Maasgouw

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Gemeinde Maasgouw
Flagge der Gemeinde Maasgouw
Flagge
Wappen der Gemeinde Maasgouw
Wappen
Provinz Limburg
Bürgermeister Stef Strous (PvdA)
Sitz der Gemeinde Heel und Maasbracht
Fläche
 – Wasser
58,12 km²
10,53 km²
CBS-Code 1641
Einwohner 23.909 (1. Jan. 2014[1])
Bevölkerungsdichte 411 Einwohner/km²
Koordinaten 51° 9′ N, 5° 53′ O51.155.8833333333333Koordinaten: 51° 9′ N, 5° 53′ O
Bedeutender Verkehrsweg A 2, A 73, N 273, N 566
Vorwahl 0475
Postleitzahlen 6017, 6019, 6051, 6067, 6097, 6099, 6107, 6109
Website www.gemeente­maasgouw.nl
Lage von Maasgouw in den Niederlanden

Maasgouw ist eine Gemeinde in der niederländischen Provinz Limburg. Sie ist aus dem mit Wirkung zum 1. Januar 2007 vollzogenen Zusammenschluss der bisherigen Gemeinden Heel, Maasbracht und Thorn entstanden. Auf ihrem 5812 Hektar großen Gemeindegebiet lebten am 1. Januar 2014 23.909 Einwohner.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus zehn Ortskernen. Die Bevölkerung verteilt sich wie folgt auf die Ortsteile (in Klammern die Einwohnerzahlen vom 1. Januar 2011).

  • Maasbracht und Brachterbeek (7279 Einwohner)
  • Heel/Panheel (4484 Einwohner)
  • Thorn (2441 Einwohner)
  • Wessem (2144 Einwohner)
  • Linne (3706 Einwohner)
  • Beegden (1772 Einwohner)
  • Stevensweert (1663 Einwohner)
  • Ohé en Laak (822 Einwohner)

Thorn[Bearbeiten]

Der Ortsteil Thorn soll bereits um Christi Geburt entstanden sein. Die Eburonen hätten dort einen dem Gott Thor geweihten Tempel gehabt, der dem Ort seinen Namen verliehen habe. Thorn wurde 1521 als Reichsstift Thorn in die Reichsmatrikel des Heiligen Römischen Reiches aufgenommen. Es war ein adliges, reichsunmittelbares Damenstift, eine Art Kloster, dessen Angehörige aber kein Gelübde ablegten. Die Stiftsdamen brauchten also nicht all ihren Besitz dem Stift zu schenken und konnten die Gemeinschaft ohne weiteres wieder verlassen. Das Reichstift, welches selber Recht sprechen und Münzen prägen durfte, bestand, bis es 1794 von französischen Truppen erobert und aufgelöst wurde.

Stevensweert[Bearbeiten]

Stevensweert 1850

Stevensweert ist ein im Achtzigjährigen Krieg von den Spaniern 1633 zur Festung ausgebaute Ort. Der Festungsbau sollte eine drohende Blockade der Schifffahrt auf der Maas verhindern, nachdem 1632 Friedrich Heinrich die umliegenden Städte erobert hatte. Der Ort blieb infolge des Westfälischen Friedens spanisch, wurde aber von den Niederländern im Spanischen Erbfolgekrieg eingenommen und 1715 annektiert. Im 19. Jahrhundert schleifte man die Festungsanlagen. Die Festungswälle wurden teilweise wieder restauriert.

Wessem[Bearbeiten]

Wessem wurde 965 im Testament von Bischof Brun von Köln erstmals schriftlich erwähnt als Wishem. Es besaß 1118 ein Zollrecht für Maasschiffer und einen Hafen. Im 18. Jahrhundert verfiel es zu einem Bauerndorf. Die alte Kirche wurde 1944 zerbombt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Das „weiße Städtchen“ Thorn mit seinen weiß getünchten Häuschen und seinem kunstvoll verlegten Kopf- und Kieselsteinpflastern ist ein bekanntes Ausflugsziel.
  • Ohé en Laak und Linne liegen inmitten einiger kleiner Naturschutzgebiete an der Maas. In Ohé en Laak befindet sich mit dem Kastell Hasselholt ein Herrenhaus aus dem Jahre 1548, das jedoch nicht besichtigt werden kann. In der Linnerweerd, einer Auenlandschaft, gibt es Bestände des in den Niederlanden stark bedrohten Kammmolches sowie der roten Lichtnelke.[2]
  • Sowohl Stevensweert als auch Wessem verfügen noch über einen nennenswerten Bestand an Häusern aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert.
  • Die Maasplassen bieten viele Wassersportmöglichkeiten, so finden befinden sich im Gemeindegebiet alleine sechs Jachthäfen mit insgesamt über 2.500 Liegeplätzen.

Galerie[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Maas-Stauwehr zwischen Linne und Heel, hinter dem mit Pappeln bestandenen Damm befindet sich das Wasserkraftwerk, ganz im Hintergrund die Kühltürme der Clauscentrale in Maasbracht
Das Wasserkraftwerk bei Linne von der Bergseite aus gesehen

In Maasbracht betreibt der Energieversorger Essent das weithin sichtbare Gaskraftwerk Clauscentrale[3] sowie bei Linne in der Maas ein mit Stauwehr und Fischtreppe verbundenes Wasserkraftwerk.[4]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 12.04.2014Centraal Bureau voor de Statistiek, Niederlande
  2. Website der Gemeinde Maasgouw mit Informationen zu Linne, abgerufen am 16. Juli 2011 (in niederländisch)
  3. http://www.essent.nl/content/overessent/activiteiten/energie/centrales/clauscentrale/index.html
  4. http://www.essent.nl/content/overessent/activiteiten/energie/centrales/waterkrachtcentrales/index.html