M 51 (MSBS)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
M 51 (MSBS)

M-51 missile.svg

Allgemeine Angaben
Typ Interkontinentalrakete (SLBM)
Heimische Bezeichnung M51
Herkunftsland FrankreichFrankreich Frankreich
Hersteller EADS Astrium Space Transportation
Entwicklung 1996
Indienststellung 2010
Technische Daten
Länge 12,00 m
Durchmesser 2.300 mm
Gefechtsgewicht 56.000 kg
Antrieb
Erste Stufe
Zweite Stufe
Dritte Stufe

Feststoffraketentriebwerk
Feststoffraketentriebwerk
Feststoffraketentriebwerk
Reichweite über 8.000 km
Ausstattung
Lenkung Trägheitsnavigationsplattform plus Astronavigation
Gefechtskopf 6–10 MIRV Nukleargefechtsköpfe TN-75 mit je 100 kt
Waffenplattformen U-Boot
CEP

150 – 200 m

Listen zum Thema
Größenvergleich: links Atom-U-Boot der Redoutable-Klasse mit M-4 Rakete; rechts Le-Triomphant-Klasse mit M 45 sowie M 51 Rakete

M 51 (MSBS) ist die Bezeichnung der französischen U-Boot-gestützten Interkontinentalrakete, (MSBS: französisch für Mer-Sol-Balistique-Stratégique „meeresbodengestütze strategische ballistische Waffe“), die seit 2010 das Modell M 45 (MSBS) schrittweise ersetzt. Die Reichweite der Rakete ist ein militärisches Geheimnis. Sie wird auf 8.000 km bis 9.000 km geschätzt. Die M 51 ist das Ergebnis einer kostenoptimierten Rückentwicklung aus der ursprünglich geplanten M 5 (MSBS).

Die Rakete wiegt 56 Tonnen und ist 12 Meter hoch. Ihr APCP-Feststoffantrieb basiert auf den Feststoffboostern der Ariane 5 und wird ebenfalls von EADS Astrium Space Transportation gefertigt. Als Teil der Force de frappe kann sie sechs bis zwölf (MIRV)-Gefechtsköpfe TN-75 mit einer Sprengkraft von jeweils 100 kT tragen. Bei den bisher letzten französischen Atomtests 1995/1996 auf Mururoa erreichten die getesteten Waffen eine Sprengwirkung von 110 kT.

Die M 51 ist gegen die Wirkung elektromagnetischer Pulse EMP gehärtet und gegen elektronische Gegenmaßnahmen (ECM) widerstandsfähiger. Die Steuerung erfolgt mittels einer Trägheitsnavigationsplattform sowie mit Astronavigation. Durch diese beiden Systeme soll eine Treffgenauigkeit (CEP) von 150 bis 200 m erreichbar sein. Um Abwehrmaßnahmen durch Abfangraketen zu erschweren, werden mit gemeinsam mit den Sprengköpfen auch Täuschkörper freigesetzt. Die Wiedereintrittskörper sollen über Stealth-Eigenschaften verfügen.

Das Entwicklungsprogramm der M 51 kostete 8,5 Mrd. EUR. Der Stückpreis einer Rakete liegt bei 150 Mio. EUR. Bis zu 60 Raketen sollen gebaut werden. Die Force océanique stratégique (FOST) verfügt über vier Atom-U-Boote der Triomphant-Klasse, die bis zu 16 Raketen (mer-sol balistique stratégique) aufnehmen können.

Der erste bodengestützte Testflug erfolgte am 9. November 2006. Die Rakete startete kurz vor Bordeaux und überquerte den Atlantik in ca. 15 Minuten. Nach drei bodengestützt abgefeuerten Testflügen erfolgte in der Bucht von Audierne am 27. Januar 2010 von Bord des jüngsten und letzten Boots der Tromphant-KlasseU-Boot, der Le Terrible, der erste seegstützte Start statt.[1] Ein Testflug schlug am 5. Mai 2013 fehl. Die vom U-Boot Le Vigilant (S618) vor der Küste der Bretagne gestartete Rakete, die keine Sprengköpfe trug, zerstörte sich in der ersten Flugphase über dem Atlantik selbst.[2]

Seit Ende 2010 ist die M51 einsatzbereit. Ende 2018 sind die U-Boote Le Triomphant und Le Vigilant mit M51-Raketen ausgerüstet.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellenverzeichnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Chris Chant: Moderne Unterseeboote Technik-Taktik-Bewaffnung, Motorbuchverlag, Stuttgart, 1. Auflage 2005, ISBN 3-7276-7150-5
  1. France test-fires submarine-launched missile
  2. spiegel.de: Misslungener Test: Französische Atomrakete zerstört, vom 5. Mai 2013
  3. Dieter Stockfisch: Neue SLBM M51. In: esut.de. Europäische Sicherheit & Technik, 1. November 2018, abgerufen am 20. Dezember 2018.