MQ Libelle

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Die MQ Libelle am Dach des Leopold Museums

Die MQ Libelle auf dem Dach des Leopold Museums im MuseumsQuartier Wien ist ein im Jahr 2020 fertiggestelltes Baukunstwerk der Architekten Laurids Ortner und Manfred Ortner (O&O Baukunst) mit permanenten künstlerischen Interventionen von Brigitte Kowanz und Eva Schlegel. Sie ist über zwei Lifte auf der Außenseite des Leopold Museums erreichbar und für alle kostenlos zugänglich. Auf der Terrasse gibt es einen Gastro-Kiosk mit Gastgarten. Mit der MQ Libelle wird das im Jahr 2011 eröffnete MuseumsQuartier erstmals räumlich erweitert. Die MQ Libelle ist eine Kulturfläche, Aussichtsplattform, Verweilort für Besucher des MuseumsQuartier Wien und Veranstaltungsort.

Architektur und Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick Richtung Norden

Die MQ Libelle wurde von den Architekten Laurids und Manfred Ortner geplant, die bereits für die 2001 eröffneten Neubauten im MuseumsQuartier Wien (Leopold Museum, mumok, Kunsthalle Wien) verantwortlich zeichneten. Aus der ursprünglichen Idee eines einfachen Aufbaus auf dem Leopold Museum im Jahr 2007 entwickelten die Architekten Ortner & Ortner über mehrere Konzeptionsphasen hinweg einen Entwurf, der als Projekt der MuseumsQuartier Errichtungs- und Betriebsgesellschaft von Direktor Christian Strasser umgesetzt wurde. Die Bezeichnung Libelle wählten die Architekten aufgrund der Situierung auf dem Dach des Leopold Museums und der als luftig, leicht und schwebend anmutenden Architektur.[1]

Einer der „Lichtkreise“ der Libelle, gesehen vom Innen­hof des Museums­quartiers

Mit der MQ Libelle ist nicht nur das Bauwerk auf dem Dach des Leopold Museums gemeint, sondern die gesamte Terrassenlandschaft. Die Architekten Ortner & Ortner und die Künstlerinnen Brigitte Kowanz und Eva Schlegel haben das Ensemble von Architektur und Kunst als Gesamtkunstwerk angelegt.[2] Die Gesamtfläche der MQ Libelle beträgt 1.350 m², davon entfallen 970 m² auf die Terrasse und 383 m² auf das Bauwerk, welches eine Raumhöhe von 4 Metern hat. Die Gebäudehöhe der MQ Libelle beträgt 7,69 Meter, damit beträgt die Gesamthöhe, Leopold Museum inklusive MQ Libelle, insgesamt 32,09 Meter.

Die Arbeit „veiled“ von Eva Schlegel bildet die Außenhaut der MQ Libelle und besteht aus 60 künstlerisch bearbeiteten Glasscheiben, die mit rund 2,35 Millionen Punkten versehen sind und dem Titel entsprechend die Wirkung eines Schleiers haben, der sich über die Glasflächen legt. An den vertikalen Glasstößen sind 250 Vollglaskegel befestigt, welche insgesamt die Anmutung eines Stachelkleides verleihen.[3] Brigitte Kowanz schuf mit ihrer Arbeit „Lichtkreise“ drei Beleuchtungskörper für die Terrasse. Die drei stählernen Ringe, an deren Unterseite Lichtbänder angebracht sind, haben Durchmesser von je 13,5 Metern, 10,5 Metern und 8,4 Metern.[4] Sie ruhen auf schrägen Stützen, was ihnen einen schwebenden Charakter verleiht. Zwei der drei Lichtkreise ragen über die Dachkante hinaus. In ihrer Gesamtheit ergeben sie eine Spiegelung des Grundrisses der MQ Libelle.[5]

Nutzungszweck und Zugänglichkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die MQ Libelle ist zu fixen Öffnungszeiten und außerhalb einer Winterpause kostenlos für Besucher des MuseumsQuartier Wien zugänglich. Sie dient als Ort für kulturelle Veranstaltungen, Erholungsort und Aussichtsplattform. Sie  wird von der MuseumsQuartier Errichtungsgesellschaft bespielt und von dieser auch für Vermietungen genutzt. Erreicht werden kann die MQ Libelle über 2 Außenlifte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2007 fertigte Architekt Laurids Ortner auf die Idee des kaufmännischen Direktors des Leopold Museums, Peter Weinhäupl, hin eine Studie für einen architektonischen Aufbau auf dem Dach des Leopold Museums an. In den folgenden Jahren schufen Laurids und Manfred Ortner Entwürfe für ein Baukunstwerk, welche das MuseumsQuartier in Dachhöhe erweitern sollte, und entwickelten die MQ Libelle im Zusammenspiel mit permanenten Interventionen der Künstlerinnen Brigitte Kowanz und Eva Schlegel. Am 7. April 2014 stellte MQ Direktor Christian Strasser gemeinsam mit Laurids Ortner, Brigitte Kowanz und Eva Schlegel, Bundesminister Josef Ostermayer und Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny die Pläne für die Realisierung der MQ Libelle im Rahmen einer Pressekonferenz erstmals der Öffentlichkeit vor.[6]

Gastronomie-Bereich

Zwischen 2014 und 2018 fanden Adaptierungen der Baupläne sowie die Vorbereitungen für die Bauarbeiten auf dem Dach des Leopold Museums statt. Das ursprünglich vorgestellte Modell sah ein zweistöckiges Bauwerk mit Restaurant vor, welches in der Folge auf einen Stock redimensioniert wurde.[7] Anstatt eines anfangs geplanten Indoor-Restaurants befindet sich im finalen Entwurf ein Gastronomiekiosk auf der Terrasse, der von den Betreibern des Café Leopold betreut wird.

Die Konzeption für die Lichtinstallation von Brigitte Kowanz bestand anfangs aus einem Lichtband und wurde zu Lichtringen adaptiert, welche die Gebäudeachsen der MQ Libelle spiegeln.[8]

Der Baubeginn richtete sich zeitlich nach dem Ausstellungsprogramm des Leopold Museums, das im Jahr 2017 noch volle Kapazitäten benötigte, um mehrere große Jubiläumsausstellungen auszurichten und wurde für Herbst 2018 festgesetzt.[9] Im August 2018 erfolgte der Spatenstich auf dem Dach des Leopold Museums durch MQ Direktor Christian Strasser, Kulturminister Gernot Blümel und die Wiener Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler.[10] Vor den eigentlichen Bauarbeiten wurde das Dach des Leopold Museums saniert.

Im Frühsommer 2019 begann die Installation der künstlerischen Intervention „Lichtkreise“ von Brigitte Kowanz. Anfang Juli 2019 stand der Rohbau und das Dach war fertiggestellt.[11] MQ Direktor Christian Strasser beging mit den Bauverantwortlichen der Firma Granit sowie mit Leopold Museum Direktor Hans-Peter Wipplinger, Architekt Laurids Ortner, den Künstlerinnen Brigitte Kowanz und Eva Schlegel sowie der Wiener Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler und Kunst-Sektionschef Jürgen Meindl die Gleichenfeier.[12] Im September 2019 wurde mit der Fertigstellung der Glasfassade, welche die Künstlerin Eva Schlegel in Form ihrer permanenten Intervention „veiled“ gestaltete, begonnen.[13]

Die MQ Libelle wurde zeitgemäß im Februar 2020 fertig gestellt. Die zunächst geplante feierliche Eröffnung war für den 21. April 2020 geplant und musste aufgrund der Covid-19-Krise und der damit verbundenen Sicherheitsmaßnahmen für die Bevölkerung auf Ende August 2020 verschoben werden.[14]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • MuseumsQuartier Wien: MQ Libelle. Die Erweiterung eines Kulturareals. Verlag für moderne Kunst, Wien, 2020, ISBN 978-3-903320-77-2
  • Maria Welzig: Die Hofburg seit 1918, Von der Residenz zum Museumsquartier (Veröffentlichungen der Kommission für Kunstgeschichte, Band 5), Verlag der Akademie der Österreichischen Wissenschaften, Wien, 2018, ISBN 978-3-7001-8028-9
  • Brigitte Groihofer: Ein Libelle ist gelandet. In: Parnass. Band 01/2020, S. 10–13.
  • Silvie Aigner: Die Libelle ein Symbol für das MQ – Parnass traf Christian Strasser in seinem Büro im MQ. In: Parnass. Band 01/2020, S. 14.
  • La Bulteneto Nummer 49 über die Libelle und eine Vorschau über die Ausstellungen im Leopold-Museum 2020/2021 (in Esperanto und Deutsch). Kostenfrei als pdf bei esperanto@chello.at

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: MQ Libelle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Libelle am Leopold Museum Wien 2020. In: O&O Baukunst. Abgerufen am 28. Juni 2020.
  2. Treffpunkt Architektur: Libelle im MQ. In: Architektur & Bau Forum. 21. Februar 2020, abgerufen am 28. Juni 2020.
  3. "Libelle" im Wiener Museumsquartier nimmt Gestalt an. In: Wiener Zeitung. 12. September 2019, abgerufen am 28. Juni 2020.
  4. Leopold Museum: Libelle im Anflug. In: Architektur & Bau Forum. 14. Oktober 2019, abgerufen am 28. Juni 2020.
  5. Lichtkreise Libelle, 2011–2020. Brigitte Kowanz, abgerufen am 28. Juni 2020.
  6. Wiener MQ bekommt „Libelle“. In: Ö1 Journal. 8. April 2014, abgerufen am 8. Juni 2020.
  7. Eine „Libelle“ fürs MQ: Leopold Museum erhält Dachaufbau. In: Kurier. 7. April 2014, abgerufen am 28. Juni 2020.
  8. Judith Hecht: Glanzstück fürs Leopold: Die „Libelle“. In: Die Presse. 7. April 2014, abgerufen am 28. Juni 2020.
  9. Leopold-Museum: Die Libelle fliegt erst später los. In: Der Standard. 13. Dezember 2016, abgerufen am 28. Juni 2020.
  10. Anna-Maria Bauer: Leopold Museum bekommt öffentliche Dachterrasse ohne Konsumzwang. In: Kurier.at. 27. August 2018, abgerufen am 28. Juni 2020.
  11. Bau der MQ Libelle „exakt im Zeitplan“. In: Salzburger Nachrichten. 1. Juli 2019, abgerufen am 28. Juni 2020.
  12. Bilder MQ Libelle Gleichenfeier Pressekonferenz, 1. Juli 2019. In: eSel. 1. Juli 2019, abgerufen am 28. Juni 2020.
  13. Glaswände der „Libelle“ im Wiener MQ eingebaut. In: Vienna.at. 12. September 2019, abgerufen am 28. Juni 2020.
  14. Sophie Brandl: Eröffnung der „MQ Libelle“ wird verschoben. In: Mein Bezirk.at. 31. März 2020, abgerufen am 28. Juni 2020.

Koordinaten: 48° 12′ 9,6″ N, 16° 21′ 32,6″ O