Madeleine Riffaud

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Madeleine Riffaud (* 23. August 1924 in Arvillers) ist eine französische Dichterin, Journalistin, Kriegsberichterstatterin und war Mitglied des französischen Widerstandes der Résistance.

Résistance[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Riffaud war beim Ausbruch des Zweiten Weltkriegs fünfzehn Jahre alt. Ein Jahr später, 1940, musste sie mit ihrer Mutter und ihrem Großvater vor der Wehrmacht in den unbesetzten Südwesten Frankreichs fliehen. Ihr Flüchtlingstreck wurde in der Nähe der Loire durch die Luftwaffe angegriffen. Der Angriff und ein späterer Übergriff eines Besatzungsoffiziers, der ihr in den Hintern trat, waren die Auslöser dafür, dass sie mit 17 Jahren nach Paris ging und sich der Résistance anschloss. Sie nannte sich nun „Rainer“ in Anlehnung an ihren Lieblingsdichter Rainer Maria Rilke. Innerhalb der Résistance gehörte sie als Lieutenant[1][2] der Gruppe Francs-tireurs et partisans (FTP) an und transportierte Nachrichten, schmuggelte Waffen und besorgte Essensmarken.[3] Am 24. August 1944 war Riffaud an der Gefangennahme von 80 Soldaten der Wehrmacht aus einem deutschen Panzerzug in Ménilmontant beteiligt.[4]

Nach dem Massaker von Oradour bekam die damals 19-Jährige im Juli 1944 den Auftrag, einen deutschen Offizier zu töten.[3][5] Auf der Passerelle Léopold-Sédar-Senghor sah sie einen Unteroffizier am Geländer stehen und auf die Seine schauen. Sie erschoss ihn mit zwei Kopfschüssen. Anschließend floh sie mit ihrem Fahrrad und wurde von einem französischen Milizionär gefasst. Dieser lieferte sie für ein Kopfgeld in Höhe von 10.000 Francs an die Gestapo aus.[3]

In der Haft wurde sie unter anderem mit Schlafentzug, Stromstößen und seelisch gefoltert. Sie wurde zwei Wochen auf einen Stuhl gefesselt, und vor ihren Augen wurde ein Mann zu Tode gefoltert. Einem Jungen aus ihrer Gruppe wurden Arme und Beine gebrochen. Ihre Erschießung sollte am 5. August 1944 stattfinden, doch sie wurde aus der Gruppe der zu Erschießenden herausgenommen und weiter verhört. Sie überlebte die Haft und die Folterungen und gelangte am 18. August 1944 bei einem Gefangenenaustausch in die Freiheit. Danach half sie bei der Errichtung der Barrikaden in Paris, um die deutsche Besetzung zu stoppen. Nach der Befreiung von Paris setzte sie ihren Kampf in der Résistance fort.[3][5]

Nachkriegszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Krieg arbeitete Madeleine Riffaud als Journalistin und Kriegsberichterstatterin für Zeitungen wie L’Humanité, Rundfunk- und Fernsehsender. Sie arbeitete auch für deutsche Fernsehsender.[3] Riffaud berichtete vom Algerienkrieg und vom Vietnamkrieg.[6] Nach ihrer Rückkehr nach Frankreich arbeitete sie als Pflegehelferin in einem Krankenhaus in Paris. Dort schrieb sie den Bestseller Les Linges De La Nuit und veröffentlichte eine Gedichtanthologie: Cheval Rouge: Anthologie Poétique, 1939–1972.[7]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Le Poing Fermé (1945)
  • Le Courage D’aimer (1949)
  • Les Carnets de Charles Debarge, documents recueillis et commentés par Madeleine Riffaud (1951)
  • Les Baguettes de Jade (1953)
  • Le Chat si Extraordinaire (1958)
  • Ce que j’ai vu à Bizerte (1961)
  • Merveille et Douleurs : l’Iran (1963)
  • De votre Envoyée Spéciale... (1964)
  • Dans Les Maquis „Vietcong“ (1965)
  • Au Nord-Vietnam : écrit sous les bombes (1967)
  • Nguyễn Đinh Thi : Front du Ciel (Mãt trãn trên cao) (1968)
  • Cheval Rouge : Anthologie Poétique, 1939–1972 (1973)
  • Les Linges de la Nuit (1974)
  • On L’appelait Rainer : 1939–1945 (1994)
  • La Folie du Jasmin : poèmes dans la nuit coloniale (2001)
  • Bleuette (2004)

Werke über Madeleine Riffaud[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Les trois guerres de Madeleine Riffaud (2010), Dokumentationsfilm, Regie Philippe Rostan
  • Resistance Heroism and the End of Empire, Buch von Keren Chiaroni, Taylor & Francis Ltd., 8. Dezember 2016 (pdf), ISBN 978-1-31539-609-5
  • Les Sept Vies de Madeleine Riffaud (2020), Dokumentationsfilm, Regie Jorge Amat[10]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 'You can't know how wonderful it was to finally battle in the daylight'. Abgerufen am 6. Dezember 2020.
  2. Madeleine RIFFAUD. Abgerufen am 6. Dezember 2020.
  3. a b c d e - Erinnern und Versöhnen: Deutsch-französische Begegnungen. In: Deutschlandfunk. 24. März 2007 (deutschlandfunk.de).
  4. Madeleine Riffaud aux Buttes-Chaumont, symbole d’une jeunesse en résistance. Abgerufen am 6. Dezember 2020.
  5. a b Jon Henley: 'You can’t know how wonderful it was to finally battle in the daylight'. In: The Guardian. 20. August 2004, ISSN 0261-3077 (theguardian.com).
  6. Sie nannte sich Rainer. Abgerufen am 6. Dezember 2020.
  7. Tous les combats de Madeleine Riffaud. In: L’Humanité. 22. August 2014 (humanite.fr).
  8. Légion d’honneur Promotion du 1er janvier 2001. In: L’Humanité. 4. Januar 2001 (humanite.fr).
  9. vubaochi: Vietnam Embassy – Veteran French journalist honoured. (Nicht mehr online verfügbar.) In: vietnamembassy-southafrica.org. www.vietnamembassy-southafrica.org, archiviert vom Original am 13. November 2016; abgerufen am 12. November 2016.
  10. https://www.allocine.fr/film/fichefilm_gen_cfilm=286016.html Allocine abgerufen am 21. August 2021