Mürzzuschlag

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Mürzzuschlag
Wappen Österreichkarte
Wappen von Mürzzuschlag
Mürzzuschlag (Österreich)
Mürzzuschlag
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Bruck-Mürzzuschlag
Kfz-Kennzeichen: BM (ab 1.7.2013; alt: MZ)
Fläche: 51,31 km²
Koordinaten: 47° 36′ N, 15° 40′ OKoordinaten: 47° 36′ 27″ N, 15° 40′ 23″ O
Höhe: 670 m ü. A.
Einwohner: 8.592 (1. Jän. 2017)
Postleitzahlen: 8680, 8682
Vorwahl: 03852
Gemeindekennziffer: 6 21 43
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Wiener Straße 9
8680 Mürzzuschlag
Website: www.muerzzuschlag.at
Politik
Bürgermeister: Karl Rudischer (SPÖ)
Gemeinderat: (2015)
(25 Mitglieder)
11
8
3
2
1
11 
Von 25 Sitzen entfallen auf:
Lage der Stadt Mürzzuschlag im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag
Aflenz Breitenau am Hochlantsch Bruck an der Mur Kapfenberg Kindberg Krieglach Langenwang Mariazell Mürzzuschlag Neuberg an der Mürz Pernegg an der Mur Sankt Barbara im Mürztal Sankt Lorenzen im Mürztal Sankt Marein im Mürztal Spital am Semmering Stanz im Mürztal Thörl Tragöß-Sankt Katharein Turnau SteiermarkLage der Gemeinde Mürzzuschlag im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Mürzzuschlag gegen Semmering, Lith. um 1830, J.F.Kaiser, Graz

Mürzzuschlag ist eine Stadt im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag und der Gerichtssitz des gleichnamigen Gerichtsbezirks im Nordosten der Steiermark (Österreich) mit 8592 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017). Mürzzuschlag war bis zur Bezirksfusion 2013 Bezirkshauptstadt des ehemaligen Bezirkes Mürzzuschlag. Im Rahmen der Gemeindestrukturreform in der Steiermark wurde Mürzzuschlag am 1. Jänner 2015 mit der Gemeinde Ganz vereinigt.[1]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mürzzuschlag ist eine kleine Stadt am Fluss Mürz auf 670 Meter Seehöhe. Mürzzuschlag ist die letzte Stadt vor der natürlichen Grenze zu Niederösterreich, dem Semmering. Im Nordosten befindet sich der Stadtteil Edlach, im Südwesten Hönigsberg.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende zehn Ortschaften (Einwohner Stand 1. Jänner 2017[2]):

  • Auersbach (145 Einwohner)
  • Edlach (143)
  • Eichhorntal (24)
  • Ganz (133)
  • Hönigsberg (1.804)
  • Kohleben (40)
  • Lambach (159)
  • Mürzzuschlag (5.878)
  • Pernreit (89)
  • Schöneben (177)

Die Gemeinde besteht aus sechs Katastralgemeinden(Fläche Stand 2015[3]):

  • Auersbach (945,30 ha)
  • Eichhornthal (512,23 ha)
  • Ganz (747,48 ha)
  • Lambach (336,85 ha)
  • Mürzzuschlag (1.920,88 ha)
  • Schöneben-Ganz (667,73 ha)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mürzzuschlag und Umgebung um das Jahr 1876 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)
Mürzzuschlag um 1900
Mürzzuschlag im Jahr 2004

Der Ort wurde 1227 erstmals urkundlich erwähnt. Der Name stammt der Volksetymologie zufolge daher, dass die Mürz in Richtung unteres Mürztal zuschlägt (einen Knick macht), in Wirklichkeit leitet er sich aber wohl eher vom slawischen Flurnamen Muriza Slaka her.[4] 1360 erhielt Mürzzuschlag von Herzog Rudolf das Eisenrecht. Dieses garantierte das Recht auf alleinige Produktion von Kleineisen zwischen Leoben und Semmering. Johann H. A. Bleckmann kaufte 1862 die alten Hammerwerke und gründete die Phönix-Stahlwerke, dann Schoeller-Bleckmann Stahlwerke, die heutige Böhler Bleche GmbH. Der erste rostfreie Stahl der Welt wurde 1912 von Ingenieur Max Mauermann in den Bleckmannwerken entwickelt.

Der Minnesänger Ulrich von Liechtenstein hat auf einer Fahrt von Venedig nach Böhmen den Begriff „murzuslage“ in seinem Gedicht Frauendienst erwähnt.

Viktor Kaplan, der Erfinder der Kaplan- und Schnellläuferturbine, wurde 1876 hier geboren, die Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek im Jahr 1946.

Mürzzuschlag erhielt 1923 das Stadtrecht. Mürzzuschlag war eine Arbeiterstadt. Seit dem Rückgang der Stahlindustrie werden von der Gemeinde zahlreiche kulturelle Initiativen gesetzt.

Johannes Brahms schrieb von 1884 bis 1885 in Mürzzuschlag seine vierte Symphonie, daher gibt es dort heute ein Brahms-Museum. Toni Schruf, einer der ersten Skiläufer in Mitteleuropa und Wirt des Hotel Post, wuchs in Mürzzuschlag auf. Eugenie Walter, besser bekannt als die Schauspielerin und Charakterdarstellerin Jenny Jugo wurde 1905 hier geboren. Unter anderem spielte sie 1938 die Rolle der Queen Viktoria in Mädchenjahre einer Königin.

Vom 5. bis 8. Februar 1931 fand in Mürzzuschlag die einzige Arbeiter-Wintersport-Olympiade statt. An den vom Österreichischen Arbeitersportverband organisierten Wettbewerben nahmen nach jetzigem Forschungsstand über 560 Arbeitersportler teil. Wettbewerbe wurden im Skilanglauf, Abfahrtskilauf, Eishockey, Eisstockschießen, Eisschnelllauf, Eiskunstlauf, Eistanz, Geländelauf und Hindernislauf ausgetragen.

Die Südbahn mit dem Bahnhof Mürzzuschlag wurde 1844 eröffnet, die Lokalbahn Mürzzuschlag–Neuberg 1879. Nach den Plänen des Konstrukteurs Carl Ritter von Ghega konnte die Bergbahn von Gloggnitz nach Mürzzuschlag über den Semmering 1854 in Betrieb genommen werden. Die Semmeringbahn ist heute UNESCO-Weltkulturerbe. Um die Verbundenheit der Stadt mit dieser wichtigen Strecke zu dokumentieren, wurde in einer ehemaligen Montierung der Zugförderung Mürzzuschlag am 19. Juni 2004 der Südbahn-Kulturbahnhof Mürzzuschlag und das Südbahnmuseum eröffnet.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt ist seit der Stahlkrise in den 1980er Jahren von starker Abwanderung in den Raum Graz und Umgebung betroffen.


Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat setzt sich aus 25 Sitzen zusammen: 11 SPÖ, 2 ÖVP, 8 FPÖ, 3 KPÖ, und 1 Grüne.

Bürgermeister
  • 1983–1987 Winfried Seidinger (SPÖ)
  • bis 2008 Walter Kranner (SPÖ)
  • seit 2008 Karl Rudischer (SPÖ)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

AUT Mürzzuschlag COA.png

Von den beiden Vorgängergemeinden hatte nur Mürzzuschlag ein Gemeindewappen. Wegen der Gemeindezusammenlegung verlor dieses mit 1. Jänner 2015 seine offizielle Gültigkeit. Die Neuverleihung des Gemeindewappens für die Fusionsgemeinde erfolgte mit Wirkung vom 20. Oktober 2016.[5]
Blasonierung (Wappenbeschreibung):

„Ein roter Schild, durchzogen auf grünem Schildfuß von einer silbern quadergemauerten, fünffach gezinnten Stadtmauer samt halbaufgezogenem eisernen Fallgitter in der Schwarz durchbrochenen rundbogigen Toröffnung; aus der Mauer wachsend und silbern quadergemauert zwei je dreifach gezinnte und von je einem Spitzbogenfenster durchbrochene Türme, silbern zwischen diesen eine Kugel, rechts ein Winkelhaken, links eine Zange.“

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die denkmalgeschützte „Alte Ratsburg“
Aufnahmsgebäude im Bahnhof Mürzzuschlag
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Mürzzuschlag
  • kunsthaus muerzzuschlag: Modernes kulturelles Veranstaltungszentrum. Entstehungsgeschichte: Ein in den Jahren 1648 bis 1654 gebautes Franziskanerkloster wurde durch ein Patent von Kaiser Joseph II. 1799 wieder aufgelöst und 1972 abgetragen. Nur die dazugehörige Kirche blieb stehen. Diese wurde zu einem modernen kulturellen Veranstaltungszentrum kunsthaus muerzzuschlag umgebaut. Das Kunsthaus wurde anlässlich der Landesausstellung 1991 „Sport – Sinn und Wahn“ eröffnet.
  • Brahms-Museum: Dem Musiker Johannes Brahms gewidmet.
  • Wintersportmuseum: Das weltweit größte und erste Wintersportmuseum der Welt befindet sich in Mürzzuschlag. Es beherbergt die umfassendste Sammlung wintersporthistorischer Exponate.
  • Südbahnmuseum: Ein dem UNESCO-Weltkulturerbe, der von Carl Ritter von Ghega erbauten Semmeringbahn, gewidmetes Museum.
Veranstaltungen
  • United Games: Mürzzuschlag ist seit 1998 der österreichische Austragungsort der United Games. Zu diesem Jugendaustausch kommen jährlich 50 bis 100 Jugendliche aus aller Welt in die Stadt, um eine Woche lang Projekte zu verschiedenen Themen durchzuführen. 2007 brachten die United Games den 1. Europäischen Jugendkongress in die Stadt.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1893 wurde auf Initiative des Gastwirts Toni Schruf der erste alpine Skiwettlauf in Mitteleuropa auf dem in der Nähe gelegenen Stuhleck ausgetragen.

Die Ganzsteinschanzen sind die ältesten Anlagen dieser Art in Mitteleuropa.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stefanie Kraul: Arbeiter-Wintersport-Olympiade 1931 in Mürzzuschlag – eine unbekannte Olympiade. In: Norbert Müller, Manfred Messing, Holger Preuß (Hrsg.): Von Chamonix bis Turin. Die Winterspiele im Blickfeld der Olympiaforschung. Mainz 2006, ISBN 3-89784-994-1, S. 159–179.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mürzzuschlag – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Steiermärkische Gemeindestrukturreform.
  2. Statistik Austria, Bevölkerung am 1. Jänner 2017 nach Ortschaften
  3. Katastralgemeinden Stmk. 2015 (Excel-Datei, 128 KB); abgerufen am 29. Juli 2015
  4. Simon Pirchegger: Die slawischen Ortsnamen im Mürzgebiet. Leipzig 1927.
  5. 123. Verlautbarung der Steiermärkischen Landesregierung vom 6. Oktober 2016 über die Verleihung des Rechtes zur Führung eines Gemeindewappens an die Stadtgemeinde Mürzzuschlag (politischer Bezirk Bruck-Mürzzuschlag), abgerufen am 20. Oktober 2016
  6. Grazer Zeitung, Amtsblatt für die Steiermark. 30. Dezember 2014, 210. Jahrgang, 52. Stück. Nr. 326. ZDB-ID 1291268-2 S. 631–632.
  7. Pädagogischer Panther 2008, lsr-stmk.gv.at (pdf; 575 kB).
    Der Pädagogische Panther 2008, elternbrief.at (pdf; 63 kB).
    Einen Panther für die Besten. In: kleinezeitung.at » Stmk » Bezirk Graz » Graz, 11. Juni 2008.
  8. Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst, 1. Klasse an Prof. Ronny Reich. Institut für Alttestamentliche Wissenschaft und Biblische Archäologie, 2012, abgerufen am 21. Januar 2013.