Magnus Hirschfeld

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Magnus Hirschfeld (Büste von Harald Isenstein, Berlin)

Magnus Hirschfeld (14. Mai 1868 in Kolberg14. Mai 1935 in Nizza) war ein deutscher Arzt, Sexualforscher und Mitbegründer der ersten Homosexuellen-Bewegung.

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als einer der maßgeblichen Pioniere der am Ende des 19. Jahrhunderts in Europa und Nordamerika entstehenden Sexualwissenschaft skizzierte Hirschfeld bereits in seiner ersten sexologischen Veröffentlichung Sappho und Sokrates oder Wie erklärt sich die Liebe der Männer und Frauen zu Personen des eigenen Geschlechts? (1896) seinen wichtigsten Beitrag zur neuen Wissenschaft: die Lehre von den sexuellen Zwischenstufen. Sie bedeutete eine Transformation der allseits akzeptierten binären Geschlechterordnung hin zu einer radikal individualisierten Sicht: Alle Männer und Frauen sind demnach einzigartige unwiederholbare Mischungen männlicher und weiblicher Eigenschaften. Diese Zwischenstufenlehre diente Hirschfeld als Grundlage seiner Sexualpolitik, die die Emanzipation der sexuellen Minderheiten von staatlicher Verfolgung und gesellschaftlicher Ächtung, „die volle Verwirklichung der sexuellen Menschenrechte“[1] weltweit zum Ziel hatte.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Magnus Hirschfeld stammte aus einer jüdischen Familie und war der Sohn des Kolberger Arztes Hermann Hirschfeld (1825–1885)[2], der für seine Verdienste im Sanitätsdienst während des Deutsch-Französischen Krieges zum Sanitätsrat ernannt wurde.[3] Von 1888 bis 1892 studierte er zunächst in Breslau Sprachwissenschaften, dann in Straßburg, München, Heidelberg und Berlin, wo er zum Doktor der Medizin promoviert wurde. In Heidelberg war er Mitgründer der Badenia Heidelberg, die als freie und schlagende Vereinigung 1896 zu den Gründungsverbindungen des Kartell-Conventes der Verbindungen deutscher Studenten jüdischen Glaubens war.[4] Danach eröffnete er in Magdeburg zunächst eine naturheilkundliche und allgemeinmedizinische Arztpraxis; zwei Jahre später zog er ins damals noch eigenständige Charlottenburg bei Berlin.

Am 15. Mai 1897 gründete er in seiner Charlottenburger Wohnung in der Berliner Straße 104 (heute Otto-Suhr-Allee) mit dem Verleger Max Spohr, dem Juristen Eduard Oberg und dem Schriftsteller Franz Joseph von Bülow das Wissenschaftlich-humanitäre Komitee (WhK), zu dessen Vorsitzendem er gewählt wurde. Das Komitee war die weltweit erste Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, sexuelle Handlungen zwischen Männern zu entkriminalisieren. Eine Petition an den Reichstag, den berüchtigten Paragraphen 175 aus dem Strafgesetzbuch zu streichen, wurde zwar dort verhandelt, scheiterte aber.

Von 1899 bis 1923 gab Hirschfeld 23 Jahrgänge der Zeitschrift Jahrbuch für sexuelle Zwischenstufen heraus.

Für seine Untersuchungen führte er ab 1903/04 bei Studenten und Metallarbeitern statistische Befragungen zur sexuellen Orientierung durch. Er kam dabei zu dem Ergebnis, dass der Anteil Homosexueller 2,3 % und der Bisexueller 3,4 % an der Bevölkerung sei.[5] Wegen der Befragungsaktion bei den Studenten wurde er von einigen dieser angezeigt und am 7. Mai 1904 wegen Beleidigung verurteilt. Die Münchner Zweigstelle des WhK kritisierte in ihrer Versammlung am 22. Januar 1904 Hirschfelds Vorgehen bei der Studentenbefragung und distanzierte sich von Hirschfeld in der Versammlung vom 22. April 1904 aufgrund der Strafanzeigen.

1908 gründete er die Zeitschrift für Sexualwissenschaft, deren Herausgabe er im gleichen Jahr wieder einstellen musste. Die Zeitschrift, die erstmals den Titel Sexualwissenschaft führte, erschien im Leipziger Verlag Georg H. Wigand. Redaktionelle Unterstützung leistete Friedrich Salomon Krauss.[6]

Besondere öffentliche Aufmerksamkeit erfuhr in den Jahren 1907 bis 1909 Hirschfelds umstrittene Tätigkeit als Gerichtsgutachter für sexualkundliche Fragen im Rahmen der Harden-Eulenburg-Affäre; auch im Mordfall Mattonet, wo es um die Erpressung und den Tod eines Homosexuellen ging, sagte Hirschfeld als Sachverständiger aus.[7] Der Coupletdichter Otto Reutter karikierte das analytische Vorgehen des Gutachters und die in Adel und Offizierskorps grassierende Homophobie 1908 in seinem Hirschfeldlied, das bereits auf Schallplatten weite Verbreitung erfuhr und den Bekanntheitsgrad Hirschfelds zusätzlich steigerte. Es ist die erste Schallplattenaufnahme, welche in direktem Zusammenhang mit Homosexualität steht.[8]

1910 prägte Hirschfeld für Personen, die Kleidung des anderen Geschlechts tragen, den Begriff Transvestit.

1914–1933[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Magnus Hirschfeld und der chinesische Arzt Dr. E. Elkan

Im Ersten Weltkrieg ruhte die wissenschaftliche Tätigkeit; Hirschfeld arbeitete als Lazarett-Arzt.

1918 richtete er die Dr. Magnus-Hirschfeld-Stiftung ein, Grundlage für eine weitere Pionierleistung von ihm, die Gründung und Ausstattung der weltweit ersten Einrichtung für Sexualforschung – sein Institut für Sexualwissenschaft. Hirschfeld konnte es am 6. Juli 1919 mit dem Dermatologen Friedrich Wertheim und dem vielseitigen Nervenarzt und Psychotherapeuten Arthur Kronfeld, der das wissenschaftliche Eröffnungsreferat hielt, eröffnen.

Im gleichen Jahr war Hirschfeld Berater und Mitwirkender im ersten Schwulenfilm der Filmgeschichte, Anders als die Andern von Richard Oswald. Hierin spielte er mehr oder weniger sich selbst als einen Arzt, der vermittelt, dass Homosexualität keine Krankheit ist.

1921 organisierte das Institut die „Erste internationale Tagung für Sexualreform auf sexualwissenschaftlicher Grundlage“, an der namhafte Sexualwissenschaftler teilnahmen, die linksliberal orientiert waren und gegen einen bevormundenden Staat in Fragen der Sittlichkeit eintraten. Ihnen war die Überzeugung gemeinsam, dass Sexualwissenschaft die Grundlage für gesellschaftliche Reformen schaffen würde.[9] Hirschfeld gehörte außerdem der Leitung von Adolf Kochs um 1923 gegründeter Körperkulturschule, dem Institut für Freikörperkultur, an.

Kleinanzeige für Hirschfelds Sexualkundebuch, 1930

Auf dem zweiten Kongress, der 1928 in Kopenhagen stattfand, wurde die „Weltliga für Sexualreform“ gegründet, die den Berliner Kongress als ihren ersten zählte und weitere Kongresse in London (1929), Wien (1930) und Brünn (1932) durchführte. Das Zentralbüro hatte seinen Sitz im Institut für Sexualwissenschaft. Im Jahr 1935 wurde die Weltliga für Sexualreform aufgelöst; nur die englische Sektion arbeitete weiter.[9] Neben Magnus Hirschfeld waren aus dem deutschsprachigen Raum auch der Schweizer Psychiater Auguste Forel und der österreichische Soziologe und Ehrenpräsident des Monistenbundes Rudolf Goldscheid in der Weltliga engagiert. Magnus Hirschfeld vertrat auch eugenische Ideen und war Mitglied der Gesellschaft für Rassenhygiene.

1920 wurde Hirschfeld nach einem Vortrag in München durch „völkische Rowdys“ schwer verletzt; Zeitungen meldeten sogar schon seinen Tod, und er konnte seine eigenen Nachrufe lesen. Er blieb auch später das Ziel nationalsozialistischer Hetzkampagnen, besonders im Stürmer, und seine Vorträge wurden zunehmend von Schlägertrupps gestört. 1926 reiste er auf Einladung der Regierung der UdSSR nach Moskau und Leningrad. Er blieb ein besonderes Feindbild für die Nationalsozialisten, obwohl sogar einige seine Patienten waren, und konnte sich schon 1930 seines Lebens nicht mehr sicher fühlen. So nahm er 1931 eine Einladung zu Vorträgen in die Vereinigten Staaten an und reiste anschließend hochgeehrt durch Nordamerika, Asien und den Orient.

Ab 1932[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Grund von Warnungen betrat er nie mehr deutschen Boden, sondern blieb im Exil, zunächst in Zürich und Ascona in der Schweiz, dann in Paris und Nizza.

Aufmarsch von NS-Studenten vor dem Institut für Sexualwissenschaft unmittelbar vor dessen Plün­de­rung und Zerstörung am 6. Mai 1933
Gedenktafel am Magnus-Hirschfeld-Ufer, in Berlin-Moabit

1933 wurde die Schließung des Instituts für Sexualwissenschaft durch die Nationalsozialisten angeordnet, das Institut ab dem 6. Mai 1933 von Studenten der Hochschule für Leibesübungen geplündert und zerstört. Die Institutsbibliothek landete zusammen mit einer Büste Magnus Hirschfelds im Feuer der Bücherverbrennung auf dem Berliner Opernplatz (Bebelplatz). Nach Ludwig Levy-Lenz, einem Arzt, der im Institut für Sexualwissenschaft bis 1932 praktizierte, war der Grund für die Zerstörung des Instituts, dass dort auch viele Nationalsozialisten behandelt wurden und die Aufzeichnungen des Instituts Dinge enthielten, deren Bekanntwerden der nationalsozialistischen Führung hätte schaden können.[10] Für Levy-Lenz’ wenig plausible Mutmaßungen über die wahren Gründe der Institutszerstörung konnten bisher keine Belege gefunden werden.[11] Hirschfelds Publikationen wurden in einer Richtlinie zur „Säuberung“ von Bibliotheken beispielhaft als zu entfernende „volks- und rassezerstörende“ Schriften aufgeführt.[12]

In Paris scheiterte der Versuch Hirschfelds, mit dem Arzt Edmond Zammert ein neues Institut (Institut des sciences sexologiques) zu gründen. 1934 siedelte er nach Nizza über, wo er 1935 an seinem 67. Geburtstag starb. Auf seinem Grabstein[13] in Nizza steht sein Lebensmotto: „per scientiam ad iustitiam“ (lateinisch „durch Wissenschaft zur Gerechtigkeit“).

Im berühmten Lokal „Eldorado“, das von vielen Transvestiten besucht wurde und in dem auch ‚Damenimitatoren‘ auftraten, war Hirschfeld wohlbekannt und wurde „Tante Magnesia“ genannt. Nach seinem Tod gab es haltlose Gerüchte, dass er selbst Transvestit gewesen sei.[14]

Hirschfeld verfasste zwischen 1933 und 1934 eine Analyse und Widerlegung der nationalsozialistischen Rassendoktrin, die postum 1938 in englischer Übersetzung, unter dem Titel Racism veröffentlicht wurde. Diese Arbeit ist eine der ersten, die den Begriff Rassismus nutzt. Rassismus diene als Sicherheitsventil gegen ein nationales Katastrophengefühl und scheine für die Wiederherstellung der Selbstachtung zu sorgen, zumal er sich gegen einen leicht erreichbaren und wenig gefährlichen Feind im eigenen Land richte und nicht gegen einen achtenswerten Feind jenseits der nationalen Grenzen.[15] Dem Konzept der „Rasse“ konnte Hirschfeld nichts abgewinnen, was von wissenschaftlichem Wert wäre; stattdessen empfahl er die Streichung des Ausdrucks, „soweit damit Unterteilungen der menschlichen Spezies gemeint sind“.[16]

Spätes Privatleben und Erbnachlass[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang der 1920er-Jahre lernte Hirschfeld bei einem Vortrag den Mann kennen, „der in den letzten anderthalb Jahrzehnten seines Lebens sein Geliebter sein sollte: Karl Giese“,[17] der mit ihm seitdem zusammenlebte und im Archiv von Hirschfelds Institut arbeitete.

1931 traf er seinen zweiten Geliebten, nämlich „in Shanghai den 23-jährigen Medizinstudenten Tao Li“[18], dessen eigentlicher Name Li Shiu Tong war.

„Hirschfeld lebte ... bis 1935, seinem Sterbejahr, ... mit seinen beiden Geliebten Karl Giese und Tao Li in der Schweiz und in Frankreich“.[19] Zwei Monate vor seinem Tod hatte Hirschfeld „zu seinen alleinigen Erben Li Shiu Tong und Karl Giese eingesetzt, ‚und zwar mit der ausdrücklichen Auflage, ihren Erbteil nicht zum persönlichen Gebrauch zu verwenden, sondern lediglich für die Zwecke der Sexualwissenschaft‘ ...“[20] Dabei wurden Karl Giese die Bibliothek und diejenigen Gegenstände zugesprochen, die aus dem Institut „mit seiner Hilfe aus Deutschland gerettet“[21] worden waren. Karl Giese nahm sich im März 1938 in Brünn das Leben. Seitdem ist sein Besitz einschließlich des hirschfeldschen Erbes verschollen.

Li Shiu Tong, der Hirschfeld im Exil mit seinem Vermögen unterstützt hatte, erhielt Wertpapiere, Bücher und persönliche Aufzeichnungen Hirschfelds. Li (geboren 1907) starb am 5. Oktober 1993 in Vancouver.[22]

Ein Teil seines Erbes, darunter ein tagebuchartiges „Testament“ der Jahre 1929 bis 1935,[23] gelangte 2003 in den Besitz der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft.[24] Ein weiterer Teil befindet sich im Besitz der Erben von Li.[25]

2010 wurde ein weiterer Teil persönlicher Dokumente (z. B. Briefe) entdeckt:[26] Ein Großneffe Hirschfelds, Ernst Maass (1914–1975), der sich um dessen Bestattung gekümmert hatte, hatte sie an sich genommen. Sein Sohn Robert aus New York City überließ 2011 einen umfangreichen Teil ebenfalls der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft.[27]

Theorie vom „dritten Geschlecht“ und Lehre von den „Zwischenstufen“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufklärungsschrift, 1901

Benedict Friedlaender stellte 1904 die These auf, Hirschfeld habe mit seiner Zwischenstufenlehre Karl Heinrich Ulrichs' Urningstheorie fortgeschrieben.[28] Sie wurde von Sigmund Freud in diversen Polemiken gegen Hirschfeld aufgegriffen und über Jim Steakley[29] in die heutige Queer-Theory importiert.[30]

Tatsächlich hat Hirschfeld Ulrichs These von einem „dritten Geschlecht“, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts mit naturwissenschaftlichen Daten zur embryonalen Entwicklung unterfüttert worden war, mit neueren Forschungsmethoden weiter ausgearbeitet.[31] In seinem Buch Geschlechtsübergänge (1905) versuchte er Gesetzmäßigkeiten für die Häufigkeit geschlechtlicher „Abweichungen“ aufzustellen. Erst 1910 übernahm er von der Rezeption seiner Forschung den Begriff „Zwischenstufentheorie“.[32] Er erachtete sie jedoch nicht als Theorie, sondern als „Einordnungsprinzip“.[33] Hirschfeld schrieb 1914: „Wir verstehen unter sexuellen Zwischenstufen Männer mit weiblichen und Frauen mit männlichen Einschlägen.“[34] „Zwischenstufen“ von Frauen und Männern, die er an körperlichen Merkmalen, Charakter und Begehren einer Person festmachte, sind für Hirschfeld angeboren und unveränderlich, geschlechtlich gemischte Typen, von denen er 81 Grundtypen ausmachte, seien die Regel. Homosexualität liegt demnach in einem erweiterten Normalitätsspektrum. Er popularisierte die Theorie von Homosexuellen als einem „dritten Geschlecht“ mit Aufklärungsschriften und in Vorträgen und setzte sie im Kampf gegen den § 175 ein.[35]

Obwohl traditionelle Vorstellungen vom Wesen einer idealen Männlichkeit und idealen Weiblichkeit die Bezugsgrößen für die Zwischentypen waren, lehnte Hirschfeld antifeministische Tendenzen innerhalb der Homosexuellen-Emanzipation, die sich um die 1896 von Adolf Brand gegründete Zeitschrift Der Eigene sammelte, ab. Das machte eine punktuelle Kooperation des Wissenschaftlich-humanitären Komitees mit der Frauenbewegung möglich, insbesondere ihres bürgerlich-radikalen Flügels, wie der Stimmrechtsbewegung um Helene Stöcker, Anita Augspurg u. a.[36]

Hirschfelds Lehre von den Zwischenstufen wurde in der Rezeption fälschlich auf eine Theorie der Homosexualität reduziert. Vielmehr könne sie als ein „Plädoyer für die Verschiedenheit der Menschen“ gelesen werden. (Seeck, Dannecker) Sie ziele darauf ab, von den gesellschaftlichen Geschlechternormen abweichende körperliche oder psychische Ausprägungen zu entpathologisieren.[37]

2011 unternahm Manfred Herzer einen Versuch, die Zwischenstufenlehre als ideologischen Ausdruck der Entwicklung der Individualität in der kapitalistischen Gesellschaftsformation zu deuten.[38]

Eugenik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einem Aufsatz von 1983 problematisierte Volkmar Sigusch die Rolle von Forel und Hirschfeld für die eugenische NS-Politik.[39] Die provokante und durch plakative Vereinfachung in vielem unrichtige Rezeption von Hirschfelds Denken[40] führte zu einer kontrovers geführten Diskussion und einer genaueren Auseinandersetzung mit Hirschfelds Schriften. Hirschfeld war kein Vordenker der Eugenik und erst recht kein „geistiger Vorläufer des Faschismus“, wie Sigusch in einem Aufsatz von 1995 klarstellte. Es gehe darum, schreibt Sigusch, „dass der Menschenfreund Hirschfeld, [...] der ein Gegner des Nationalsozialismus war, zusammen mit anderen sexologischen Eugenikern theoretisch nicht gewappnet war, den Diskurs, den die Nazis aufgriffen und nutzten, kritisch zu reflektieren und ihm damit "geistig" zu widersprechen“.[41]

Hirschfeld popularisierte die Verbindung von Sexualwissenschaft und Eugenik, eine Auffassung, die von Sexualreformern wie Iwan Bloch, Auguste Forel u.a. geteilt wurde. Er bediente sich dabei eines zu der Zeit üblichen Sprachgebrauchs, der heute an den Nazi-Jargon erinnert. 1913 fügte die Gesellschaft für Sexualwissenschaften an ihren Namen und Eugenik an. Es galt als vernünftig und fortschrittlich, mit den aus der Biologie gewonnenen Erkenntnissen die Fortpflanzung zu regulieren, um „Degeneration“ zu vermeiden. Hirschfeld wollte dies über Aufklärung, Verhütung und Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs auf freiwilliger Basis erreichen, nicht durch Zwangsmaßnahmen, wie ihm fälschlich vorgeworfen wurde. Zwangskastration erachtete er in bestimmten Situationen, wie bei schweren sexuellen Straftaten, für sinnvoll. Zwangssterilisation solle als eugenisch vorbeugende Maßnahme erlaubt sein können bei Menschen, die „geistig so verblödet sind, daß sie außer Stande sind über sich selbst zu verfügen“.[42] Eugenisch begründete Euthanasie der NS-Rassenhygiene lehnte er entschieden ab. Als 1934 das NS-Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses verabschiedet wurde, befand sich Hirschfeld im Exil. Er hielt an der Vision der „Höherzüchtung der Menschen“, die durch die Eugenik bezweckt werde, fest, wies aber in einer Aufsatzreihe (darunter: Phantom Rasse. Ein Hirngespinst als Weltgefahr) in der pazifistisch ausgerichteten Prager Zeitschrift Die Wahrheit 1934/35 auf die Gefahren des „Missbrauchs“ durch die Nationalsozialisten hin. Hirschfeld hat seine eugenische Vision nie mit Rassismus verbunden. Schon in seinem fünfbändigen Werk Geschlechtskunde (1926–1930) hatte er das um sich greifende „Schwärmen für Rassenreinheit“ kritisiert. In der posthum erschienenen Aufsatzsammlung Racism proklamierte er entgegen der Nazi-Ideologie die Vorteile der Rassenmischung.[43][44]

Martin Danneckers Kritik (1983), Hirschfelds Zwischenstufentheorie habe den eugenischen „Wahn“ genährt,[45] wird von Heinz-Jürgen Voß (2014) als „Verdrehung der Geschichte“ zurückgewiesen. Vielmehr hätte sich Das Schwarze Korps gegen das von Ulrichs und Hirschfeld zu Grunde gelegte sexualbiologische Erklärungsmodell der Homosexualität gewandt und betont, dass Homosexualität erworben sei, und es darum ginge Menschen mit erzieherischen Mitteln davon zu „befreien“.[46] (Siehe auch: Homosexualität in Deutschland#Zeit des Nationalsozialismus)

Nachruhm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenktafel in Berlin-Tiergarten

Im 1977 gegründeten Berliner SchwuZ wurde ein Zimmer Tante-Magnesia-Raum genannt.[47] Auch nach zwei Übersiedlungen existiert noch ein Raum mit diesem Namen.

1982 wurde in West-Berlin die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft von einer kleinen Gruppe Schwuler und Lesben mit starkem historischen Interesse gegründet. Die Initiative entstand aus den Bemühungen, dass bei den bevorstehenden Veranstaltungen zur 50-jährigen Wiederkehr der Machtergreifung 1933 nicht wieder die Opfergruppe der Homosexuellen weggelassen wird. Des Weiteren sollte wieder ein Institut für Sexualwissenschaft eingerichtet werden, um sich kritisch mit Hirschfelds Arbeiten zu beschäftigen, die sich auch mit Empfängnisverhütung, Sterilisation, Bekämpfung von Geschlechtskrankheiten oder Bevölkerungspolitik befassten. Mit der Zeit wurden auch andere historische Themen bearbeitet.[48]

Das 1983 eröffnete Magnus-Hirschfeld-Centrum (mhc) in Hamburg als Zentrum für Beratung, Kommunikation, Kultur und Jugend ist heute eine von mehreren Einrichtungen der Schwulen- und Lesbenszene der Stadt.

Ein von 1989 bis 1996 erschienenes schwules Magazin gab sich den Namen magnus.

Magnus-Hirschfeld-Ufer in Berlin-Tiergarten

Seit 1990 wird von der Deutschen Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung die Magnus-Hirschfeld-Medaille für besondere Verdienste um Sexualwissenschaft und Sexualreform verliehen.

1994 gründete Erwin J. Haeberle am Robert Koch-Institut in Berlin das Magnus-Hirschfeld-Archiv für Sexualwissenschaft, welches seit 2001 an der Humboldt-Universität weitergeführt wird.

Unter dem Titel Der Einstein des Sex wurde sein Leben 1999 von Rosa von Praunheim verfilmt. Die Bezeichnung „Einstein des Sex“ wurde von dem deutschstämmigen US-Journalisten George Sylvester Viereck (1884–1962), der mit Hirschfeld befreundet war und dessen letzte Amerikareise journalistisch begleitete, erfunden und in zahlreichen Zeitungsartikeln verwendet. 1930 erschien im Eigenbrödler Verlag (Berlin/Zürich) Vierecks Buch „Schlagschatten. 26 Schicksalsfragen an Große dieser Zeit“. Es enthält Interviews mit G.B. Shaw, G. Hauptmann, S. Freud, H. Ford, Paul v. Hindenburg, Hirschfeld und anderen. Der Hirschfeld-Beitrag ist überschrieben: „Hirschfeld: der Einstein des Geschlechts“ (S. 127–150).

Ihm und FannyAnn Eddy zu Ehren wurde eine im Juni 2007 gegründete Stiftung Hirschfeld-Eddy-Stiftung benannt. Dies soll zum Ausdruck bringen, dass der Kampf für die Menschenrechte sexueller Minderheiten in Europa begonnen hat, heute aber auf allen Kontinenten stattfindet. Die Stiftung will unter dem Motto „Kein Knast für Liebe!“ international Menschenrechtsarbeit unterstützen.

Auf Initiative des Lesben- und Schwulenverbands wurde an der Spree, schräg gegenüber vom Bundeskanzleramt und in der Nähe des früheren Wohnortes, am 6. Mai 2008 die Promenade zwischen Moltke-Brücke und Kanzlergarten Magnus-Hirschfeld-Ufer genannt.[49]

Vom 7. Mai bis 14. September 2008 zeigte das Berliner Medizinhistorische Museum der Charité eine Ausstellung der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft mit dem Titel: Sex brennt. Magnus Hirschfelds Institut für Sexualwissenschaft und die Bücherverbrennung.[50]

2011 gründete die deutsche Bundesregierung die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld, die dazu beitragen soll, die Diskriminierung von homosexuellen und transidenten Menschen abzubauen.[51]

Die zweite Staffel der Amazon Fernsehserie Transparent beinhaltet eine Reihe von Auftritten Hirschfelds als Einstein of Sex, gespielt von Bradley Whitford.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berlins Drittes Geschlecht, H. Seemann, Berlin u. Leipzig 1904
Die Verstaatlichung des Gesundheitswesens, Berlin 1919
  • Sappho und Sokrates. Verlag Max Spohr, Leipzig 1896 (unter dem Pseudonym „Th. Ramien“)
  • § 175 des Reichsstrafgesetzbuches: die homosexuelle Frage im Urteile der Zeitgenossen. Spohr, Leipzig 1898 (Digitalisat)
  • Was muss das Volk vom Dritten Geschlecht wissen! Verlag Max Spohr, Leipzig 1901
    leicht verständlich geschriebene Aufklärungsschrift, die in hoher Auflage und zu geringem Preis die Ziele des Whk darstellt.
  • Der urnische Mensch. Max Spohr, Leipzig 1903 (Online in der Google-Buchsuche-USA)
  • Berlins Drittes Geschlecht. Bei H. Seemann, Berlin u. Leipzig 1904 — Nachdruck: Verlag Rosa Winkel, 1991, ISBN 3-921495-59-8
    28. Auflage im Jahre 1908
    frz. Übersetzung: Les homosexuels de Berlin. Le troisième sexe, Paris 1908
    russ. Übersetzung: Третій полъ Берлина, St. Petersburg 1908 * Magnus Hirschfeld, Berlins Drittes Geschlecht 1904 (bei Projekt Gutenberg-DE)
  • Geschlechtsübergänge. Leipzig: Verlag der Monatsschrift für Harnkrankheiten und sexuelle Hygiene, W. Malende, [1905]. 2. Aufl.: Verlag Max Spohr, Leipzig 1913
  • Vom Wesen der Liebe. Zugleich ein Beitrag zur Lösung der Frage der Bisexualität. Verlag Max Spohr, Leipzig 1906
  • Die Transvestiten: Eine Untersuchung über den erotischen Verkleidungstrieb, mit umfangreichem kasuistischem und historischem Material. Verlag Alfred Pulvermacher, Berlin 1910
  • Naturgesetze der Liebe: Eine gemeinverständliche Untersuchung über den Liebeseindruck, Liebesdrang und Liebesausdruck. Verlag „Wahrheit“ Ferdinand Spohr, Leipzig, 1914
  • Die Homosexualität des Mannes und des Weibes. Verlag Louis Marcus, Berlin 1914 (Onlinetext im Internet Archive)
  • Warum hassen uns die Völker? A. Marcus & E. Weber, Bonn 1915
  • Kriegspsychologisches. A. Marcus & E. Weber, Bonn 1916
  • Sexualpathologie. Ein Lehrbuch für Ärzte und Studierende. Bonn, 1916—1920
    • Band I: Geschlechtliche Entwicklungsstörungen mit besonderer Berücksichtigung der Onanie
    • Band II: Sexuelle Zwischenstufen. Das männliche Weib und der weibliche Mann
    • Band III: Störungen im Stoffwechsel mit besonderer Berücksichtigung der Impotenz
  • Die Verstaatlichung des Gesundheitswesens. Berlin, 1919
  • Sexualität und Kriminalität. Überblick über Verbrechen geschlechtlichen Ursprungs. Wien, Berlin, Leipzig, New York 1924
  • Paragraph 267 des Amtlichen Entwurfs eines Allgemeinen Deutschen Strafgesetzbuches „Unzucht zwischen Männern“ – Eine Denkschrift, gerichtet an das Reichsjustizministerium, Verlag Julius Püttmann, Stuttgart 1925
  • Geschlechtskunde, auf Grund dreissigjähriger Forschung und Erfahrung bearbeitet. Stuttgart 1926—1930
    • Band I: Die körperlichen Grundlagen
    • Band II: Folgen und Folgerungen
    • Band III: Ausblicke
    • Band IV: Bilderteil
    • Band V: Register
  • Die Sittengeschichte des Weltkrieges (2 Bände). Verlag für Sexualwissenschaft Schneider & Co., Leipzig/Wien, 1930
  • Die Weltreise eines Sexualforschers. Bözberg-Verlag, Brugg 1933 — Gekürzte Neuausgabe: Eichborn, Frankfurt a. M. 2006 (= Die Andere Bibliothek, 254). ISBN 3-8218-4567-8
  • Sex in Human Relationships. John Lane the Bodley Head, London 1935
  • Racism. Victor Gollancz Ltd., London 1938
  • Von einst bis jetzt: Geschichte einer homosexuellen Bewegung 1897–1922. Schriftenreihe der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft Nr. 1, Verlag rosa Winkel, Berlin 1986 (Nachdruck einer Artikelserie Magnus Hirschfelds für die Berliner Schwulenzeitschrift Die Freundschaft 1921/22)
  • Geschlechtsverirrungen. Ein Studienbuch – in erster Linie für Ärzte, Seelsorger und Pädagogen. Carl Stephenson Verlag, Flensburg, Zweite Auflage 1977.
    „Die Kapitel 1, 2, 3, 4, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 15, 16, 18, 21, 22, 23, 24 wurden von Hirschfeld in druckfertiger Form hinterlassen. Seine Schüler übernahmen dann die Beendigung der Arbeit als ein bescheidenes Erinnerungsmal für ihren großen Lehrer.“ (Zitiert aus dem Vorwort)

Nachrufe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Magnus Hirschfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Magnus Hirschfeld – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hirschfeld: Die Weltreise eines Sexualforschers. Brugg 1933, S. 12.
  2. POLIN Museum für die Geschichte der Polnischen Juden, Hermann Hirschfeld
  3. Ralf Dose: Die Familie Hirschfeld aus Kolberg. In: Kotowski/Schoeps (Hrsg.): Der Sexualreformer Magnus Hirschfeld. Berlin 2004, S. 37.
  4. Peter Kaupp: „Dort, wo man Bücher verbrennt...“, in Studentenkurier 2/2008, S. 7
  5. Martin Benedikt Geuer: Die Geschichte der Homosexualität. myfreedom.de, Stand: 19. Januar 2006.
  6. Volkmar Sigusch: Geschichte der Sexualwissenschaft. Campus, Frankfurt/New York 2008, S. 71 u. 101.
  7. Erwin in het Panhuis: Anders als die Andern. Schwule und Lesben in Köln und Umgebung 1895–1918. Hrsg. v. Centrum Schwule Geschichte. Hermann-Josef Emons-Verlag, Köln 2006, ISBN 978-3-89705-481-3, S. 151−164.
  8. Ralf Jörg Raber: „Wir ... sind, wie wir sind!“ Homosexualität auf Schallplatte 1900–1936. In: Invertito – Jahrbuch für die Geschichte der Homosexualitäten, 5. Jahrgang, 2003, ISBN 3-935596-25-1, S. 43.
  9. a b Institut für Sozialwissenschaft (1919–1933): Eine Online-Ausstellung der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft, Seite: Sexualreform und Sexualwissenschaft
  10. Erwin J. Haeberle: Swastika, Pink Triangle, and Yellow Star: The Destruction of Sexology and the Persecution of Homosexuals in Nazi Germany. In: Journal of Sex Research. Band 17, Nr. 3 (August 1981), S. 270–287.
  11. Zum aktuellen Forschungsstand vgl. Manfred Herzer: Plünderung und Raub des Instituts für Sexualwissenschaft. In: Zeitschrift für Sexualforschung 2009, S. 151–162.
  12. Die Bücherei 2:6 (1935), S. 279
  13. Hirschfelds Grab befindet sich bis heute auf dem Cimetière de Caucade, Carré 9, Grabnummer 18.543. Ein Foto des Grabes und der Lageplan des Friedhofs findet sich auf der Website Kapitel: hirschfeld.in-berlin.de, Bereich Unsere Arbeit/Gedenken/Grabstelle in Nizza.
  14. E. J. Haeberle: Einführung in den Jubiläums-Nachdruck von Magnus Hirschfeld, „Die Homosexualität des Mannes und des Weibes“, 1914, Walter de Gruyter, Berlin – New York 1984, S. V–XXXI.
  15. Hirschfeld 1938, S. 260; zitiert nach George M. Fredrickson: Rassismus – Ein historischer Abriss. Hamburger Edition, 2004, ISBN 3-930908-98-0, Seite 164.
  16. Hirschfeld 1938, S. 57; zitiert nach George M. Fredrickson: Rassismus – Ein historischer Abriss. Hamburger Edition, 2004, ISBN 3-930908-98-0, S. 164.
  17. Manfred Herzer: Magnus Hirschfeld. Leben und Werk eines jüdischen, schwulen und sozialistischen Sexologen. Frankfurt(Main)/New York 1992, S. 85.
  18. Herzer, S. 86.
  19. Herzer, S. 91.
  20. Herzer, S. 147.
  21. Ralf Dose: In memoriam Li Shiu Tong (1907–1993) zu seinem 10. Todestag am 5. Oktober 2003. In: Mitteilungen der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft, Heft 35/36, Berlin 2003, S. 9–23 (= Dose), S. 9, Anm. 1.
  22. Dose, S. 15.
  23. Ediert 2013 von R. Dose; siehe Literatur.
  24. Dose, S. 15.
  25. Dose, S. 18.
  26. Dose, Ralf: Es gibt noch einen Koffer in New York – eine vorläufige Bestandsaufnahme (mit Dokumentenliste). In: Mitteilungen der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft, Heft 46/47, Berlin 2011, S. 12–20.
  27. Siehe hierzu den Bericht von Donald W. McLeod: http://lgbtialms2012.blogspot.de/2012/07/serendipity-and-papers-of-magnus.html
  28. Benedict Friedlaender: Renaissance des Eros Uranios, Schmargendorf-Berlin 1904, S. 57.
  29. J. Steakley: The Homosexual Emancipation Movement in Germany, New York 1975, S. 118.
  30. J. E. Bauer: Queerness und die Freigiebigkeit der Natur. Über Eve Kosofsky Sedgwicks Rekurs auf Magnus Hirschfelds Begriff eines „dritten Geschlechts“. In: Capri 44 (Januar 2011), S. 22–35.
  31. Claudia Bruns: Hirschfeld und die Theorie vom „dritten Geschlecht“. In: dies.: Politik des Eros. Der Männerbund in Wissenschaft, Politik und Jugendkultur (1880–1934), Böhlau, Wien/Köln/Weimar 2009, ISBN 978-3-412-14806-5, S. 129.
  32. Rainer Herrn: Personenlexikon der Sexualforschung 2009, S. 290.
  33. Seeck (2003) ebd. S. 18, Fn 26.
  34. Claudia Bruns: Hirschfeld und die Theorie vom „dritten Geschlecht“, in: dies.: Politik des Eros. Der Männerbund in Wissenschaft, Politik und Jugendkultur (1880–1934), Böhlau, Wien/Köln/Weimar 2009, S. 131.
  35. Claudia Bruns: Hirschfeld und die Theorie vom „dritten Geschlecht“, in: dies.: Politik des Eros. Der Männerbund in Wissenschaft, Politik und Jugendkultur (1880–1934), Böhlau, Wien/Köln/Weimar 2009, S. 126 ff.
  36. Bruns, ebd. S. 134, S. 139.
  37. Seeck (2003) ebd. S. 18.
  38. Manfred Herzer: Magnus Hirschfelds Lehre von den sexuellen Zwischenstufen und der Historische Materialismus, in: Das Argument 293 (September 2011), S. 566 ff.
  39. Sigusch, Volkmar: 50 Jahre danach, in: Sexualmedizin 1983, Heft 12.
  40. Seeck (2003) ebd. S. 12.
  41. Volkmar Sigusch: War Magnus Hirschfeld ein “geistiger Vorläufer des Faschismus”? (1995). In: Andreas Seeck (Hrsg): Durch Wissenschaft zur Gerechtigkeit? Textsammlung zur kritischen Rezeption des Schaffens von Magnus Hirschfeld, ebd. S. 126.
  42. Hirschfeld: Geschlechtskunde, dritter Band (1930), zitiert von Hans-Günter Klein (1983) in: Seeck, ebd. S. 28.
  43. Andreas Seeck: Einführung, in: ders. (Hrsg.): Durch Wissenschaft zur Gerechtigkeit? Textsammlung zur kritischen Rezeption des Schaffens von Magnus Hirschfeld (=Reihe: Geschlecht – Sexualität – Gesellschaft, Bd. 4), Lit Verlag, Berlin/Münster usw. 2003, ISBN 3-8258-6871-0, S. 12–14.
  44. Rainer Herrn: Magnus Hirschfeld, in: Volkmar Sigusch, Günter Grau (Hrsg.): Personenlexikon der Sexualforschung, Campus Verlag, Frankfurt/New York 2009, ISBN 978-3-593-39049-9, S. 291.
  45. Martin Dannecker: Vorwort. In: Wolfgang Johann Schmidt (Hrsg.): Jahrbuch für sexuelle Zwischenstufen. Auswahl aus den Jahrgängen 1899–1923. Frankfurt a. M./Paris 1983, S. 5–15.
  46. Heinz-Jürgen Voß: Hirschfeld zwischen Bewegung und Wissenschaft, in: Rüdiger Lautmann (Hrsg.): Capricen. Momente schwuler Geschichte, Männerschwarm Verlag, Hamburg 2014, ISBN 978-3-86300-167-4, S. 103/104.
  47. Ulf Lippitz: Verliebte Jungs, Der Tagesspiegel, 8. Juni 2007.
  48. Claudia von Zglinicki: Eine blühende Subkultur: entdeckt in Strafakten aus der Nazizeit, Freitag, 2. Juli 1999.
  49. Ein anderes Ufer und Berlin bekommt ein anderes Ufer
  50. Christine Lemke über die von Rainer Herrn kuratierte und von Eran Schaerf und Christian Gänshirt gestaltete Ausstellung in: http://www.textezurkunst.de/71/gedachtnisspiegelung/ abgerufen am 29. Mai 2013.
  51. Pressemitteilung des Bundesjustizministeriums, 31. August 2011, abgerufen am 2. September 2011.