MV Agusta 175 CSS

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MV Agusta
Paris - Bonhams 2014 - MV Agusta 175 CS Disco Volante - 1955 - 003.jpg
MV Agusta 175 CSS (1955) mit Teleskopgabel
Hersteller: MV Agusta
Produktionszeitraum 1954 bis 1958
Klasse Motorrad
Motordaten
luftgekühlter Einzylinder-Viertaktmotor, OHC-Ventilsteuerung, Ölsumpfschmierung, ein Dell’Orto-Vergaser mit 25 mm Durchmesser, Schwungradmagnetzündung
Hubraum (cm³) 172,3
Leistung (kW/PS) 11 (15) bei 8.800 min−1
Höchst­geschwindigkeit (km/h) 135
Getriebe Vierganggetriebe
Antrieb Kette
Bremsen vorne: Trommelbremse 180 mm / hinten: Trommelbremse 150 mm
Radstand (mm) 1.280
Leergewicht (kg) 112
Vorgängermodell MV Agusta 175 CS

Die MV Agusta 175 CSS war ein Motorrad des italienischen Herstellers MV Agusta, das von 1954 bis 1958 gebaut wurde. Wegen seiner besonderen Tankform wurde das Motorrad als Disco Volante („Fliegende Untertasse“) bekannt. Insgesamt wurden 500 Exemplare gebaut.[1]

Entwicklung und Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die MV Agusta 175 wurde 1952 vorgestellt. Für MV Agusta war dieses Motorrad ein Meilenstein, da nun ein Viertaktmotor in Serie gefertigt wurde, der mit obenliegender Nockenwelle für hohe Fahrleistungen ausgelegt war. Die mit einer Kette angetriebene Nockenwelle betätigte über Kipphebel die zwei hängenden und von Haarnadel-Ventilfedern gehaltenen Ventile im Leichtmetallzylinderkopf. Der um 10° in Fahrtrichtung geneigte Motor (Bohrung/Hub 59,5 × 62 mm) erreichte mit einem 18-mm-Dell’Orto-Vergaser zunächst 8 PS (6 kW) bei 5600min−1, später, mit einem 22-mm-Vergaser 11 PS (8 kW) bei 6700 min−1 bei der CS. Damit hob sich MV Agusta von der Konkurrenz ab.[2] Touren- (CST/CSTL) und Sportversionen (CS) der MV Agusta 175 folgten 1953. Das Supersportmodell, die MV Agusta 175 CSS, wurde 1954 vorgestellt und im Gegensatz zu den Touren- und Sportversionen auch mit Earles-Gabel angeboten; es kostete in dieser Version 280.000 Lire.

„Die italienischen Motorradfans brachten die Form des Kraftstoffbehälters mit einem Gefährt aus einer anderen Galaxie in Verbindung.“

Phillip Tooth.[3]

Damit erhielt die MV Agusta 175 CSS ihren Spitznamen, der so auch in die Modell-Historie des Herstellers übernommen wurde.

Rennversionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine speziell für den Rennsport, jedoch mit Serienmotor vorbereitete MV Agusta 175 CSS-5V wurde als Squalo (Hai) in einem vom Rennteam abgeleiteten, nun geschlossenen Rahmen mit gewichtsreduzierter Langarmschwinge und Fünfganggetriebe angeboten.[4] Die Briten Bob Keeler, Derek Minter und Mike Hailwood setzten die Squalo bei nationalen Wettbewerben ein.[5][6] Eine käufliche Straßenversion der Squalo hatte Scheinwerfer und Schalldämpfer.[7]

Eine leistungsgesteigerte Werksmaschine mit zwei obenliegenden Nockenwellen und einer Leistung von 25 PS (18 kW) bei 11.500 min−1 wurde als MV Agusta 175 Bialbero von 1955 bis 1958 gebaut, nachdem Morini und Mondial mit ihren Rennmaschinen ebenfalls in dieser Klasse antraten.[8][9]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mario Colombo/Roberto Patrignani: MV Agusta. Motorbuch Verlag. Stuttgart 2000. ISBN 3-613-01416-5
  • Phillip Tooth: MV Agusta 175 CSS. In: Klassik Motorrad, Nr. 6, November/Dezember 2015, S. 32–39.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: MV Agusta 175 CSS (Disco Volante) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: MV Agusta 175 Bialbero – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. mvagusta.com MV Agusta 175 CSS
  2. Mario Colombo/Roberto Patrignani: MV Agusta. S. 144.
  3. Phillip Tooth: MV Agusta 175 CSS. S. 34.
  4. Mario Colombo/Roberto Patrignani: MV Agusta. S. 147.
  5. Phillip Tooth: MV Agusta 175 CSS. S. 38.
  6. mvagusta.com MV Agusta 175 CSS-5V
  7. Mario Colombo/Roberto Patrignani: MV Agusta. S. 144.
  8. Mario Colombo/Roberto Patrignani: MV Agusta. S. 232.
  9. mvagusta.com MV Agusta 175 Bialbero