M. Carl Gottlieb Berger

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

M. Carl Gottlieb Berger (* 19. Juni 1764 in Cavertitz; † 29. März 1824 in Strehla) war ein deutscher Theologe, Musiker, Übersetzer und Botaniker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berger wurde im nordsächsischen Cavertitz als Sohn des Schullehrers Salomo Gottlieb Berger geboren, welcher ihn zunächst selbst unterrichtete. Später besuchte er allerdings die Schule in Oschatz und wechselte im September des Jahres 1773 auf die Fürstenschule in Grimma. Ab 1783 studierte Berger an der Universität Leipzig und wurde 1787 Hauslehrer beim Grafen von Seydewitz in Kreinitz, wechselte aber bereits zwei Jahre später zu einem Kaufmann in Elsterode, wo er mit Johanna Dorothea Schubert seine spätere Frau kennenlernte. Bald nahm er hier die Stelle des Kantors an und übernahm 1792 das Pastorat in Bischheim bei Kamenz.[1]

Im Jahre 1797 übernahm er schließlich die Pfarrei in der an der Elbe gelegenen Stadt Strehla, wo auch zahlreiche umliegende Dörfer eingepfarrt waren. Und wurde schließlich des Weiteren Adjunkt der Ephorie Oschatz.[2] In Strehla widmete er sich neben der Musik, bei der er sich als Organisator und Dirigent verschiedener Konzerte einen Namen machte, auch der klassischen Literatur und der französischen Sprache. Besonders beschäftigte ihn aber die Botanik, wo Berger sich ein beträchtliches Fachwissen erarbeitete. Er stellte landwirtschaftliche Versuche an, zog fremdartige Pflanzen und errichtete Gewächshäuser. Letztlich brachte er das „Taschenbuch für Blumenfreunde“ heraus. Im Jahre 1802 erschien seine mehrbändige Abhandlung „Die botanische Pflanzkunst nach Dumont-Courset“, die sich nach dem Vorbild Ducray Dumenils „Le botaniste cultivateur“ mit der Pflanzenzucht beschäftigte und außer Pflanzenbeschreibungen auch Anleitungen zur Pflege enthielt. Gewidmet war dieses Werk dem sächsischen Hofgärtner Seidel.[1][3]

Berger verunglückte in der Nacht vom 28. auf den 29. März 1824. Schwer erkältet hatte er an jenem Abend nach dem Besuch bei einem Bekannten in Trebnitz den an der Elbe entlang führenden Rückweg nach Strehla angetreten und war in den Fluss gestürzt. Die genauen Umstände blieben unbekannt und zunächst fand man am vermuteten Unglücksort nur seinen Stock und seine Pfeife. Erst am 24. Mai 1824 fand man schließlich seinen Leichnam nahe der Stadt Mühlberg.[1][2]

Werk (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Abhandlung von der Verächtlichkeit der Geistlichen“ (1800)
  • „Taschenbuch für Blumenfreunde“ (1802)
  • „Ideal eines Prachtgartens im Kleinen“ (1803)
  • „Ausführliche Anweisung zur richtigen Aussprache der lateinischen Pflanzennamen; ein Anhang zum Taschenbuch für Pflanzenfreunde“ (1804)
  • „Die botanische Pflanzkunst nach Dumont-Courset“ (1805)
  • „Immortellen= oder Immerschönen; Taschenbuch für die Entdeckungsjahre von 1809 bis 1816“ (1818)

Fußnoten und Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Nachruf auf „M. Carl Gottlieb Berger“ in Neuer Nekrolog der Deutschen, Band 2, Voigt-Verlag, 1826, S. 1094 bis 1097
  2. a b Todesanzeige Bergers in Leipziger Zeitung, 3. Juni 1824|S. 1534
  3. M. C. G. Berger: Die botanische Pflanzkunst nach Dumont-Course. Heinrich Gräff, Leipzig 1805.