MK 30

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Rheinmetall MK 30-2/ABM

Die MK 30 ist eine Maschinenkanone im Kaliber 30 Millimeter, die ursprünglich von Mauser entwickelt wurde. Nach der Übernahme von Mauser wird die Kanone vom Tochterunternehmen RWM GmbH (Rheinmetall Waffe Munition) des deutschen Unternehmens Rheinmetall Defence produziert.

Die Waffe verschießt das NATO-Standard-Kaliber 30 × 173 mm für Maschinenkanonen. Durch die Verwendung der 30-mm-Munition beträgt die Platzersparnis gegenüber dem Kaliber 35 mm 50 Prozent sowie gegenüber dem 40-mm-Kaliber 75 Prozent. Des Weiteren wurde bei der Entwicklung der Waffe auf eine flexible Anwendung geachtet, so dass die MK 30 gegen Land-, Luft- und Seeziele auf jedem Waffensystem angewandt werden kann.

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die MK 30 ist ein konventioneller Gasdrucklader. Die Hauptbaugruppen sind das Rohr, das Waffengehäuse, die Gurtzuführung und die Rücklaufvorrichtung. Das gezogene Rohr sowie das Patronenlager sind zur Erhöhung ihrer Lebensdauer verchromt. Die Munition wird der Waffe mittels Doppelgurtzuführer zugeführt. Somit können ohne erneutes Laden zwei verschiedene Munitionsarten ausgewählt werden. Die größtmögliche Sicherheit der Waffe wird durch die starre Verriegelung des Verschlusses mit unterstellten Stützklappen und die Zwangssteuerung des Schlagbolzens gewährleistet. Die MK 30 hat einen zuschießenden Verschluss, das heißt, der Verschluss wird in seiner hintersten Stellung vom Abzug gehalten. Bei der Schussabgabe wird der Verschluss entriegelt, schiebt die Patrone aus dem Magazin in das Patronenlager und zündet diese. Die Zündung erfolgt entweder elektrisch oder mechanisch. Es sind die Feuermodi Einzelschuss, schnelles Einzelfeuer (mit 200 Schuss pro Minute) und Dauerfeuer mit der vollen Kadenz möglich. Die Waffe ist so konstruiert worden, dass ein Zerlegen zur Reinigung oder Wartung ohne Spezialwerkzeug erfolgen kann.

Varianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der MK 30 gibt es drei Varianten:

  • MK 30-1: Modell F, erstes Muster, Verschuss von 30 × 173-mm-Aluminiummunition
  • MK 30-2: Weiterentwickelte Variante, Verschuss von 30 × 173-mm-Stahlmunition
  • MK 30-2/ABM: wie MK 30-2, jedoch für den Verschuss von Air Burst Munition (ABM) wie der AHEAD-Munition ausgerüstet.

Einsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die MK 30-1 wird vor allem als Flugabwehrkanone bei Kriegsschiffen verwendet, wobei auch eine Lafettierung als Zwillingskanone möglich ist. Die konventionell betriebenen Hubschrauberträger der Mistral-Klasse werden mit zwei MK 30 ausgerüstet.

Die MK-30-2 wird dagegen vor allem als schwimmend gelagerte Bordkanone für Schützenpanzer oder leichte bis mittlere gepanzerte Fahrzeuge eingesetzt. So ist die MK 30 in der Variante MK 30-2/ABM als Primärbewaffnung für den neuen deutschen Schützenpanzer Puma vorgesehen.[1] Eine weitere Anwendung sind die gepanzerten Fahrzeuge der ASCOD-Serie.

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

MK 30-1 MK 30-2 MK 30-2/ABM
Typ einläufige Maschinenkanone
Kaliber 30 × 173 mm
Funktionsprinzip Gasdrucklader
Kadenz 800 Schuss/min 700 Schuss/min 700 Schuss/min*
Effektive Reichweite 3000 m
Gewicht 155,5 kg 173 kg 198 kg
Rohrlänge 2588 mm 3307 mm n/a
Länge (komplett) 3350 mm 3307 mm 3780 mm
Höhe 291 mm 295 mm n/a
Breite (mit DGZ) 286 mm 310 mm n/a

(*) Beim Schützenpanzer Puma wird diese Kadenz auf maximal 200 Schuss/min reduziert, um eine bessere Treffergenauigkeit zu erzielen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pressemitteilung bei Rheinmetall Defence zum Einsatz der MK30-2 als Puma-Bordkanone