Mailly-le-Camp

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Mailly-le-Camp
Wappen von Mailly-le-Camp
Mailly-le-Camp (Frankreich)
Mailly-le-Camp
Region Grand Est
Département Aube
Arrondissement Troyes
Kanton Arcis-sur-Aube
Gemeindeverband Arcis, Mailly, Ramerupt
Koordinaten 48° 40′ N, 4° 12′ OKoordinaten: 48° 40′ N, 4° 12′ O
Höhe 118–202 m
Fläche 42,7 km2
Einwohner 1.546 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 36 Einw./km2
Postleitzahl 10230
INSEE-Code

Rathaus der Gemeinde

Mailly-le-Camp ist eine nordfranzösische Gemeinde mit 1.546 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Aube in der Region Grand Est. Sie gehört zum Arrondissement Troyes und zum Kanton Arcis-sur-Aube.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt rund 35 Kilometer südlich von Châlons-en-Champagne in der Landschaft Champagne sèche (dt: trockene Champagne) an der Grenze zum Département Marne. Nachbargemeinden sind Sommesous im Norden (Département Marne), Poivres im Osten, Trouans im Süden, Villiers-Herbisse im Südwesten, Semoine im Westen und Montepreux (Département Marne) im Nordwesten. Das Gemeindegebiet wird vom Fluss Huîtrelle in südlicher Richtung zur Aube entwässert.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mailly wird in Nord-Süd-Richtung durch die Départementsstraße D677 erschlossen. Auch die Bahnstrecke von Châlons-en-Champagne nach Troyes hat hier eine Haltestelle. Parallel dazu quert auch die Autobahn A26 das westliche Gemeindegebiet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde im Jahre 859 als Mailliacus erstmals schriftlich erwähnt.

Militärlager[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit etwa 1892 wurde die Gegend um Mailly vom französischen Militär als Übungsgelände genutzt. 1902 wurde ein permanenter Truppenübungsplatz eingerichtet. Per Dekret des französischen Staatspräsidenten erhielt Mailly 1903 den Namenszusatz -le-Camp.[1] Während des Ersten Weltkriegs wurde das Gelände unter anderem vom Expeditionskorps der Russischen Armee in Frankreich genutzt.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Übungsgelände von den deutschen Besatzern zur Ausbildung von Panzereinheiten von Wehrmacht und Waffen-SS genutzt. In der Nacht vom 3. zum 4. Mai 1944 wurde das Lager in Vorbereitung der Operation Overlord von 346 britischen Lancaster-Bombern und 14 De Havilland DH.98 Mosquitos angegriffen. Dabei wurden rund 1500 Tonnen Bomben abgeworfen und 42 Lancaster abgeschossen.[2] Dabei wurde auch die Zivilbevölkerung in Mitleidenschaft gezogen.

Nach dem Krieg wurde das Lager vom US-amerikanischen und französischen Militär als Panzer- und Raketenübungsgelände genutzt. Unter anderem wurden hier auch neue Waffen erprobt.[1]

Zur Zeit wird es vom französischen Militär als Übungsgelände genutzt. Stationiert ist hier seit 2016 die Ausbildungseinheit „CENTAC/1er groupe de chasseurs“

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2016
Einwohner 1448 1490 1593 1589 1375 1423 1614 1546
Quellen: Cassini und INSEE

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Arthur Robert, Arsène Thévenot: Guide du Camp de Mailly, de la Ville d’Arcis-sur-Aube et des Communes Limitrophes du Camp. G. Bonnot, Arcis-sur-Aube 1908 (Reprise de l’édition: Mailly-le-Camp et ses Environs (= Monographies des Villes et Villages de France. 753). Res Universis, Paris 1991, ISBN 2-87760-704-6).
  • Philippe Pierrejean: Mailly-le-Camp. Alan Sutton, Saint-Cyr-sur-Loire 2007, ISBN 978-2-84910-615-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mailly-le-Camp – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Ministère de la Défense: Historique du camp (Memento des Originals vom 28. Januar 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.centac-5rd.defense.gouv.fr auf defense.gouv.fr, abgerufen am 24. Januar 2015
  2. Royal Air Force Bomber Command 60th Anniversary – Campaign Diary May 1944 (Memento vom 9. April 2013 im Internet Archive)