DuMont Mediengruppe

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Mediengruppe M. DuMont Schauberg GmbH & Co. KG
Logo
Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1802
Sitz Köln, Deutschland
Leitung Christoph Bauer, Vorstandsvorsitzender
Christian DuMont Schütte, Aufsichtsratsvorsitzender
Mitarbeiter 4.254 (2011)[1]
Umsatz 710,0 Mio. EUR (2011)[1]
Branche Verlag
Website www.dumont.de
Neven-DuMont-Haus in Köln-Niehl

M. DuMont Schauberg ist eines der größten und ältesten deutschen Verlagshäuser mit Sitz in Köln. Heute wird das Unternehmen in der 12. Generation geführt. Seit dem 15. September 2015 tritt der Konzern als DuMont Mediengruppe auf.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marcus DuMont, Relief am DuMont-Brunnen, Breite Straße, Köln
Plakat von M. DuMont Schauberg aus dem Jahr 1909 nach August L. M. Neven Du Mont für die „IXe Ausstellung Cölner Künstler im Kunst Gewerbe Museum
Kölner Notgeld von 1921 mit Unterschrift Adenauers und Eindruck „M. Dumont Schauberg, Köln“
10 Pfennig und Rückseiten

Die Wurzeln der Unternehmensgruppe M. DuMont Schauberg liegen in den Anfängen des 17. Jahrhunderts: Die 1626 gegründete Druckerei von Bertram Hilden, von seinem Sohn Peter Hilden († 1683)[3] fortgeführt, ging 1735 in der Druckerei von Gereon Arnold Schauberg auf. Die spätere Kölnische Zeitung wurde bei Schauberg und dessen Erben gedruckt. Die heutige Unternehmensgruppe entstand 1802 mit dem Erwerb der Kölnischen Zeitung durch die Erben Schauberg.[4] Am 10. Juni 1805 ging die Druckerei in den Besitz von Marcus DuMont über.

Der Kölner Stadt-Anzeiger erschien im Jahre 1876 als regionale Ergänzung und Anzeigenblatt zur überregionalen Kölnischen Zeitung und in Konkurrenz zum Generalanzeiger der Stadt Köln, welcher ein Jahr zuvor von Joseph La Ruelle in Köln herausgegeben aber bald nach Erscheinen des Kölner Stadtanzeigers wieder eingestellt wurde. In der Weimarer Republik ließ die Stadt Köln bei DuMont das Notgeld drucken.

Die Rolle und die Verstrickungen des Verlagshauses in der Zeit des Nationalsozialismus, insbesondere die des Mitinhabers Kurt Neven DuMont war wiederholt Gegenstand von Kontroversen. Im Artikel „Klüngeln im Krieg“ der Zeitschrift Der Spiegel vom 13. Februar 2006 war Verlag und Familie unter anderem vorgeworfen worden, von Enteignungen jüdischer Nachbarn profitiert zu haben und zu den Profiteuren der „arisierter“ jüdischer Grundstücke zu zählen. Der Artikel stützte sich im wesentlichen auf Recherchen des Kölner Autors Ingo Niebel, der später einräumte, beim „zu raschen Durchblättern“ einer Rückerstattungsakte zentrale Hinweise übersehen zu haben.[5] Nachdem Niebel eine eidesstattliche Erklärung abgegeben hatte, wurde die Zeitschrift Der Spiegel aufgrund einer Klage des Verlages vom Landgericht Köln verurteilt, die unwahren Behauptungen unter Androhung eines Ordnungsgeldes von bis zu 250.000 Euro oder bis zu sechs Monaten Ordnungshaft für jeden Fall der Zuwiderhandlung zu unterlassen. [6]

Die NSDAP-Mitgliedschaft Kurt Neven DuMonts zumindest war bis zu den Recherchen des Spiegel und Ingo Niebels weitgehend unbekannt gewesen.[7] Das Haus ließt aufgrund der Vorwürfe die eigene Geschichte durch Mitarbeit des Unternehmenshistorikers Manfred Pohl aufarbeiten. [8] Diese Auftragsarbeit wurde von einigen Kritikern als „relativierend“ angesehen.[9]

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Ein weiterer Vorwurf lautete, die Verlagsinhaber hätten mit der NSDAP eng zusammengearbeitet, sowohl vor 1933, als sie sich für ein Zusammengehen des Bürgertums mit Hitler eingesetzt hätten, als auch während des Krieges: „Die Kölnische gehörte zu den wenigen Zeitungen, die die Propagandaabteilung der Wehrmacht für so linientreu hielten, dass sie sie den Frontsoldaten zukommen ließen.“[9] Die Kölnische Zeitung und der Stadtanzeiger konnten, im Gegensatz zu anderen Zeitungen im Deutschen Reich noch bis kurz vor dem Einmarsch der Alliierten erscheinen.[10]

Nach dem Zweiten Weltkrieg ging der Stadt-Anzeiger nach dem Wiedererscheinen 1949 als führende Kölner Zeitung aus einem harten Wettbewerbskampf mit der 1946 gegründeten, der CDU nahestehenden Kölnischen Rundschau hervor.

1964 kam die Boulevardzeitung Express auf den Markt, die die Monopolstellung der Bild in der Region brechen konnte.

Nach der Deutschen Wiedervereinigung erfolgte die Übernahme der Mitteldeutschen Zeitung. Das lokale Konkurrenzblatt Kölnische Rundschau wurde 1999 übernommen.

Zwischen 1999 bis 2001 war der Verlag einer der Beteiligten im sogenannten Kölner Zeitungskrieg und ab 2000 Herausgeber der kostenlosen Tageszeitung Kölner Morgen, welche mit einer Auflage von 100.000 Stück erschien. Der Verlag klagte parallel dazu zunächst vor dem OLG Köln gegen den Wettbewerber Schibsted-Verlagsgruppe und verlor den Prozess schließlich vor dem BGH.[11]

Am 6. Juli 2005 hob das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf ein Veto des Bundeskartellamts auf. DuMont Schauberg durfte daraufhin höhere Anteile (2012: 18 %) am Verlag des Bonner General-Anzeiger übernehmen.

2006 wurden 50 Prozent der Anteile und eine Stimme der Frankfurter Rundschau von dem Medienbeteiligungsunternehmen Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft der SPD sowie alle Anteile des Bundesanzeiger Verlags übernommen. Am 13. August desselben Jahres wurden 25 Prozent der israelischen Haaretz-Gruppe in Form einer Direktinvestition von 25 Millionen Euro gekauft.

Am 13. Januar 2009 teilte der Verlag mit, dass er die Aktivitäten der Mecom Group in Deutschland übernimmt.[12] Dazu gehörten der Berliner Verlag mit der Berliner Zeitung und die Hamburger Morgenpost. Mecom erzielte nach eigenen Angaben für die gesamten Publikationen einen Verkaufspreis von 152 Millionen Euro.[13] Im August 2009 warnt der Deutsche Journalisten-Verband wegen der Pressequalität vor weiterer Zusammenlegung von Ressorts und dem Austausch von Artikeln bei Berliner Zeitung, Frankfurter Rundschau und anderen Zeitungen des Verlags. Er erinnert an das Versprechen von Alfred Neven DuMont anlässlich der Übernahme des Berliner Verlags, Unabhängigkeit und Souveränität der einzelnen Titel zu schützen.[14]

„Eine Zeitung muss immer vor Ort aus einem Guss gemacht werden. [...] Gegen den Willen einer Redaktion kriegen Sie (eine große Zentrale) vielleicht durchgesetzt, aber der Flurschaden wird riesig.“

Das Kölner Unternehmen ist der drittgrößte Zeitungsverlag Deutschlands.[15][16] Der Vorstand der Mediengruppe M. DuMont Schauberg umfasst folgende Mitglieder: Christian DuMont Schütte, Isabella Neven DuMont, Eberhard Klein und Franz Sommerfeld.[17] Alle Anteile befinden sich im Besitz von 19 Gesellschaftern der Familien Neven DuMont und Schütte bzw. DuMont Schütte.

Im April 2010 wurde unter Leitung von Brigitte Fehrle (Chefredaktion) die Dumont Redaktionsgemeinschaft gegründet.

Aufsichtsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Aufsichtsrat des Unternehmens besteht aus Christian DuMont Schütte (Vorsitzender), Isabella Neven DuMont (Stellvertretende Vorsitzende), Patrick Adenauer, Peter May und Hans Werner Kilz.[18]

Zeitungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitungsgruppe Köln
Kölner Stadt-Anzeiger, Kölnische Rundschau, Express

Der Verlag verfügt in der Kölner Medienlandschaft über eine enorme Meinungsmacht, da – abgesehen von der Lokalausgabe der Bild-Zeitung – alle lokalen Tageszeitungen in Köln und den umliegenden Gemeinden im Verlag M. DuMont Schauberg erscheinen.

Online-Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Online-Auftritte der Zeitungen
    • Kölner Stadt-Anzeiger
    • Kölnische Rundschau
    • Express
    • Mitteldeutsche Zeitung
    • Frankfurter Rundschau
    • Hamburger Morgenpost
    • Berliner Zeitung
    • Berliner Kurier
    • Netzeitung
    • kalaydo.de
    • LizzyNet
  • BerlinOnline

Rundfunk und TV[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tochtergesellschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die DuMont Hauptstadtredaktion wurde Anfang 2010 als DuMont Redaktionsgemeinschaft GmbH gegründet. Gesellschafter sind zu gleichen Teilen die Verlage der vier Abonnementszeitungen Berliner Zeitung, Frankfurter Rundschau, Kölner Stadtanzeiger und Mitteldeutsche Zeitung mit je einer Einlage von jeweils 7000 Euro. Die Firma ist mit Nr HRB 124611 beim Amtsgericht Berlin (Charlottenburg) eingetragen. Die insolvente Druck- und Verlagshaus Frankfurt am Main GmbH ist immer noch als einer der vier Gesellschafter eingetragen. Sitz der Hauptstadtredaktion ist das Haus der Mediengruppe Berliner Verlag am Alexanderplatz (Karl-Liebknecht-Str. 29).

Die DuMont Hauptstadtredaktion beliefert zurzeit fünf deutsche Zeitungen und deren Digitalauftritte mit politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Inhalten.[20] Die sechzehn Reporter in Berlin und der Wirtschaftsredaktion in Frankfurt am Main schreiben für die DuMont-Zeitungen Kölner Stadt-Anzeiger, Berliner Zeitung und Mitteldeutsche Zeitung sowie für die Kunden Frankfurter Rundschau und den Weserkurier in Bremen.[21]

Chefredakteur der DuMont-Hauptstadtredaktion ist Jochen Arntz, der 2014 von der Süddeutschen Zeitung nach Berlin kam.[22] Stellvertretender Chefredakteur ist Holger Schmale, Chefkorrespondent ist Karl Doemens, Christian Bommarius ist der Chefkommentator. Das Wirtschaftsressort leitet Stefan Sauer.[23]

Beteiligungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo der Haaretz Tageszeitung

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatM. DuMont Schauberg: M. DuMont Schauberg - Unternehmen - Personen/Daten. Abgerufen am 10. Dezember 2011.
  2. Aus M. DuMont Schauberg wird die DuMont Mediengruppe | DuMont Mediengruppe. In: dumont.de. 15. September 2015. Abgerufen am 2 January 2016: „„DuMont Mediengruppe“ – vom heutigen Tag an gibt sich das traditionsreiche Medienunternehmen mit Hauptsitz in Köln einen neuen Namen. Optisches Sinnbild der Dachmarke, die als visuelles Zeichen für die strategische Neuausrichtung steht, bleibt der Sagittarius aus Stern, Pfeil und Bogen.“
  3. “DuMont-Schauberg, Familie”, abgerufen am 26. Mai 2012
  4. Geschichte (1664-1905) Von: M. DuMont & Schauberg, abgerufen am 16. Juni 2013
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatDER SPIEGEL berichtete. In: Der Spiegel. 23. Oktober 2006, abgerufen am 9. März 2016.
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatBeatrix Lampe: DuMont gewinnt im „Spiegel”-Prozess. In: Kölner Stadt-Anzeiger. 5. Oktober 2006, abgerufen am 9. März 2016.
  7. Christoph Hardt: “Befleckte Familienehre”, abgerufen am 26. Mai 2012
  8. Wilbert Ubbens: [http://ifb.bsz-bw.de/bsz304771686rez-1.pdf M. DuMont Schauberg : der Kampf um die Unabhängigkeit des Zeitungsverlags unter der NS-Diktatur.] In: Informationsmittel (IFB): digitales Rezensionsorgan für Bibliothek und Wissenschaft. Abgerufen am 9. März 2016.
  9. a b “Im Schatten des Vaters”, abgerufen am 26. Mai 2012
  10. Christoph Hardt: Befleckte Familienehre. In: Handelsblatt. Abgerufen am 9. März 2016.
  11. BGH, Urteil vom 20. November 2003, Az: I ZR 151/01
  12. Pressemitteilung der M. DuMont Schauberg-Gruppe: „M. DuMont Schauberg übernimmt Mecom-Aktivitäten“, 13. Januar 2009.
  13. Pressemitteilung der Mecom-Group: Mecom sells its German operations for €152.0 million, 13. Januar 2009.
  14. Zitate vgl. PM djv/Interview/„der journalist“ 9/2009, S. 3.
  15. Zeit-online: Alles auf Print 27. März 2009
  16. Beteiligungen der Mediengruppe M. DuMont Schauberg GmbH & Co. KG auf kek-online.de
  17. Unternehmensdaten auf dumont.de; abgerufen am 2. August 2011
  18. [1] Von: M. DuMont Schauberg, abgerufen am 22. Januar 2016
  19. 204.284 (IVW I/2009)
  20. DuMont Hauptstadtredaktion. Abgerufen am 3. August 2015.
  21. DuMont Hauptstadtredaktion liefert Inhalte für Bremer Weser-Kurier. 22. Mai 2015, abgerufen am 3. August 2015.
  22. Jochen Arntz wird Chefredakteur der DuMont-Redaktionsgemeinschaft. Abgerufen am 25. Juni 2015.
  23. Dumont Redaktionsgemeinschaft Autoren & Ressorts - Unsere Chefs. Abgerufen am 3. August 2015.
  24. Portfolio bei lfm-nrw.de
  25. Vgl. Florian Triebel: Rezension zu: Pohl, Manfred: M. DuMont Schauberg. Der Kampf um die Unabhängigkeit des Zeitungsverlags unter der NS-Diktatur. Frankfurt am Main 2009. In: H-Soz-u-Kult, 2. Februar 2010.