Mae Murray

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Mae Murray, 1926
Grab von Mae Murray

Mae Murray, eigentlich Marie Adrienne Koenig (* 10. Mai 1885[1] in New York City; † 23. März 1965 in Woodland Hills, Los Angeles, Kalifornien) war eine US-amerikanische Schauspielerin und Tänzerin. Mitte der 1920er Jahre zählte sie zu den erfolgreichsten und bestbezahlten Filmstars von Hollywood.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mae Murray, die 1889 als ihr Geburtsjahr angab, begann ihre Karriere 1906 als Bühnendarstellerin in der Broadway-Show About Town. Zwei Jahre später wurde sie Gruppentänzerin der Ziegfeld Follies und stieg bis 1915 zur Einzeltänzerin auf. 1916 debütierte sie als Filmschauspielerin in To Have and to Hold von George Melford. Viele ihrer Filme enthalten auf sie zugeschnittene Tanzeinlagen, insbesondere jene ihres dritten Ehemannes Robert Z. Leonard, unter dessen Regie sie von 1917 bis 1924 fast ausschließlich spielte. 1922 verdiente sie bereits etwa 10.000 US-Dollar pro Woche. Sie war einer der erfolgreichsten Stars der alten Metro-Studios, als diese 1924 mit anderen Gesellschaften zur MGM verschmolzen. Die meisten ihrer Produktionen während dieser Zeit wurden durch ihre eigene Tiffany-Gesellschaft hergestellt und handelten oft von Liebesaffären in der High Society. 1925 war die Schauspielerin, die wegen ihres in Herzform geschminkten Mundes als The Girl with the bee-stung lips populär war, auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. Sie hatte ihre heute noch bekannteste Rolle als Sally O’Hara in Erich von Stroheims Version der Operette Die lustige Witwe.

Ein Jahr später beendete sie nach einigen heftigen Auseinandersetzungen mit Louis B. Mayer ihren laufenden Vertrag, obwohl ihr Streifen Valencia zu den größten Erfolgen des Jahres zählte. Der titelgebende Song wird heute noch oft gespielt. Mayer setzte die Schauspielerin daraufhin auf eine branchenweite „schwarze“ Liste, so dass sie keine Rollen mehr angeboten bekam. Ihr letzter Streifen für das Studio war eine Liebeskomödie mit dem Titel Altars of Desire. Als Grund für den Vertragsbruch wird ihr Ehemann, der georgische Prinz David Mdivani aus dem Mdivani-Clan vermutet. Die Heirat mit einem echten Adligen galt unter weiblichen Hollywoodstars seit Gloria Swansons Eheschließung mit dem Marquis de la Falaise im Jahr 1924 als schick; Pola Negri wurde durch Heirat in die Mdivani-Familie Murrays Schwägerin.

Im Sommer 1928 fanden Reporter heraus, dass Mae und David ein Kind hatten. Mae gab an, der gemeinsame Sohn, den sie Koran Mdivani nannten, sei im Februar 1927 zur Welt gekommen. Tatsächlich hatte Mae das Kind schon am 5. Januar 1926, ein halbes Jahr vor der Eheschließung mit David Mdivani, in Paris geboren.[2]

Mit Beginn der Tonfilmzeit endete die Karriere von Mae Murray. Sie hatte ihre letzte Filmrolle als Nebendarstellerin 1931. Kurze Zeit später ließ sich Murray von Mdivani scheiden. Ihr gesamtes Vermögen hatte sich durch Verschwendung, Gerichtsprozesse und den Börsencrash in Nichts aufgelöst. Als ihr Sohn erkrankte und Mae die Behandlung nicht zahlen konnte, nahm die Familie des behandelnden Arztes Koran Mdivani in Obhut. Nach einem erbitterten Sorgerechtsstreit entschied sich Koran 1940, bei den Pflegeeltern zu bleiben. Im Dezember 1940 wurde er offiziell von ihnen adoptiert und erhielt den Namen Daniel Michael Cunning.[3]

1949 soll Billy Wilder angeblich erwogen haben, Mae Murray als vergessene Stummfilmdiva Norma Desmond in Sunset Boulevard zu besetzen. Laut der Recherche des Filmhistorikers Michael G. Ankerich stand dies jedoch nie ernsthaft zur Debatte, weil Mae Murray emotional und psychisch nicht stabil genug war. Auch Murrays häufig zitierter Kommentar über den Charakter der Norma: „None of us floozies was ever that nuts!“ (zu deutsch „Keines von uns Flittchen war jemals so verrückt!“) soll nicht der Wahrheit entsprechen.[4] Anfang der 1950er Jahre wurde Mae Murray schlafend auf einer Parkbank gefunden, völlig vergessen und verarmt. Ihre Autobiographie The Self Enchanted, die anhand von Interviews von der Journalistin Jane Ardmore aufgezeichnet wurde, fand in der Öffentlichkeit wenig Resonanz. Mae Murray starb 1965 in Woodland Hills im Motion Picture & Television Country House and Hospital, einem Altersheim in Kalifornien für Leute aus der Filmbranche.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael G. Ankerich: Mae Murray – The Girl with the Bee-Stung Lips. Kentucky 2013. ISBN 978-0-8131-3690-5
  • Jane Kesner Ardmore: The Self-Enchanted: Mae Murray, Image of an Era. New York 1959.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mae Murray – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. State of New York, City of New York, birth return, #426851, May 13, 1885 (date the birth was reported). Quelle: Michael G. Ankerich: Mae Murray – The Girl with the Bee-Stung Lips. Kentucky 2013, S. 337
  2. Michael G. Ankerich: Mae Murray – The Girl with the Bee-Stung Lips. Kentucky 2013, S. 172.
  3. Michael G. Ankerich: Mae Murray – The Girl with the Bee-Stung Lips. Kentucky 2013, S. 257 ff.
  4. Michael G. Ankerich: Mae Murray – The Girl with the Bee-Stung Lips. Kentucky 2013, S. 279.