Madaya (Syrien)

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Madaya (Syrien)
Madaya (Syrien) (Syrien)
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Koordinaten 33° 41′ N, 36° 6′ OKoordinaten: 33° 41′ N, 36° 6′ O
Basisdaten
Staat Syrien

Gouvernement

Rif Dimaschq
Distrikt Az Zabdani
Bezirk Madaya
Höhe 1608 m
Einwohner 9371 (2004[1])

Madaya (arabisch مضايا, DMG Maḍāyā) ist ein Ort im gleichnamigen syrischen Bezirk. Er liegt 40 km nordwestlich von Damaskus im Az-Zabadani-Distrikt im Gouvernement Rif Dimaschq. 2004 zählte der Ort Madaya etwa 9400, der gesamte Bezirk etwa 11.900 Einwohner.[1] Der Ort liegt auf 1500 Meter Höhe. Madaya ist bekannt für sein Quellwasser, frisches Obst und gesundes Klima. Bis zum Ausbruch des syrischen Bürgerkriegs war es ein beliebter Ferienort.[2]

Belagerung im Bürgerkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Sommer 2015 wird Madaya, dessen Bevölkerung im Verlauf des syrischen Bürgerkriegs – vor allem durch Zuzug von Flüchtlingen aus dem ebenfalls belagerten Verwaltungssitz Az-Zabadani – laut unbestätigten Aussagen auf bis zu 40.000 Menschen anwuchs, von der mit dem syrischen Regierungschef Baschar al-Assad verbündeten Hisbollah belagert. Die in dem Dorf lebenden Menschen, größtenteils Zivilisten, sind „so gut wie von der Außenwelt abgeschlossen. Der Weg aus der Stadt ist auf der einen Seite vermint und von Scharfschützen versperrt, auf der anderen Seite kontrolliert die syrische Armee die Straßen und mit ihr verbündete Kämpfer der Hisbollah“.[3] Der Syrienkoordinator des Roten Halbmondes, Pawel Krzysiek, sprach bei seinem Besuch von einer Geisterstadt.[4]

Laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte starben bis Januar 2016 durch die Blockade der Hisbollah oder durch die Minen, die das Regime Assads um die Stadt herum gelegt hat, schon 23 Menschen. Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Christoph Strässer, appellierte an die Verbündeten Assads, Russland und den Iran, für die Zulassung eines humanitären Zugangs.[5]

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen zeigte sich als „extrem alarmiert“. In ihrer Stellungnahme verkündete die Organisation, dass in dem „Gefängnis unter freiem Himmel“ schon sechs Babys verhungert seien und es „keinen Weg hinein oder hinaus“ gäbe, „sodass die Menschen dem Tod überlassen sind“.[6]

Im September 2016 „konnten die Menschen wieder mit Nahrung und Medikamenten versorgt werden“.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Zensus. humanitarianresponse.info, 17. August 2011, archiviert vom Original am 1. Juli 2015, abgerufen am 26. September 2016 (xls; 2,49 MB).
  2. Wolfgang Gockel, Helga Bruns: Syria, Lebanon (= Nelles Guide). Nelles, München, 1998, ISBN 3-88618-105-7, S. 6: „Northern Syria: The Barada Valley“ (englisch).
  3. Einwohner der syrischen Stadt Madaya: „Bitte rettet uns – wir sterben!“ Tagesschau-Artikel auf BR24, 6. Januar 2016, archiviert vom Original am 10. Januar 2016, abgerufen am 26. September 2016.
  4. Kareem Shaheen: Inside Madaya: ‘It feels deserted but you know there are people there’. The Guardian, 11. Januar 2016, abgerufen am 26. September 2016 (englisch).
  5. Aktivisten: Zahl der Hungertoten im syrischen Madaja steigt. dpa-Artikel auf sueddeutsche.de, 7. Januar 2016, abgerufen am 26. September 2016.
  6. Sie essen Hunde, Katzen und Blätter: Hungerdrama in syrischer Stadt Madaya. APA-Artikel in den Salzburg24 News, 8. Januar 2016, abgerufen am 26. September 2016.
    Mustafa al-Haj (Pseudonym), Pascale el-Khoury (Übersetzung): Syrian regime displaces Zabadani residents. Al-Monitor, 15. September 2015, abgerufen am 26. September 2016 (englisch; Artikel im Original auf Arabisch).
    Laura Pitel: War in Syria: Up to 40,000 civilians are starving in besieged Madaya, say campaigners. The Independent, 1. Januar 2016, abgerufen am 26. September 2016 (englisch).
    Kareem Shaheen, Emma Graham-Harrison: Madaya: residents of besieged Syrian town say they are being starved to death. The Guardian, 6. Januar 2016, abgerufen am 26. September 2016 (englisch).
    Bürgerkrieg: Zehntausende Syrer hungern in belagerten Städten. Spiegel Online, 6. Januar 2016, abgerufen am 26. September 2016.
  7. Syrien: Hilfskonvois erreichen laut Rotem Kreuz vier belagerte Städte. Spiegel Online, 26. September 2016.