Main-Lahn-Bahn

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Frankfurt (Main) Hbf–Eschhofen
Streckennummer (DB):3610
Kursbuchstrecke (DB):627
645.2 (S-Bahn)
Streckenlänge:66,5 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:D4
Stromsystem:15 kV 16,7 Hz ~
Höchstgeschwindigkeit:120 km/h
Zweigleisigkeit:(durchgehend)
von Koblenz
von Au (Sieg),
  von Siershahn
Limburg (Lahn)
SFS Rhein/Main–Köln
66,500 Eschhofen
nach Wetzlar
63,400 Lindenholzhausen
60,800 Niederbrechen
58,200 Oberbrechen
54,100 Niederselters
49,300 Bad Camberg
43,100 Wörsdorf
39,700 Idstein (Taunus)
36,500 Niederseelbach (1903–1971)
31,900 Niedernhausen (Taunus)
nach Wiesbaden
28,600 Niederjosbach
27,100 Eppstein-Bremthal (seit 2001)
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(verschobenes Westportal)
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25,700 Eppsteiner Tunnel (neu 338 m, alt 200 m)
BSicon BS2l.svgBSicon eBS2r.svg
(neuer Tunnel seit 2013 in Betrieb)
25,400 Eppstein
21,200 Lorsbach
17,000 Hofheim (Taunus)
14,600 Kriftel
12,400 Frankfurt-Zeilsheim (seit Mai 2007)
BSicon .svgBSicon ABZgl.svgBSicon STR+r.svg
11,300 Frankfurt-Höchst Farbwerke Ültg
BSicon .svgBSicon KRZo.svgBSicon ABZg+r.svg
Taunus-Eisenbahn von Wiesbaden
BSicon .svgBSicon SBHF-L.svgBSicon DST-R.svg
10,400 Frankfurt-Höchst Farbwerke
BSicon .svgBSicon STR.svgBSicon ABZg+l.svg
Königsteiner Bahn von Königstein
BSicon .svgBSicon SBHF-L.svgBSicon BHF-R.svg
9,300 Frankfurt-Höchst
BSicon .svgBSicon STR.svgBSicon ABZgl.svg
Sodener Bahn nach Bad Soden
            
nach Frankfurt (Main) Hbf (RV, s. u.)
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Nidda
BSicon .svgBSicon SHST.svg
7,140 Frankfurt-Nied
BSicon .svgBSicon SBHF.svg
4,455 Frankfurt-Griesheim
            
Verbindungsbahn zum Frankfurter Osthafen
            
3,6+85,10
3,6+78,00
Kilometersprung (Fehllänge 7,10 m)
            
6,3+34,37
6,2+134,42
Kilometersprung (Überlänge 0,06 m)
BSicon STR.svgBSicon .svgBSicon STR.svgBSicon STR.svg
            
nach Frankfurt Mainzer Landstraße
(zur Taunus-Eisenbahn s. o.)
BSicon STR.svgBSicon .svgBSicon STR.svgBSicon STR.svg
            
Flughafenschleife Frankfurt
            
von Mainz (zur Riedbahn)
            
Taunus-Eisenbahn über Frankfurt-Höchst (s. o)
            
5,1+89,22
5,0+189,86
Kilometersprung (Überlänge 0,64 m)
            
2,100 Frankfurt Kleyerstr (Abzw)
            
Frankfurt Außenbf
            
nach Frankfurt Hgbf
            
von Darmstadt
            
von Göttingen
            
von Gießen
            
            
vom Westbf
            
0,000 Frankfurt (Main) Hbf (seit 1888)
            
Frankfurt (Main) Hbf tief (seit 1978)
            
nach Frankfurt (Main) Süd und nach Offenbach
            
Westbahnhöfe[Anm 1] (bis 1888)

Quellen: [1][2]

Die Main-Lahn-Bahn (auch Limburger Bahn oder Taunusstrecke genannt) ist eine zweigleisige, elektrifizierte Hauptbahn in Hessen. Sie führt von Frankfurt am Main nach Eschhofen bei Limburg (Lahn).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Eschhofen im Juli 1980, am Bahnsteig ein Akku-Triebwagen der Baureihe 517.

Strecke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1850 wurde über eine mitten durch den Taunus führende Strecke zwischen Main und Lahn nachgedacht. Mit dem Streckenbau wurde aber erst aufgrund des preußischen Gesetzes vom 25. März 1872 begonnen. Die Konzession erhielt die Hessische Ludwigsbahn (HLB). Der Baubeginn erfolgte von Eschhofen aus und jedes fertige Teilstück diente zunächst hauptsächlich dem Materialtransport, um den Bau weiter voranzutreiben. Das erste Teilstück zwischen Eschhofen und Niederselters wurde am 1. Februar 1875 dem Verkehr übergeben, insgesamt wurde die Strecke am 15. Oktober 1877 eröffnet. Die Zweigstrecke vom Bahnhof Niedernhausen nach Wiesbaden Hauptbahnhof, genannt „Ländchesbahn“, wurde am 1. Juli 1879 eröffnet. Mit der Verstaatlichung der Hessischen Ludwigsbahn, die überwiegend in die neue Eisenbahndirektion Mainz umgeformt wurde, kam die Strecke zum 1. April 1897 an die Eisenbahndirektion Frankfurt.[3]

Von 1911 bis 1913 wurde die Strecke zweigleisig ausgebaut, 1971 zwischen Höchst und Niedernhausen, 1986 zwischen Niedernhausen und Limburg elektrifiziert.

Am 13. Mai 1953 entgleiste zwischen Oberbrechen und Niederselters die Dampflokomotive 93 742 aufgrund eines „Gleisfehlers“. Sie stürzte eine Böschung hinab. Dabei starb der Lokomotivführer.[4]

Eppsteiner Tunnel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ostportal des alten Eppsteiner Tunnels

Der Eppsteiner Tunnel musste zu Anfang des 21. Jahrhunderts saniert werden. Das Aufarbeiten des bestehenden Tunnels unter laufendem Betrieb wäre nur mit jahrelangen, erheblichen Behinderungen des Bahnverkehrs unter Aufgabe des S-Bahn-Taktes möglich gewesen. Eine neue Betonschale im Inneren des alten Tunnels hätte dessen Querschnitt zudem soweit reduziert, dass er nicht mehr zweigleisig hätte ausgelegt werden können und deshalb für die Gegenrichtung ohnehin ein neuer Tunnel hätte gebaut werden müssen. Insgesamt kam deshalb der Bau eines neuen Tunnels günstiger. Ostern 2013 wurden im Laufe von vier Tagen die Gleise auf beiden Seiten des Tunnels vom alten in den neuen Tunnel verschwenkt[5] und anschließend der Betrieb aufgenommen. Es wurden 30 Millionen Euro in das Tunnelbauwerk investiert. Der alte Tunnel wurde größtenteils verfüllt und zu einem Fledermausdomizil.[6]

Im Zusammenhang mit dem Neubau des Eppsteiner Tunnels wurde auch der Bahnhof Eppstein umgebaut. Der Tunnelneubau bedingte eine neue Gleisführung im Bahnhof, einschließlich neu angelegter Bahnsteige. Die Freiflächen wurden neu gestaltet.[7] Im alten, von der Bahn nicht mehr genutzten, 2007 restaurierten und denkmalgeschützten Empfangsgebäude wurden eine Verwaltungsstelle der Stadt (Bürgerbüro) und ein Kulturcafé eingerichtet. Die ebenfalls denkmalgeschützte Güterhalle wurde dagegen abgerissen.

Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lok der Baureihe 143 mit Doppelstockwagen als Stadtexpress nach Frankfurt bei Idstein (Taunus)
Triebzug der Baureihe 423 in Lorsbach als S2 auf der Fahrt nach Niedernhausen.

Der Betrieb mit Dampflokomotiven endete 1972. 1978 begann der Betrieb der S-Bahn-Linie S2 zwischen Frankfurt (Main) Hbf und Niedernhausen mit den Elektrotriebwagen der Baureihe 420. Seit 2014 verkehren hier ausschließlich die Züge der Baureihe 423. Anfang 2006 wurden die Stadt-Express- und Regional-Express-Züge mit Lokomotiven der Baureihe 143 und seit 2008 Doppelstockwagen der Baureihe 767.1 umgestellt. Seit 2021 werden die Züge auf Lokomotiven der Baureihe 146.1 umgestellt.

Auf dem Abschnitt zwischen Limburg (Lahn) und Niedernhausen verkehren auch die Züge der Linie RB 21, die von Niedernhausen weiter nach Wiesbaden Hauptbahnhof fahren. Von 2004 bis Dezember 2014 wurden die meisten dieser Züge von der vectus Verkehrsgesellschaft mit LINT-Triebwagen gefahren.

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2014 gab es einige Änderungen im Fahrplan. Die Leistungen der RB 21 von vectus gingen an die Hessische Landesbahn. Diese Züge fuhren seitdem nur noch am Sonntag weiter bis nach Limburg (Lahn). Somit fuhren die Stadtexpress-Züge von Montag bis Samstag im Stundentakt bis Frankfurt (Main) Hbf. Die RE-Züge fahren nicht mehr am Vormittag. Zusätzlich wurde jedoch der Fahrplan am Abend ausgeweitet. Die letzte Regionalbahn der DB fuhr seitdem zwei Stunden später, um 20:18 Uhr ab Limburg und um 22:31 Uhr ab Frankfurt. Zudem gibt es noch ein weiteres Zugpaar um 22:18 Uhr ab Limburg. Dieser Zug fährt erst um 0:28 Uhr ab Frankfurt. Der Zug wurde von der HLB mit einem LINT 41 gefahren.

Die meisten Züge der Linie RB 21 werden seit Dezember 2015 mit Desiro-Triebwagen gefahren. Diese sechs Triebwagen waren zuvor auf der Kahlgrundbahn im Einsatz. Die verlängerten Züge nach Limburg zur Hauptverkehrszeit fahren in Doppeltraktion. Zudem wird ein Zugpaar (6:10 Uhr ab Limburg, 15:36 Uhr ab Wiesbaden) mit zwei Stadler GTW gefahren, welche sonst auf der Dreiländerbahn (RB 29, RB 90) im Einsatz sind.

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2016 wurde die Linie SE  20 in RB  22 umbenannt.

Linie Anfangsbahnhof Verlauf Zielbahnhof Takt Eingesetzte
Fahrzeuge
HVZ NVZ SVZ
RE 20 Limburg Niedernhausen, Frankfurt-Höchst Frankfurt 60 min - - 146 mit 3–5 DoStos
RB 21 Limburg Niedernhausen Wiesbaden 60 (30) min - (60 min) 120 (60) min 642/646/648
RB 22 Limburg Niedernhausen, Frankfurt-Höchst Frankfurt 30 min 60 min 120 min 146 mit 3 bis 5 DoStos
S1 Wiesbaden Frankfurt-Höchst, Frankfurt (tief) Rödermark-Ober Roden 15 min 30 min 60 min 430
S2 Niedernhausen Frankfurt-Höchst, Frankfurt (tief) Dietzenbach 15 min 30 min 60 min 423

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinz Schomann: Eisenbahn in Hessen. Eisenbahnbauten und -strecken 1839–1939. In: Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Kulturdenkmäler in Hessen. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Drei Bände im Schuber. Band 2.1. Theiss Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-8062-1917-6, S. 501 ff. (Strecke 032).
  • Heinz Hirt: 1877–2002 – 125 Jahre Main-Lahn-Bahn Höchst-Limburg. Eppstein (Taunus) 2002, ISBN 3-00-010714-2.
  • Heinz Hirt (Hrsg.): 130 Jahre Bahnhof Eppstein. Vom provisorischen Stationsgebäude 1877 zum modernen Stadtbahnhof 2007. Eppstein 2007, ISBN 978-3-00-022577-2.
  • Dieter Frey: Von der Dampflok zum ICE-Zeitalter. Über 130 Jahre Eisenbahn im Idsteiner Land. 2008 (ohne ISBN).
  • Friedrich Schiemenz: Die Eisenbahngeschichte des Goldenen Grundes. 100 Jahre durchgehender Betrieb auf der Strecke Eschhofen – Frankfurt-Höchst. Camberger Verlag, 1978, ISBN 3-87460-011-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Main-Lahn-Bahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  1. Neckarbahnhof, Taunusbahnhof, Weserbahnhof

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. DB Netze - Infrastrukturregister
  2. Eisenbahnatlas Deutschland. 9. Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2014, ISBN 978-3-89494-145-1.
  3. Eisenbahndirektion Mainz (Hrsg.): Sammlung der herausgegebenen Amtsblätter. Jg. 1897, Bekanntmachung Nr. 48, S. 99.
  4. Peter Scheffler: Die Eisenbahn im Raum Mainz – Wiesbaden. Eisenbahn-Kurier Verlag, Freiburg 1988. ISBN 3-88255-620-X, S. 129.
  5. Der neue Tunnel ist fertig Frankfurter Rundschau vom 2. April 2013
  6. Taunus: Fledermäuse satt Züge . In: Eisenbahn-Revue International 5/2013, S. 211.
  7. Bahntunnel kommt später. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Main-Taunus-Kurier. 22. Oktober 2008, ehemals im Original; abgerufen am 22. Oktober 2008.@1@2Vorlage:Toter Link/www.main-rheiner.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)