steht indes dort, wo sie von den historischen Grenzen abweicht, teilweise im Widerspruch zum Regionalbewusstsein, das in nicht geringen Anteilen an die historische Zugehörigkeit angelehnt ist.

Der Naturraum Westmünsterland umfasst große Teile des Westens, jedoch nicht den äußersten Westen des historischen Münsterlands, der im Westen des Kreises Borken bei Bocholt bis in die Niederrheinische Bucht reicht. Dem gegenüber ragt der Naturraum Ostmünsterland im Osten, zwischen Paderborn und Bielefeld, deutlich über das historische Münsterland hinaus in die Region Ostwestfalen-Lippe. Nach Norden schließen West- und Ostmünsterland große Teile der Region Tecklenburger Land nicht mit ein.

Das naturräumliche und historische Münsterland erreicht seinen höchsten Punkt auf dem Westerberg mit fast 188 m ü. NN in den Baumbergen. Die heutigen Münsterlandkreise haben jedoch im Bereich des Tecklenburger Landes Anteile am Teutoburger Wald. Hier erreicht in der Gemeinde Lienen der Westerbecker Berg eine Höhe von 223 m ü. NN.

Anthropogene Parklandschaft[Bearbeiten]

Die Landschaft ist von intensiver landwirtschaftlicher Nutzung geprägt, die dabei relativ kleinteilig ist. Äcker, Wiesen, Weiden, kleine Wäldchen und Wallhecken ergeben ein abwechslungsreiches Bild, man spricht daher von der „Münsterländer Parklandschaft“.

Wichtige Städte und Verkehrsadern[Bearbeiten]

Das zentral gelegene Münster mit knapp 300.000 Einwohnern ist die einzige Großstadt und Oberzentrum des Münsterlands. Annähernd 50.000 bis 80.000 Einwohner haben Rheine, Bocholt, Ahlen, Ibbenbüren, Dülmen und Gronau. Diese Städte verdanken ihr Wachstum und ihre heutige Größe der Industrialisierung, insbesondere der Textilindustrie. Bedeutend sind außerdem die heutigen Kreisstädte Borken, Coesfeld, Steinfurt und Warendorf sowie die alten Kreisstädte Ahaus, Beckum und Lüdinghausen.

Durch die Region verlaufen die Autobahnen A 1, die A 31 und die A 43 in Nord-Süd-Richtung sowie die A 30 und A 2 in Ost-West-Richtung. An Wasserstraßen finden sich der Dortmund-Ems-Kanal und der Mittellandkanal, die Ems ist dagegen hier noch nicht schiffbar. Der Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) in Greven hat als Reise- und Geschäftsflughafen große regionale Bedeutung.

Das Münsterland besitzt ein dichtes Netz von Eisenbahnstrecken, von denen die so genannte „Rollbahn“ der ehemaligen Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft von Wanne-Eickel Hauptbahnhof über Münster nach Osnabrück die bedeutendste ist. Randlich im Südosten verläuft die Hauptstrecke Köln – Minden (– Hannover – Berlin). Weitere wichtige Strecken sind die Baumbergebahn und die Dortmund-Gronau-Enscheder Eisenbahn. Über die Bahnstrecke Münster – Preußen (bei Lünen) besteht eine Verbindung von Münster über Lünen nach Dortmund. Die Bocholter Bahn verbindet den heutigen Endbahnhof in Bocholt mit der Bahnstrecke Oberhausen–Arnhem. Von Essen sind Borken und Coesfeld über Dorsten erreichbar. Von Münster führen die „Euregio-Bahn“ über Steinfurt nach Enschede, die Warendorfer Bahn nach Rheda-Wiedenbrück und eine weitere Verbindung nach Hamm. Die ehemals bestehenden Bahnverbindungen von Bocholt nach Coesfeld (siehe Baumbergebahn) und von Coesfeld nach Rheine (siehe Bahnstrecke Duisburg–Quakenbrück) wurden stillgelegt. Über die letztere Trasse verläuft heute die Radbahn Münsterland.

Der Regionalverkehr im Münsterland wird durch die Verkehrsgemeinschaft Münsterland organisiert. Dieser Verkehrsverbund orientiert sich aber nicht an den Grenzen des Münsterlands, sondern an den Grenzen des Regierungsbezirks Münster. Dieses erklärt die Überschneidungen mit benachbarten Regionen. Gleiches gilt für den Zweckverband SPNV Münsterland, der für den Schienenverkehr zuständig ist.

Klima[Bearbeiten]

Münster
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
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Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Münster
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 3,9 5,1 8,5 12,7 17,5 20,4 21,9 22,0 18,7 14,3 8,3 5,0 Ø 13,2
Min. Temperatur (°C) −0,7 −0,5 1,7 4,1 8,1 11,0 12,6 12,5 10,1 6,9 3,0 0,5 Ø 5,8
Niederschlag (mm) 67 48 60 51 63 74 67 65 63 54 70 77 Σ 759
Sonnenstunden (h/d) 1,5 2,5 3,5 5,1 6,6 6,3 6,3 6,3 4,5 3,6 1,8 1,3 Ø 4,1
Regentage (d) 19 16 14 15 13 13 16 16 15 16 18 18 Σ 189
Luftfeuchtigkeit (%) 85 81 78 73 70 73 74 75 80 83 85 86 Ø 78,6
T
e
m
p
e
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a
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r
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−0,7
5,1
−0,5
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4,1
17,5
8,1
20,4
11,0
21,9
12,6
22,0
12,5
18,7
10,1
14,3
6,9
8,3
3,0
5,0
0,5
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Im Münsterland herrscht ein warm-gemäßigtes Regenklima. Das Klima ist maritim geprägt und weist relativ ausgeglichene Temperaturgänge und Niederschlagsmengen auf. Die Sommer sind vergleichsweise kühl, die Winter relativ mild.[3] Während des ganzen Jahres herrschen vorwiegend Westwindlagen. Die Niederschlagsmenge beträgt überwiegend zwischen 700 und 800 mm pro Jahr.[4] Für das zentral gelegene Münster liegt sie mit rund 764 mm im Mittel der Jahre 1981 – 2010 etwa im bundesdeutschen Durchschnitt.[5]

Geschichte[Bearbeiten]

Verbreitung germanischer Stämme um 50 n. Chr.

Im Gebiet des heutigen Münsterlands gibt es Spuren von herumstreifenden Jägern aus der Zeit um 8000 v. Chr. Ab 2000 v. Chr., das beweisen archäologische Funde, war das Münsterland regelmäßig besiedelt, erkennbar u. a. an den Steinkistengräbern in Beckum. Im Wesentlichen waren es die germanischen Stämme der Brukterer, Chamaven und Cherusker, welche die Region zur Zeitenwende bewohnten. In dieser Zeit hatten auch die Römer an der Lippe, die im Süden des Münsterlands fließt, feste Lager.

Das Münsterland wurde seit etwa 500 n. Chr. vom Stamm der Sachsen, die von Nordosten aus eingewandert waren, besiedelt. Im Zuge der Sachsenkriege Karls des Großen kam der Missionar Liudger 793, verstorben 809 in Billerbeck, ins Münsterland und gründete in dem Dorf Mimigernaford ein Kloster (lateinisch: Monasterium); aus der lateinischen Bezeichnung leitet sich der heutige Stadtname Münster ab. Bereits 805 wurde Münster Bistum, 1170 bekam die Stadt Münster Stadtrechte. Münster gehörte wie andere Städte des Münsterlands zur Hanse. Größere Bedeutung hatte zu dieser Zeit auch das im äußersten Westen des Münsterlands gelegene Stift Vreden.

Nach dem Sturz des Sachsenherzogs Heinrich und der Zerschlagung des Herzogtums Sachsens wurde das Münsterland zu einem eigenen Territorium, dem Fürstbistum Münster. Der Adel (s. Liste westfälischer Adelsgeschlechter) spielte eine große Rolle; noch heute zeugen zahlreiche Wasserburgen im Münsterland von dessen einstiger Bedeutung. Während der Reformationszeit erlebte die Stadt Münster die Herrschaft der Täufer, einer radikal-reformatorischen Glaubensbewegung. Im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) wurde das Münsterland immer wieder von den marodierenden Heeren der verschiedenen Kriegsgegner heimgesucht. Städte und Gemeinden wurden vielfach geplündert und niedergebrannt. Ein Teil des Westfälischen Friedens, der die Grundlage für die Staatsordnung der Neuzeit schuf, wurde in Münster ausgehandelt. Die Stadt war von den Kriegsheeren weitgehend verschont geblieben.

Vreden, Stiftskirche St. Felizitas

Das geistliche Territorium des Fürstbistums Münster wurde 1803 durch den Reichsdeputationshauptschluss säkularisiert. Im westlichen Münsterland kam es 1802/1803 zur Bildung des Fürstentums Salm und der Grafschaft Salm-Horstmar. Andere Teile fielen an das Großherzogtum Berg und an das Herzogtum Arenberg. 1810 annektierte Frankreich einen Teil dieser Gebiete. Nach dem Wiener Kongress 1815 fiel das Münsterland für 130 Jahre an Preußen. Im so genannten Kulturkampf im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts wehrte sich das durch und durch katholische Münsterland gegen die Eingriffe der preußischen Regierung unter anderem in das Schulwesen.

Ab 1850 begann im Münsterland die Industrialisierung. Vor allem die Textilindustrie war in der Region stark. Auf den Dörfern nahm die Armut wegen der steigenden Geburtenzahlen ständig zu. Das Land konnte seine Kinder nicht mehr ernähren, und so setzte eine starke Auswanderung vor allem in die USA ein.

1834 entdeckte ein Bauer in Nienberge bei Münster ein dort bis dahin unbekanntes Mineral: Es handelte sich um „reines krystallisirtes kohlensaures Strontian“. Strontianit war für die industrielle Zuckerherstellung von großer Bedeutung. Dieser Fund markiert den Anfang einer bewegten Regionalgeschichte rund um den Strontianit. Der „Strunz“, wie der Strontianit im Plattdeutschen genannt wird, löste für ein paar Jahre sogar eine Art Goldgräberstimmung im Münsterland aus. Etwa ab 1870 wurden im südlichen Münsterland oberflächennahe Strontianitvorkommen abgebaut. Im Raum Beckum, Ahlen, Drensteinfurt, Bockum, Hövel, Ascheberg und Herbern kam es zu einer Art „Goldrausch“.[6][7] Dieser verflog allerdings wegen der Entdeckung des in großen Lagerstätten in England und Sizilien vorkommenden Ersatzminerals Coelestin so schnell wie er gekommen war.

Nach dem Ersten Weltkrieg hatte auch das Münsterland mit großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Da die Bevölkerung vorwiegend katholisch war und deshalb die Zentrumspartei wählte, konnten die Nationalsozialisten erst allmählich Fuß fassen. Während der Reichspogromnacht wurden im Münsterland dennoch fast alle Synagogen zerstört. Die jüdischen Bürger wanderten aus oder wurden verschleppt, viele davon nach Riga. Einer der prominentesten Holocaust-Überlebenden ist der frühere Präsident des Zentralkomitees der Juden, Paul Spiegel. Er ist in Warendorf aufgewachsen.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Münster durch Bomben schwer beschädigt, die Innenstadt war zu 91 % zerstört. Auch andere Städte wurden im März 1945, also kurz vor Kriegsende, durch Luftangriffe der Alliierten getroffen. Stadtlohn beispielsweise wurde ebenfalls nahezu vollständig zerstört.

Durch den Zuzug von Flüchtlingen aus den ehemals deutschen Ostgebieten wuchs die Bevölkerung schnell. Heute ist das Münsterland eine prosperierende Region, in der die Landwirtschaft noch immer eine große, aber nicht mehr die zentrale Rolle spielt. Die mittelständisch geprägte Industrie sorgt dafür, dass die Arbeitslosenquote im Münsterland die niedrigste in Nordrhein-Westfalen ist.

Am 25. November 2005 kam es im Münsterland aufgrund eines Wintereinbruchs von bis dahin nicht verzeichneter Stärke zu einem massiven Verkehrschaos und zum größten Stromausfall in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Der passende Namen „Münsterländer Schneechaos“ war schnell gefunden. Teilweise fielen über 50 cm Schnee, der aufgrund der Nässe binnen kürzester Zeit gefror. Über 50 Strommasten knickten ein, weil das Gewicht der eisumkrusteten Leitungen bis zum achtfachen des rechnerisch zulässigen Gewichtes betrug. In der Folge kam es in weiten Teilen der Kreise Borken und Steinfurt zu Stromausfällen, die zum Teil mehrere Tage andauerten und wovon etwa 280.000 Menschen betroffen waren. Traurige Berühmtheit erlangte dabei die Stadt Ochtrup, die noch nach sechs Tagen nicht vollständig mit Strom versorgt werden konnte. Weit über 1000 Helfer waren im Einsatz, um die chaotischen Zustände in den Griff zu bekommen und den Menschen zu helfen. Der wirtschaftliche Schaden des Wintereinbruchs wurde dabei auf über 100 Millionen Euro geschätzt.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Pferdezucht im Münsterland

Das Münsterland ist nach wie vor ländlich geprägt. Es ist aber kein typischer ländlicher Raum, weil inzwischen nur noch 1,5 % der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Landwirtschaft mit dem Schwerpunkt in der Bullen- und Schweinemast sowie Milchviehhaltung und Ferkelaufzucht tätig sind. Die weit überwiegende Zahl der Arbeitnehmer ist mit 64,1 % im Dienstleistungsgewerbe und mit 34,3 % im Produzierenden Gewerbe beschäftigt.

Die Industrie- und Gewerbestruktur des Münsterlands ist von mittelständischen Unternehmen bestimmt. Von den rund 66.000 Betrieben im Münsterland sind 88,5 % Kleinbetriebe (unter zehn Beschäftigte), 11,2 % mittlere Betriebe (zehn bis unter 250 Beschäftigte) und lediglich 0,3 % Großbetriebe (250 Beschäftigte und mehr).

Die wichtigsten Branchen sind inzwischen der Maschinenbau (24.300 Beschäftigte), das Baugewerbe (31.400), die Ernährungswirtschaft (17.800) und der Dienstleistungsbereich Gesundheit und Soziales (64.400). Die traditionell im Münsterland stark vertretene Textilindustrie hat von der Anzahl der Arbeitnehmer (9.500) nach der Strukturkrise seit Mitte der 1970er Jahre nur noch untergeordnete Bedeutung. Im Vergleich zur Bundesebene ist die Textilindustrie mit einem Anteil von 7 % der Beschäftigten nach wie vor von herausragender Bedeutung.

Reste der Textilindustrie: Alte Einfahrt zum Werk von Paul Bendix in Dülmen

Die wirtschaftliche Entwicklung des Münsterlands stellt sich seit den 1980er-Jahren sehr positiv dar. Trotz der Strukturkrisen in der Textilindustrie und im Kohlebergbau, von der das Münsterland auch teilweise betroffen war – die Zeche Westfalen in Ahlen wurde im Jahr 2000 geschlossen, das Bergwerk Ibbenbüren ist noch in Betrieb – hat sich das Münsterland überdurchschnittlich dynamisch gezeigt.

  • Die Wettbewerbsstärke der mittelständischen Industrie (einschließlich Bau) lässt sich an der Beschäftigungsentwicklung ablesen: von 1980 bis 2006 verlor das Produzierende Gewerbe in NRW 41 % seiner Beschäftigten, im Münsterland konnten die Verluste auf 17 % begrenzt werden.
  • Das Auslandsgeschäft ist seit 1980 um rund 450 % gestiegen, auf jetzt fast 10 Mrd. Euro. Im ersten Halbjahr 2007 boomte der Export weiter, mit einem Anstieg von 20 %.
  • Insgesamt sind allein in 2006 und 2007 jeweils circa 12.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze geschaffen worden. Die Zuwachsrate ist doppelt so hoch wie in NRW. Die höchsten Zuwächse sind im längerfristigen 20-Jahres-Vergleich in den Kreisen Coesfeld (+ 43 %) und Borken (+ 30 %) zu verzeichnen.
  • Seit Anfang der 1990er Jahre hat sich die Wirtschaftskraft des Münsterlands um 45 % erhöht (in NRW insgesamt um + 32 %).

Im Münsterland stellt sich die Beschäftigungssituation seit Jahren deutlich besser dar als im Landes- oder Bundesdurchschnitt. Die Arbeitslosenquote liegt seit 2007 im 5 %-Bereich, mit aktuell weiter sinkender Tendenz. Zurückzuführen ist diese Entwicklung auf die mittelständisch geprägte Industrie- und Gewerbestruktur, die von einem soliden Branchenmix getragen wird und daher relativ krisensicher ist.

Der Tourismus wird öffentlich gefördert, etwa durch die Ausschilderung des Radelparks Münsterland. Aber auch für Wanderer und für Kanuten ist das Münsterland attraktiv. Die „Regionale 2004“, eine regionale Strukturfördermaßnahme der NRW-Landesregierung, hat den Tourismus in den Emsstädten mit zahlreichen Projekten städtebaulicher und künstlerischer Art die Fortentwicklung des Fremdenverkehrs kräftig angekurbelt. Überdies bemüht sich die Region, insbesondere im Kreis Warendorf, den Reittourismus weiter voranzubringen.

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten]

Das Münsterland ist architektonisch geprägt von einer Vielzahl von Kirchen, Klöstern und Schlössern, die zum Teil noch sehr gut erhalten sind. Aufgrund des relativ ebenen Geländes, vor allem im nördlichen und westlichen Teil ist das Fahrrad als Verkehrsmittel hier häufig anzutreffen. Es gibt zahlreiche gut ausgeschilderte Radwanderrouten im sogenannten Radelpark Münsterland, wie zum Beispiel die 100-Schlösser-Route und den Europaradweg R1. Diese Fahrradwege sind in jedem kleinen Ort mit Richtung und Kilometerangabe sehr gut ausgeschildert. Dies gilt insbesondere für das Zentrum des Münsterlands, die Stadt Münster. Die Garten- und Parkanlagen des Münsterlands sind in das Europäisches Gartennetzwerk („European Garden Heritage Network”) eingebunden.

Eine kulturelle Besonderheit vor allem in und um Münster herum ist die Sondersprache Masematte, die vielfach gänzlich unbewusst im Alltag verwendet wird und bei Besuchern ab und zu fragende Blicke hervorruft.

Schlösser und Burgen[Bearbeiten]

Die Wasserburg Anholt
Das Schloss von Münster
Burg Vischering

Im Münsterland finden sich viele Schlösser und Burgen, wobei gerade die Wasserburgen typisch für die vergleichsweise flache Landschaft sind. Alle bedeutenden Burgen, Schlösser und ehemaligen Adelssitze können mit dem Fahrrad auf der so genannten 100 Schlösser Route erkundet werden.

Zu den schönsten und bedeutendsten Gebäuden gehören:

Kirchen[Bearbeiten]

Münster und das Münsterland sind aus historischen Gründen stark katholisch geprägt. Wenngleich infolge des Krieges viele alte Kirchengebäude zerstört und durch Neubauten ersetzt wurden, hat die Region weiterhin eine Vielzahl an architektonisch reizvollen Kirchen zu bieten.

Die interessantesten Kirchen in Münster und dem Münsterland sind:

Bild Kirche Ort Beschreibung
Westportal des St.-Paulus-Doms St.-Paulus-Dom Münster Der St.-Paulus-Dom ist der bedeutendste Kirchenbau in Münster (Westfalen) und eines der Wahrzeichen der Stadt. Seit der Gründung des Bistums durch den Hl. Liudger im Jahr 805 ist hier das Zentrum des Bistums Münster.
Clemenskirche in Münster Clemenskirche Münster Barocke Kuppelkirche nach Plänen von Johann Conrad Schlaun
Lambertikirche vom Prinzipalmarkt aus gesehen St. Lamberti Münster Spätgotische Hallenkirche von 1375. Am Turm sind Körbe der „Wiedertäufer“ befestigt.
St.-Mauritz-Kirche St. Mauritz Münster Kirche des bedeutendsten Kollegiatsstifts in Münster von 1064. Säkularisiert 1811.
St. Johannes Baptist in Altenberge St. Johannes Baptist Altenberge
St. Lambertus in Ascheberg St. Lambertus Ascheberg
St. Pankratius Anholt
St. Ludgerus in Billerbeck St. Ludgerus Billerbeck Neugotische Wallfahrtskirche des Sterbeorts vom 1. Bischof von Münster, erbaut auf den romanischen Grundmauern des Vorgängerbaus.
Johanneskirche in Billerbeck St.-Johannis-Kirche Billerbeck
St. Georg in Bocholt St.-Georg-Kirche Bocholt spätgotischer Hallenbau
St. Remigius St. Remigius Borken Propsteikirche
St. Marien St. Marien Borken-Burlo St. Marien ist die Kirche des Oblatenklosters Mariengarden in Burlo.
Marktplatz mit Lambertikirche St. Lamberti Coesfeld Besondere Bedeutung aufgrund des Coesfelder Kreuzes.
St. Jakobi Coesfeld St. Jakobi Coesfeld Die 1945 total zerstörte alte Kirche war im Mittelalter Anlaufpunkt der Pilger auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela.
St. Georg Drensteinfurt-Ameke
Pfarrkirche St. Regina im Ortszentrum
St. Regina Drensteinfurt Klassizistische Kirche mit seltener Kassettendecke
Heilig-Kreuz-Kirche in Dülmen Heilig-Kreuz-Kirche Dülmen Grabeskirche der seligen Mystikerin Anna Katharina Emmerick
St. Agatha im Epe St. Agatha Epe
St. Bonifatius in Freckenhorst St. Bonifatius Freckenhorst Stiftskirche eines ehemaligen freiweltlichen Damenstifts, erbaut im 11. Jahrhundert und später ergänzt.
St.-Sixtus-Kirche in Haltern am See St. Sixtus Haltern am See
St. Felizitas in Lüdinghausen St. Felizitas Lüdinghausen
Kloster Marienfeld Unbefleckte Empfängnis Mariens Marienfeld Die ehemalige Klosterkirche des 1185 gegründeten Zisterzienserklosters Marienfeld ist die erste Ziegelsteinkirche in Westfalen. Das Kloster gehörte zu den reichsten in Westfalen, was sich auch an den noch erhaltenen Gebäuden am Klosterhof festmachen lässt.
Alte Kirche in Mesum Alte Kirche Mesum Die um 1350 erbaute Kirche ist das älteste erhaltene Bauwerk der Stadt Rheine.
St. Anna in Neuenkirchen St. Anna Neuenkirchen Die kath. St.-Anna-Kirche ist das alles überragende Wahrzeichen der Gemeinde Neuenkirchen. Die Gründung der Pfarrei führte zur Namensgebung für den Ort.
St. Martinus in Nottuln St. Martinus Nottuln
Alte Kirche Ochtrup-Welbergen
St. Antonius. St. Antonius Rheine Erbaut 1899 bis 1905 im Stil eines romanischen Kaiserdoms. Mit einer Höhe von 102,5 Metern ist der Turm der höchste Kirchturm im Münsterland.
Stadtkirche St. Dionysius in Rheine St. Dionysius Rheine Die kath. Dionysiuskirche wird auch Stadtkirche genannt. Es ist eine spätgotische Hallenkirche aus der Zeit von etwa 1400 bis 1520.
St. Brictius in Schöppingen St. Brictius Schöppingen
Friedenskirche in Selm Friedenskirche Selm Ehemalige Dorfkirche mit Westturm aus dem 11. Jahrhundert. Zwischenzeitlich als Jugendheim und Lagerhalle baufällig geworden, wurde die Kirche restauriert und 1965 Grabstätte eines unbekannten Soldaten. So wurde auch der Name Friedenskirche gefestigt.
Hilgenbergkapelle in Stadtlohn Hilgenbergkapelle Stadtlohn
St. Otger in Stadtlohn St. Otger Stadtlohn
Große Kirche in Burgsteinfurt Große Kirche Steinfurt Romanische, ursprünglich katholische, Kirche mit hölzernem Tonnengewölbe sowie einem Lettner. Heute Hauptkirche der örtlichen evangelischen Kirchengemeinde.
Nikomedes Borghorst St. Nikomedes Steinfurt
Hl. Kreuzkirche in Oelde-Stromberg Hl. Kreuz Oelde-Stromberg
Wallfahrtskapelle in Telgte Wallfahrtskapelle Telgte
Stiftskirche St. Felizitas in Vreden St. Felizitas Vreden Der älteste Teil der ehemaligen Stiftskirche stammt aus dem 11. Jahrhundert, der eigentliche Kirchenbau aus dem 12. Jahrhundert. Die Kirche ist der Hl. Felizitas geweiht, deren Reliquien im Jahre 839 nach Vreden übertragen wurden.
St. Franziskus in Vreden-Zwillbrock St. Franziskus Vreden-Zwillbrock
St. Christophorus St. Christophorus Werne

St. Christophorus, früher St. Johannes Baptist, ist eine katholische Pfarrkirche in Werne an der Lippe, deren Chor und Schiff das Bild der Werner Altstadt prägen.

Museen[Bearbeiten]

Interessante Museen gibt es in:

Skulptur Biennale Münsterland und Skulptur.Projekte[Bearbeiten]

Der Reihe dieser Skulpturbiennale geht auf eine gemeinsame Initiative der vier münsterländer Kreise Borken, Coesfeld, Steinfurt und Warendorf und dem Kulturbüro Münsterland zurück. Gestartet wurde die Reihe 1999, im Jahre 2005 war der Kreis Borken Standort und Ausrichter der Skulptur Biennale Münsterland. Eine Sammlung der noch bestehenden Werke findet man im „Skulpturenführer Münsterland“.

Die im Rahmen der Biennale ausgestellten Kunstwerke verteilten sich über den gesamten Kreis und verblieben dort teilweise dauerhaft. Besonders eindrucksvoll ist die Installation eines Holz-Hubschraubers im Vredener Stadtpark, dessen Rotorblätter von der nahegelegenen Wassermühle des Hamaland-Museums angetrieben werden.

In der Stadt Münster findet seit 1977 alle zehn Jahre die internationale Skulpturenausstellung Skulptur.Projekte statt.

Theater[Bearbeiten]

In Münster gibt es:

  • die Städtischen Bühnen mit Großem (Oper, Schauspiel) und Kleinem Haus (Kammerspiel, Kinder- und Jugendtheater)
  • das Wolfgang Borchert Theater (landesweit die älteste Privatbühne. Auf dem Programm stehen Uraufführungen, modernes Theater, ausgefallene Inszenierungen)
  • das Theater im Pumpenhaus (wechselnde Inszenierungen, hochkarätiges Tanztheater)
  • Freuynde & Gaesdte (freies Theaterensemble mit sehr guten Inszenierungen, zum Teil Neuübersetzungen. Die Aufführungen finden immer an ungewöhnlichen Orten statt, etwa in einer Kneipe, einem Park, auf einem Baum etc.)
  • den Kleinen Bühnenboden
  • Boulevard Münster (privat geführtes Boulevard-Theater)

In Coesfeld betreibt seit April 2007 die Ernsting Stiftung des Unternehmerpaares Ernsting das von ihr erbaute Konzert Theater Coesfeld.

In Bocholt gibt es im Rathaus das Stadttheater mit unterschiedlichen Veranstaltungen. Zudem bietet die Kleinkunstbühne „Pepperoni“ Kabarett, Comedy und verleiht den Kleinkunstpreis des Landes Nordrhein-Westfalen, die „Bocholter Pepperoni“.

In Ibbenbüren stehen das Bürgerhaus, die Schauburg, die Alte Sparkasse, das Gemeindehaus Blickpunkt sowie der Kulturspeicher Dörenthe für verschiedene Aufführungen zur Verfügung. Angeboten werden neben Programmreihen aus den Bereichen Theater, Kabarett, Kleinkunst, Kammerkonzerte und Kinderkultur auch Konzerte aus den Bereichen Jazz, Blues und Weltmusik (Kulturspeicher Dörenthe).

Freilichtbühnen[Bearbeiten]

Das Münsterland hat gleich mehrere Freilichtbühnen:

Landschaften, Naturschutzgebiete und Naturdenkmale[Bearbeiten]

Die nördlichste Flamingokolonie der Welt im Zwillbrocker Venn

In den ländlich geprägten Räumen des Münsterlands finden sich verschiedene Natur- und Vogelschutzgebiete, in denen der ursprüngliche Charakter der Landschaft noch bewahrt ist.

Persönlichkeiten, die mit dem Münsterland verbunden sind (Auswahl)[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans-Peter Boer, Andreas Lechthape: Burgen und Schlösser im Münsterland. 1. Auflage, Aschendorff Verlag, Münster 2009, ISBN 978-3-402-12766-7.
  • Bezirksregierung Münster: Gebietsentwicklungsplan (Regionalplan) Regierungsbezirk Münster – Teilabschnitt Münsterland. aufgestellt durch den Bezirksplanungsrat des Regierungsbezirks Münster (Stand: 6. Dezember 1999), Der Regierungspräsident, Münster 1999; PDF-Datei
  • Christoph Ellermann, Norbert Hensel und Thorsten Scheer Hrsg.: Architekturführer Münster, Münsterland seit 1980. Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln 2005, ISBN 3-88375-916-3, 280 Seiten.
  • Ulrich Elsbroek: Querschädel, Regenlöcher, Schlodderkappes – wie das Münsterland wirklich ist, Münster: Oktober Verlag 2010, ISBN 978-3-941895-05-8.
  • Franz Mühlen: Münsterland (Westfälische Kunst). 2. Auflage. München/Berlin 1972.
  • Burkhard Spinnen: Das Münsterland (ein Essay), in: Thomas Steinfeld (Hrsg.): Deutsche Landschaften. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-10-070404-5.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Münsterland – Sammlung von Bildern
 Wikivoyage: Münsterland – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Münsterländer Platt-Mönsterlänner Platt abgerufen am 5. April 2014.
  2. E. Meynen und J. Schmithüsen: Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands, Bundesanstalt für Landeskunde, 6. Lieferung Remagen 1959 (9 Lieferungen in 8 Büchern 1953-1962, aktualisierte Karte 1:1.000.000 mit Haupteinheiten 1960)
  3. Klima und Klimawandel in NRW. LANUV, S. 9, abgerufen am 27. Februar 2014 (pdf, deutsch).
  4. Klimawandel in den Regionen Nordrhein-Westfalens. LANUV, S. 143, abgerufen am 27. Februar 2014 (pdf, deutsch).
  5. [1] Deutscher Wetterdienst (DWD), Station Münster (Schleuse), Referenzzeitraum 1981–2010.
  6. Westfälischer Anzeiger vom 16. August 2012 Exkursion zu Strontianit-Stätten in Bockum-Hövel, [2]
  7. Westfälischer Anzeiger vom 4. Juni 2012 Den Heimatverein Herbern hat das Goldfieber gepackt [3]