Münster VS

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VS ist das Kürzel für den Kanton Wallis in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Münster (Begriffsklärung)ff zu vermeiden.
Münster
Wappen von Münster
Staat: Schweiz
Kanton: Wallis (VS)
Bezirk: Gomsw
Politische Gemeinde: Münster-Geschineni2
Postleitzahl: 3985
Koordinaten: 663343 / 148734Koordinaten: 46° 29′ 13″ N, 8° 15′ 49″ O; CH1903: 663343 / 148734
Höhe: 1370 m ü. M.
Fläche: 38,6 km²
Einwohner: 425 (31. Dezember 2002)
Einwohnerdichte: 11 Einw. pro km²
Website: www.muenster-geschinen.ch/index.php
Karte
Münster VS (Schweiz)
Münster VS
www
Gemeindestand vor der Fusion am 1. Oktober 2004

Münster (walliserdeutsch [ˈminʃtər])[1] ist eine Ortschaft im Bezirk Goms im deutschsprachigen Teil des Schweizer Kantons Wallis. Seit 2017 ist der Ort Teil der Munizipalgemeinde Goms.

Durch den Ort fliesst die noch junge und ungestüme Rhone, hier Rotten genannt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Münster wurde 1221 als Musterium erstmals urkundlich erwähnt. Der Name findet sich später in der Form Monasterium, was «Einsiedelei, Koster, (Pfarr-)Kirche» bedeutet.[1] Im konkreten Gommer Fall heisst der Ort so, weil dessen Kirche lange Zeit die einzige Pfarrkirche im Obergoms war.[2] Der ursprüngliche Name des Ortes war allerdings das romanischstämmige Gomes, das heute noch als Talname Goms erhalten ist.[1]

1309 trat Münster, wie der Name seitdem überliefert ist, als selbständige Gemeinde auf und beteiligte sich am Warentransport über die Alpenpässe Furka, Grimsel, Gries und Nufenen. Vom 14. bis zum 16. Jahrhundert gab es Auseinandersetzungen mit dem Dorf Ernen um die Vorherrschaft im Zenden Goms, einer kleinen unabhängigen Republik. Im Jahre 1799 endete die Selbständigkeit und das wirtschaftliche Wachstum des Ortes infolge des Einmarsches des französischen Heeres. Zusammen mit dem ganzen Wallis stiess Münster 1803 mit der napoléonischen Mediationsakte zur Schweiz.

Am 1. Januar 2005 fusionierten die Munizipalgemeinden Geschinen und Münster, womit die Munizipalgemeinde Münster-Geschinen entstand, die ihrerseits 2017 in der Munizipalgemeinde Goms aufging.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alte Häuser an der Furkastrasse in Münster VS
Holzhäuser in Münster / Ansicht 2 (2008)

Der Ort fällt durch seine zahlreichen alten Holzhäuser auf, die nach dem Landstrich Goms Gommer-Häuser genannt werden. Dies sind Häuser aus Lärchenholz, die als Einzweckbauten errichtet wurden, d. h. zum Wohnen, als Speicher oder zur Viehhaltung gab es jeweils ein Haus. Diese wurden auf Pfähle gesetzt und zum Schutz vor Nagetieren mit flachen Steinplatten versehen, den Mäuseplatten.

Im Ort Münster-Geschinen befinden sich die

  • Marienkirche (Pfarrkirche) aus dem 13. Jahrhundert mit späteren Erweiterungen wie dem Chor aus dem Jahre 1491 und einem schönen spätgotischen Hochaltar, der aus der Werkstatt des Luzerner Bildhauers Jörg Keller stammt[3],
  • die Kirche St. Peter, ebenfalls aus dem 13. Jahrhundert; im 17. , 19. und 21. Jahrhundert mehrfach erneuert,

sowie die Kapellen

  • St. Antonius, St. Margarethe, St. Sebastian und St. Katharina.

Im Ort besteht eine bäuerliche Schaubackstube.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit den 1960er Jahren gibt es in Münster Segelflugbegeisterte, die im Ort den ehemaligen Militärflugplatz Münster VS betreiben und sich am 31. März 2001 zur Flugplatzgenossenschaft Münster zusammengeschlossen haben [4]; im Sommerhalbjahr werden Segelflugveranstaltungen organisiert.

Mit einem 9-Loch-Golfplatz in der Umgebung, den Golf Source du Rhône, mit Wander- und Radwegen, mit River Rafting und mit einer Erholungs- und Freizeitanlage am Rotten wirbt der Ort um Touristen. Das Obergoms ist ein Skilanglaufgebiet und zeichnet sich durch rund 100 km Loipen mit Extraspuren für Skating aus.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hildebrand von Riedmatten (um 1530–1604)[5], Bischof von Sitten (1565–1604)
  • Adrian (II.) von Riedmatten (um 1550–1613), Neffe des Hildebrand, Bischof von Sitten (1604–1613)
  • Adrian (III.) von Riedmatten (1610–1646), Bischof von Sitten (1640–1646)
  • Adrian (IV.) von Riedmatten (1613–1672), Bischof von Sitten (1646–1672)
  • Adrian (V.) von Riedmatten (1641–1701), Neffe des Adrian (III.), Bischof von Sitten (1672–1701)
  • Franz Joseph Lagger (1799–1871), Arzt, Botaniker
  • Edzard Schaper (1908–1984), deutscher Schriftsteller, Ehrenburger (1960)
  • Albert Imsand (1911–2001), Grossrat (1957–1977), Grossratspräsident (1972–1973)

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Robert Walpen: Münster (VS). In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  • Walter Ruppen: Münster. In: Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (Hrsg.): Kunstdenkmäler der Schweiz (= Bd. 64). Das Obergoms Bd. 1. Birkhäuser Verlag, Basel 1976, ISBN 3-7643-0728-5, S. 56–150.
  • Walter Ruppen: Münster im Goms (= Schweizerische Kunstführer, Nr. 87). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Bern 1968.
  • Baedeker Schweiz, ISBN 3-8297-1071-2
  • Kulturweg Münster. Hrsg. von Kulturlandschaft Münster-Geschinen. Münster-Geschinen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Münster-Geschinen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Dictionnaire toponymique des communes suisses – Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen – Dizionario toponomastico dei comuni svizzeri (DTS|LSG), hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuchâtel unter der Leitung von Andres Kristol, Verlag Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2005, ISBN 3-7193-1308-5 und Éditions Payot, Lausanne 2005, ISBN 2-601-03336-3, S. 629.
  2. Stefan Sonderegger: Das neue Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen: Nützlich und Anlass zu lebhaften Diskussionen. In: Neue Zürcher Zeitung, 21. März 2005.
  3. Benno Mutter, Klara Schilliger, Valerian Maly: Der Hochaltar in der Pfarrkirche von Münster im Goms. (Schweizerische Kunstführer, Nr. 846, Serie 85). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2009, ISBN 978-3-85782-846-1.
  4. Flugplatzgenossenschaft FGM Trägerschaft. flugplatzmuenster.ch, abgerufen am 11. Dezember 2013.
  5. Hildebrand von Riedmatten ist Enkel des Adrian (I.) von Riedmatten (1478–1548), Bischof von Sitten (1529–1548)