Macquarieinsel

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Macquarieinsel
Macquarieinsel
Macquarieinsel
Gewässer Pazifischer Ozean
Geographische Lage 54° 36′ S, 158° 53′ OKoordinaten: 54° 36′ S, 158° 53′ O
Macquarieinsel (Indischer Ozean)
Macquarieinsel
Länge 34 km
Breite 5 km
Fläche 128 km²
Höchste Erhebung Mount Hamilton
433 m
Einwohner 20
<1 Einw./km²
Hauptort (Macquarie-Station)

Die Macquarieinsel (englisch Macquarie Island oder kurz Macca) ist eine zum australischen Bundesstaat Tasmanien gehörende Insel im südlichen Pazifischen Ozean, benannt nach Lachlan Macquarie, einem der frühen Gouverneure von New South Wales. Die Insel gehört wegen ihrer geologischen Bedeutung seit 1997 zum Weltnaturerbe. Sie ist einer der wenigen Orte auf der Erde, auf denen die ozeanische Erdkruste über die Wasseroberfläche gehoben wurde. In dem kühlen und maritimen Klima wachsen Pflanzen, wie sie ähnlich in der Tundra vorkommen.

Die Insel gehört zum Verwaltungsgebiet der Huon Valley Municipality. Sie ist bis auf vier permanent besetzte Forschungsstationen unbesiedelt.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Macquarieinsel befindet sich etwa 1500 km südöstlich von Tasmanien und etwa 1300 km nördlich der Antarktis. Die 128 km² große Insel ist etwa 5 km breit und 34 km lang. Sie ist der höchste Kamm des unter Wasser liegenden Macquarie-Rückens, der durch das Aufeinandertreffen von Australischer und Pazifischer Platte entstanden ist, und erreicht im Mount Hamilton im Süden der Insel eine Höhe von 433 m über dem Meer.

320 Meter westlich der Küste beim North Head, der Nordspitze der Insel auf der North Head Peninsula, liegt der 25 Meter hohe Felsen Anchor Rock.

Ebenfalls auf dem Macquarie-Rücken liegen die Felsinselgruppen Judge- und Clerkinseln (13,9 km nördlich der Macquarieinsel) und Bishop- und Clerkinseln (28,4 km südlich).

Das Klima der Insel ist feucht, stürmisch und kühl. Je nach Höhenlage liegt die Jahresmitteltemperatur zwischen 0 und 4,4 Grad Celsius. Eine andauernde Bedeckung mit Schnee und Eis gibt es nicht.[2]

Macquarieinsel
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
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9
5
 
 
82
 
9
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5
 
 
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4
 
 
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8
4
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Macquarieinsel
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 8,8 8,8 8,1 6,9 5,9 5,2 5,1 5,2 5,4 5,8 6,6 7,9 Ø 6,6
Min. Temperatur (°C) 5,4 5,5 4,8 3,6 2,5 1,7 1,8 1,7 1,5 1,9 2,7 4,3 Ø 3,1
Niederschlag (mm) 83 82 94 91 77 74 67 65 72 72 69 73 Σ 919
Sonnenstunden (h/d) 3,2 3,4 2,6 1,8 1,0 0,6 0,8 1,4 2,1 2,9 3,4 3,4 Ø 2,2
Regentage (d) 19 18 19 20 19 18 17 17 18 18 17 16 Σ 216
Luftfeuchtigkeit (%) 88 88 88 88 88 88 88 88 86 85 86 87 Ø 87,3
T
e
m
p
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u
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8,8
5,4
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5,5
8,1
4,8
6,9
3,6
5,9
2,5
5,2
1,7
5,1
1,8
5,2
1,7
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6,6
2,7
7,9
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Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
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Der geologische Aufbau der Insel ist hauptsächlich von Magmatiten geprägt. Im Verlauf der Discovery-Expedition wurden hier Handstücke aus Dolerit und basaltischem Gestein gesammelt. Später beschrieb Patrick Marshall weitere Gesteinsfunde als Diabas, Porphyrit und vulkanisches Glas. Der größte Teil der Inseloberfläche ist mit Torfböden bedeckt.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entdeckt wurde die Macquarieinsel zufällig am 11. Juli 1810 von dem Australier Frederick Hasselborough, der zuvor bereits die Campbell-Inseln entdeckt hatte, bei der Suche nach neuen Jagdgründen für den Robbenfang. Er beanspruchte die Insel am 11. Juli 1810 zunächst für Großbritannien. Erstmals kartographiert wurde sie von Fabian Gottlieb von Bellingshausen, der im Auftrag des russischen Zaren Alexander I. das Gebiet erforschte. Er landete am 28. November 1820 auf der Insel, legte ihre geographische Position fest und tauschte mit den dort angetroffenen Robbenfängern Rum und Nahrungsmittel gegen Exemplare der einheimischen Tierwelt.

Durch die Robbenjagd in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden die Seebären der Insel ausgerottet. Allein im ersten Jahr der Robbenjagd wurden 80.000 Pelzrobben erlegt. Um welche auf Macquarie ausgerottete Pelzrobbenart es sich handelt, ist unklar. Die Bestände von See-Elefanten und Haubenpinguinen gingen deutlich zurück. 1870 wurden Kaninchen auf die Insel eingeführt. Weitere eingewanderte Tierarten waren die bereits 1820 von Bellingshausen erwähnten verwilderten Katzen, die 1867 auf die Insel gebrachten Wekarallen und ebenfalls mit den Menschen hierher gelangte Ratten und Mäuse. Ab 1950 wurden Stockenten angesiedelt. Die neuen Tierarten hatten erhebliche Auswirkungen auf die einheimischen Tierbestände. Die Kaninchen verursachten große Schäden an der Vegetation der Insel. Infolge der Veränderungen starben zwei einheimische Arten aus. Das betraf die Macquarie-Bindenralle, eine nur auf Macquarie vorkommende Unterart der Bindenralle, sowie den ebenfalls hier endemischen Macquarie-Ziegensittich (Cyanoramphus erythrotis) aus der Gattung der Laufsittiche.[2]

Die Insel wurde nach ihrer Entdeckung zunächst unter die Verwaltung des australischen Bundesstaates New South Wales gestellt. Im Jahr 1890 wurde sie dem australischen Bundesstaat Tasmanien zugeordnet. Die zwischen 1889 und 1897 unternommenen Versuche Neuseelands, die Kontrolle über die Insel zu erlangen, blieben erfolglos.[4] Zwischen 1902 und 1920 wurde die Insel an Joseph Hatch (1837–1928) verpachtet, der dort seit 1889 Industrieanlagen zur Gewinnung von Öl aus Pinguinen betrieb.[5] Zwischen 1911 und 1914 befand sich auf der Macquarieinsel eine der drei Basen für die Australasiatische Antarktisexpedition unter dem Kommando von Douglas Mawson (1882–1958). Die meteorologische Station stand von 1911 bis 1913 unter Führung von George Ainsworth. Von 1913 bis 1914 wurde sie von Harold Power geleitet und von 1914 bis zu ihrer Schließung im Jahr 1915 von Arthur Tulloch. Im Jahr 1933 wurde die Macquarieinsel als Wildreservat erstmals unter Naturschutz gestellt. Am 26. Dezember 1947 wurde die Insel schließlich dem australischen Staat übereignet. Am 25. Mai 1948 wurde durch die Australian National Antarctic Research Expeditions (ANARE) eine Forschungsstation auf der Insel eröffnet.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karte von 1914
Geologische Karte

Seit 1978 ist die Macquarieinsel ein staatliches Naturreservat Tasmaniens, das Macquarie Island Nature Reserve, und seit 1999 ein Bestandteil eines Meeresschutzgebiets der australischen Zentralregierung im 162.000 km² großen Macquarie Island Commonwealth Marine Reserve.

Die Australian Antarctic Division (AAD) besitzt eine permanente Basis, die Macquarie-Station, auf der Insel, die seit 1997 Teil des UNESCO-Weltnaturerbes ist. Jedes Frühjahr landen hier Tausende von Seevögeln zum Brüten, wie Königs-, Esels- und Felsenpinguine. Von Biologen werden insbesondere die Lebensweisen von Haubenpinguinen und See-Elefanten studiert. In den Sommermonaten leben und arbeiten etwa 40 Menschen auf der Insel, in den Wintermonaten etwa 20 Menschen (Stand: 2004). Im Dezember 1987 sank das Schiff Nella Dan vor der Insel.

Am 23. Dezember 2004 ereignete sich ein von der Weltöffentlichkeit kaum beachtetes Erdbeben der Stärke 8,1, das keine größeren Schäden verursachte. Manche Geologen nehmen an, dass dieses Beben ein mehr oder weniger direkter Auslöser des Seebebens im Indischen Ozean am 26. Dezember 2004 war.

Im September 2006 verursachten Kaninchen in der Lusitania-Bucht an der Ostküste der Insel eine schwere Hangrutschung. Dabei wurden unzählige Vögel, insbesondere Pinguine, die an dieser Bucht brüteten, getötet. Die Kaninchen hatten den Boden so stark durchwühlt, dass er infolge des starken Regens, der während des Frühlings auftritt, ins Rutschen geriet.

Hintergrund dieses Vorfalls ist, dass bis zum Jahr 2000 alle 160 zuvor auf der Insel lebenden verwilderten Hauskatzen abgeschossen worden waren. Daraufhin vermehrten sich die Kaninchen von etwa 4000 Exemplaren im Jahr 2000 auf rund 130.000 Ende 2008. Deren Baue und Fressverhalten zerstörten bis dahin rund 40 Prozent der Vegetation.[6][7]

Infolgedessen wurde ab 2007 ein Programm umgesetzt, das die Ausrottung nicht nur der Kaninchen, sondern auch von Schiffsratten und Mäusen zum Ziel hatte und bis 2015 abgeschlossen sein sollte.[8] Am 22. April 2011 landete ein australisches Team auf der Insel. Mit Hubschraubern wurden 300 Tonnen Köder ausgebracht, die unter anderem mit dem RHD-Virus (Rabbit Haemorrhagic Disease Virus) kontaminiert waren.[9] Anschließend wurden die Inseln drei Jahre lang von einem Team aus zwölf Jägern und elf speziell ausgebildeten Hunden überwacht. Im Juli 2014 wurde das Projekt offiziell erfolgreich abgeschlossen.[10]

Flora und Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die subantarktischen Wiesen der Insel werden aufgrund ihres Erscheinungsbildes zum Teil als Tundra bezeichnet, obwohl das mildere Klima und die fehlenden Permafrostböden deutlich vom typischen Tundrenklima abweichen. Die Zuordnung der Vegetation ist daher in der Literatur uneinheitlich. Auf Macquarie wurden 35 Arten von Blütenpflanzen gefunden, darunter Tussock (sowohl Poa foliosa als auch Poa cookii), Macquariekohl (Stilbocarpa polaris) und Azorella.

Auf der Insel finden sich auch wieder Pelzrobben sowie der Subantarktische Seebär ein. In der Vogelwelt sind die endemische Macquariescharbe (Phalacrocorax purpurascens) sowie die Augenbrauenente zu erwähnen. Der Haubenpinguin brütet fast ausschließlich auf dieser Insel. Die auf der Insel heute auch vorkommenden Singvögel Birkenzeisig und Star sind von Neuseeland aus eingewandert, wohin sie jedoch von Menschen aus Europa gebracht worden waren.[2]

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Robert Wallace Ricker: Taxonomie and biogeography of Macquarie Island seaweeds. British Museum (Natural History), London 1987, ISBN 0-565-00998-2 (englisch).
  • Aleks Terauds, Fiona Stewart: Subantarctic wilderness: Macquarie Island. Jacana Books / Allen & Unwin, Crows Nest, N.S.W. 2008, ISBN 978-1-74175-302-8 (englisch, Inhaltsverzeichnis online, PDF; 2,07 MB).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Macquarieinsel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cultural heritage on Macquarie Island. In: Australian Antarctic Division: Leading Australia’s Antarctic Program. Australian Government – Department of the Environment and Energy – Australian Antarctic Division, abgerufen am 23. Oktober 2016 (englisch).
  2. a b c Klaus Odening: Antarktische Tierwelt: Einführung in die Biologie der Antarktis (= Berliner Tierpark-Buch. Nr. 37). 1. Auflage. Verlag Urania, Leipzig / Jena / Berlin 1984, S. 25.
  3. Patrick Marshall: New Zealand and adjacent islands. Reprint (= Gustav Steinmann, Otto Wilckens [Hrsg.]: Handbuch der regionalen Geologie. Band VII, Abteilung 1, 5. Heft). Carl Winters Universitätsbuchhandlung, Heidelberg 1912, S. 64 (englisch, Digitalisat im Internet Archive, PDF; 6,30 MB).
  4. Roger Kellaway: ‘Sorry for the seals and sea birds’: Tasmania, New Zealand and the Management of Macquarie Island 1890–1894. In: Tasmanian Historical Studies. Band 11. University of Tasmania, Centre for Tasmanian Historical Studies, 2006, S. 41–58 (englisch, online als Eprint der University of Tasmania, PDF; 1,20 MB).
  5. Geoff Chapple: Harvest of souls. In: New Zealand Geographic. Nr. 074. Kowhai Media Ltd., Juli 2005, ISSN 0113-9967 (englisch, online auf nzgeo.com, abgerufen am 23. Oktober 2016).
  6. Dana M. Bergstrom u. a.: Indirect effects of invasive species removal devastate World Heritage Island. In: Journal of Applied Ecology. Band 46, Nr. 1, 14. Januar 2009, ISSN 0021-8901, S. 73–81, doi:10.1111/j.1365-2664.2008.01601.x (englisch).
  7. Pia Heinemann: Wie Katzen und Kaninchen eine Insel verheeren. In: Welt. WeltN24 GmbH, 12. Januar 2009, abgerufen am 23. Oktober 2016
  8. Macquarie Island Pest Eradication Project. In: Parks & Wildlife Service Tasmania. Tasmanian Government – Department of Primary Industries, Parks, Water and Environment, abgerufen am 23. Oktober 2016 (englisch).
  9. Milestone reached as baiting is completed. In: Macquarie Island Pest Eradication Project Newsletter Nr. 8. Tasmanian Government – Department of Primary Industries, Parks, Water and Environment, Juli 2011, abgerufen am 23. Oktober 2016 (PDF; 308 kB, englisch).
  10. Success on Macquarie Island. In: Macquarie Island Pest Eradication Project Newsletter Nr. 14. Tasmanian Government – Department of Primary Industries, Parks, Water and Environment, Juli 2014, abgerufen am 23. Oktober 2016 (PDF; 820 kB, englisch).