MS-DOS Editor

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MS-DOS Editor
MS-DOS-Editor unter Windows XP mit einer geöffneten DOS-Startdatei
Basisdaten
Entwickler Microsoft
Aktuelle Version 2.0.026
(1995)
Betriebssystem MS-DOS
Als 16-Bit-DOS-Anwendung auch integraler Bestandteil von Microsoft Windows (9x und NT)
Kategorie Texteditor
Lizenz proprietär (EULA)
Deutschsprachig ja
(nicht unter allen deutschen Windows-Versionen)

MS-DOS Editor, kurz EDIT, ist ein seitenorientierter Texteditor von Microsoft, der den zeilenorientierten Edlin ab MS-DOS 5.0 ablöste und neben dem grafischen Notepad auch noch in aktuellen Windows-Versionen enthalten ist, obwohl er seit 1995 nicht mehr weiterentwickelt wird. Der Editor läuft als 16-Bit-Anwendung nicht auf den 64-Bit-Versionen von Windows.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Wurzeln des Editors reichen zurück bis zu GW-BASIC, einem Basic-Interpreter, der bis MS-DOS-Version 4.01 Bestandteil des Betriebssystems war. Für den nachfolgenden Basic-Compiler QuickBASIC wurde der Editor mit einer maus- und menügesteuerten Oberfläche neu programmiert. Für das Betriebssystem DOS wurde QuickBasic abgespeckt und als QBasic mitgeliefert. Der MS-DOS Editor wiederum basiert auf QBasic. Indem unter MS-DOS 5.0 bis 6.22 EDIT.COM aufgerufen wird, welches wiederum QBasic mit der Kommandozeilenoption „/EDITOR“ startet, kann QBasic als Editor für beispielsweise Initialisierungs- und Stapelverarbeitungsdateien verwendet werden.[1].

Unter Microsoft Windows NT 3.5, NT 3.51 und NT 4.0 gehörte der Editor als Version 1.0 als eigenständig lauffähige DOS-Anwendung ohne QBasic zum Lieferumfang von Windows, indem die Editorfunktionen des QBasic extrahiert worden sind. Die Version 2.0.26 des Editors ist Bestandteil von MS-DOS ab Version 7.0 als integraler Bestandteil von Windows 95 bis Me. Hier befindet sich QBasic nur noch optional auf dem Installationsmedium, während der DOS-Editor zum Installationsumfang gehört. Es wird ab Windows 2000 auch auf allen 32-bittigen NT-basierenden Windowssystemen als DOS-Anwendung standardmäßig mitinstalliert.

Funktionsumfang[Bearbeiten]

Der Editor besitzt, wie viele DOS-Anwendungen, die in der Anfangszeit von Windows entwickelt wurden, eine semi-grafische fensterähnliche Oberfläche, die die Blockgrafik der DOS-Betriebssysteme nutzt und deshalb unter der DOS-Eingabeaufforderung in Volldarstellung gestartet wird. Unter Windows ist die Darstellung als „DOS-Fenster“ möglich. Menü- und Scrollleisten entsprechen in der Bedienung heutigen Windowsprogrammen. Mausverwendung ist, sofern ein kompatibler Maustreiber installiert ist, optional möglich. Der Editor kann, abhängig vom konventionellen Speicher, bis zu ca. 300 KB große Dateien bearbeiten.[2]

Der Editor erlaubt die Erstellung und Bearbeitung von Textdateien, also ohne Seitenumbruch oder Funktionen zur Textformatierung. Er enthält die wichtigsten Basisfunktionen einer einfachen Textverarbeitung einschließlich Tabulator (der die Abstände durch Einfügen von Leerzeichen formatiert), Suchen/Ersetzen und einer internen Zwischenablage mit Ausschneiden/Kopieren und Einfügen. Die Verwendung der Windows-Zwischenablage ist über die „DOS-Box“ bzw. den DOS-Emulator möglich und konvertiert auch die Umlaute und Sonderzeichen zwischen DOS- und Windows-Zeichensätzen korrekt. Unter Windows erstellte Texte werden jedoch unter Verwendung des DOS-Zeichensatzes ohne Konvertierung dargestellt (und umgekehrt). Drucker können über COM- und LPT-Anschlüsse im Textmodus angesprochen werden. Eine interne Datenschnittstelle regelt die Kommunikation mit dem optional verwendbaren Programm QBasic und integriert dessen Bedienoptionen im Menü des Texteditors.

Die Farben der textbasierten Oberfläche können frei ausgewählt werden. Im „DOS-Fenster“ unter Windows können zudem Zeilen- und Spaltenzahl sowie die Schriftgröße frei definiert werden. In der letzten Version 2.0 kann der Benutzer zudem bis zu neun Dateien gleichzeitig öffnen und zwei Dateien mittels horizontaler Teilung untereinander anzeigen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Microsoft Knowledge Base: How to Remove QBasic and EDIT from MS-DOS 5.0 and Later; Zitat: EDIT.COM actually invokes QBASIC.EXE and cannot run without it.
  2. Microsoft Knowledge Base: Largest Document Size MS-DOS Editor Can Edit