Magda Schneider

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Magda Schneider (1931)
Magda Schneider mit Peter Bosse (1937)

Magdalena Maria „Magda“ Schneider[1] (* 17. Mai 1909 in Augsburg; † 30. Juli 1996 in Schönau am Königssee) war eine deutsche Schauspielerin und die Mutter der Schauspielerin Romy Schneider.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Magda Schneider war die Tochter des Installateurs Xaverius Schneider (1878–1959) und dessen Ehefrau Maria (1879–1951), geborene Meier-Hörmann. Ihre Kindheit und Jugend verbrachte sie in den Augsburger Stadtteilen Kriegshaber und Firnhaberau. Nach dem Besuch einer katholischen Mädchenschule und einer Handelsschule arbeitete sie als Stenotypistin in einer Getreidehandlung.

Schneider absolvierte eine Gesangsausbildung am Leopold-Mozart-Konservatorium Augsburg und lernte auch Ballett am Stadttheater der Stadt. Erste Auftritte hatte sie als Soubrette am Augsburger Theater sowie am Münchener Staatstheater am Gärtnerplatz. Ernst Marischka berief sie an das Theater an der Wien.

1930 wurde Schneider für den Film entdeckt, wo sie „das Beste aus den üblichen Schreibmaschinen- und Telefonmädchen-Rollen machte“.[2] In vielen ihrer folgenden Filmen sang sie Lieder, die zu Evergreens wurden. Bei den Dreharbeiten zum Film Kind, ich freu’ mich auf dein Kommen (1933) lernte sie ihren ersten Ehemann Wolf Albach-Retty kennen, den sie 1937 in Berlin-Charlottenburg heiratete. Aus der Ehe stammen die beiden Kinder Rosemarie, genannt Romy (1938–1982) und Wolf-Dieter (* 1941). Das Paar trennte sich 1943 und die Ehe wurde 1945 geschieden.[3][4]

Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg sicherte sich die Schauspielerin mit Gastspielen und „bunten Abenden“ ihren Lebensunterhalt, denn Filmrollen gab es zu dieser Zeit kaum. 1948 drehte sie ihren ersten Nachkriegsfilm Ein Mann gehört ins Haus. Anfang der 1950er-Jahre erhielt sie wieder verstärkt Filmangebote. Doch ihr Interesse galt nun hauptsächlich der Karriere ihrer Tochter, mit der sie zusammen mehrere Filme drehte, zum Beispiel Wenn der weiße Flieder wieder blüht, Mädchenjahre einer Königin, Robinson soll nicht sterben, Die Deutschmeister sowie die drei Sissi-Filme.

Magda Schneiders Grabstätte

1953 heiratete sie den Kölner Gastronomen Hans Herbert Blatzheim, den Romy Schneider zunächst „Daddy“, später dann „den zweiten Mann meiner Mutter“ nannte. Blatzheim starb 1968. Von 1982 bis zu ihrem Tod war Schneider mit dem Kameramann Horst Fehlhaber (1919–2010) verheiratet. Ende der 1960er-Jahre stand sie zum letzten Mal für die Fernsehserien Drei Frauen im Haus und Vier Frauen im Haus vor der Kamera.

Magda Schneider, die 1982 mit dem Filmband in Gold ausgezeichnet wurde, lebte bis zu ihrem Tod 1996 in Schönau am Königssee und wurde dort auf dem Bergfriedhof beerdigt.

Nach Magda Schneiders Tod[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Boulevardpresse und in anderen Publikationen über ihre Tochter wurde mehrmals eine Nähe Magda Schneiders zu Adolf Hitler kolportiert, beispielsweise durch Michael JürgsDer Fall Romy Schneider (1991), Jürgen Trimborns Romy und ihre Familie (2008) und zuletzt in Olaf Kraemers Roman Ende einer Nacht (2008).

Diese Darstellungen wurden von Hinterbliebenen teilweise erfolgreich juristisch bestritten.[5] Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main entschied im Oktober 2009, dass Kraemers Roman weitgehend unverändert und ungeschwärzt erscheinen darf.[6]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diskografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Was lachst du, was weinst du: Goldene Filmschlager 1930–1942, Label: Various
  • Mir geht’s immer „Danke-Schön“: Tonfilmwelt der 30er-Jahre, Label: Universal Music Group
  • Ich liebe dich und kenne dich nicht: Nostalgie Stars, Part 4, Label: Zebralution GmbH

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Renate Seydel (Hrsg.): Magda Schneider. Erinnerungen. Ullstein Verlag, Berlin.
  • Michael Jürgs: Der Fall Romy Schneider. Eine Biografie, München 2008.
  • Rupert Huber: Süßes Mädel und Romy-Mama. Die gebürtige Augsburgerin Magda Schneider wäre jetzt 100. In: Augsburger Allgemeine 16./17. Mi 2009/Nr. 112, S. 6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Magda Schneider – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. DNB 119054175
  2. Vgl. Huber 2009, S. 6
  3. Renate Seydel: Ich, Romy – Tagebuch eines Lebens. S. 27.
  4. Wolfgang Jacobsen: Schneider, Romy in Neue Deutsche Biographie. S. 306–308.
  5. Romy-Schneider-Roman. Verlag muss Passagen schwärzen. In: Spiegel Online. 14. Oktober 2008, abgerufen am 14. November 2009.
  6. „Ende einer Nacht“ – OLG Frankfurt a. M. entscheidet zugunsten der Kunstfreiheit. In: Urheberrecht.org. 19. Oktober 2009, abgerufen am 14. November 2009.