Mac OS (bis 9)

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Mac OS, auch Mac OS Classic, ist das ursprüngliche Betriebssystem des Macintosh von Apple, das seit 1982 entwickelt und seit 1984 vertrieben wurde. Es ist der Vorgänger von Mac OS X. Es war nach Xerox Star und Lisa OS das dritte kommerziell vertriebene Betriebssystem, das eine grafische Benutzeroberfläche besaß und eine Maus unterstützte. Zentrales Element ist der einem Schreibtisch nachempfundene Finder.

Ab Mai 2001 wurden alle neuen Macs mit Mac OS 9 und Mac OS X ausgeliefert, aber bis Januar 2002 blieb Mac OS 9 ihr Standard.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Um teuren Arbeitsspeicher und knappen Disketten-Speicherplatz zu sparen, waren anfangs wesentliche Teile des Betriebssystems in einen Nur-Lese-Speicher (Read-Only-Memory; ROM) ausgelagert. Dadurch wurden platzsparende und trotzdem leistungsfähige Programme möglich: Das erste Textverarbeitungsprogramm MacWrite war weniger als 30 KB groß und hatte dennoch eine graphische Oberfläche, mehrere Fenster und bot WYSIWYG. Auch MacPaint zum Zeichnen war derart klein.

Zunächst konnte immer nur ein Programm zur selben Zeit laufen; ab 1987 ermöglichte es der MultiFinder, ab 1991 System 7, mehrere Programme gleichzeitig laufen zu lassen. System 7 war bereits ein 32-Bit-Betriebssystem.

Gegen Ende der 1990er Jahre zeigten sich die Nachteile des klassischen Mac OS gegenüber echten Mehrbenutzersystemen wie Solaris, Linux, BSD oder Windows NT. Die Multitasking-Fähigkeiten waren nicht sehr ausgeprägt (sog. kooperatives Multitasking), und dem System mangelte es an Speicherschutz, so dass Fehler in einzelnen Applikationen zum Totalabsturz des Systems führen konnten.

Um diese Defizite auszugleichen, versuchte Apple, ein moderneres Mac OS unter dem Codenamen Copland zu entwickeln. Das Projekt scheiterte zwar, einige der Neuerungen aus Copland wurden jedoch in das bestehende Mac OS integriert, das dann unter dem Titel „Mac OS 8“ veröffentlicht wurde und mit einer überarbeiteten Oberfläche aufwartete. Nach und nach wurden weitere Copland-Funktionen in Mac OS integriert. Dies konnte jedoch die Kerndefizite nicht beheben.

Apple machte sich daher auf die Suche nach Alternativen. Unter anderem wurde erwogen, die Firma Be zu kaufen, um deren in der Entwicklung befindliches Betriebssystem BeOS als Grundlage für das neue Macintosh-Betriebssystem zu nutzen. Das Vorhaben scheiterte jedoch an mehreren Problemen (es kursieren viele Mythen).

Letztendlich kaufte Apple die von ihrem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Steve Jobs gegründete Firma NeXT für knapp 430 Millionen Dollar auf, um so mit der Hilfe von Steve Jobs auf Basis von NeXTStep ein vollkommen neues Betriebssystem mit dem Namen „Mac OS X“ zu veröffentlichen.

Mac OS 9 wird aus Gründen der Kompatibilität in der Classic-Umgebung bis Mac OS X Tiger auf PowerPC-basierenden Macintosh weiter unterstützt, um den Umstieg der Anwender zu erleichtern, die somit ihre alten Programme weiter nutzen können. Die Classic-Umgebung wird von Macintoshs mit Intel-Prozessoren allerdings nicht unterstützt; hier ist man auf Fremdprogramme wie SheepShaver angewiesen.

Der Name Mac OS wurde erst mit Version 7.5.1 eingeführt; vorher hießen die Macintosh-Betriebssysteme System 6, System 7, System 7.1 usw. Die letzte und aktuelle Ausgabe von Mac OS in seiner Ursprungsform ist die Version 9.2.2.

Versionsgeschichte[Bearbeiten]

Angegeben sind die Versionsnummer des Gesamtsystems (vor Version 1.0 „Macintosh System Software“ genannt, dann „System Software“ bzw. „System“, ab 7.6 „Mac OS“) sowie in Klammern die Versionsnummer der Datei System; in Version 6 wurde die Nummerierung vereinheitlicht. Unterversionen wie 7.5.1 sind nicht separat aufgeführt.

1984 (Januar): Macintosh System Software (System 0.85)

1984: Macintosh System Software (System 0.97)

  • Erweiterung der Schreibtischprogramme (Desk Accessories)

1985: Macintosh System Software 0.1, 0.3 und 0.5 (System 2.0)

  • Anzeige von Ordnern in Listenform
  • erste Ausgabe von Microsoft Excel (Excel erschien für IBM-kompatible PCs erst 1987)

1986: Macintosh System Software 0.7–1.1 (System 3.0–3.2)

1987: System Software 2.0–5.1 (System 3.3–4.3)

1988: System 6

  • Verbesserung von Druck- und Tonfunktionen

1991: System 7

1992: System 7.1

1994: System 7.5

  • PowerPC-Unterstützung
  • Umstellung der Entwicklung von Pascal auf C
  • OpenTransport (TCP/IP)
  • Java-Unterstützung (ab 1996)
  • seit Version 7.5.3 nicht mehr kostenlos abgegeben

1997: Mac OS 7.6

  • Umbenennung aufgrund der Einführung der Mac Clones

1997: Mac OS 8

1998: Mac OS 8.1–8.5

  • Mac OS 8.1 war letzte Version für 68k-Macs
  • HFS+-Dateisystem
  • Sherlock, Datei- und Web-Suchprogramm
  • Internet Explorer for Mac von Microsoft

1999: Mac OS 8.6–9.0

Hauptartikel: Mac OS 9

2001: Mac OS 9.2.2

  • Letzte, ab 5. Dezember 2001 verkaufte, eigenständige Version dieser Betriebssystemreihe; danach gab es nur noch kleine Aktualisierungen zur Kompatibilität in der Classic-Umgebung der Nachfolgerreihe Mac OS X.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikibooks: Mac-OS-Kompendium – Lern- und Lehrmaterialien

Einzelnachweis[Bearbeiten]

  1. Apple Makes Mac OS X the Default Operating System on All Macs. Apple, 7. Januar 2002, abgerufen am 14. Dezember 2014.