Magic Media Company

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Die Magic Media Company (MMC) ist eine Fernseh- und Filmproduktionsgesellschaft mit Sitz in Köln-Ossendorf. Nach eigenen Angaben betreibt sie eines der größten und modernsten Studio- und Fernsehsendegelände Europas.

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die MMC unterhielt bis Ende 2011 zwei Produktionsstandorte in der Kölner Region: der Campus Hürth in Hürth-Kalscheuren und das Coloneum in Köln-Ossendorf. Damit besaß MMC insgesamt 32 Studios in den Größen von 200 bis 2600 Quadratmeter. Nachdem das Gelände in Hürth 2011 vom Vermieter gekündigt wurde, konzentriert sich der Produktionsbetrieb der MMC auf das 157.000 Quadratmeter große Coloneum-Gelände. Dort betreibt die MMC 19 Studios. Zwei Studios haben eine Deckenhöhe von 26 Metern.

Neben dem Kerngeschäft der Vermietung von Studios, Technik und Personal für TV-, Film- und Eventproduktionen sowie deren technische Umsetzung bietet MMC Postproduktion, Channel Hosting, Bühnenbau und Set-Design, Equipment-, Lager- und Bürovermietung und Eventservice an. Die Tochterfirma MMC Movies GmbH (ko)produziert Kino- und Fernsehspielfilme und erbringt Dienstleistungen in den Bereichen Studiovermietung sowie Kulissen- und Dekorationsbau bei Kino-, TV- und Werbefilm-Projekten. Geschäftsführer der MMC sind Philip Borbély und Friedhelm Bixschlag.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang der 1990er Jahre suchte RTL zur Produktion von Abendsendungen passende Studioflächen im Einzugsgebiet von Köln. Als möglicher Standort boten sich die ungenutzten Lagerhallen der Firma Kran Breuer GmbH in Hürth an. Nach Verhandlungen mit den Eigentümern Helmut und Bernd Breuer wurde der Umbau beschlossen, sodass in eine vorhandene Lagerhalle und ein Nebengebäude drei Studios eingegliedert werden konnten. Als Betreibergesellschaft wurde die MMC gegründet. 1991 wurde der Standort eröffnet. Die erste Sendung war am 10. März 1991 die Musikrevue mit Peter Kraus. Das Gelände wuchs allmählich auf die heutige Größe von 18 Studios und sieben Regieräumen. Hier wurden die Shows Der Preis ist heiß und Alles nichts oder produziert.

Ende der 90er Jahre war eine Erweiterung der bestehenden Studios nicht mehr möglich. Ein zweiter Standort wurde im Kölner Stadtteil Ossendorf gebaut. 1999 wurde das Coloneum mit weiteren zwanzig Studios sowie sechs Regieräumen und einer Sendeabwicklung (SAW) auf dem Gelände des ehemaligen Flughafen Köln-Butzweilerhof eröffnet. 2002 verkauften die Brüder Breuer ihr Hürther Gelände an einen Oppenheim-Esch-Fonds, der als Eigentümer das Grundstück und die Aufbauten verwaltet und an MMC vermietet. 2009 wird der Mietvertrag zwischen MMC und dem Immobilienfonds neu verhandelt, darin wird ein Sonderkündigungsrecht vereinbart, das erstmals zum Ende des Jahres 2011 ausgesprochen werden konnte. Im Gegenzug verpflichtet sich der Immobilienfonds im Mietvertrag für den Fall einer Kündigung des Hürther Geländes zu einem befristeten Wettbewerbsausschluss. Dieser gilt bis zum 31. Dezember 2016. [1]

Im Juni 2011 kündigte der Vermieter den Mietvertrag für die Studios [2] und vermietete das Gelände ab 2012 an die MP Medienparks Nordrhein-Westfalen GmbH. Am 12. Juli 2012 hat die MMC vor dem Landgericht Köln eine Einstweilige Verfügung gegen den Immobilienfonds Köln-Ossendorf-Hürth I GbR, Troisdorf, erwirkt,[3] die den Immobilienfonds dazu verpflichtete, durch geeignete Maßnahmen, insbesondere durch Einwirkung auf den Mieter MP Medienparks Nordrhein-Westfalen GmbH, dafür zu sorgen, dass bis zum 31. Dezember 2016 auf dem Gelände des Medienzentrums Hürth (Hans-Böckler-Str. 163, 50354 Hürth) „kein Studiobetrieb für Film- oder Fernsehproduktionen, insbesondere kein Studiobetrieb für die Produktion der Fernsehsendung […] erfolgt.“[4] Grund war hierfür, dass die MP Medienpark Nordrhein-Westfalen GmbH als neuer Mieter die 13 Studios in Hürth als Filmstudios vermarkten wollte. Nach mündlicher Verhandlung hob das LG Köln die Einstweilige Verfügung am 21. September 2012 wieder auf, da es die für eine Einstweilige Verfügung notwendige Eilbedürftigkeit als nicht gegeben ansah[5].

MMC konnte seine Umsatzerlöse von 35,562 Millionen Euro im Jahr 2009 auf 40.022 Tausend Euro im Jahr 2010 steigern. Dabei schloss das Geschäftsjahr 2010 mit einem geringen Verlust von 171.000 Euro ab.[6] 2011 wurden ebenfalls rund 40 Mio. Umsatz erzielt. 2011 konnte das Betriebsergebnis (EBIT) um mehr als 50 % gesteigert werden, und zwar von -2,2 Mio. Euro im Jahr 2010 auf -1 Mio. Euro im Jahr 2011. Nach eigenen Angaben schreibt die MMC 2012 schwarze Zahlen. Die Auslastung der Studios im Coloneum liegt im Schnitt bei 70 %, wobei nur die fakturierbaren Tage auf einer Basis von 365 möglichen Einsatztagen pro Jahr kalkuliert wurden.[7]

Die Sparkasse KölnBonn als Alleingesellschafter war gezwungen die MMC aus beihilferechtlichen Gründen bis Dezember 2012 zu veräußern. Am 30. Oktober 2012 wurde der Verkauf der MMC an die DUBAG (Deutsche Unternehmensbeteiligungen AG) bekanntgegeben.[8][9]

Coloneum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Das Coloneum in Köln-Ossendorf wird insbesondere mit dem Deutschen Fernsehpreis assoziiert, der hier im jährlichen Turnus stattfindet. Dieser Event war am 2. Oktober 1999 die Eröffnungsveranstaltung mit einer glanzvollen Gala des gerade fertiggestellten Coloneums in Köln, dem heute einzigen Standort der MMC. Das Coloneum umfasst jedoch nicht nur die allgemein bekannte Veranstaltungshalle mit repräsentativem Foyer, sondern auf dem rund 160.000 Quadratmeter großen Areal sind 19 hochmoderne TV-, Event- und Film-Studios mit einer Gesamtfläche von 21.000 Quadratmetern entstanden. Darunter befinden sich die zwei mit 23 Metern höchsten Filmstudios Europas sowie ein Greenbox-Studio mit 216 Quadratmetern Grundfläche und 125 Quadratmetern Spielfläche. Seit Oktober 2011 konzentrierten sich TV- und Filmproduktionen auf das Coloneum, weil die MMC ihren zweiten Standort Hürth-Kalscheuren (bei Köln) durch Kündigung des Mietvertrages geräumt hat. Dafür wird das Coloneum weiter ausgebaut, weil hierhin der Großteil aller Showproduktionen von RTL, ProSieben und Sat.1 sowie einige Shows des ZDF verlagert werden. Darüber hinaus ist das Coloneum die Heimat der Soaps Unter uns, Verbotene Liebe, Alles was zählt, der Casting-Show Deutschland sucht den Superstar und des Tanzwettbewerbs Let’s Dance. Für die Nachbearbeitung stehen in der MMC-Postproduktion umfangreiche Kapazitäten zur Verfügung. Die 300 Meter lange und 6.000 Quadratmeter große Coloneum-Mall ist eine für Events und Messen genutzte Location.

Korruptionsvorwürfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2002 übertrugen die Gesellschafter Breuer ihren Anteil an der MMC an die Lana Beteiligungsgesellschaft mbH, eine Firma des Kölner Wirtschaftsprüfers Axel Schürner. Daraufhin erhob die Kölner Staatsanwaltschaft Korruptionsvorwürfe gegen die Beteiligten. Insbesondere dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Stadtsparkasse Köln, Gustav Adolf Schröder, wird vorgeworfen, auf alleinige Initiative frühere Gesellschafter von Mietverpflichtungen gegenüber dem Oppenheim-Esch-Fonds, dem Besitzer der Studios, befreit zu haben. Die Vorwürfe wurden zurückgewiesen.

Liste von in den MMC-Studios produzierten Sendungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Shows[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Serien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehsender[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

center.tv[11] - Das Heimatfernsehen berichtete täglich aktuell aus dem 450 Quadratmeter großen Studio 42 auf dem Coloneum-Gelände über das Geschehen in der Region Köln, Bonn und Leverkusen[12].

Filmproduktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

MMC produziert, zumeist über ihre Filmproduktionstochter MMC Movies (früher: MMC Independent GmbH – MMCI), Fernseh- und Kinofilmproduktionen oder beteiligt sich daran. Sie (ko-)produzierte Atomic Circus, Besser als Schule, Chérie, Die Abenteuer des Huck Finn, Die fabelhafte Welt der Amélie, Der König tanzt, Henri 4, Hilde, Ob ihr wollt oder nicht, Sieben Zwerge – Männer allein im Wald, Sieben Zwerge – Der Wald ist nicht genug und Tell [13].

Darüber hinaus agiert MMC Movies als Dienstleister für die Studiovermietung sowie den Kulissen- und Dekorationsbau bei Filmprojekten und übernimmt auf Wunsch die komplette Ausführung der Dreharbeiten[14]. So wurden einige Filmprojekte.

Weiterhin betreut MMC Movies Spielfilme, die außerhalb der MMC Studios gedreht werden, so Ron Howard’s Film Rush und das RTL-Event-Movie Helden[15].

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.mediabiz.de/film/news/mmc-erwirkt-einstweilige-verfuegung-gegen-mp-medienparks-nrw/322004
  2. Kölner Stadt-Anzeiger vom 6. Oktober 2011, Geschichte von MMC
  3. LG Köln, Az.: 32 O 280/12, nicht rechtskräftig
  4. http://www.film-tv-video.de/newsdetail+M5cab51fc644.html film-tv-video.de, 26. Juli 2012 Studiokrieg in Köln: MMC erwirkt einstweilige Verfügung
  5. http://www.mebucom.de/news-detail/items/mmc-klagt-weiter-gegen-studionutzung-in-hurth.html MMC klagt weiter gegen Studionutzung in Hürth, mebucom.de, 9/12
  6. quotenmeter.de vom 16. Oktober 2011, Interview mit André van Eijden
  7. MMC-Studios schreiben zum ersten Mal seit 12 Jahren operativ schwarze Zahlen in promedia – Das medienpolitische Magazin, September 2012; S. 44 und 46
  8. DWDL Nachrichten v. 31. Oktober 2012. Abgerufen am 31. Oktober 2012
  9. Finanzinvestor kauft MMC-Studios Kölner Stadt Anzeiger v. 1. November 2012. Abgerufen am 2. November 2012
  10. http://www.mmc.de/?pid=134
  11. koeln.center.tv: Wegbeschreibung Ossendorf.pdf
  12. Quelle: www.mmc.de: 265
  13. http://www.mmc.de/?pid=121
  14. http://www.mmc.de/?pid=16
  15. www.mmc.de: 120