Madgermanes

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Madgermanes werden in Mosambik rund 15.000 Mosambikaner genannt, die als Vertragsarbeiter aufgrund eines Staatsvertrages zwischen der DDR und Mosambik seit 1979 in der DDR arbeiteten.[1] Sie wurden nach der Wende in der DDR 1990 durch die Bundesrepublik nach Mosambik ausgewiesen. Der Ausdruck Madgermanes ist eine Verballhornung des Produkthinweises „Made in Germany“.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Teil ihres Lohnes sollte in der DDR ausgezahlt werden, ein weiterer Teil in Mosambik; letzteres geschah jedoch nie.[3] Die Madgermanes demonstrieren seitdem regelmäßig und hatten 2004 unter anderem kurzzeitig die deutsche Botschaft in Mosambik besetzt.[4] Damit wollten sie die Bundesrepublik dazu bringen, Verantwortung für die nachträgliche Bezahlung der Madgermanes zu übernehmen. In ihrem Heimatland gelten sie als Unruhestifter und werden deshalb bei der Arbeit trotz ihrer in der DDR erworbenen Ausbildung diskriminiert. Zudem versuchten die Madgermanes im Jahr 2010 das mosambikanische Parlament zu stürmen. Der Arbeitsminister versprach daraufhin, 1800 Menschen die ausstehenden Löhne auszuzahlen.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Malte Wandel: Einheit, Arbeit, Wachsamkeit. Die DDR in Mosambik. Kehrer, Heidelberg 2012, ISBN 978-3-86828-298-6.
  • Theresia Ulbrich: „Madgermanes“ – Moçambicanische VertragsarbeiterInnen in der DDR und ihre Rückkehr nach Moçambique. Zur kollektiven Identität der Madgermanes. Wien Mai 2009 (univie.ac.at [PDF; 3,4 MB] Diplomarbeit).
  • Birgit Weyhe: Madgermanes. Avant-Verlag, Berlin 2016, ISBN 978-3-945034-42-2 (Comic einer in Ostafrika aufgewachsenen deutschen Autorin und Zeichnerin)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Johannes Myburgh: ‘MadGerman’ workers face an uncertain future. Workers say a labor program between East Germany and Mozambique was little more than a way to pay off the latter’s debts. In: Taipei Times. 26. September 2010, abgerufen am 26. Februar 2014 (englisch).
  2. Frank Räther, Thomas Wiegold: Der Kampf der „Ossis“. In: Focus Magazin Nr. 30. 19. Juli 2004, abgerufen am 26. Februar 2014.
  3. Christoph Hantel: Journalistenausbildung in Mosambik. Frank & Timme, 2005, ISBN 3-86596-056-1, S. 388 (Google Books).
  4. Lina Gronau, Thomas Kunze: Das Wohnzimmer im Park. Ehemalige DDR-Vertragsarbeiter in Mosambik. In: Thomas Kunze, Thomas Vogel (Hrsg.): Ostalgie international. Erinnerungen an die DDR von Nicaragua bis Vietnam. Ch. Links Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-600-0, S. 79 f. (Google Books).
  5. Wegen Schulden versklavt. Mosambikaner kämpfen um DDR-Löhne. In: ntv.de. 22. September 2010, abgerufen am 26. Februar 2014.