Mab (Mond)

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Uranus XXVI (Mab)
S2003U1 zoom.png
Mab auf einer Aufnahme des Hubble-Weltraumteleskops
Vorläufige oder systematische Bezeichnung S/2003 U 1
Zentralkörper Uranus
Eigenschaften des Orbits
Große Halbachse 97.736 km
Periapsis 97.492 km
Apoapsis 97.980 km
Exzentrizität 0,0025
Bahnneigung 0,1335°
Umlaufzeit 0,9228 d
Mittlere Orbitalgeschwindigkeit 7,68 km/s
Physikalische Eigenschaften
Albedo ≈ 0,103
Scheinbare Helligkeit 26,0 mag
Mittlerer Durchmesser ≈ 16 km
Masse 4 ×1015 kg
Mittlere Dichte 1,3 g/cm³
Fallbeschleunigung an der Oberfläche ≈ 0 m/s²
Fluchtgeschwindigkeit ≈ 0 m/s
Entdeckung
Entdecker

Mark R. Showalter,
Jack J. Lissauer

Datum der Entdeckung 25. August 2003
Anmerkungen Physikalische Daten relativ ungenau.

Mab (auch Uranus XXVI) ist der dreizehnte und einer der kleineren der 27 bekannten Monde des Planeten Uranus.

Entdeckung und Benennung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mab wurde am 25. August 2003 von den Astronomen Mark R. Showalter und Jack J. Lissauer mittels des Hubble-Weltraumteleskops entdeckt. Er war damit der erste Mond im Sonnensystem, dessen Entdeckung mit diesem Teleskop gelang. Der Mond wurde darauf auf alten Fotos der Voyager-2-Sonde gesichtet. Die Entdeckung wurde am 25. September 2003 von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) bekanntgegeben; der Mond erhielt zunächst die vorläufige Bezeichnung S/2003 U 1.

Der Mond hat den offiziellen Namen Mab nach einer in Shakespeares Romeo und Julia erwähnten Queen Mab, der Hebamme der Feenköniginnen, erhalten. Die Figur entstammt der englischen Folklore aus dem 17. Jahrhundert. Sie wurde wahrscheinlich durch Medb, die legendäre Königin von Connacht, inspiriert.

Alle Monde des Uranus sind nach Figuren von Shakespeare oder Alexander Pope benannt. Die ersten vier entdeckten Uranusmonde (Oberon, Titania, Ariel, Umbriel) wurden nach Vorschlägen von John Herschel, dem Sohn des Uranus-Entdeckers Wilhelm Herschel, benannt. Später wurde die Tradition der Namensgebung beibehalten. Die vorläufige Bezeichnung S/2003 U 1 entspricht der Systematik der IAU.

Bahneigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Umlaufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mab umkreist Uranus auf einer prograden, fast perfekt kreisförmigen Umlaufbahn in einem mittleren Abstand von rund 97.736 km (ca. 3,824 Uranusradien) von dessen Zentrum, also rund 72.200 km über dessen Wolkenobergrenze. Die Bahnexzentrizität beträgt 0,0025, die Bahn ist 0,1335° gegenüber dem Äquator von Uranus geneigt.

Die Umlaufbahn des nächstinneren Mondes Puck ist im Mittel 11.700 km von Mabs Orbit entfernt, die des nächstäußeren Mondes Miranda 31.650 km. Mab ist der äußerste der Gruppe der inneren 13 regulären kleinen Monde von Uranus, wobei er mit Puck zusammen eine eigene Untergruppe bildet.

Mab befindet sich inmitten des μ (My)-Staubringes, von deren Innen- und Außenkante er etwa 11.700 km bzw. 5.200 km entfernt ist. Der hellste und dichteste Teil dieses äußersten Uranus-Ringes fällt fast exakt mit der Umlaufbahn des Mondes zusammen und ist mutmaßlich die Quelle der Ringpartikel.[1]

Mab umläuft Uranus in 22 Stunden 8 Minuten.

Rotation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es wird vermutet, dass Mab synchron rotiert und seine Achse eine Neigung von 0° aufweist.

Physikalische Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Größe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Größe des Mondes ist nicht hinreichend bekannt, sie beträgt etwa 16 km. Es existieren Angaben von 10 bis 24 km, was wohl auf der Unsicherheit der Albedo beruht, die mit 0,07 bis 0,103 angegeben wird (d. h., 7 bzw. 10 % des eingestrahlten Sonnenlichts werden von der Oberfläche reflektiert; er ist damit ein relativ dunkler Himmelskörper). Sollte Mab heller sein als erwartet, ist eher der untere Wert von 10 km wahrscheinlich, was ihn zum kleinsten bekannten Uranusmond machen würde.

Oberfläche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Oberfläche des Mondes zeigt sich stark verkratert. Die Quelle des starken Beschusses ist nicht bekannt, doch es wird vermutet, dass ein oder zwei Nachbarmonde dafür verantwortlich sind. Mab scheint die Quelle des μ (My)-Staubringes zu sein, wofür er die optimale Größe besitzen würde. Massereichere Monde würden den Staub wieder aufsammeln, während weniger massereiche zu klein wären, einen solchen Ring durch Kollisionen oder Mikrometeoriteneinschläge zu speisen. Es wurden keine Staubringe um Perdita und Cupid gefunden, was womöglich auf den Mond Belinda zurückzuführen ist, der die Lebensdauer des durch diese Monde produzierten Staubes begrenzt.

Die mittlere Oberflächentemperatur von Mab wird auf zwischen −184 °C und −209 °C (89–64 K) geschätzt.

Innerer Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine mittlere Dichte ist mit 1,3 g/cm3 deutlich geringer als die Dichte der Erde und weist darauf hin, dass der Mond überwiegend aus Wassereis aufgebaut ist. An seiner Oberfläche beträgt die Schwerebeschleunigung 0,0032 m/s2, dies entspricht nur etwa 0,03 % der irdischen.

Erforschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Vorbeiflug der Raumsonde Voyager 2, bei dem Mab durch die geringe Größe und Helligkeit nicht gefunden werden konnte, wurde das Uranussystem von erdbasierten Beobachtungen wie auch dem Hubble-Weltraumteleskop intensiv studiert. Dabei konnten die Bahnparameter von Mab präzisiert werden.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Showalter, Mark R.; Lissauer, J. J.; French, R. G. et al.: The Outer Dust Rings of Uranus in the Hubble Space Telescope. In: American Astronomical Society, DDA meeting #39, id.16.02. 2008, bibcode:2008DDA....39.1602S (englisch).