Madagaskar-Engmaulfrösche

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Madagaskar-Engmaulfrösche
Rhombophryne alluaudi

Rhombophryne alluaudi

Systematik
Klasse: Lurche (Amphibia)
Unterklasse: Neobatrachia
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Neobatrachia
Familie: Engmaulfrösche (Microhylidae)
Unterfamilie: Madagaskar-Engmaulfrösche
Wissenschaftlicher Name
Cophylinae
Cope, 1889

Die Madagaskar-Engmaulfrösche (Cophylinae) sind eine Unterfamilie der Engmaulfrösche (Microhylidae). Die Unterfamilie umfasst derzeit 102 Arten[1] in 8 Gattungen.[2]

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Die Madagaskar-Engmaulfrösche sind morphologisch sehr unterschiedlich. Sie können eine Länge von 10 bis 100 Millimetern erreichen.

Verbreitung und Lebensräume[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verbreitung der gesamten Unterfamilie ist auf die Inselwelt Madagaskars beschränkt. Madagaskar ist ein Biodiversitäts-Hotspot, in dem es eine große Artenvielfalt vieler Tiergruppen, darunter auch der Amphibien gibt. Zu den Fröschen zählen zum Teil sehr kleine Arten, die oft in einem flächenmäßig vergleichsweise winzigen Bereich endemisch sind. Von den Rodungen der Waldflächen geht die größte Gefahr für diese Artenvielfalt aus, deren Zentrum in den Regenwäldern im Norden Madagaskars liegt. Von hier aus nimmt die Artenvielfalt in Richtung der trockeneren Gebiete im Westen und im Süden erheblich ab.[3] Das gleiche Verbreitungsbild zeigt auch die mit den Madagaskar-Engmaulfröschen nahe verwandte Unterfamilie Scaphiophryninae.[4]

Die Madagaskar-Engmaulfrösche besetzen unterschiedliche ökologische Nischen. Es gibt sowohl baumbewohnende, als auch am Boden oder in der Erde vergraben lebende Arten. Entsprechend ihren Lebensräumen ist auch ihr Verhalten und ihre Reproduktionsbiologie angepasst.[5]

Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Männchen der Madagaskar-Engmaulfrösche haben sehr einfache Ruflaute, bei denen ein einzelner Ton oft mehrere Minuten lang anhält. Nach einer kurzen Pause wird der Ruf regelmäßig wiederholt.[6]

Während die meisten Froscharten Larvenstadien besitzen, die Detritus aus dem Wasser filtern können, nehmen die Kaulquappen der Madagaskar-Engmaulfrösche keine Nahrung zu sich. Sie entwickeln sich entweder in Kleinstgewässern, die sich in Vertiefungen von Pflanzen gebildet haben, wie Astlöcher und andere Phytotelmata oder sie leben in Schaumnestern auf dem Boden.[7]

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2015 wurde von manchen Autoren die Gattung Stumpffia mit der Gattung Rhombophryne unter deren Namen zusammengelegt.[1] Andere Autoren behielten jedoch die Trennung der beiden Gattungen unter Ausgliederung der Art Stumpffia helenae bei.[2] Stumpffia helenae wurde dabei in eine eigene Gattung Anilany gestellt. Ebenso wurde in manchen Systematiken die Gattung Platypelis mit der Gattung Cophyla synonymisiert.[1]

Stand: 7. Dezember 2017

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Darrel R. Frost: Cophylinae, Amphibian Species of the World, an Online Reference, Version 6.0, American Museum of Natural History, 1998–2017, abgerufen am 7. Dezember 2017
  2. a b Microhylidae, Gattungen und Arten der Engmaulfrösche bei AmphibiaWeb, abgerufen am 4. September 2017
  3. Franco Andreone, Jasmin E. Randrianirina: An unexpected Rhombophryne record at Tsingy de Bemaraha confirms the presence of cophyline frogs in western Madagascar. Zootaxa, 1812, S. 46–48, 2008
  4. Arie van der Meijden, Miguel Vences, Simone Hoegg, Renaud Boistel, Alan Channing, Axel Meyer: Nuclear gene phylogeny of narrow-mouthed toads (Family: Microhylidae) and a discussion of competing hypotheses concerning their biogeographical origins. Molecular Phylogenetics and Evolution, 44, 3, S. 1017–1030, 2007 doi:10.1016/j.ympev.2007.02.008
  5. Andolalao Rakotoarison, Mark D. Scherz, Frank Glaw, Jörn Köhler, Franco Andreone, Michael Franzen, Julian Glos, Oliver Hawlitschek, Teppei Jono, Akira Mori, Serge H. Ndriantsoa, Noromalala Rasoamam-pionona Raminosoa, Jana C. Riemann, Mark-Oliver Rödel, Gonçalo M. Rosa, David R. Vieites, Angelica Crottini, Miguel Vences: Describing the smaller majority: integrative taxonomy reveals twenty-six new species of tiny microhylid frogs (genus Stumpffia) from Madagaskar. Journal of Vertebrate Zoology, 67, 3, 271–398, Oktober 2017 (PDF)
  6. F. Glaw & M. Vences: A Field Guide to the Amphibians and Reptiles of Madagascar. 3. Auflage Vences & Glaw Verlag, Köln 2007
  7. Blommers-Schlösser: Observations on the larval development of some Malagasy frogs, with notes on their ecology and biology (Anura: Dyscophinae, Scaphiophryninae and Cophylinae). Beaufortia, 24, S. 7–26, 1975
  8. Mark D. Scherz, Miguel Vences, Andolalao Rakotoarison, Franco Andreone, Jörn Köhler, Frank Glaw, Angelica Crottini: Reconciling molecular phylogeny, morphological divergence and classification of Madagascan narrow-mouthed frogs (Amphibia: Microhylidae). Molecular Phylogenetics and Evolution, 100, S. 372–381, 2016 doi:10.1016/j.ympev.2016.04.019

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Madagaskar-Engmaulfrösche (Cophylinae) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Microhylidae, Gattungen und Arten der Engmaulfrösche bei AmphibiaWeb, abgerufen am 4. September 2017
  • Darrel R. Frost: Cophylinae, Amphibian Species of the World, an Online Reference, Version 6.0, American Museum of Natural History, 1998–2017, abgerufen am 7. Dezember 2017