MZEE

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MZEE.com (früher MZEE) ist ein deutsches Unternehmen, das in der Entwicklung und Etablierung der HipHop-Kultur im europäischen und vor allem deutschsprachigen Raum tätig ist. MZEE betrieb bis Ende 2014 hauptsächlich einen Versandhandel für "urbane" Mode und Musik. Seit 2015 besteht die Internetpräsenz aus einem redaktionellen Online-Magazin sowie einem Diskussionsforum.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entstanden durch das persönliche Engagement von Gründer Akim Walta (aka Zeb.Roc.Ski / Zebster), der Anfang der 1990er-Jahre unter dem Namen Mzee in München und Mainz Hip-Hop-Partys veranstaltete, begann 1992 mit der Veröffentlichung des Mzee Magazins (eigentlich ein Fanzine) der Aufbau. Ralf Kotthoff, ursprünglich als Grafiker zu dem Projekt gekommen, übernahm bald die Geschäfte des Versandhandels Mzee-Mailorder (zwischenzeitlich auch From Here To Fame Mailorder und Hip Hop Mailorder genannt), während Akim Walta ein unabhängiges Schallplattenlabel namens Mzee-Records aufbaute, das sich für viele Meilensteine der frühen deutschsprachigen Rap-Geschichte verantwortlich zeigt. Darunter befanden sich die ersten Veröffentlichungen von Advanced Chemistry, Stieber Twins, Cora E., Massive Töne, Ferris MC (als Teil von F.A.B.), MC Rene und die Sampler Alte Schule und Die Klasse von 95.

In den Anfangsjahren war das MZEE-Team vielfältig tätig: das Buch Graffiti Art Germany (Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag) und die Magazine On The Run und fünf Ausgaben des Mzee-Magazins wurden veröffentlicht, Partys und Konzerte veranstaltet, Tourneen organisiert, Radio- und Fernsehsendungen thematisch begleitet, Graffiti-Auftragsarbeiten vermittelt und vieles mehr.

Voraussetzung bei dieser Entwicklung und Aufbauarbeit war, dass die normalen Strukturen der Gesellschaft wie Medien oder Handel der HipHop-Kultur verschlossen waren: Deutschsprachige Rap-Musik wurde von Major Labels nicht ernstgenommen oder gar veröffentlicht, die Verlage und Sender und der Handel waren nicht interessiert an HipHop-Inhalten oder -Produkten. Also hat MZEE diese Inhalte, Produkte und Strukturen zum großen Teil selbst geschaffen oder zumindest geholfen, sie zu erschaffen.

Zentraler Dreh- und Angelpunkt war bis 2014 der Versandhandel: MZEE kooperierte seit Ende 2005 mit EMP Mailorder. Diese Zusammenarbeit wurde mit Ablauf des Jahres 2014 beendet. Mitte Juli 2014 kündigte MZEE.com die Schließung der Seite an und zum 1. Januar 2015 verblieb zunächst allein das Diskussionsforum auf MZEE.com online. Mitte 2015 wurde angekündigt, dass MZEE.com künftig als HipHop-Magazin (online) fungieren sollte. Das Magazin wurde im September 2015 gelauncht.

Am 8. August 2018 wurde MZEE.com für den European Youth Culture Award (EYCA) in der Kategorie "Kunst und Medien" nominiert.[1] Der Preis wurde am 7. September in der Berliner Landeszentrale für politische Bildung vergeben. Im Rahmen der Nominierung wurden leitende Redakteure sowie Gründer Ralf Kotthoff über ihr Selbstverständnis und aktuelle Entwicklungen im HipHop befragt.[2]

Herkunft des Begriffes MZEE[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

MZEE leitet sich aus dem Autokennzeichen von München (also M) und Mainz (also MZ) und einer amerikanischen Sprechweise von MC in Quasi-Lautschrift ab. Akim Walta organisierte einen HipHop-Jam unter dem Titel MZEE Frisch. Beide Veranstaltungen hatten das gleiche Line Up und wurden im November 1990 erst in München und eine Woche später in Mainz, dem damaligen Wohnort von Akim Walta, veranstaltet.

MZEE bedeutet auf Swahili so viel wie alter Mann und ist eine respektvolle Form der Ansprache. In der Bantusprache ist ein MZEE ein weiser Mann, der sein Wissen an jüngere weitergibt, was Akim Walta aber erst Jahre später bekannt wurde.

MZEE als frühes Hip-Hop-Label[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

MZEE-Records war neben Blitz Vinyl und Rap Nation eines der ersten reinen HipHop-Labels in Deutschland. Zuvor veröffentlichten HipHop-Künstler auf Independent-Labels wie Buback. Weitere Labels, die sich vor allem auf deutschen HipHop konzentrierten, folgten innerhalb weniger Jahre – unter anderem Yo Mama, 0711 Entertainment und 360° Records.

MZEE.com als Website[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit den frühen 2000er-Jahren ist MZEE.com vor allem als Internetplattform bekannt und nannte sich selbst vorübergehend „größtes deutschsprachiges HipHop-Medium überhaupt“. Hauptsächlich bestand MZEE.com aus News, Diskussionsforen, einem Veranstaltungskalender und einem sehr umfangreichen Shop – letzterer wurden Ende 2014 geschlossen, wobei nur das Diskussionsforum bestehen blieb. Seit September 2015 besteht MZEE.com zusätzlich aus einem Online-Magazin rund um deutschen HipHop unter der Leitung von Florence "Lupa" Bader.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Nominierten 2018 - Kategorie I: Kunst und Medien - Olad Aden – Gangway Beatz, auf eycablog.respekt-stiftung.de, abgerufen am 8. Oktober 2018
  2. „Man löscht kein Feuer, indem man es einfach ignoriert.“, auf eycablog.respekt-stiftung.de, abgerufen am 8. Oktober 2018