MG3

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Dieser Artikel behandelt das Maschinengewehr MG3. Das gleichnamige Automodell findet sich unter MG 3.
MG3
MG3
Allgemeine Information
Militärische Bezeichnung: MG3
Einsatzland: Deutschland, Pakistan, Türkei sowie weitere
Entwickler/Hersteller: Rheinmetall GmbH
Herstellerland: Deutschland (–1977), u. a. Pakistan, Türkei
Produktionszeit: 1966 bis 1977 in Deutschland; Lizenzfertigung in Pakistan und in der Türkei
Waffenkategorie: Maschinengewehr
Ausstattung
Gesamtlänge: 1225 mm
Gewicht: (ungeladen) 11,5 kg
Visierlänge: 430 mm
Lauflänge: 565 mm
Technische Daten
Kaliber: 7,62 × 51 mm NATO
Munitionszufuhr: Munitionsgurt
Kadenz: 1200 Schuss/min
Feuerarten: Dauerfeuer
Anzahl Züge: 4 Stück oder Polygonlauf
Drall: Rechtsdrall (305 mm)
Visier: Offene Visierung
Verschluss: Stützrollenverschluss mit Verschlusssperre
Ladeprinzip: luftgekühlter Rückstoßlader mit kurz zurücklaufendem Rohr
Listen zum Thema
Zerlegtes MG3 in einer Bundeswehrstube (1982)
 Ein zum MG3 umgebautes MG42
Ein zum MG3 umgebautes MG42

Das MG3 ist das 1969 eingeführte Standardmaschinengewehr (MG) der Bundeswehr. Es ist eine Weiterentwicklung des deutschen Maschinengewehrs MG42 aus dem Zweiten Weltkrieg. Hergestellt wurde es von der Firma Rheinmetall. Das MG3 wurde in zahlreiche Staaten exportiert. Unter anderem wird es noch in Pakistan bei POF (Pakistan Ordnance Factories) und in der Türkei bei MKE in Lizenz gefertigt. Hierbei wurden auch entsprechende Modifikationen durchgeführt. Das österreichische Bundesheer entwickelte mit dem MG 74 eine vergleichbare Waffe aus dem MG42 heraus. Des Weiteren wird für die Waffe unter der Bezeichnung „MG3 KWS“ vom Hersteller in Kooperation mit anderen Anbietern eine Möglichkeit zur Kampfwertsteigerung angeboten.[1]

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann bei Rheinmetall in Düsseldorf die Neufertigung des MG42/58 und MG42/59 im NATO-Kaliber 7,62 × 51 mm. Diese Waffen kamen als MG1 zur Bundeswehr. Aus Beständen des Bundesgrenzschutzes übernommene Originalwaffen, die auf das NATO-Kaliber aptiert wurden, erhielten die Bezeichnung MG2. Direkter Vorläufer des MG3 war das MG1 A3. Es konnte neben dem DM1-Gurt auch die Zerfallgurte M13 und DM60 nutzen und verfügte über einen modifizierten Rückstoßverstärker. Die MG1 A3 wurden um das Jahr 1965 produziert und später umgebaut; ab 1966 kam dann das MG3 in die Truppe. Die übrigen Vorgängerwaffen wurden nach und nach auf diesen Stand umgerüstet. Das MG3 wurde in Deutschland bei Rheinmetall bis 1977 produziert und wird nach wie vor von der Bundeswehr verwendet.

Nachfolger in der Bundeswehr ist das MG5.

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schnittmodell des Verschlusses

Die erste Änderung gegenüber dem MG42 war die Einführung des Kalibers 7,62 × 51 mm NATO für das MG. Weitere Änderungen betrafen Rohr, Gehäuse, Deckel, Verschluss, Zweibein und Rückstoßverstärker.

Die theoretische Feuergeschwindigkeit wurde geringfügig von 1500 auf 1200 Schuss/min unter anderem durch Verwendung eines schwereren Verschlusses und den Einbau einer anderen Schließfeder herabgesetzt. Durch notwendige Tätigkeiten, wie beispielsweise das Wechseln des heißgeschossenen Rohres mit dem im Rohrschützer befindlichen kalten Rohr, was nach 150 Schuss Dauerfeuer mit Gefechtsmunition oder 100 Schuss Manövermunition ohne zwischenzeitliche Abkühlung auf Handwärme durchzuführen ist, sinkt dieser Wert in der Praxis auf etwa 300 Schuss/min.

Die Waffe kann als Fahrzeugbewaffnung, Handwaffe der Infanterie auf Zweibein oder schultergestützt, zur Fliegerabwehr auf Dreibein und Drehringlafette sowie auf einer tragbaren Feldlafette mit Winkelspiegel und optischem Vergrößerungsvisier eingesetzt werden. Außerdem können zwei MGs auf einer achsparallelen Lafette (Zwillingssockellafette oder auch „ZwiSoLa“) gleichzeitig mit mechanischer Fernbedienung zur Fliegerabwehr verwendet werden. Die Einheiten der Bundeswehr setzen das MG3 bei Auslandseinsätzen auch als Bordmaschinengewehr in Hubschraubern des Typs Bell UH-1D ein (siehe auch Doorgunner). Früher wurde es auch in der CH-53G verwendet, dort ist jedoch mittlerweile das M3M im Einsatz. Da die Waffe einen erheblichen Teil der Feuerkraft der Gruppe darstellt und die Bedienung (Zielerfassung, Munitionszufuhr, Transport, etc.) komplex ist, sind dem MG3 in der Regel mindestens zwei Soldaten zugeteilt.

Die Blenden-Version zum Aufbau auf gepanzerte Fahrzeuge heißt MG3A1. Beim Einsatz auf Fahrzeugen wird die Waffe in der Regel über eine fernbedienbare Waffenstation von KMW bedient. Weiterhin ist das Verschießen von Übungsmunition mit dem MG3 möglich; hierzu muss der Rückstoßverstärker lediglich durch einen spezielles Zusatzgerät (Üb – Rückstoßverstärker) ersetzt werden, um eine zuverlässige Funktion der Waffe zu gewährleisten.

Baugruppen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das MG3 besteht aus elf Baugruppen und Zubehörteilen:

Zubehör:

  • Zweibein
  • Trageriemen
  • Rohrschützer
  • Tragetasche mit Inhalt
  • Patronenkasten DM2
  • Gurttrommel
Schnittbild Bauteile MG3

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rolf Abresch, Ralph Wilhelm (Hrsg.): Moderne Handwaffen der Bundeswehr. Report-Verlag, Frankfurt am Main u. a. 2001, ISBN 3-932385-10-1.
  • Dieter Stockfisch: Der Reibert. Das Handbuch für den deutschen Soldaten. Heer, Luftwaffe, Marine, Streitkräftebasis, Zentraler Sanitätsdienst. Mittler, Berlin u. a. 2007, ISBN 978-3-8132-0878-8.
  • Jan-Phillipp Weisswange: Handwaffen und Panzerabwehrhandwaffen der Bundeswehr. Geschichte, Taktik, Technik. Mittler, Hamburg 2014 (2. aktualisierte und erweiterte Auflage), ISBN 978-3-8132-0951-8
  • Zentrale Dienstvorschrift (ZDv) 3/14. Das Maschinengewehr.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: MG3 – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jan-P. Weisswange: MG3-Kampfwertsteigerung. In: „STRATEGIE & TECHNIK“-Blog. Forschungszentrum für internationale, deutsche und europäische Sicherheitspolitik (F.I.D.E.S.), 24. August 2013, abgerufen am 23. Januar 2016.