Mac OS X 10.2

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Mac OS X 10.2
Entwickler Apple Computer, Inc.
Lizenz(en) EULA; APSL, BSD, GPL, u. a.
Erstveröff. 23. August 2002
Akt. Version 10.2.8 vom 3. Oktober 2003
(vor 18 Jahren und 23 Tagen)
Basissystem Darwin
Kernel hybride (XNU)
Abstammung Unix → BSD
↳ NeXTStep/OPENSTEP
↳ Rhapsody
↳ Mac OS X (macOS)
Mac OS Classic
↳ Mac OS X 10.0+
Architektur(en) PowerPC
Chronik 10.1 ← 10.2 → 10.3
Kompatibilität POSIX, FreeBSD, Mac OS Classic
Sprache(n) mehrsprachig (Details),
u. a. Deutsch
nicht mehr verfügbar; www.apple.com/de/macosx (Memento vom 1. August 2003 im Internet Archive)

Mac OS X 10.2 „Jaguar“ ist die dritte Hauptversion von macOS, dem Desktop-Betriebssystem von Apple, das seinerzeit unter dem Namen Mac OS X eingeführt wurde. „Jaguar“ war dessen Codename während seiner Entwicklungsphase. Apple veröffentlichte „Jaguar“ am 23. August 2002 zu einem Preis von 162 €[1] (entspricht inflationsbereinigt 2021 rund 207 €), die letzte Version ist 10.2.8 vom 3. Oktober 2003. Es folgte auf Mac OS X 10.1 („Puma“). Die Server-Version Mac OS X Server 10.2 erschien ca. 1½ Wochen nach der Desktop-Ausgabe am 24. August 2002.

„Jaguar“ war die erste Version, bei der Apple die damals von Großkatzen inspirierten Codenamen offiziell zur Vermarktung nutzte.[2] Nachfolgende Versionen nutzten die Codenamen daher als Produktnamen, die entsprechend statt einer Versionsnummer diesen als Versionsbezeichnung nutzen: Auf Mac OS X in Version 10.2 folgte das am 24. Oktober 2003 veröffentlichte Mac OS X Panther, intern Versionsnummer 10.3. Nur die Server-Versionen behielten die Versionsnummern sowohl im Produktnamen als auch bei der Vermarktung.

Neuerungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Apple führte für Mac OS X 10.2 „Jaguar“ folgende neue Funktionen auf:

  • Address Book, ein Programm zur Verwaltung von Kontaktinformationen
  • Bonjour, ein auch als Zeroconf bekanntes Protokoll zur automatischen Netzwerkkonfiguration
  • CUPS (Common Unix Printing System), ein freies Drucksystem für Unix
  • der Finder enthält jetzt in jedem Fenster ein integriertes Suchfeld
  • iChat unterstützt nun den AOL-Instant-Messenger
  • Inkwell, ein Programm zur Handschrifterkennung
  • Mail mit optionalem Spam-Filter
  • Quartz Extreme, eine verbesserte Version von Quartz mit verstärkter Verwendung des Grafikprozessors und Entlastung der CPU
  • Geschwindigkeitssteigerung

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Jaguar“, von Apple nun auch offiziell mit den Namen einer Raubkatze bezeichnet, wurde erstmals nach der Einführung von Mac OS X als reif für den produktiven Einsatz wahrgenommen.[3] Mac OS X 10.2 gilt als die Version, mit der Apple dem Umstieg vom klassischen Mac OS endgültig geschafft hat.[1] Neben weiteren Performance-Verbesserungen wurden fehlende Funktionen nachgerüstet und das System erstmals gründlich überholt.[4]

Systemvoraussetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Power Mac G3, G4, Power Mac G5 (ab 10.2.7), iMac, eMac, PowerBook G3 oder G4, oder iBook mit mehr als 233 MHz
  • 128 MB RAM (256 MB bis 512 MB empfohlen)
  • 3 GB freier Speicherplatz auf der Festplatte
  • CD-Laufwerk zur Installation

Die Version für Macs mit dem 64-Bit-PowerPC-Prozessor 970, von Apple „G5“ genannt, wurde speziell für den neuen Power Mac G5 angepasst (CodenameSmeagol“) und nur separat auf den mitgelieferten Installations-CDs ausgeliefert. Damit bleibt Jaguar zwar ein 32-Bit-Betriebssystem, auf einem G5-Prozessor ermöglicht es allerdings per 64-Bit-Speicherzugriff mehr als 4 GB Arbeitsspeicher.[5][6] Die Installationen sind nicht untereinander austauschbar, weshalb es von der Aktualisierung 10.2.8 zwei Versionen gibt: die reguläre und jene für den G5.

Alte Programme, die unter Mac OS 9 laufen, werden über die Classic-Umgebung weiterhin unterstützt. Allerdings muss das für die Virtualisierung notwendige echte Mac OS 9 separat erworben werden.

Versionsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mac-OS-X-Version Build Erscheinungsdatum Anmerkung
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 10.2 6C115 23. August 2002
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 10.2.1[7] 6D52 18. September 2002
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 10.2.2[8] 6F21 11. November 2002
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 10.2.3[9] 6G30 19. Dezember 2002
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 10.2.4[10] 6I32 13. Februar 2003
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 10.2.5[11] 6L29 10. April 2003
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 10.2.6[12] 6L60 6. Mai 2003
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 10.2.7 G5 6S80 18. August 2003[13] Version für den Apple Power Mac G5, nur auf Wiederherstellungsmedium verfügbar.
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 10.2.8 6R65 22. September 2003 Diese Version wurde kurz nach der Veröffentlichung wieder zurückgezogen.
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 10.2.8[14] 6R73 3. Oktober 2003 Nur für Macintosh-Computer mit G3- oder G4-Prozessor.
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 10.2.8 G5[15] 6S90 3. Oktober 2003 Nur für den Power Mac G5.
Legende:
Alte Version
Ältere Version; noch unterstützt
Aktuelle Version
Aktuelle Vorabversion
Zukünftige Version

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Leo Becker: 20 Jahre Mac OS X: Apples Erfolgsgeschichte begann fremd und langsam. In: Heise online. 24. März 2021. Abgerufen am 24. März 2021.; Zitat: „Mac OS X 10.0 bis 10.6: Die frühen Raubkatzen (Bilderstrecke, Bild 4 von 21): Mit der dritten OS-X-Version hatte Apple den Systemwechsel endgültig geschafft. … Mac OS X 10.2 kostete damals 162 Euro.“.
  2. Running Mac OS X Tiger. O’Reilly Verlag, 2005, ISBN 978-0-596-00913-7, 1.9 Mac OS X 10.2 Jaguar (englisch, online [abgerufen am 17. Mai 2021]): “Unlike previous versions of Mac OS, Apple decided to put the codename, Jaguar, into the name of the product itself. On the box and at its web site, it is known as Mac OS X Jaguar.”
  3. Vor 9 Jahren: Apple veröffentlicht OS X. MacTechNews, 23. März 2010, abgerufen am 24. März 2021: „Viele Benutzer fanden aber, dass erst mit Mac OS X 10.2 Jaguar das neue Apple-System für viele als produktive Umgebung einsatzbereit war.“
  4. Peter Müller: Das ABC des Macintosh: L wie Leopard. Macweld, 14. Juli 2008, abgerufen am 24. März 2021: „Schon bei Mac OS X 10.1 setzte der Hersteller vorwiegend auf Performance-Verbesserungen, mit Mac OS X 10.2, das auch offiziell den Namen einer Raubkatze (Jaguar) trug, renovierte Apple das erste Mal gründlich.“
  5. Tony Smith: Mac OS X 10.3 Panther will not be a 64-bit OS – G5 to run in 32-bit 'bridge' mode. The Register, 7. Juli 2003, abgerufen am 13. März 2021 (englisch): „…version 10.2.7, codenamed 'Smeagol', which Apple has running on its pre-production Power Mac G5 machines…“
  6. Jim Dalrymple: Apple ships the G5 with Mac OS X 10.2.7. PC World, 17. August 2003, abgerufen am 13. März 2021 (englisch).
  7. Informationen über 10.2.1 bei Apple
  8. Informationen über 10.2.2 bei Apple
  9. Informationen über 10.2.3 bei Apple
  10. Informationen über 10.2.4 bei Apple
  11. Informationen über 10.2.5 bei Apple
  12. Informationen über 10.2.6 bei Apple
  13. Apple Press Info: Apple Ships New Power Mac G5 (englisch), abgerufen am 29. September 2015
  14. Informationen über 10.2.8 bei Apple
  15. Mac OS X 10.2.8, G5: Über die Mac OS X 10.2.8 (G5) Aktualisierung, abgerufen am 29. September 2015