M163 Vulcan

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
M163 VADS
M163 in Fort Irwin, California, USA

M163 in Fort Irwin, California, USA

Allgemeine Eigenschaften
Besatzung 4 (Kommandeur, Schütze, Fahrer, Lader)
Länge 4,86 m (Länge mit Geschütz in 12-Uhr-Stellung)
Breite 2,86 m
Höhe 2,92 m (Turm Oberseite)
Masse 12,5 Tonnen
Panzerung und Bewaffnung
Panzerung 38 mm Frontalpanzerung
Hauptbewaffnung 1 × 20-mm-M168-Gatling-Geschütz (modifiziertes M61) von General Dynamics mit 2.100 Schuss
Sekundärbewaffnung keine
Beweglichkeit
Antrieb General Motors 6V53, 6 Zylinder, Diesel-Zweitaktmotor
212 PS (158 kW)
Federung Torsionsstab
Höchstgeschwindigkeit 64 km/h
Leistung/Gewicht 17,0 PS/Tonne
Reichweite 480 km

Das M163 Vulcan Air Defense System ist ein in den 1960er-Jahren in den Vereinigten Staaten entwickelter Flugabwehrpanzer auf Basis eines modifizierten M113A1-Chassis, welcher mit einem modifizierten M61 Vulcan-Gatling-Geschütz (M168) und einem Feuerleitradar ausgerüstet ist. Das Fahrgestell selbst trägt die Bezeichnung M741.[1]

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1964 begann die United States Army die Entwicklung des M163, das als Ersatz für das M42 Duster-System dienen sollte.[2] Kurz nach der Fertigstellung erster Exemplare im Jahr 1968 wurden Tests gegen Bodenziele im Vietnamkrieg durchgeführt, die zeigten, wie wirkungsvoll das System in diesem Bereich war.[3] Da die Entwicklung des Ersatzprojekts M247 Sergeant York aufgrund massiver technischer Probleme 1985[4] eingestellt wurde, arbeitete man parallel an einer Kampfwertsteigerung, die 1984 als PIVADS (Product Improved Vulcan Air Defense System) eingeführt wurde.[1] Technisch und vor allem aufgrund seiner begrenzten Reichweite veraltet, wurden die Einheiten der Army in den 1990er Jahren durch das M1097 Avenger-System mit Stinger-Raketen ersetzt.[5]

Spezifikation (M163)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Panzerung:[1]
    • Front: 38 mm
    • Seite: 32–45 mm
    • hinten/oben: 38 mm
    • Boden: 29 mm
  • M168-Waffe:[1]
    • Effektive Reichweite: 1.200 m
    • Maximale Feuerrate: 3.000 Schuss/Minute
    • Elevation: +80° bis −5° mit 60°/Sekunde
    • Winkel: 360° in 75°/Sekunde
    • Munitionsbevorratung: 2.100 Patronen

Varianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Chassis des Fahrzeugs, das bei Einführung zunächst auf dem M113A1-Fahrgestell aufbaute, mussten umfangreiche Veränderungen vorgenommen werden. So wurden wegen des hohen Gewichts zusätzliche Schwimmkörper an den Fahrzeugseiten angebracht. Die hydraulische Federung des Fahrgestells konnte ausgeschaltet werden, um die Stabilisierung beim Feuern zu gewährleisten. Nach Umstieg auf das verbesserte M113A2-Fahrgestell wurde dieses beim M163 fortan als M741A1 bezeichnet. Im Rahmen der durch die Lockheed Electronics Company vorgenommenen PIVADS-Kampfwertsteigerung wurden das Feuerleitsystem und die Nachtkampftauglichkeit verbessert sowie die Möglichkeit geschaffen, APDS-Munition zu verschießen.[1]

  • M163: Standardversion mit Waffenaufnahme M157, Kanone M168 und Fahrgestell M741 auf Stand des M113A1.[6]
    • M163A1[7]: Modifikationen an der Waffenaufnahme (M157A1), später Antriebsstrang auf Stand des M113A2. Fahrgestell fortan als M741A1 bezeichnet.[1]
    • M163A1/A2 PIVADS[8]: Genauigkeit und Kapazitäten durch Entwicklungen von Lockheed Electronics Company gesteigert. Beinhaltet einen digitalen Prozessor; Hauptvisier und Rückstoßausgleichssystem wurden in der vertikalen Ebene stabilisiert, Verbesserungen an der Feuerleitanlage.[1]
  • M167: Geschleppte Version auf einem Anhänger. Zugfahrzeug war bis 1989 der Gama Goat, bis er durch den HMMWV ersetzt wurde.
  • Machbet: Israelische Weiterentwicklung mit 4 FIM-92 Stinger-Startern, verbessertem Zielverfolgungssystem und der Möglichkeit, Daten mit einem externen Hochleistungsradar auszutauschen.

Nutzerstaaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Derzeitige M163-Nutzerstaaten in blau, ehemalige in rot
Jordanische M163 Vulcan, stationiert auf der Muwaffaq Salti Air Base

Derzeitige Nutzerstaaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Nutzerstaaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: M163 VADS – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g Chris Conners: M163 VADS. American Fighting Vehicle Database, 25. März 2014, abgerufen am 3. April 2018 (englisch).
  2. Kenneth P. Werrell: Archie to SAM. A Short Operational History of Ground-Based Air Defense. Second ed. Air University Press, Maxwell Air Force Base, Alabama 2005, ISBN 1-58566-136-8, S. 72–74 (englisch, Online [PDF; 5,4 MB; abgerufen am 3. April 2018]).
  3. Final Report. XM163 Vulcan Air Defense System. ACG-64F. Department of the Army, U. S. Army Concept Team in Vietnam, 18. Juni 1969, abgerufen am 3. April 2018 (PDF; 4,84 MB, englisch).
  4. Amy Wilentz: No More Time for Sergeant York. Weinberger scraps the controversial antiaircraft gun. Time, 9. September 1985, abgerufen am 3. April 2018 (englisch).
  5. Avenger Program History. GlobalSecurity.org, abgerufen am 3. April 2018 (englisch).
  6. United States Department of the Army (Hrsg.): Operator′s Manual (Crew) for Gun, Air Defense Artillery, Self-Propelled: 20-MM, M163. United States Army Manual, Washington, D.C. 28. Mai 1976, S. 3–4 (englisch, Volltext in der Google-Buchsuche [abgerufen am 3. April 2018]).
  7. United States Department of the Army (Hrsg.): Organizational Maintenance Manual for Gun, Air Defense Artillery, Self-Propelled: 20-MM, M163A1. United States Army Manual, Washington, D.C. 15. April 1977, S. 1–2 (englisch, Volltext in der Google-Buchsuche [abgerufen am 3. April 2018]).
  8. United States Department of the Army (Hrsg.): Operator′s Manual (Crew) For Gun, Air Defense Artillery, Self-Propelled: 20-MM, M163A2. United States Army Manual, Washington, D.C. 7. Mai 1990, S. I–II (englisch, Volltext in der Google-Buchsuche [abgerufen am 3. April 2018]).