Zum Inhalt springen

Main Event der World Series of Poker 2007

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Logo der World Series of Poker
Logo der World Series of Poker

Das Main Event der World Series of Poker 2007 war das Hauptturnier der 38. Austragung der Poker-Weltmeisterschaft. Mit über 6000 Teilnehmern war es das größte Pokerturnier des Jahres und nach dem Hauptturnier der World Series of Poker 2006 das, gemessen an der Teilnehmerzahl, bis dahin zweitgrößte Pokerturnier. Das 55. und letzte Turnier der Turnierserie hatte ein Buy-in von 10.000 US-Dollar und wurde im Rio All-Suite Hotel and Casino in Paradise am Las Vegas Strip ausgespielt. Es begann am 6. Juli und endete mit dem Finaltisch am 17. Juli. Der Psychologe Jerry Yang nahm zum ersten Mal teil und gewann das prestigeträchtigste Pokerturnier der Welt.

Teilnehmererwartungen

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Das Rio All-Suite Hotel and Casino am Las Vegas Strip

Die Turnierleitung kalkulierte im Vorfeld des Ereignisses mit 9000 Teilnehmern für das Hauptturnier. Laut Phil Gordon erwartete Harrah’s bis zu 10.000 Spieler, womit die Kapazitäten ausgeschöpft gewesen wären.[1] Die offizielle Teilnehmerzahl betrug letztendlich allerdings „nur“ 6358. Das bedeutete fast 2.500 weniger Spieler gegenüber dem Vorjahr. Außerdem nahm die Teilnehmerzahl erstmals seit 1992 wieder ab. Der Grund, warum die Teilnehmerzahl letztendlich um mehr als 25 % sank, ist in dem Verbot von Geldtransfers auf Onlinepokerseiten in den Staaten zu finden. Durch das „Unlawful Internet Gambling Enforcement Act“ durften die Onlinepokerseiten keinen Platz im Main Event anbieten, sondern den Onlinespielern nur Geld überweisen. Dadurch hatten die Gewinner dieser Satellites die Wahl, ob sie das Geld behalten, an einem der kleineren Turniere teilnehmen oder doch das Main Event spielen wollten. Dennoch war das Main Event 2007, bezogen auf die Anzahl der Teilnehmer, das bisher zweitgrößte Pokerturnier, bei dem der Sieger ein Preisgeld von 8,25 Millionen US-Dollar gewann.

Das 6358 Spieler große Starterfeld wurde zu Turnierbeginn auf die ersten vier Spieltage (Tag 1A–1D) verteilt. Die Spieler des 6. und 7. Juli (Tag 1A&1B) spielten am 10. Juli (Tag 2A) und die Spieler des 8. und 9. Juli (Tag 1C&1D) spielten am 11. Juli (Tag 2B) weiter. Am 12. Juli, dem offiziellen dritten Turniertag, wurde das Feld wieder zusammengeführt (Tag 2A&2B). Insgesamt kamen 621 Spieler in die Preisgeldränge, was einen Anteil von 9,77 %, bezogen auf das Starterfeld, ausmacht. In der folgenden Tabelle bezieht sich die Spalte „Chipleader“ jeweils auf den Stand am Anfang des jeweiligen Turniertages.

Datum Spieltag Spieleranzahl Chipleader
6. Juli 1A 1287 keiner
7. Juli 1B 1545 keiner
8. Juli 1C 1743 keiner
9. Juli 1D 1783 keiner
10. Juli 2A (1A&1B) 1037 Dänemark Dag Martin Mikkelsen
11. Juli 2B (1C&1D) 1303 Dänemark Dag Martin Mikkelsen
12. Juli 3 (2A&2B) 797 Alexander Krawtschenko
13. Juli 4 337  Dario Minieri
14. Juli 5 112  Gus Hansen
15. Juli 6 36 Vereinigte Staaten Hevad Khan
16. Juli spielfrei
17. Juli Finaltisch 9 Dänemark Philip Hilm
Bracelet, das Yang neben dem Preisgeld für den Sieg erhielt

Prominente Teilnehmer

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie jedes Jahr nahmen auch 2007 einige abseits vom Pokertisch bekannte Persönlichkeiten am Main Event teil. Darunter befanden sich Jason Alexander, Hank Azaria, Steve Davis, Shannon Elizabeth, Brad Garrett, Tobey Maguire, AJ McLean, Nelly, Todd Phillips, Ray Romano, Teddy Sheringham, Sam Simon, Antonio Tarver und Rick Tocchet. Am besten schnitt dabei Tobey Maguire ab, der US-amerikanische Schauspieler belegte den 292. Platz und gewann knapp 40.000 US-Dollar. Dieselbe Summe erhielt der Fernsehproduzent Sam Simon für den 329. Platz.

Am ersten Tag des Main Events schieden neben dem Vorjahressieger Jamie Gold auch die früheren No Limit Texas Hold’em-Weltmeister Jim Bechtel, Doyle Brunson, Johnny Chan, Phil Hellmuth, Amarillo Slim und Greg Raymer aus. Am zweiten Tag gesellten sich Brad Daugherty, Joe Hachem, Dan Harrington, Tom McEvoy sowie Chris Moneymaker dazu. An Tag drei schied Chris Ferguson noch vor den Preisrängen aus. Bis in Preisgeldregionen kamen dagegen Berry Johnston, Robert Varkonyi und Carlos Mortensen. Am fünften und drittletzten Tag schied der Weltmeister von 1996, Huck Seed, aus. Scotty Nguyen konnte Platz elf erreichen.

Beste Frau war Maria Ho, die den 38. Platz belegte.

Deutschsprachige Teilnehmer

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Hauptturnier nahmen auch einige deutschsprachige Spieler teil. In folgender Tabelle sind alle Spieler aufgeführt, die bis in Preisgeldregionen vorstießen.

Platz Herkunft Spieler Preisgeld (in $)
80 Deutschland Niklas Heinecker 106.382
110 Deutschland Andreas Krause 58.570
215 Deutschland Alexander Dietrich 51.398
231 Deutschland Sebastian Zink 45.422
244 Deutschland Moritz Hopfner
296 Deutschland Christoph Stiehler 39.445
390 Deutschland André Wagner 34.664
423 Deutschland Christiane Klecz 29.883
550 Marc Friedmann 20.320
Jerry Yang (2008)

Der Finaltisch begann am 17. Juli 2007. Der Russe Alexander Krawtschenko gewann in jenem Jahr ein Bracelet. Der Südafrikaner Raymond Rahme war der erste Afrikaner überhaupt, der den Finaltisch beim Main Event der WSOP erreichte.[2] Der erfolgreichste und wohl bekannteste Spieler am Tisch war Lee Watkinson. Der als Chipleader an den Finaltisch gekommene Däne Philip Hilm musste als erster der neun Spieler den Tisch verlassen. Nach circa fünf Stunden war der Tisch schon auf vier Spieler reduziert, im Vorjahr hatte dies zehn Stunden gedauert. Der gebürtige Laote Jerry Yang konnte nach 205 Händen am Finaltisch das bis dahin zweithöchste Preisgeld des Main Events entgegennehmen. In der finalen Hand gewann er mit 8 8 gegen Lam mit A Q.

Platz Herkunft Spieler Preisgeld (in $)
1 Vereinigte Staaten Jerry Yang 8.250.000
2 Tuan Lam 4.840.981
3 Raymond Rahme 3.048.025
4 Russland Alexander Krawtschenko 1.852.721
5 Vereinigtes Königreich Jon Kalmar 1.255.069
6 Vereinigte Staaten Hevad Khan 956.243
7 Vereinigte Staaten Lee Childs 705.229
8 Vereinigte Staaten Lee Watkinson 585.699
9 Dänemark Phillip Hilm 525.934

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. Phil Gordon (Memento vom 16. Juni 2007 im Internet Archive) im The Poker Edge Podcast (mp3, 5:24) am 16. November 2006, abgerufen am 16. August 2019 (englisch).
  2. WSOP Championship Event: Die neun Finalisten auf pokerolymp.de vom 17. Juli 2007, abgerufen am 16. August 2019.