Main (Schiff, 1900)

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Main (II)
Die Main in New York (etwa 1908)
Die Main in New York (etwa 1908)
Schiffsdaten
Flagge Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich Deutsches Reich
Vereinigtes KönigreichVereinigtes Königreich (Handelsflagge) Vereinigtes Königreich
Schiffstyp Kombischiff
Rufzeichen QHFT
Heimathafen Bremen
Reederei Norddeutscher Lloyd (NDL)
Bauwerft Blohm & Voss, Hamburg
Baunummer 138
Stapellauf 10. Februar 1900
Indienststellung 22. April 1900
Verbleib 1925 verschrottet
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
158,50 m (Lüa)
Breite 17,70 m
Vermessung 10067 BRT
 
Besatzung 170
Maschinenanlage
Maschine 2 Vierfach-Expansionsmaschinen
Maschinen-
leistung
6.000 PS (4.413 kW)
Höchst-
geschwindigkeit
13 kn (24 km/h)
Propeller 2
Transportkapazitäten
Tragfähigkeit 11650 tdw
Zugelassene Passagierzahl 139 I.Klasse
125 II.Klasse
2500 Zwischendeck

Das Kombischiff Main wurde von Blohm & Voss für den Norddeutschen Lloyd (NDL) und dessen kombinierten Passagier- und Frachtdienst nach Nordamerika gebaut. Sie war das zweite Schiff des NDL mit diesem Namen und wird daher oft als Main (II) bezeichnet.

Ihre Schwesterschiffe waren die Rhein und die Neckar. Es handelte sich um große Einschornsteinschiffe mit vier Masten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Main lief am 10. Februar 1900 von Stapel und wurde am 22. April an den NDL abgeliefert.[1]

Dienst für den NDL[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sechs Tage später trat sie ihre Jungfernfahrt über Cherbourg nach New York an[1]. Am 30. Juni 1900 geriet sie beim großen Brand des Hoboken-Piers auch in Brand und wurde schwer beschädigt[1]. Erst nach sieben Stunden konnte sie losgemacht und nach Weehawken geschleppt werden, wo sie auf Grund gesetzt wurde. Zu allgemeinem Erstaunen krochen dort noch 16 Kohlentrimmer aus einem Kohlenbunker, in dem sie ausgeharrt hatten. Es dauerte noch Tage, bis das Schiff zu brennen aufhörte.[2] Erst am 27. Juli konnte es gehoben und nach Newport News zur Reparatur geschleppt werden. Am 15. Oktober 1901 wurde die Main wieder in Dienst genommen[3].

Im August 1902 wurde sie erstmals nach Baltimore eingesetzt. 1906 wurde, wie zuvor schon auf den beiden Schwesterschiffen, auch auf der Main die Passagiereinrichtung verändert, um den Erfordernissen des Auswanderverkehrs in die USA besser gerecht zu werden. Die Kabinen der I. Klasse wurden beseitigt, die Kapazität der II. Klasse wurde erweitert, und vor allem wurde Platz geschaffen für etwa 2800 Passagiere im Zwischendeck. Wie ihre Schwesterschiffe diente auch die Main vor allem dem Auswandererverkehr in die USA[3].

Wie ihre Schwesterschiffe Rhein und Neckar wurde auch die Main zu Ablösungstransporten für die Schiffsbesatzungen und Landtruppen des deutschen Kreuzergeschwaders eingesetzt[3]. Sie wickelte diesen Austausch vom 30. April bis zum 10. August 1902 (neun Tage in Tsingtau), vom 2. Mai bis zum 10. August 1903 (5 Tage in Tsingtau) sowie vom 5. Mai bis zum 11. August 1903 (10 Tage in Tsingtau) jeweils über Bremerhaven ab.

Im Juni 1914 machte sie ihre letzte Fahrt zwischen Bremerhaven und Baltimore.

Krieg und Endschicksal der Main[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Kriegsausbruch befand sie sich in Antwerpen, wo sie von der belgischen Regierung als Feindeigentum beschlagnahmt wurde, kam aber im Oktober durch die Besetzung Belgiens wieder in deutschen Besitz. Sie verblieb während des Krieges in Antwerpen[1].

Nach Kriegsende wurde sie am 21. Mai 1919 nach Großbritannien ausgeliefert und dort von verschiedenen Reedereien zu Nachkriegstransporten eingesetzt[1]. Ende Juni 1921 wurde das Schiff als Kriegsbeute an Frankreich übergeben, ohne jedoch noch einmal in Dienst gestellt zu werden. 1925 erfolgte der Abbruch der Main in Frankreich[3].

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bonsor, Noel R.P.: North Atlantic Seaway, vol.2, Newton Abbey & Jersey, 1976
  • Arnold Kludas: Die Geschichte der deutschen Passagierschiffahrt 1850 bis 1990. Ernst Kabel Verlag, 1986.
  • Kludas, Arnold: Die Seeschiffe des Norddeutschen Lloyd 1857 bis 1919. Koehlers Verlagsgesellschaft, 1991, ISBN 3-7822-0524-3.
  • Reinke-Kunze, Christine: Geschichte der Reichspostdampfer. Verbindung zwischen den Kontinenten 1886-1914. Koehlers Verlagsgesellschaft, 1994, ISBN 3-7822-0618-5 (3782206185)
  • Rothe, Claus: Deutsche Ozean-Passagierschiffe 1896 bis 1918. Steiger Verlag, 1986, ISBN 3-921564-80-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Rothe, S. 70
  2. Fire Still Holds the Liner Main,” New York Times, 3. Juli 1900
  3. a b c d Kludas, Geschichte Passagierschiffahrt, Bd. II, S. 18f.